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Wie nehmen die afrikanischen Mütter unser Baby-Handling wahr

Verfasst: 20.01.2011, 20:02
von cher123blau
Aus der neuen Eltern Zeitung:


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wir haben den Nso-Frauen Videos von deutschen Mütter gezeigt. Sie waren erschrocken zu sehen, dass deutsche Babys allein auf den Boden liegen und nicht ständig am Körper der Mutter bleiben. Das ist für Afrikanerinnen undenkbar, denn sie sind überzeugt, dass das nicht gut für die Gelenke der Babys ist. Befremdlich fanden sie auch, dass die Babys nicht bei jedem Quengeln sofort gestillt werden. Das empfanden sie als lieblos-distanziert und fragen uns ungläublich: Ist das wirklich die Mutter? 

Re: Wie nehmen die afrikanischen Mütter unser Baby-Handling

Verfasst: 20.01.2011, 20:09
von Muschelsucherin
Das finde ich echt interessant.
Ich habe aber schonmal irgendwo gelesen, dass in tradionellen Kulturen oft alle paar Minuten gestillt wird.

Re: Wie nehmen die afrikanischen Mütter unser Baby-Handling

Verfasst: 20.01.2011, 20:16
von davisalo
Bei der Großen war ich dann wohl Afrikanerin :D !

Re: Wie nehmen die afrikanischen Mütter unser Baby-Handling

Verfasst: 20.01.2011, 20:21
von Alja
Der Text kommt mir so bekannt vor, wo habe ich den denn schon mal gelesen?
Ich finde es total schlüssig, wenn Odin schriebt, dass territoriale Völker schon von Geburt an versuchen, ihre Kinder zu "dehumanisieren", damit diese funktionaler in Streitsituationen agieren können. Frage mich wie lange die Folgen bei uns noch zu spüren sein werden :(

Re: Wie nehmen die afrikanischen Mütter unser Baby-Handling

Verfasst: 22.01.2011, 07:29
von Drachenblut
Gonzales hat das Thema auch genau so behandelt. Da ging es glaube ich um das Schlafen. Die Frauen waren entsetzt, dass amerikanische Kinder (?) alleine schlafen, nicht bei den Eltern.

Interessant finde ich das sehr, ist ja eine völlig andere Herangehensweise, als bei uns in Europa.

Re: Wie nehmen die afrikanischen Mütter unser Baby-Handling

Verfasst: 22.01.2011, 08:06
von alexvw
Das mag an vielen Orten so sein, wahrscheinlich speziell in ländlichen Regionen. Ich kann nur sagen, dass ich in Kairo (was ja zumindest mal halb afrikanisch ist) extrem komisch angeguckt werde, weil ich mein Baby trage. Gestillt in der Öffentlichkeit hab ich auch (im Moment trinkt er nur noch abends, nachts und morgens), aber habe damit riskiert aus vielen Orten rausgeschmissen zu werden, und dass mein Kind nicht durchschläft, wird von vielen darauf geschoben, dass ich zu viel auf seine Bedürfnisse eingehe. So viel dazu.

Re: Wie nehmen die afrikanischen Mütter unser Baby-Handling

Verfasst: 22.01.2011, 11:55
von tania
ja. afrika ist groß, die menschen unterschiedlich. und ich glaube tatsächlich, dass es nicht mehr die mehrheit aller afrikanischen mütter ist, die ihre kinder stillen und tragen wie in dem artikel beschrieben.

Re: Wie nehmen die afrikanischen Mütter unser Baby-Handling

Verfasst: 22.01.2011, 14:59
von Seerose
Mir gefällt eigentlich nur die Überschrift nicht. Afrika ist ein riesiger Kontinent. Das klingt so als ob man ne Pauschalaussage über Europa treffen würde. Da würden wir uns hier auch komisch vorkommen.

Dank meiner Tochter hab ich ja auch viel Kontakt zu "Afrikanern" und (leider?) ist dort auch die Moderne angekommen. Manche Dinge werden als extrem hinterwäldlerisch betrachtet, die wir hier nun wieder tun, da schüttelt man nur den Kopf und meint "wie rückständig?!".

Damit kritisier ich nicht den Inhalt Deines Postings, aber die absolute Verallgemeinerung in der Überschrift.

Re: Wie nehmen die afrikanischen Mütter unser Baby-Handling

Verfasst: 22.01.2011, 15:18
von inselkind08
alexvw hat geschrieben:Das mag an vielen Orten so sein, wahrscheinlich speziell in ländlichen Regionen. Ich kann nur sagen, dass ich in Kairo (was ja zumindest mal halb afrikanisch ist) extrem komisch angeguckt werde, weil ich mein Baby trage. Gestillt in der Öffentlichkeit hab ich auch (im Moment trinkt er nur noch abends, nachts und morgens), aber habe damit riskiert aus vielen Orten rausgeschmissen zu werden, und dass mein Kind nicht durchschläft, wird von vielen darauf geschoben, dass ich zu viel auf seine Bedürfnisse eingehe. So viel dazu.
Ja das mag in "Upperclass" Kairo die übliche Reaktion sein, die westlich orientierte, reiche Oberschicht will ja schliesslich alles so machen wie im "fortschrittlichen Westen", da ist es dann verpönt sich auf traditionelle Weise um die Kinder zu kümmern...
Klar ist das Tragen im Tragetuch sehr ungewöhnlich in Ägypten, das Tragen auf den Rücken gebunden wird oft mit Armut gleichgesetzt weil man heutzutage nur noch arme Frauen, die auf den Feldern arbeiten so sieht...
Aber im traditionelleren, ländlicheren Ägypten (zumindest dort wo ich gelebt habe) war es völlig normal das Kind ganz nach Bedarf zu stillen und immer und überall dabei zu haben... allerdings stillt man natürlich so das es möglichst kein Mann sieht, viele Frauen verstecken Kind&Brust zum Stillen unter einem Tuch (dem herunterhängenden Ende des Kopftuchs).
Das selbe habe ich übrigens auch in Katar und Jordanien erlebt, die "einfachen" Leute haben ihre Kinder überall dabei, betüdeln sie etc. und die Reichen haben auch schon gerne mal ne Nanny die sich um die Kinder kümmert und auch den Kinderwagen schiebt... Tragen war eine zeitlang sehr verpönt, das hat man eben früher so gemacht, und es kommt erst jetzt in Form von Chi*co Tragen wieder. Kinderwagen sieht man in ländlichen Gegenden trotzdem so gut wie nie, weils einfach unpraktisch ist, dann werden Kinder lieber auf dem Arm getragen...
Ich habe übrigens immer durchweg positives zu hören bekommen, wenn ich meinen Kleinen im Sling hatte...

Re: Wie nehmen die afrikanischen Mütter unser Baby-Handling

Verfasst: 22.01.2011, 15:57
von Seerose
Ja, aber Inselkind, es ist ja nicht nur die Upper Class, die westlich orientiert ist. Die ist es sogar manchmal überhaupt nicht, also ich find gerade die Uper Class ist hmmm, etwas unberechenbar von der Einschätzung her. Letztendlich ist die so reich, daß sie eh macht was sie will.

Ich kann vor allem über Syrien berichten und dort war gerade die "Mittelschicht" extrem westlich orientiert. Klar, nach unseren Maßstäben gibt es keine Mittelschicht, aber nach unseren Maßstäben kann auch niemand von 300 DM leben. Dies war das Ingenieurgehalt Ende der 80er Jahre. Und damit kam man irgendwie so hin, aber schwierig. Und die versuchten ständig genau so zu leben wie hier im Westen, gerade eben um sich von denen abzuheben, die mit 50 DM im Monat auskommen mußten und als wirklich arm galten. Und eben genau bei diesen Leuten war alles verpöhnt was irgendwie traditionell bedingt war und alles erstrebenswert, was modern und westlich war.