Hallo brina1986,
herzlichen Glückwunsch zum Baby!
Ganz wichtig nach der Geburt sind die drei Dinge: "bald stillen - oft stillen - ausschließlich stillen". Dies stellt sicher, dass Dein Baby genug bekommt und Deine Milchproduktion gut anläuft.
"Bald stillen" bedeutet, dass z.B. keine Trennung von Mutter und Kind nach der Geburt stattfindet, ehe das Baby nicht gut getrunken hat.
"Oft stillen" bedeutet, dass nach den ersten 1-2 Tagen (die viele Babys weitgehend verschlafen) mindestens 8-12 Mal in 24 Stunden gestillt wird. Der Magen eines Babys ist winzig (zunächst wenige Milliliter, dann ungefähr so groß wie sein Fäustchen), deshalb sind viele Mahlzeiten am besten.
"Ausschließlich stillen" bedeutet, dass NICHTS zugefüttert werden sollte, wenn es nicht medizinisch zwingend notwendig ist, also kein (Zucker-)Wasser, kein Tee, keine künstliche Säuglingsmilch. Ist der Magen mit etwas anderem gefüllt als Muttermilch, meldet sich das Baby seltener zum Stillen, was sich ganz klar nachteilig auf die Milchproduktion auswirkt. Auf die Verwendung von künstlichen Saugern (Nuckelflaschen und mitunter auch Schnuller) reagieren sehr viele Neugeborene mit Saug- und Stillschwierigkeiten (weil Trinken an Brust und Trinken an Flasche unterschiedliche(!) Techniken erfordert; die meisten sehr jungen Babys haben mit dem Wechsel technische Schwierigkeiten). Deshalb sollte - FALLS Zufüttern tatsächlich medizinisch zwingend notwendig sein sollte - eine saugfreie Methode dazu gewählt werden, z.B. ein kleiner Löffel oder Becher.
Die Gewichtsabnahme ist nur zu beurteilen, wenn das Geburtsgewicht bekannt ist, wie meine Vorschreiberinnen schon schrieben. 250 g Abnahme für ein 1000g-Frühchen wäre echt übel, für ein 4,5 kg Baby völlig im Rahmen.
10 Prozent des Geburtsgewicht dürfen die kleinen gern abnehmen, das macht gar nichts sondern ist völlig normal.
Das kann ich SO nicht stehen lassen. Stillexperten sind sich einig, dass alles bis 7 % im Rahmen ist, dieser Gewichtsverlust also i.d.R. der physiologischen Umstellung vom Leben im Mutterleib zum Leben draußen geschuldet ist. Ist der Gewichtsverlust höher als diese 7 %, sollte bereits dann stillberaterisch geschaut werden, wieso. Zufall, oder kann man was am Stillmanagement verbessern? Med. Auffälligkeiten wie z.B. starke Gelbsucht oder gab's Schwangerschaftsprobleme? Das sollte geklärt werden.
Ab 10 % Gewichtsverlust sind i.A. Änderungen(!) im Stillmanagement erforderlich, oft muss vorübergehend zugefüttert werden.
Es ist also NICHT so, dass 10% "gern abgenommen werden dürfen".
Beobachtungen an Hausgeburten übrigens weisen darauf hin, dass bei diesen Babys der Gewichtsverlust meist noch erheblich geringer als die 7 % ausfällt, oft sogar augenscheinlich gar kein Gewichtsverlust auftritt, sondern die Babys nach der Mekoniumausscheidung praktisch von Tag 2 an zunehmen. Der Grund hierfür liegt sicherlich in der unterschiedlichen Gestaltung der Neugeborenenzeit: Zuhause ist es oft ruhiger, Bedding-In (nicht nur Rooming-In!) ist der Normalfall, das Baby schreit weniger, es wird weniger an- und ausgezogen, es laufen weniger Leute herum. Sprich: das Stillen läuft besser an, und der Energieverlust des Babys (über Auskühlen, Schreien, Aufregung) wird minimiert.
Auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus kann man versuchen, das Wochenbett ebenfalls in dieser Art und Weise zu gestalten; dies führt meist zu einer besseren Gewichtsentwicklung.
LG;
Julia