Lila hat geschrieben:ausschlaggebend ist u.a. dass er seiner individuellen entwicklungskurve "treu" bleibt.

Wie meinst Du das denn? Diese Kurve kennt ja nun niemand vorher - leider werden die Kinder ja ohne Beipackzettel geboren
Hallo Puksie,
im Zweifelsfall gilt immer: lieber einmal zu viel als zu wenig zum Kinderarzt und mögliche Gesundheitsstörungen ausschließen lassen. Allerdings klingt Deine Schilderung "für sich genommen" überhaupt nicht besorgniserregend.
Ich stille meinen Sohn und er bekommt Beikost im normalen Rahmen, wobei sein Interesse da schwankt.
Seid der U4 nimmt er nur noch sehr schleppend zu.
Wie war denn die Gewichtsentwicklung im einzelnen?
Seid vier Wochen stagniert die Waage komplett, bzw. war eine Abnahme und nur geringe Zunahmen zu verzeichnen.
Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich, dass insb. Babys, die in den ersten Monaten sehr stark zugenommen haben, danach über Wochen und Monate hinweg praktisch kaum zunehmen. Vier Wochen Stagnation allein ist in dem Alter gänzlich unspektakulär und hat bei einem 8 Monate alten Baby keinerlei medizinische Aussagekraft.
Vor Kurzem habe ich Stillproben gemacht und gesehen, das er pro Stillmahlzeit nie mehr als 40 ml trank. Mit Beikost kamen wir tagsüber auf eine Menge von ca. 500g (nachts stillt er sehr häufig, wobei es auch oft nur ein Nuckeln ist, darum wollte und konnte ich da nicht kontrollieren).
Die Ergebnisse von Stillproben können (bis auf bestimmte Spezialfälle, die hier aber ausgeschlossen sind) immer
nur zusammen mit der Stillhäufigkeit interpretiert werden. Ein Baby, das täglich 15 mal 40 ml trinkt, plus dazu noch etwas Beikost, ist sicher bestens versorgt. Ein Baby, das nur 6 mal am Tag diese Portionsgröße trinkt und sonst nichts zu sich nimmt, eindeutig nicht.
Dem nächtlichen Stillen kommt im Allgemeinen eine starke Bedeutung für gutes Gedeihen zu. Nachts ist der Prolaktinspiegel höher, d.h. dass Baby bekommt nachts oft deutlich mehr Milch. Durch häufiges Stillen kurbelt es die Milchbildung stark an, so dass es sehr gut sein kann, dass ein Baby nachts den HAUPTTEIL seiner Milch trinkt, was auch völlig in Ordnung ist. Stillproben über wenige Mahlzeiten tagsüber lassen somit keinerlei gesicherten Schluss auf die tägliche Gesamttrinkmenge zu - es ist absolut möglich, dass Ihr gut und gerne auf z.B. einen Liter in 24 Stunden kommt, obwohl er laut den Proben tags jedes Mal "nur" 40 ml trank.
Du fragtest danach, 1. ab wann es als bedenklich gilt und 2. woher Gedeihstörungen kommen.
1. Dies hängt von den Umständen ab. Gutes Gedeihen umfasst mehr Kriterien als nur das Gewicht (welche, kannst Du
hier lesen. Insb. bei älteren Babys/Kindern klafft der Bereich des Normalen immer weiter auseinander. Meine Tochter z.B. nahm in den ersten 6 Monaten sehr stark zu (vollgestillt), und zwischen 6-12 Monaten nur sehr wenig (insg. 800 g oder so). Erste Beikost ab ca 8 Monaten. Sie krabbelte mit 6 Monaten, lief mit gut 9 Monaten, sprach wie ein Wasserfall mit 12 Monaten, war bis auf mal nen harmlosen Schnupfen nie krank. Hier gab es also wirklich keinerlei Anlass zur Sorge - völlig wurscht, ob sie nun in dieser Zeit 2 kg oder praktisch nix zugenommen hätte.
2. Dafür gibt es einige mögliche Ursachen. Mütterliche Erkrankungen, die sich (unbehandelt) negativ auf die Milchbildung auswirken können, kindliche z.T. chronische Erkrankungen (wurde ja hier einige genannt) oder auch Probleme mit dem allgemeinen Stillmanagement.
Aber Ihr seid ja in guter kinderärztlicher und stillberaterischer Begleitung, da sind fiese med. Ursachen doch eher unwahrscheinlich.
LG;
Julia