Seite 1 von 3

Abends mit kleinem Tragling und großem Stillkind

Verfasst: 08.01.2011, 22:42
von carrymeclose
Ich hab das GEfühl ich steh vor ner unlösbaren Situation.

Meine 2 jährige wird immer einschlafgestillt und ist völlig verzweifelt, wenn sie keine 'nana' kriegt. Auch nachts wenn sie aufwacht. Und ich hab ein 6 wochen altes Baby, dass viel getragen werden will. Einschlafstillen klappt nicht so gut bei ihm. Er verschluckt sich viel und hat generell viel Blähungen, ist abends eher unruhig und wird immer in den Schlaf getragen. Beruhigen durch stillen geht nicht so wirklich. Er ist auch nach dem Stillen sehr unruhig und macht sehr viel Lärm. War bei meiner Großen auch so und wurde erst nach 4 Monaten besser.

Zum Glück (!!!) war bis jetzt abends immer mein Mann da und hab mir geholfen mit den Kindern. Während ich die Große einschlafgestillt habe, hat er solange den Kleinen geschunkelt.

Jetzt kam aber gerade die Zerreißprobe und es war sooo furchtbar. Mein Mann mußte nachdem die Große im Bett war kurz für ne halbe STunde weg. Und prompt wachte meine Tochter auf und rief nach 'nana'. Der Kleine schlief bei mir im Tuch auf dem Bauch. Ich hab zuerst versucht sie so zu beruhigen aber sie war wirklich völlig außer sich. Dann versuchte ich den Kleinen abzulegen und er wachte auch auf und weinte. Und dann weinten beide auf einmal ganz fürchterlich. Das war so schlimm. Ich hab dann versucht den Kleinen im Bett sitzend auf meinem Arm zu schunkeln, während ich die Große im Sitzen gestillt habe, aber der Kleine hat sich überhaupt nicht beruhigt. Das hätte er wohl nur im Tuch. Das war fast eine halbe Stunde wirklcih ganz schlimm für uns alle. Dann wurde ich richtig wütend auch und bin leider, was ich sehr bereuhe, etwas ausgerastet und wurde richtig grob zu meiner Großen. Ich war so wütend auf sie, weil ich dachte, das arme Baby, ich kann mich nicht genug um ihn kümmern. Zum Glück kam mein Mann dann heim.

Er wird ja zum Glück fast immer abends daheim sein, aber es wird vielleicht auch mal Situationen geben, wo er nicht da ist abends. Was mach ich da nur?

Re: Abends mit kleinem Tragling und großem Stillkind

Verfasst: 08.01.2011, 23:29
von tania
baby auf den rücken.

(((carrymeclose))) das muss furchtbar gewesen sein..

Re: Abends mit kleinem Tragling und großem Stillkind

Verfasst: 11.01.2011, 23:48
von carrymeclose
Ja, den Kleinen auf dem Rücken hab ich auch schon überlegt. Dann müßte die Große halt im Sitzen stillen. Normal liegen wir und kuscheln. Ob sie so einschlafen kann? Und der Kleine müßte halt auch tief schlafen. Er ist abends halt auch oft unruhig. Wenn er noch nicht tief schläft muss ich rumlaufen im Tuch. Und bis er da eingeschlafen ist, da würde meine Große schon wieder so schlimm brüllen. Und wenn der Kleine Hunger hat gerade, das wäre dann auch dumm. Gleichzeitig geht absolut nohc nicht, da viel zu unruhig und laut an der Brust..

hach, noch jemand irgend ne Idee? Oder hat jemand diese Konstellation schon mal gehabt? Es geht auch nicht nur ums nachts aufwachen. Ich wüßte auch überhaupt nicht wie ich beide allein ins Bett bringen sollte.

Gestern war wieder ne Situation wo beide weinten. Kleiner hatte Hunge und Große wollte auch stillen und hat ganz schlimm geweint weil sie nicht gleich durfte. Da hab ich sie im Ergo auf den Rücken gepackt und hab im Gehen dann den Kleinen gestillt bis die Große dann eingeschlafen war. ABer in den Schlaf tragen bei der Großen, das will ich nicht auf Dauer mehr.

Re: Abends mit kleinem Tragling und großem Stillkind

Verfasst: 11.01.2011, 23:50
von AnnaH
Ich kann dir leider keinen Tip geben, aber ich wollte dich nicht wegklicken (((carrymeclose)))
Ich wünsch dir viel kraft und gute nerven

Re: Abends mit kleinem Tragling und großem Stillkind

Verfasst: 12.01.2011, 08:30
von jusl
Es geht auch nicht nur ums nachts aufwachen. Ich wüßte auch überhaupt nicht wie ich beide allein ins Bett bringen sollte.

Gestern war wieder ne Situation wo beide weinten. Kleiner hatte Hunge und Große wollte auch stillen und hat ganz schlimm geweint weil sie nicht gleich durfte.
Hm - mal vorsichtig so ausgedrückt: ich habe den Eindruck, dass es Euch allen gar nicht hilft, dass Dein Kleinkind noch gestillt wird, bzw. beim (Wieder-)Einschlafen sozusagen vollständig aufs Stillen angewiesen ist. Sondern dass das Stillen in Eurem Fall eine zusätzliche Schwierigkeit, eine Komplikation, ein für alle Beteiligten ungünstiges Verhaltensmuster darstellt.
Falls Du dieser Beschreibung so zustimmen würdest: Hast Du mal erwogen, dies zu ändern, also neue Abläufe einzuführen??
Falls nein: ich wollte Dir keinesfalls zu nahe treten - wenn Dir das Stillen Deines Kleinkindes noch sehr wichtig sein sollte und Du es daher beibehalten möchtest, ist das natürlich völlig OK. Nur liest es sich so, dass weder Dein Baby, noch Du selbst, noch Dein Kleinkind mit der derzeitigen Situation gut klarkommen. "Alleine ins Bett Bringen zweier kleiner Kinder" erfordert zwar oft recht hohes Geschick und gutes Gespür, was in der Tat anstrengend sein kann, aber MÖGLICH sollte es schon sein, finde ich.

LG,
Julia

Re: Abends mit kleinem Tragling und großem Stillkind

Verfasst: 12.01.2011, 10:20
von layla
Ich hatte vor kurzem einen ähnlichen Thread:

http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 8&t=123881

Einen Baby Jojo haben wir nicht, ich weiß auch nicht, ob es klappen würde.
Hier ist jeder Abend anders und ich bin eigentlich sowohl zum Mittagsschlaf als auch abends immer alleine mit beiden.
Baby auf dem Rücken hilft mir bei der Einschlafsituation gar nicht, weil mein Großer erst runter kommt, sobald ich mich zu ihm lege. Er braucht das Stillen zum einschlafen nicht unbedingt, aber meinen Arm bzw. dass ich daneben liege. Heißt, das abstillen muss nicht unbedingt die Lösung sein.
Einschlafstillen der Kleinen, was die Sache einfacher machen würde, klappt hier auch nur sehr selten, weil sie sich noch viel verschluckt oder aufstoßen muss, spuckt oder sonstwie mit ihrer Verdauung beschäftigt ist.
Meistens brüllt sich auch genau dann los, wenn er gerade die Augen zu hat *stöhn*, das ist sehr frustrierend für mich.Er wacht dann auf und wenn es um den Mittagsschlaf geht, kann das auch bedeuten, dass er wach bleibt und abends zu früh einschläft und alles ganz durcheinander ist.
Gestern allerdings war alles mal ganz traumhaft. Die Kleine hat nach dem Stillen friedlich in meinem Arm weitergeschlafen. Mein Sohn hat noch was rumgehampelt und laut erzählt, gesungen, so dass ich dachte, gleich wacht sie auf. Ist sie aber nicht. Er hat sich dann in meinen Arm gekuschelt und ist ganz friedlich eingeschlafen. Ich habe echt ne halbe Stunde fast kaum geatmet, weil ich dachte, gleich brüllt sie los oder gleich ist er wieder wach...ich konnte es kaum glauben, dass es auch mal so friedlich gehen kann.
Der Tag davor war die Katastrophe. Er war todmüde, ich war todmüde, sie hat nur gebrüllt, außer tragend...also musste ich sie rumtragen und er ist im dunkeln die ganze Zeit mitgelaufen und wollte sich nicht hinlegen ohne mich.
Boah, und wenn beide weinen...finde ich auch ganz schwer auszuhalten.

Re: Abends mit kleinem Tragling und großem Stillkind

Verfasst: 12.01.2011, 12:05
von jusl
Er braucht das Stillen zum einschlafen nicht unbedingt, aber meinen Arm bzw. dass ich daneben liege. Heißt, das abstillen muss nicht unbedingt die Lösung sein.
Nein, natürlich nicht wenn das Stillen gegen etwas "ähnlich einschränkendes" ausgetauscht wird...
Sinn und Zweck irgendwelcher Eingriffe von außen ist doch in der Regel, dass das Kleinkind ohne Theater einschläft, eben OHNE dass die Mutter stillen, im Arm halten, mit ihm rumlaufen, den eigenen Finger zum Nuckeln anbieten, an Mamas Haaren spielen lassen oder sonstwas in der Art machen "muss".
Ich kann mich an viiiiiele Abende erinnern, da lagen meine großen beiden (bis dahin immer "als unproblematisch empfunden und von allen Beteiligten gewünscht" einschlafbegleitet, sprich: stillen/dazulegen bis die Kinder schlafen) im Geschwisterbett, und sie hätten es SEEEHR gerne gehabt, wenn ich bei ihnen gelegen hätte. Ging aber nicht, weil ich mit zwei Säuglingen im Tragetuch rumlaufen musste, die sonst geweint hätten. Also bin ich durchs dunkle Kinderzimmer und Flur getapert, hab leise irgendwas gesungen, den Kindern ganz beruhigend irgendwas gesagt wie "Ich bin hier und laufe herum, gehe mal raus und komme sofort wieder rein, Ihr könnt schon mal die Augen zumachen..." und so hat das eigentlich ganz gut geklappt. War wohl irgendwie alternativlos... :wink: jedenfalls: Wenn jemand unter der Situation leidet, insb. das Baby - denn das ist nunmal das schwächste Glied in der Kette - , dann ist das Grund genug, engagiert nach positiven Veränderungen zu suchen. Ich drücke aufrichtig die Daumen, dass dies gelingt!

LG,
Julia

Re: Abends mit kleinem Tragling und großem Stillkind

Verfasst: 12.01.2011, 12:18
von carrymeclose
jusl, wie hast Du das denn dann gemacht, dass deine Großen dann liegen geblieben sind wenn Du draußen warst? Meine würde dann einfach immer wieder aufstehen. Wir haben auch nie Gitterbett gehabt und will ich auch nicht.

Layla, oh je, klingt auch sehr anstrengend bei Dir und wirklich fast gleiche Situation, mit der Ausnahme dass ich Abends immer Hilfe hab. Wie gehts Dir denn damit. Bist Du sehr kaputt?

ich glaube dass alles besser werden wird, wenn das BAby hoffentlich mit 3-4 Monaten ruhiger wird. Vielleicht geht dann beim Baby auch einschlafstillen. DAnn könnte ich mit der Großen Buch lesen wenn ich das BAby stille und dann umdrehen und die Große stillen und/oder kuscheln.

Ich würde mir so sehr wünschen, dass sich meine Große auch durch Papa beruhigen läßt, das geht aber nie und sie dreht völlig durch. Tagsüber aber ist sie ganz viel mit ihm zusammen

Re: Abends mit kleinem Tragling und großem Stillkind

Verfasst: 12.01.2011, 12:34
von jusl
Ein Gitterbett hatten wir selbstverständlich auch nicht! Ich will doch, dass meine Kinder im Bett liegen bleiben, einfach weil sie müde sind, sich wohlfühlen und schlafen wollen, und nicht, weil sie durch Gitter freiheitsberaubt sind! :shock: :lol:

*grübel* also ich habe den Kindern kurz freundlich erklärt, dass ich mich heute nicht dazu legen kann, weil sonst die Babys weinen. Bzw. "weil ich hier noch herumlaufen muss, damit es gemütlich ist". Meistens ging das dann so. Kam jedoch Protest oder Gemaule à la "Du sollst aber!" war ich nachdrücklich, dass es heute nun mal nicht geht, aber wir gerne zusammen noch was singen können im Dunkeln, oder sowas... irgend ein nettes Angebot, was halt hilft und gerade geht.
Ich denke, ich habe wohl immer deutlich gemacht, dass es weder in meiner noch in ihrer Macht liegt, wie der Abend heute laufen wird - so wie das Wetter sozusagen: "blöd, aber nicht zu ändern" - und von ihrem Naturell her konnten sie das so auch akzeptieren. Ich fand unsere Abläufe damals jedenfalls völlig in Ordnung.

Bei Kindern, deren Gefühle und Eigenimpulse entwicklungsbedingt leider noch viiiiiiel stärker sind als Verständnis und Intellekt, à la "Ist mir EGAL wenn das Baby weint; ich WILL dass Du Dich jetzt zu mir legst!", oder bei Kindern die naturellbedingt generell Schwierigkeiten mit "Vertrauen und sich drauf Einlassen" haben, ist das natürlich ein Problem, ganz klar. Das gibt dann jede Menge Reibung, Tränen und Hysterie... schwierig! Ich denke, zum Glück leben wir heute in modernen, vernetzten Zeiten, wo es nicht mehr als Schande angesehen wird, wenn man sich in schlimmen Situationen Rat und Unterstützung von Therapeuten und anderen Fachleuten holt. Denke da gerade an diesen Link nebenan: klick.

LG;
Julia

Re: Abends mit kleinem Tragling und großem Stillkind

Verfasst: 12.01.2011, 14:24
von layla
@carry Es geht, ich fühle mich zwar müde, aber mit meinem Sohn allein, als er klein war, bin ich irgendwie mehr auf dem Zahnfleisch gegangen. Müde bin ich, weil mir mein Mittagschlaf fehlt. Denn auch, wenn der Große schläft, kann ich mich selten mit der Kleinen hinlegen, meistens ist sie unruhig.
Ich hoffe auch, dass es sich in ein paar Monaten reguliert, wenn sie besser mit der Verdauung klar kommt. Da es bei meinem Sohn auch länger als die klassischen ersten 3 Monate gedauert hat, ist das natürlich keine Lösung für jetzt.

@jusl Klar, wäre es gut, dass das Kleinkind alleine (ein-)schlafen kann. Aber wie gesagt, je nach Temperament etc. kann es schwierig werden.

Insgesamt habe ich auch überlegt, ob ich Abschied vom Familienbett nehme und versuche meinem Sohn ein eigenes Bett schmackhaft zu machen, an dessen Bettrand ich sitze (Baby auf dem Rücken), Buch lese, streichel...irgendwie sowas.
Aber das klappt im Moment nicht.

Mein Hoffnung war auch, dass er müde einfach im Bett bleibt, ich ihm das Baby rumtragend was vorsinge. Habe ich auch schon gemacht, aber es dauert nicht lange und er klettert aus dem Bett und läuft dann mit.

Ich bin allerdings optimistisch, dass sich das irgendwie reguliert. Entweder kriegt er die Kurve und kann irgendwann ohne mich einschlafen oder die Kleine wird friedlicher und ich kann mich mit beiden ins Bett legen.
Sonst weiß ich keine Lösung.