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Umstellung von Pumpstillen auf Vollstillen
Verfasst: 04.11.2010, 08:07
von Petra40
Hallo,
Meine Zwillinge, geboren in der 32. Woche, sind jetzt 10 Wochen alt. Leider hat sich unsere Stillbeziehung bisher nicht so entwickeln können wie erhofft, was mir - und ich habe den Eindruck, auch den Kindern - ziemlich zu schaffen macht.
Zwei Kinder habe ich bereits gestillt und bin auch mit Startschwierigkeiten vertraut (meiner Zweitältesten habe ich mithilfe von Fingerfeeding das Saugen an der Brust beigebracht). Da mir das Stillen sehr wichtig ist, mir aber klar war, dass die Gefahr einer Frühgeburt und den damit verbundenen Schwierigkeiten nicht gering ist, bin ich bereits vor der Entbindung zur Stillberatung der Klinik gegangen, habe mich mit entsprechender Literatur bewaffnet, im internet gelesen ... - und dann ist es genau so gekommen, wie ich befürchtet hatte: Kaiserschnitt nach Blasensprung, Kinder sofort nach der Geburt auf die intensivstation, Abpumpen ... Ich durfte die Kinder recht bald anlegen; dass das Saugen anfangs noch sehr verhalten ist, ist ja nicht erstaunlich und mir wurde immer wieder Mut gemacht es weiter zu probieren. Auf meine Nachfrage nach alternativen Fütterungsmethoden wurde leider nicht reagiert und mir wurde mehrfach versichert, eine Saugverwirrung gebe es bei Frühchen nicht und auch ansonsten habe man hiermit keine negativen Erfahrungen gemacht.
Die Kinder sind nun seit fünf Wochen zuhause und ich pumpe immer noch. Auf Anraten einer weiteren Stillberaterin habe ich mit einem der Mädchen einen "Stilltag" eingelegt; bis zum Abend hat sie auch tatsächlich nur an der Brust getrunken, dann war jedoch irgendwann der Hunger doch so groß, dass ich ihr noch 120 ml abgepumpte Milch gegeben habe. Zur Zeit probiere ich es immer wieder mal mit dem Brusternährungsset, bisher jedoch auch nicht mit durchschlagendem Erfolg.
Mara wir irgendwann ungehalten, weil es ihr nicht schnell genug geht, und Sophie hat die richtige Saugtechnik noch nicht raus und schläft schnell an der Brust ein. Beide Kinder gehen gerne an die Brust, verlangen auch danach, jedoch assoziieren sie Nahrung offenbar mit der Flasche (haben sie ja auch so gelernt). In den letzten Tagen hatte ich den Eindruck, dass insbesondere Mara zumindest ein bisschen auch tatsächlich aus der Brust trinkt, ich bin mir jedoch nicht sicher, ob ich wirklich noch auf den Durchbruch hoffen kann.
Meine Hebamme rät mir, die Flasche konsequent abzusetzen (zunächst bei einem Kind); sie ist sich sicher, dass ich dann innerhalb weniger Tage voll stillen werde. Ich denke allerdings nicht, dass das für uns der richtige Weg ist. Die beiden haben ohnehin noch einiges zu verarbeiten nach der zu frühen Geburt und dem fünfwöchigen Krankenhausaufenthalt, da möchte ich sie jetzt nicht auch noch diesem Stress aussetzen - andererseits wünsche ich mir so sehr, dass es mit dem Stillen doch noch klappt ...
Vielleicht hat ja hier noch jemand eine Idee ... ?
Danke fürs Zuhören und liebe Grüße,
Petra
Re: Umstellung von Pumpstillen auf Vollstillen
Verfasst: 04.11.2010, 12:36
von kilianmami
Kann Dir leider keinen guten Rat geben. Wir haben auch so einen Stillstart hinter uns und leider nicht die Kurve bekommen. Wünsch Dir auf jeden Fall viel Kraft und drück Euch allen die Daumen
Re: Umstellung von Pumpstillen auf Vollstillen
Verfasst: 04.11.2010, 21:34
von jusl
Liebe Petra80,
herzlich Willkommen hier im SuT!
Klasse, dass Du Dich so dahinter klemmst, dass es doch noch klappt! Die Milchbildung für gleich zwei Babys aufrecht zuerhalten, wenn das Stillen bislang nicht gelang, - da hast Du eine wirklich große Aufgabe bewältigt.
Darf ich Dich zunächst um einige Info bitten?
1. Pumpstillst Du derzeit voll, oder fütterst Du künstliche Milch zu? Wenn ja wieviel täglich ingesamt?
2. Kannst Du bitte alle bisherigen Gewichtsdaten Deiner Töchter posten? - egal ob KH, Hebamme, U, selbstgewogen, (das bitte immer dazuschreiben)
3. Hattest Du jemanden Fachkundiges an der Seite, als Du mit dem Brusternährungsset begonnen hast?
Meine Hebamme rät mir, die Flasche konsequent abzusetzen (zunächst bei einem Kind); sie ist sich sicher, dass ich dann innerhalb weniger Tage voll stillen werde. Ich denke allerdings nicht, dass das für uns der richtige Weg ist
Die Hebamme kennt Dich besser als wir hier, die wir nur Dein Posting gelesen haben - aber sicher nicht besser als Du Dich selbst.... von daher möchte ich Dich ermutigen: verlass Dich da auf Dein Gefühl!
"Kalter Entzug" (so könnte man den Vorschlag Deiner Hebamme nennen) gelingt in der Tat oft nicht. Nämlich immer dann nicht, wenn Saugstörungen beim Baby die Ursache sind, die das Baby gar nicht allein ohne Hilfe überwinden kann. Deine Babys sind das Flaschetrinken gewohnt - fürs Flaschentrinken braucht ein Baby eine ganz andere Technik als an der Brust. "Technik" bedeutet: Zungenstellung, Zungenbewegung, Kieferstellung- und Bewegung unterscheiden sich grundlegend beim Stillen und Flaschetrinken. Der Saugschluckrhythmus ist anders, ebenso das Mundgefühl und das Auslösen von Saugreflexen... kurz: Es ist wahrscheinlich, dass Deine Babys derzeit (noch!) gar nicht richtig aus der Brust trinken KÖNNEN, aus rein "technischen" Gründen. Kalter Entzug wäre in so einem Fall ein recht großes Risiko - er kann gut gehen (Baby lernt die Stilltechnik zufällig immerhalb weniger Stunden/maximal Tage), oder aber eben nicht, mit dem Ergebnis, dass das Baby nicht genug Milch bekommt, völlig gefrustet ist, die Beziehung zwischen Euch belastet ist, Deine Milchbildung wegen mangelnder Nachfrage zurückgeht usw...
Daher noch mal: ich denke, Du liegst gefühlsmäßig richtig. Das Gute ist: Kalter Entzug ist nicht die einzige Option die Ihr habt. Ebenso möglich (und aus stillberaterischer Sicht eigentlich auch naheliegender

) wäre eine klassische Umgewöhnung. Umgewöhnungsprogramme arbeiten kleinschrittig, 100% im Tempo des Babys, Frustration/Weinen und Hunger spielen dabei ausdrücklich KEINE ROLLE (im Gegenteil: gut gelaunte, ruhige Babys lernen ganz sicher besser als Kinder, die vor Hunger schon völlig aufgeregt sind) und die Erfolgschancen sind bei einem 3 Monate alten Baby gut.
Rückfragen dazu immer gerne,
liebe Grüße,
Julia
Re: Umstellung von Pumpstillen auf Vollstillen
Verfasst: 05.11.2010, 08:36
von Petra40
Hallo Julia,
Vielen Dank für deine Antwort!
Zu deinen Fragen:
1. Meine Kinder bekommen ausschließlich Muttermilch.
2. Die Gewichtszunahme verlief bisher sehr gut: Geburtsgewicht 1240 und 1580 g, bei Entlsssung fünf Wochen später 2020 und 2580 g, bei der U3 vor drei Wochen 2580 und 3020 g.
3. Das Brusternährungsset wollte ich gemeinsam mit der Stillberaterin, die bei mir zuhause war, ausprobieren, allerdings schliefen die Kinder da gerade und waren nicht zum Trinken zu bewegen.
Das Saugverhalten der Kinder an der Brust scheint mir etwas unterschiedlich zu sein: Sophie saugt definitiv nicht richtig, sogar das Trinken aus der Flasche ist manchmal schwierig, weil sie immer wieder die Zunge hochklappt. Bei Mara habe ich schon das Gefühl, dass sie richtig saugt, jedoch nicht geduldig genug ist. Ich selbst habe übrigens das Gefühl, dass die Milch trotz der vorhandenen Menge nicht gut fließt - kann das sein?
Wie würde denn so ein Umgewöhungsprogramm aussehen? Ich habe den Eindruck, dass jetzt dringend etwas passieren muss, zumal Mara seit einigen Tagen ziemlich durch den Wind ist und nachts stundenlang schreit
Vielen Dank noch mal für deine Hilfe!
Petra
Re: Umstellung von Pumpstillen auf Vollstillen
Verfasst: 06.11.2010, 15:08
von nuvoletta
Hallo Petra,
ich bin mir sicher, du kannst deiner Hebamme vertrauen, mit dem konsequenten Einsatz des Brusternährungssets kriegst du deine beiden Zwerge an die Brust.
Bei meinem Sohn (Frühchen in der 34. SwSW) habe ich ähnlich angefangen wie du, nach dem Not-Kaiserschnitt konnte ich ihn nicht anlegen, dann hatte er keine Kraft und wurde bald mit meiner abgepumpten MuMi übers Fläschchen versorgt mit allem was dazu gehört und einer kräftigen Saugverwirrung.
Als unsere Nachsorgehebamme mich zehn Wochen später (als er schon schön zugelegt hatte) auf das Brusternährungsset aufmerksam machte, wollte ich ein Wunder und zwar SOFORT!
Mit Geduld und ohne ein Zurück zum Fläschchen haben wir es tatsächlich nach einigen Tagen geschafft (gefühlt allerdings eine Ewigkeit) und hatten dann noch für gute anderthalb Jahre eine harmonische Stillbeziehung...
Ein bisschen getrickst habe ich am Anfang mit dem Ernährungsset. Erst mal den dicksten Schlauch nehmen und auch mal ein bisschen laufen lassen, indem man ganz leicht auf das Fläschchen drückt.
Und bitte nicht verzweifeln (auch wenn's schwer fällt), bleib zuversichtlich, ihr schafft das!
Drücke Euch dreien jedenfalls ganz fest die Daumen!
Re: Umstellung von Pumpstillen auf Vollstillen
Verfasst: 06.11.2010, 17:36
von Petra40
Hallo Ulrike,
Danke für deine Antwort! Schön, dass bei euch alles noch so gut gelaufen ist!
Ich habe gestern und heute das BES noch einmal ausprobiert. Das Problem ist, dass beide Kinder, sobald sie an meiner Brust sind, quasi sofort ins Koma fallen - vielleicht liegt das Problem sogar eher in dieser falschen Assoziation: Brust = Kuscheln, Flasche = Nahrung? Aber wir durchbricht man das?
Meine Hebamme hat mir übrigens nicht das BES empfohlen, sondern das konsequente Weglassen der Flasche und ausschließliches Anlegen. Ich hatte aber zusätzlich noch eine Stillberaterin kontaktiert, die mir eben das BES empfohlen hat.
Das Ganze ist sehr nervenaufreibend im Moment - ich möchte, dass die Kinder Muttermilch bekommen, ich möchte sie stillen, weiß aber einfach nicht mehr, was ich tun soll ...
Vielleicht versuch ich es doch noch mit Fingerfeeding (in der Hoffnunf, so die richtige Technik beizubringen - ich habe ds schon mit meiner Zweitältesten gemacht - mit Erfolg). Ansonsten werde ich wohl weiter pumpen müssen und zum Kuscheln anlegen ...)
Re: Umstellung von Pumpstillen auf Vollstillen
Verfasst: 06.11.2010, 20:07
von nuvoletta
Hallo Petra,
Dass dich das aufreibt, kann ich absolut nachvollziehen. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass auch ich mit dem BES am Anfang schier am verzweifeln war, kurz davor meinen Sohn anzuschreien... Aber ich glaube, das lag daran, dass ich wollte, dass er nun endlich an die Brust geht.
Woher sollen die Kleinen Wesen denn wissen, was sie hier außer Kuscheln noch erwartet, wenn es ihnen zunächst mal abtrainiert wurde?
Vielleicht "trickst" du auch mal wie oben beschrieben. Da sollte aus dem BES was rauskommen, wie bei der Flasche... Auf der Säuglinggstation wurde uns gezeigt, dass die Kleinen mit einer kräftigen Fußmassage wachzuhalten sind. Probier's mal!
Und wenn die Umstellung ihre Zeit braucht, dann ist sie für die Kuschelmomente nie vertan. Ich halt euch die Daumen.
Re: Umstellung von Pumpstillen auf Vollstillen
Verfasst: 06.11.2010, 20:28
von jusl
Hallo Julia,
Vielen Dank für deine Antwort!
Zu deinen Fragen:
1. Meine Kinder bekommen ausschließlich Muttermilch.
2. Die Gewichtszunahme verlief bisher sehr gut: Geburtsgewicht 1240 und 1580 g, bei Entlsssung fünf Wochen später 2020 und 2580 g, bei der U3 vor drei Wochen 2580 und 3020 g.
3. Das Brusternährungsset wollte ich gemeinsam mit der Stillberaterin, die bei mir zuhause war, ausprobieren, allerdings schliefen die Kinder da gerade und waren nicht zum Trinken zu bewegen.
Das Saugverhalten der Kinder an der Brust scheint mir etwas unterschiedlich zu sein: Sophie saugt definitiv nicht richtig, sogar das Trinken aus der Flasche ist manchmal schwierig, weil sie immer wieder die Zunge hochklappt. Bei Mara habe ich schon das Gefühl, dass sie richtig saugt, jedoch nicht geduldig genug ist.
Danke für Deine Antworten - das ist ja super, dass Deine Babys mit ausschließlich Muttermilch eine so hohe Gewichtszunahme zeigen. Das ist ein sicherer Hinweis darauf, dass sie genug Milch bekommen. Das Brusternährungsset ("BES") sollte in der Tat am besten nur ausprobiert werden, wenn Dich jemand fachkundiges dabei - insb. bei den ersten Schritten - begleiten kann (und insb. bei Zwillingen sind manchmal einfach mehr Hände nötig!). Es wäre sonst schade, wenn nach einem erfolglosen Erstversuch lediglich hängen bliebe "BES ist doof und klappt bei uns nicht" - denn möglicherweise könnte es sich doch noch als hilfreich erweisen, und mit fachkundiger Anleitung klappt's direkt viel besser.
Das Problem ist, dass beide Kinder, sobald sie an meiner Brust sind, quasi sofort ins Koma fallen - vielleicht liegt das Problem sogar eher in dieser falschen Assoziation: Brust = Kuscheln, Flasche = Nahrung? Aber wir durchbricht man das?
Ist dies das "einzige" Problem? Also dass sie sofort einschlafen? Sind Deine Babys sonst auch eher schläfrig?
Das Saugverhalten der Kinder an der Brust scheint mir etwas unterschiedlich zu sein: Sophie saugt definitiv nicht richtig, sogar das Trinken aus der Flasche ist manchmal schwierig, weil sie immer wieder die Zunge hochklappt. Bei Mara habe ich schon das Gefühl, dass sie richtig saugt, jedoch nicht geduldig genug ist.
Ja, da scheinen in der Tat unterschiedliche Schwierigkeiten vorzuliegen (die auch unterschiedlicher Behandlung bedürfen). Zunge hochklappen wäre auf jeden Fall behandlungsbedürftig - konnte da eine Stillberaterin vor Ort schon mal einen Blick drauf werfen? Es gibt verschiedene Möglichkeiten Sophie zu helfen, die Zunge nach unten-vorne zu bringen (denn genau da MUSS die Zunge hin für erfolgreiches Stillen); idealerweise zeigt Dir das jemand "in echt". Zur Not versuchen wir hier eine theoretische Beschreibung.
Wie äußert sich Maras Ungeduld? Dockt sie ab, weint sie, verschluckt sie sich,...?
Wie würde denn so ein Umgewöhungsprogramm aussehen?
Das hängt vom Einzelfall ab - wird also sozusagen individuell auf jedes Baby zugeschnitten angewendet.
Ganz grob läuft es so, dass man erstmal schaut: was der Stand DERZEIT? Wie trinkt das Baby momentan? Womit klappt das Trinken gut? Dann gestaltet man die ERSTE kleine Veränderung (z.B. von einer Flaschensaugersorte auf eine andere wechseln). Hat das Baby diese Veränderung bewältigt (das kann 5 Stunden oder 5 Tage dauern

), folgt der nächste Schritt (z.B. vom zweiten Sauger auf einen dritten wechseln, oder vom zweiten Sauger auf Hütchen wechseln, oder diesen zweiten Sauger als Hütchen benutzen,...). Ist dieser Schritt vom Baby geschafft, wieder ganz ohne Druck und in Babys eigenem Tempo, kommt Schritt 3 - je nach dem wie Schritt 2 aussah, und so weiter und so fort. Häufig führt dieser kleinschrittige Weg über die vorübergehende Verwendung des BES. Sollte weiteres Zufüttern dennoch notwendig sein in dieser Zeit, hat sich saugfreies Zufüttern bewährt, z.B. per Becher oder Softcup.
Bei vielen Babys ist erstmal eine gute Situation erreicht, wenn sie mit Hütchen problemlos stillen. Manche Mütter behalten dies dann so auf Dauer bei, andere schließen dann noch eine gängige Hütchen-Entwöhnungsmethode an.
Wesentlich jedenfalls ist bei dieser Art Umgewöhnungsprogramm das Arbeiten mit der Kooperation des Kindes, das Respektieren des Tempos des Babys (für manche Lernschritte braucht das Baby ein paar Stunden, mache Schritte überspringt es vielleicht sogar, und andere Schritte dauern dafür ein paar Wochen - das ist völlig OK!) und das Vermeiden von Stress. Mit Schreien und Hunger (oder auch dem bewussten Riskieren von Fütterungsproblemen o.ä.) hat all dies NICHTS zu tun.
Wie genau EUER Programm aussähe, dass zu EUCH passt, klärst Du am besten in einer individuellen Stillberatung. Idealerweise gemeinsam mit einer erfahrenen (vorher fragen!!) Stillberaterin vor Ort. Ich selbst habe auch schon Mütter mit diesem Programm begleiten dürfen und kann daher berichten, dass es eine erfreulich gute Erfolgsquote hat.
LG;
Julia
Re: Umstellung von Pumpstillen auf Vollstillen
Verfasst: 06.11.2010, 20:40
von Petra40
Hallo Ulrike,
Danke für deine Anteilnahme!
Woher sollen die Kleinen Wesen denn wissen, was sie hier außer Kuscheln noch erwartet, wenn es ihnen zunächst mal abtrainiert wurde?
Ganz genau das macht mich so traurig und auch wütend: Einige Tage vor der unerwartet frühen Entbindung war ich noch bei der Stillberatung, um mich über das Stillen von Zwillingen und Frühchrn sowie die Unterstützung seitens des Krankenhauses zu informieren. Auf der Intensivstation habe ich mehrfach nach alternativen Fütterungsmethden gefragt, weil ich geahnt habe, was passieren könnte. Und nun stehe ich da ... Wahrscheinlich kann ich niemandem einen Vorwurf machen, weil die Organisation im Krankenhaus wohl den Zeitaufwand nicht erlaubt, der hierfür erforderlich wäre - aber bitter ist es schon ...
Mit dem BES bin ich schon so verfahren, wie du es beschrieben hast, aber selbt wenn den Kindern die Milch in den Mund läuft, klappt es nicht. Aber ich werde es weiter versuchen ...
Liebe Grüße,
Petra
Re: Umstellung von Pumpstillen auf Vollstillen
Verfasst: 06.11.2010, 20:53
von jusl
Ja, das kann ich gut verstehen, dass Du wütend und traurig bist. Es ist eine blöde Erfahrung, wenn Schein und Wirklichkeit auseinanderklaffen und von den bunten stillfreundlichen Ideen in der Praxis des KH-Betriebs leider nicht viel übrigbleibt

Ich hoffe, Du kannst Deine Wut und Trauer dennoch umwandeln: in Kreativität und Durchhaltevermögen! (beides wirst Du brauchen, falls Du ein Umgewöhnungsprogramm probieren willst

) Der bisherige Ärger über verpatzte oder vertane Gelegenheiten kann Dich nämlich auch bremsen; er richtet den Blick immer eher rückwärts. Aber ich habe aus Deinen Postings auch herausgelesen, dass Du motiviert bist und Dir Veränderung wünschst - also nutze doch jetzt diesen Schwung.

Ich kann Dich da nur ermutigen: Besorg Dir dafür Hilfe! Es sind sicherlich weitere Tricks und Kniffe sinnvoll, z.B. bestimmte Anlegetechniken wie "asymmetrisches Anlegen" oder der sog. "Sandwich", manchmal sind es nur vermeintliche Kleinigkeiten- bzgl. der Stillpostion z.B., oder wie man das Baby wach und munter hält während der Stillversuche - die aber dennoch eine große Wirkung haben. Lass Dir dabei helfen!
Hast Du denn eine gute Stillberaterin, die Dich dabei begleiten könnte?
LG;
Julia