Tiphy hat geschrieben:Ich verstehe das nicht. In meinem Beruf bin ich hart und weiß wie es geht. Alles ist straff organisiert und ich führe eine ganze Abteilung erfolgreich und ohne nennenswerte Probleme. Aber dieses Babyschwimmen alleine zu organisieren und durchzustehen schafft mich bis zur Erschöpfung
Hi Tiphy, hihi, ich war früher Managerin. Heute bin ich dafür auch viel zu weich
Ich schreibe Dir mal meine Geschichte:
ich bekam das Hütchen nicht im Kreissaal, aber noch am Tag der Geburt meiner Großen. Nach wenigen Wochen habe ich versucht, ihr das Hütchen abzugewöhnen - keine Chance. Zugenommen hat meine Große bombig, sie war so breit wie lang. Ich habe mich am Anfang auch geschämt wegen des Hütchens. Vor Freundinnen nicht so, vor der Familie sehr. Meine SchwieMu wollte immer zuschauen, wie ich die Große stille, und ich habe mich immer zurück gezogen, weil mir dieses Plastik-Ding so peinlich war. Vor Fremden oder nur flüchtig Bekannten dagegen war ich komplett schmerzfrei - bin ich generell bei allem. Ich kenne die nicht, die kennen mich nicht, so what. Ihre Meinung über mich ist mir egal.
Ich hatte mehrere Stillhütchen, 6 oder so, ich habe jedes immer nur einmal benutzt, und abends alle zusammen ausgekocht und nebens Bett gelegt für nachts, früh wieder alle ausgekocht, usw. . Für unterwegs habe ich immer ein Hütchen in so eine Mini-Mullwindel von Alana (dm) gewickelt, im Cafe auf die Mini-Mulli auf den Tisch gelegt, blank gezogen, Hütchen drauf, Kind angedockt, und nach dem Stillen das Hütchen wieder in diese Mini-Mulli eingewickelt und in die Tasche gesteckt. Blöd war, dass ich immer immer immer beim Gehen an das Hütchen denken musste. Einmal war ich unterwegs und Baby hatte Hunger und es ging nicht ohne Hütchen - toll

.
Alle Abgewöhn-Versuche waren erfolglos. Dann plötzlich, über Nacht, hat Baby einen Sprung gemacht, der wohl typisch ist. Vorher hat sie immer eeeewig gestillt, 30-60 min, und plötzlich war sie nach wenigen Minuten fertig. Sie war ziemlich genau 4 Monate alt. Eines Tages lag ich neben ihr zum Stillen, greife nach dem Hütchen und plötzlich schnappt sie nach der nackten Brust

. Ich weiß nicht mehr genau, wie es war, ich glaube, bei diesem ersten Versuch hat sie nur kurz "ohne" gestillt, und dann wieder mit Hütchen. Ab da habe ich sie bei jeder Stillmahlzeit ermutigt, es "ohne" zu versuchen: "Komm, versuche es mal, Du bist doch jetzt ein großes Mädchen". Nach wenigen Tagen waren wir die Hütchen los. Tagsüber ging es ganz schnell, nachts haben wir sie noch drei oder vier Tage gebraucht.
Stillen mit Hütchen wie S*x mit K*ndom
Das hat meine Hebamme zu mir auch gesagt. Rückblickend denke ich mir: lieber so als gar kein Sex

. Ich habe mir damals viele Gedanken gemacht, und hier im Forum gefragt, und da berichteten viele Mütter von 12 Monaten Stillzeit mit Hütchen, das hat mir Mut gemacht. Und wie gesagt, als mein Kind bereit war, wurden wir die Dinger auch los. In meiner Erinnerung spielen die Hütchen jetzt auch gar keine große Rolle mehr. Ich kann mir lebhaft daran erinnern, dass wir sie loswurden. Aber wie es vorher oder hinterher war oder ob es anders war... Keine Erinnerungen. Ich habe gestillt. Punkt. Es wurde nur unkomplizierter ohne Hütchen, aber das Grundlegende, das Stillen, das blieb gleich. Beim zweiten Kind habe ich es dank mehr Erfahrung ohne Hütchen geschafft.
@ falsche Technik: Hütchen-Kinder haben eine andere Technik als Nicht-Hütchen-Kinder: Hütchen-Kinder machen meist den Mund nicht weit auf. Das ist für BW generell ungünstig und kann zu Wundsein führen. Aber sag mal: ihr stillt doch nach wie vor mit Hütchen? Da können Deine BW doch gar nicht aufgeweicht sein? Oder?
Alles Liebe Dir und gute Besserung!