Schon wenn ich diese Einführung lese
Muttermilch ist für den Säugling am gesündesten! Für viele Eltern eine nahezu unumstößliche Wahrheit. [impliziert, dass die damit falsch liegen, sind ja auch nur Eltern - in ihrer Meinung festgelegt dazu...] Doch wie Forscher nun herausfanden [Juhu, die Forschung weiß es Gott sei Dank besser! *ironieoff*]bedarf die gesunde Muttermilch einer Ergänzung. Sonst droht dem Baby Eisenmangel [ja, es kann nicht nur zu Eisenmangel kommen - dieser "droht"! - klingt schon sehr bedrohlich!]. Die Wissenschaftler geben Tipps, wie Sie das vermeiden können.
mit 76 Säuglingen (die auch noch aus zwei verschiedenen Gruppen - gestillt und ab dem dritten Monat künstlich ernährt - bestehen), ist kaum eine aussagekäftige Studie zu machen. Zudem wird nciht gesagt, WIE gestillt wurde: wie ist "voll gestillt" im Rahmen der Studie definiert - gab es lediglich keine feste Beikost? Oder gab es auch keine Schnuller, kein Wasser etc. und wurde nach Bedarf statt nach Zeitplan gestillt?
Fertigmilch aus Milchpulver [...]. Diese enthält mehr als zehnmal so viel Eisen wie Muttermilch.
Ähm, ja, das muss sie auch, da das Eisen aus Muttermilch optimal bioverfügbar ist, aus Kunstmilch aber sehr schlecht aufgenommen wird. Um auf ähnliche Eisenaufnahme zu kommen, muss halt in letzterer wesentlich mehr enthalten sein. Die absolute enthaltene Menge eines Nährstoffes in einem gegebenen Lebensmittel sagt leider nur sehr wenig darüber aus, wieviel dann letztlich beim Konsumenten davon ankommt.
So, aber nun zum Ergebnis des Vergleichs:
Zunächst zeigten sich kaum Unterschiede. Nach vier Monaten bestand nur bei drei Kindern ein leichter Eisenmangel. Dies hängt laut der Studie mit dem natürlichen Eisenspeicher zusammen, den Neugeborene anfangs haben.
Stillkinder können Eisendefizit nicht ausgleichen
Im Alter von sieben Monaten ergab sich ein anderes Bild: Obwohl die Kinder beider Gruppen fleischhaltige Breie aßen, zeigten zehn Stillkinder ein Eisendefizit. In der Flaschenmilch-Gruppe gab es dagegen keine Mängel. "Die Kinder haben durch die eisenhaltige Fertigmilch schon früher Eisenreserven anlegen können. Die Stillkinder können dieses Defizit nicht so schnell ausgleichen", erklärt die Studienleiterin Professor Mathilde Kersting. Umso wichtiger sei es, auf eisenhaltige Zusatzkost zu achten.

Also, wir erfahren folgendes: von den zwei Dritteln der 76 Kinder, die "voll gestillt" wurden, hatten nach sieben Monaten zehn (also ein Fünftel der Stillkinder) ein Eisendefizit. Beide Gruppen erhielten die gleiche eisenhaltigen Fleischbreie, einige der Kinder (zufällig aus der Stillgruppe? Die Fertigmilchgruppe war ja auch winzig - und by the way - welcher Gruppe gehörten denn die drei Kinder an, die schon nach vier Monaten Eisenmangel hatten??) haben bei gleicher Beikost Eisenmangel, andere nicht. Dennoch ist die Schlussfolgerung, dass man eben besonders auf den Brei achten solle. Seltsam
Aus der Tatsache, dass unter 50 Stillkindern 10 ein Eisendefizit hatten (und ich vermute: von den 26 Flaschenkindern nach vier Monaten drei), kann man zudem ganz sicher nicht die Schlussfolgerung ziehen, dass Stillkinder (ganz allgemein formuliert! Nichtmal "einige" Stillkinder!) offenbar ein Defizit gegenüber Flaschenkindern haben
Wir erfahren zudem leider nichts darüber, welche Ausgangslage die Kinder hatten: waren es reif geborene, gesunde Babies? Wenn nicht, kann ein Eisenmangel u.a. daran liegen, dass zu früh geborene Babies eben noch keinen ausreichenden Eisenspeicher haben - wie groß der dann ist und wann dann ein Defizit bemerkt wird (ob im vierten oder 7. Monat nach Geburt), hängt ja an vielen anderne Faktoren (Schwangerschaftswoche etc.)...
Über solche "Studienergebnisse" und die Art der Ergebnisvermarktung könnte ich mich sowas von Aufregen
---------------------------------
Davon abgesehen: im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass ein voll nach Bedarf gestilltes Kind, das gesund ist und reif geboren wurde, die ersten sechs Monate sehr gut mit den optimal für Menschen aufschließbaren Eisenmengen in der Muttermilch plus seinem Eisenspeicher aus den letzten Schwangerschaftswochen auskommt. Danach sollte man aber durchaus eisenhaltige Beikost anbieten, da dann zusätzlicher Eisenbedarf aus Beikost bestehen kann.
----------------------