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Wie wirken wir auf andere Mütter?
Verfasst: 10.03.2011, 20:13
von Leila
Ich weiß nicht genau, in welches Forum das jetzt passt, aber da es ein LLL-Stilltreffen war, tue ich es mal hier rein...
Also: Ich war heute spontan auf einem Stilltreff der LLL hier in der Umgebung. Wen man da nicht so alles trifft...

Jedenfalls waren es einige Frauen mit, öhm, sagen wir mal SuT-naher Einstellung, was Kindererziehung, stillen etc. angeht. Und dann eben diese eine Frau mit Sohn, die zwar auch stillt, aber eben nach Mahlzeiten. Nun ja, dann ging es halt auch ums Thema schlafen, und es wurde in die Runde gefragt, wo die Kinder denn schlafen, und wie oft sie stillen... Hm, sie war die einzige, die darauf wert gelegt hat, dass ihr Kind allein einschläft, und war ziemlich unglücklich, dass der Sohn mit 5 (?) Monaten noch nicht durchschläft, und sie immer aufstehen und ins Kinderzimmer muß. Also wird jetzt geübt, dass er allein wieder einschläft...

Ich fand, wir haben uns alle ziemlich zurück gehalten, nur halt erwähnt, dass einige halt das Familienbett haben und eben nicht aufstehen müssen.
Nun ja, irgendwie ist mir vorhin der Gedanke gekommen, dass das die Mutter vielleicht total verunsichert haben müßte. Eben weil wir alle damit KEIN Problem haben... Wie wirkt so eine SuT-Nahe Gruppe in der Öffentlichkeit? Ein Haufen Aliens? Frauen, denen ihr Umfeld und ihr eigenes Wohl egal ist? Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Frau nicht noch mal kommen wird, auch das Schlafen statt schreien hat sie dann doch nicht ausgeliehen...
Wie denkt ihr darüber?
Lieben Gruß
Anja
Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?
Verfasst: 10.03.2011, 20:20
von Sabsi
Mmh, ich hatte neulich bei einem Stilltreffen auch mal gedacht, dass die zwei "normalen" Mamas jetzt sicher auch denken, wir sind nicht ganz dicht, nämlich als wir aus drei Metern Entfernung festgestellt habe, dass die eine Mama ein Gecko-Tuch hat, dass es mit Leinen ist und dass man es gern mal anfassen würde

*winkzuMuschelsucherinundLalemi*
Ich kenne die Schlaf-Gespräche nur in der Konstellation, dass ich ziemlich alleine stehe mit meiner "Methode", sprich FB, Stillen nach Bedarf und Einschlafstillen. Mag sein, dass sie sich da ein bisschen fehl am Platz fühlte, bei den ganzen Familienbettlern, aber vielleicht bringt es sie ja doch zum Nachdenken?!
Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?
Verfasst: 10.03.2011, 20:27
von Lösche Benutzer 2872
Ich glaube manche meiner Bekannten würden dann ganz schön staunen. Ich gelte vermutlich als ziemlich merkwürdig und bekomme öfter zu hören, dass ich da wohl was falsch mache, man das noch nie gehört hätte, das nur bei mir so wäre. Ich bin nur froh, dass ich dank Stillgruppe und SuT auch viele Frauen real kennenlernen durfte die ähnlich denken wie ich. Sonst würde ich mir wirklich wie ein Alien vorkommen.
Gestern wurde mir z.B. erzählt, dass es doch gar nicht schlimm wäre, wenn ein sechs Monate altes Baby Schokolade isst. Mit einem Blick a la "Was die sich schon wieder anstellt"und dem Kommentar "Aber das muss ja jeder selber wissen"
Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?
Verfasst: 10.03.2011, 20:30
von Muschelsucherin
Hmmm, wie wirken wir in der Stigru auf andere Mütter? Gute Frage.
Manchmal denke ich, dass diese oder jene Mutter bestimmt nicht wieder kommt. Und dann kommt sie doch wieder.
Sonderlich zurückhaltend bin ich glaube ich nicht.
In der Stigru habe ich auch eigentlich immer erlebt, dass FB usw. stark vertreten sind und auch "verteidigt" werden.
Die Gruppe läuft auch echt gut, meine ich. Letztes mal waren wir 10 Mütter.
Sonderlich abschreckend kommt mir das also nicht vor.
Witzig ist es, wenn noch andere SuT-Mütter da sind und noch eine andere Mama mit ATTA-Ambitionen und wir ins TT-Fachsimpeln kommen. Dann gucken die anderen gern mal ein bisschen verstrahlt.

Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?
Verfasst: 10.03.2011, 22:06
von Blitzi
Also aus meinem Geburtsvorbereitungskurs hat sich eine Krabbelgruppe entwickelt wo wir uns 1x die Woche treffen.
Ich bin die einzigste die noch stillt (von 3 die überhaupt gestillt haben!) & nur 1 andere Frau hat ein FB.
Und 2 hacken jedesmal auf mir rum ich müsse endlich abstillen, das wäre nicht normal. Ein Baby müsse auch
alleine schlafen, denn sonst würde es keine Ruhe finden...
Ich habe ihnen nur gesagt das sie wohl nicht normal wären & habe den Rest ignoriert.
Sie meinten das wir wohl eine komische Familie wären.
Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?
Verfasst: 10.03.2011, 22:14
von Sinchen1985
das habe ich mich auch schon öfters gefragt, wie wir auf andere wirken...Aber ehrlich gesagt ist es mir wurscht....Wir wissen doch, das wir es gut machen! Nicht perfekt, aber wir versuchen unser Bestes!
Und das tun die anderen Mütter auch, auf ihre Art eben. Ich versuche nicht mehr, jemand anderen zu überzeugen sondern versuche einfach, es vorzuleben. Interesse kommt oftmals von alleine und dann wird gefragt. Das freut mich sehr!
Wir werden nur immer auf unser ruhiges, sicheres, fröhliches und zufriedenes Baby angesprochen und mein Mann meint dann immer, das kommt vom Tragen und FB und so

Spielt sicher eine Rolle, ist aber auch Charaktersache, denke ich
Ansonsten ist unser Motto treu nach den Ärzten...Lass die Leute reden!...
Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?
Verfasst: 10.03.2011, 22:50
von Kleine
ich denke mal, ich gehöre eher nicht zu den ganz typsichen SuT-Vertreterinnen, aber ich werde trotzdem schon angeschaut, wenn ich sage, das Kind wird gestillt Minimum 6 Monate und es wird sehr viel getragen werden und schreien werde ich es auch nicht lassen... Da gibt es schon so Bekannte, die auf dem Standpunkt stehen "ich habe das Kind 9 Monate getragen, das reicht, jetzt wo es draußen ist, kommt es in den Kinderwagen und ein bisschen schreien ist auch nicht schlimm"...
Ich denke mir dann, dass diese Frauen das halt nicht anders kennen. Meine Mutter hat meinen Bruder fast nur getragen, bei mir hat sie vieles falsch gemacht, aus Unsicherheit, weil ich so viel gebrüllt habe und sie von allen (größtenteils kinderlosen) Seiten "hilfreiche" Tipps bekommen hat... Gestillt hat sie wegen Milchmangel auch nur 3 Monate, aber sowas wie eine Stillberaterin gab es in ihrem Umfeld nicht, sonst hätte sie gerne wesentlich länger gestillt und ist bis heute traurig darüber.
Das hat mich sicherlich unterbewußt geprägt, obwohl mein Bruder ja nur 18 Monate jünger ist wie ich. Für mich gab es am Stillen und Tragen noch nie auch nur den Hauch eines Zweifels, das wollte ich schon immer so machen. Wenn man aber immer nur "die andere Seite" vorgelebt bekommt, muss einem ja diese Seite seltsam vorkommen, oder?
LG
Anika
Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?
Verfasst: 10.03.2011, 23:14
von Lösche Benutzer 2872
Kleine hat geschrieben: Da gibt es schon so Bekannte, die auf dem Standpunkt stehen "ich habe das Kind 9 Monate getragen, das reicht, jetzt wo es draußen ist, kommt es in den Kinderwagen und ein bisschen schreien ist auch nicht schlimm"...
Dabei fällt mir ein, dass wir eine Zeitlang oft von älteren Damen angesprochen wurden: "Oh wie schön, erst neun Monate im Bauch und nun immer noch so nah bei Mama." Und noch mehr Begeisterung, wenn der Papa getragen hat.
Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?
Verfasst: 10.03.2011, 23:15
von Lauretta
Ich war noch nie in einer Stillgruppe oder bei einem Stilltreffen... wohl aber beim Babyschwimmen, Krabbeltreff, Kinderspielplatz etc.
Ich habe viele Freundinnen und Bekannte mit Kindern und ehrlich gesagt finde ich mich und unser Familienleben ganz normal.
Auch gegenüber Kollegen, die ältere Kinder oder gar kein haben, erzähle ich, falls es sich ergibt bzw. in Nebensätzen (also nciht explizit), dass wir noch stillen und alle in einem Zimmer schlafen
Für mich ist es normal, so bringe ich es rüber und so verschrecke ich auch niemanden damit... wenn jemand jammert, nachts aufstehen zu müssen, dann würde ich schon Tipps geben und mich fragen, warum sich jemand das Leben so schwer macht.
Zum Glück habe ich es noch nicht erlebt, dass jemand es kritisiert, so wie wir es machen.
Eher kommen interessierte Fragen, die ich dann gern beantworte.
Ich kritisiere ja auch nicht die anderen Eltern...
Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?
Verfasst: 10.03.2011, 23:32
von blauviolett
Ich war auch noch nicht in einer Stillgruppe oder einem Stilltreff. Aber GVK, RüBi und Babymassage. Dort stillen immerhin bis auf 2 alle Frauen. Eine hat es 6 Wochen versucht, danach dann aufgegeben (also Wille war durchaus da).
Die andere kenne ich noch nicht, weiß also nicht warum nicht. Sie gibt ihrer Tochter aber auch schon täglich Brei (mit 4 Monaten, 1 Woche) weil es ihr KiArzt empfohlen hat, Tochter schläft von 19.00 bis 7.00 Uhr im eigenen Zimmer durch und hat jetzt schon immer eine Tonne Spielzeug bei den Kursen dabei und wird mit Stillkissen zum Sitzen hochgebockt (wo sie alle Paar Minuten umkippt).
Und mit FB bin ich soweit ich weiß die einzige dort. Alle anderen legen Wert auf Privatsphäre mit ihrem Partner, sind dabei die Kinder ins Zimmer umzuquartieren und würden teilweise gerne die Stillabstände verlängern.
Zum Tragen: bin ich die einzige, die das so exzessiv betreibt. Liegt wohl auch daran, dass alle anderen Babys sich ohne Probleme ablegen lassen, alleine einschlafen und im KiWa zufrieden sind. Komisch, meine nicht..