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Re: Eigentlich müsste die Menschheit schon ausgestorben sein

Verfasst: 10.01.2013, 14:17
von 4tiere
blueberry hat geschrieben:Findest Du das schlimm diesen "Selbsthilfegruppen-Touch"? Ist doch eigentlich nicht schlecht, wenn sich Gleichgesinnte in ähnlichen Lebensphasen treffen um über die überwiegend gleichen Probleme und Freuden und Interessen zu sprechen, mit denen man das restliche Umfeld doch entweder schnell nervt oder eben nicht die passenden Infos bekommt... Ich bin jetzt auch nicht so der Stillgruppentyp :oops: , aber ich bin allgemein nicht so der Kinderthemen-Gruppentyp (Pekip, Babymassage, ...) - das liegt aber eher daran, dass es mir nicht "gleichgesinnt" genug zuging in den Gruppen, die ich erlebt habe (das fing schon in der Rückbildung an) und ich dann unter solchen "dann steck halt mal den Schnuller rein", "Ich geb längst 1er Milch seit sie 6 Wochen alt ist, da ist sie viel länger zufrieden" oder "ich hab meine drei dann immer in dem Alter mal ne Woche abends schreien lassen und dann lief es super"-Tipps gelitten und dort und dann zuhause die halbe Zeit gegrübelt, ob, und wenn ja: was ich da hätte sagen können... (und meistens nichts gesagt). Ich bin da einfach nicht entspannt. Aber wer sich da wiederfindet und Glück hat mit der Gruppe... :wink:
Wie immer wunderschön geschrieben und spricht mir aus der Seele!

klimaforscherin hat geschrieben:Och, wenn man genau diese Punkte ausklammert...ich gehe in eine offene Gruppe und finde es ganz nett da. Und die Differenzen sind doch geringer, als man so denkt. Allerdings beim Pekip beim Wetterfrosch war ich irgendwie außen vor. Vielleicht relativiert sich das zur Kleinkindzeit?
Aus Erfahrung kann ich sagen, es wird besser. Zum Einen wirst du gegenüber anderen Erziehungsmethoden gelassener und zum Anderen werden die Gesprächsthemen andere.
(Als Tip: Wenn möglich, such dir eine KiTa, die "ideologisch" mit dir auf einer Wellenlänge ist. Das hat mir viel geholfen.)

Sakura hat geschrieben:...und leide tierisch unter unserem abrupten Stillende...
(((((((Sakura)))))))

Re: Eigentlich müsste die Menschheit schon ausgestorben sein

Verfasst: 10.01.2013, 18:40
von MonaM80
Bei meiner "alten" Stillgruppe war ich wirklich unter gleuchgesinnten, die wurde aber auch von einer Still- und Trageberaterin geleitet und wir hatten mehrere LZS. Da waren eher die "Kurzzeitstillenden" die Ausnahme. Und die meisten kamen mit TT oder einer "Nichtgrusel" Tragehilfe. Hach, das war schön dort-aber dann sind wir leider weggezogen.

Re: Eigentlich müsste die Menschheit schon ausgestorben sein

Verfasst: 11.01.2013, 01:42
von Katha
Ich bin Katha und Stille immer noch ;)

Selbsthilfegruppe trifft es trotzdem nicht ganz - weil eigentlich will man in denen ne Sucht loswerden oder sich über den Umgang mit ner Krankheit austauschen.
Eigentlich doch eher ne Modellbaugruppe :mrgreen:
Rat und Tat bei nemThema, das Außenstehende vielleicht nerdig finden.
Aber ich bin auch gern in ner Selbsthilfegruppe!

Sakura, auch nen dicken Drücker von mir.

Re: Eigentlich müsste die Menschheit schon ausgestorben sein

Verfasst: 11.01.2013, 02:05
von klimaforscherin
http://de.m.wikipedia.org/wiki/Selbsthilfegruppe

[quote]Selbsthilfegruppen dienen im Wesentlichen dem Informations- und Erfahrungsaustausch von Betroffenen und Angehörigen, der praktischen Lebenshilfe sowie der gegenseitigen emotionalen Unterstützung und Motivation.[/code]

(((Sakura)))

Nochmal zu den Apothekerzeitschrifen: ich habe da nicht allzu grosse Erwartungen, aber schade finde ich es schon, wenn dort Fehlinformationen verbreitet werden. Aber ich zaehle so etwas auch nicht zu "Fachpersonal", sondern zu "Presse". Schlimmer gehts noch in dem Drogeriemarktzeitschriften zu. Da gehoert allerdings zur Kategorie "Werbung".

Re: Eigentlich müsste die Menschheit schon ausgestorben sein

Verfasst: 11.01.2013, 02:14
von Katha
Hach, wieder was gelernt ;)

Re: Eigentlich müsste die Menschheit schon ausgestorben sein

Verfasst: 11.01.2013, 10:53
von greenie bird
klingt trotzdem überwiegend negativ.

was ich aber noch schreiben wollte und was jetzt vermutlich wieder eine diskussion anheizt...

oft wird betont, dass stillen eben nicht nur ernährung ist, aber wenn es um das abstillen wegen wunder BW oder weil die mutter einfach 'nicht der typ dazu' ist oder ähnlichen gründen geht, dann geht das irgendwie immer unter. ich verstehe es auch als aufgabe mich durch diese probleme mit meinem kind zu kämpfen, denn es ist nicht immer alles friede freude eierkuchen- schön wenn es 'von allein' klappt, aber nur weil es vielleicht nicht nach dem bilderbuch geht, ist das ein normaler grund aufzuhören. es geht darum, dass ich mich auf mein kind einlasse. leider liegt es dann wieder an der fehlinformation, durch shchon genannte stellen, dass eltern nicht wissen, dass sich die milchproduktion mal anpassen muss und es vielleicht unruhiger wird, dass kinder sich natürlicherweise selten ablegen lassen und das nicht aus hunger, dass man in der ersten zeit eben sein leben nicht wie vorher fortführen könnte, weil es nie wieder so sein wird.
ich muss mich an mein kind binden und das ist eine neue beziehung- es geht nur nebensächlich um nahrung- es geht um nähe, um das ankommen in der welt, um mama, papa oma, opa, geschwister riechen. es geht um nachts aufwachen um fremde bedürfnisse zu befriedigen- es geht um empathie um einfühlung.
und das ist ein prozeß- die glücksgefühle nach der geburt(wenn man sie denn hat) sind ein puffer für die bevorstehende zeit, wenn schon die nicht schön war, wird es schwer, aber nicht unmöglich.
es ist eine prüfung und nicht das sahnehäubchen.

Re: Eigentlich müsste die Menschheit schon ausgestorben sein

Verfasst: 11.01.2013, 11:15
von greenie bird
stillen ist auch für mich normal- nicht mehr aber auch nicht weniger.
ich habe aber z.B. hier in deutschland keine wirklichen argumente eine mutter vom stillen zu überzeugen. besonders, wenn es beim ersten kind nicht geklappt hat, was soll ich dann erzählen- der lebende beweis, dass es nicht nötig ist, sitzt nebenan.

Re: Eigentlich müsste die Menschheit schon ausgestorben sein

Verfasst: 11.01.2013, 11:21
von klimaforscherin
greenie bird hat geschrieben:klingt trotzdem überwiegend negativ.

was ich aber noch schreiben wollte und was jetzt vermutlich wieder eine diskussion anheizt...
Hm, ich finde gerade diese Beschreibung wertneutral und treffend. Man muss ja Stillen nicht als "Problem" oder "Sucht" auffassen wie "Alkoholismus". Klar, an die anonymen Alkoholiker denkt man zuerst, wenn man "Selbsthilfegruppe" hört.
greenie bird hat geschrieben: ...es ist eine prüfung und nicht das sahnehäubchen.
Dies musste ich mal herausgreifen. Das klingt eher negativ. "Stillen ist schwer". Oder bezieht sich der Satz auf das Kinderhaben und nicht speziell auf das Stillen? Aber auch dann würde ich nicht zustimmen.
Kinderhaben ist ja eine emotional tiefgreifende Lebensphase, individuell höchst unterschiedlich bewertet.
Aus meiner Warte heraus betrachtet reicht da ein Wort nicht aus. Es ist anstrengend, wunderschön, bereichernd, einschränkend,...
Stillen ist für mich auch keine Prüfung. Sondern normal, selbstverständlich. Klar, am Anfang auch holperig. Ist dein Stillbeginn so schwierig gewesen, dass du das als "Prüfung" auffasst? Mit dem Wort habe ich so meine Probleme, durch Prüfungen kann man ja auch durchfallen. :?

Ich hoffe jemand versteht mich, ich bin kein Formulierungskönig... :oops:

Re: Eigentlich müsste die Menschheit schon ausgestorben sein

Verfasst: 11.01.2013, 11:38
von greenie bird
Ja, doch verstehe ich und ich gebe Dir recht, dass ein Wort nicht ausreicht.
Also wie kann ich es besser formulieren- ich meine, es ist eine Herausforderung eine Beziehung zu seinen Kindern aufzubauen und diese Bindung zu erhalten bzw. zu stärken. Das Stillen ist für mich der Beginn auf einem Weg, einem gemeinsamen Weg. Ja, bei uns war das stillen schwer, aber warum auch immer hatte ich einen Drang dazu nach der Geburt, davor hatte ich mich (logischerweise :roll:) gar nicht informiert- bzw. nur den Standard- 'Vorteilskram' erhalten.
Wenn man die Geschichte der Ersatzmilch sieht, dann ist es unglaublich, wie schnell sie die natürliche Ernährungsart verdrängen lässt, es scheint der nächste Schritt auf der Evolutionsleiter zu sein ?! Es sieht aus, als wenn das Stillen nicht mehr in unsere Zeit passt. Alles muss schnell wieder wie vorher sein, das Kind wird schnell auf dem Weg mitgenommen, weil man das so im Lebensplan hat. Man hat keine 2 Wochen Wochenbett, um sich der Ankunft des Babys zu widmen. Das finde ich komisch.
Wir leben auch nicht mehr in Lehmhütten oder Höhlen, wir essen meist gekochtes Essen, wir Waschen mit Waschmaschinen und heizen im Winter.
Vielleicht soll es einfach so sein? Ich weiß einfach selbst nicht wohin mit meinen Gefühlen...

Re: Eigentlich müsste die Menschheit schon ausgestorben sein

Verfasst: 11.01.2013, 20:02
von MonaM80
greenie bird hat geschrieben: Wenn man die Geschichte der Ersatzmilch sieht, dann ist es unglaublich, wie schnell sie die natürliche Ernährungsart verdrängen lässt, es scheint der nächste Schritt auf der Evolutionsleiter zu sein ?! Es sieht aus, als wenn das Stillen nicht mehr in unsere Zeit passt. Alles muss schnell wieder wie vorher sein, das Kind wird schnell auf dem Weg mitgenommen, weil man das so im Lebensplan hat. Man hat keine 2 Wochen Wochenbett, um sich der Ankunft des Babys zu widmen. Das finde ich komisch.
Wir leben auch nicht mehr in Lehmhütten oder Höhlen, wir essen meist gekochtes Essen, wir Waschen mit Waschmaschinen und heizen im Winter.
Vielleicht soll es einfach so sein? Ich weiß einfach selbst nicht wohin mit meinen Gefühlen...
Man kann mMn das Stillen nicht mit "in Höhlen wohnen" vergleichen.
Häuser bieten ja einen klaren "Evolutionsvorteil", da sie ein geschützteres Heim bieten und man sie an allen möglichen Orten bauen kann. Deswegen haben sie das Wohnen in Höhlen nach und nach verdrängt (Lehmhütte zähle ich unter Haus).
Warum passt das nicht als Vergleich? Naja, weil das Stillen an sich (mal abgesehen davon, dass es die normale Art ist, ein Säugetierkind zu füttern) für das Kind und damit die Arterhaltung ganz eindeutige Vorteile hat. Und da diese immer evidenter werden (da Flaschennahrung dazu führt, dass sich gewisse Erkrankungen bei "Flaschenkindern" häufen), kann ich mir auch nicht vorstellen, dass das Stillen verdrängt wird. Ich denke, Flaschennahrung ist eher eine Modeerscheinung-genau wiesich der Adelsstand jahrhundertelang gepuderte Perücken angezogen und sich übermäßig parfümiert hat, weil sich mit Wasser waschen nur was für den Pöbel war-dass die dadurch auch weniger anfällig für bestimmte Erkrankungen und Parasiten waren hat sich ja dann auch herausgestellt und *schwupps* hat sich auch der Adel wieder gründlicher gewaschen.
So wird das mit der Flasche auch sein, da habe ich gute Hofnung. Dass Stillen nicht "in unsere Zeit passt" liegt möglicherweise auch daran, dass so wenige Frauen von ihrem "Stillrecht" am Arbeitsplatz Gebrauch machen. Dadurch würde es vielleicht auch als etwas normales angesehen werden und besser akzeptiert werden.