Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Katha
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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von Katha »

Heidi555 hat geschrieben:Er sagte keins von beidem, sondern dass es schädlich ist mittlerweile.
Bin Mediz. Laie, aber das MuMi am Anfang des 2. LJ schädlich sein soll, finde ich wirklichen Quatsch.

Hattest Du (sorry, bin mir nicht mehr sicher, ob das hier schon mal kam) von Gonzales "Mein Kind will nicht essen" gelesen?

Lieber noch einige Zeitlang Eisen substituieren (irgendwann fängt jedes Kind an zu essen) anstatt durch Hungern eine Essstörung zu riskieren - oder abzustillen und dein Kind isst dann weiterhin nichts (wie Leyket geschildert, hab rassisch schon von einigen gehört). Wie sich Dein Kleiner die 5 Tage fühlen würde und Du, das lass ich jetzt mal komplett raus.

Mich ärgert der Arzt, weil ohne das Forum machen das einige Eltern, weil der so drängelt und von schädlich erzählt.

Bitte nicht verrückt machen lassen!!!
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
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blueberry
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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von blueberry »

Frag ihn doch mal ob er meint, Dein Kind solle jetzt generell milchfrei ernährt werden. Ich nehme an, dass er das nicht raten würde sondern zu anderer Milch als Muttermilch rät, weil er einem Trugschluss über den Wert von Muttermilch in der Ernährung des Kleinkindes aufsitzt und - wie aus mir völlig unverständlichen Gründen - meint, Muttermilch verliere an Wert oder sei sogar ab einem gewissen Punkt schädlich für's Kind. Ich vermute, dass er das ganz ohne den Eisenmangel AUCH sagen würde. Wie gesagt, reine Vermutung, aber er wäre damit bei weitem nicht der erste Mediziner hierzulande... :roll:

Es gibt also zwei Möglichkeiten:

1. er verwechselt Muttermlich mit Kuhmilch und rät deshalb von "Milch" im allgemeinen ab. Kuhmilch(produkte) hemmen nämlich in der Tat die Eisenaufnahme aus der Nahrung und man zwischen Kuhmilch(produkten) und Eisenpräparaten bzw. eisenreichen Nahrungsmitteln einige Zeit warten, damit man das Eisen nicht umsonst zu sich nimmt. Bei Muttermlich ist das aber meines Wissens nicht so und sie ist - im Gegenteil - der wichtigste Eisenlieferant für das Baby (abgesehen von seinen in den letzten Schwangerschaftswochen angelegten Eisenspeichern). Ein Kind hat also nicht WEGEN des STillens einen Eisenmangel sondern TROTZ des Stillens und er liegt vermutlich daran, dass sein Eisenspeicher nicht voll genug war, wofür es verschiedene Gründe geben kann.

Oder 2. Möglichkeit: Der Arzt meint, Dein Kind solle lieber Kuhmilch oder Folgemilch trinken statt Muttermilch. Kuhmilch hat aber einen geringeren Eisengehalt als Muttermilch und hemmt die Eisenaufnahme - ist also die denkbar schlechtere Alternative. Muttermilchersatznahrung auf der anderen Seite hat zwar einen wesentlich höheren Eisengehalt als MuMi, aber nur, weil das Kind nur einen Bruchteil des in Pulvermilch vorhandenen Eisens aufnehmen kann. Bei Muttermilch hingegegen liegt das Eisen in bioverfügbarer Form vor - und zwar genau wegen der in Deinem Zitat erwähnten Stoffe. Diese binden das Eisen nämlich im Darm und machen es dadurch für das kindliche Blut aufnehmbar - für die schädlichen Darmbakterien aber unverfügbar. Doppelter Nutzen.

Klar, durch Eisentropfen wird mehr Eisen zur Verfügung gestellt als durch die Muttermlich gebunden werden kann - dies kann es den schädlichen Keimen leichter machen. Aber ohne die Muttermilch würde es - wie andere schon schrieben - doch nicht besser?

Ich kenne keinen Grund, der gegen Weiterstillen und gleichzeitige Eisengabe spricht, aber mir würden eine ganze Menge Gründe gegen erzwungenes Abstillen, Hungernlassen und "zum Essen zwingen" einfallen :? .

Dein Kind hat inzwischen mit den Eisentropfen normale Eisenwerte erreicht und entwickelt mehr Interesse am Essen. Prima! :D Ganz offensichtlich funktionieren die Eisentropfen als ganz wunderbar auch MIT Weiterstillen 8) . Die Rolle, die Beikost beim Ausgleich eines wirklichen Eisenmangels spielen kann, wird völlig überschätzt. Ich würde meinem Kind nicht das einzige eisenhaltige Nahrungsmittel entziehen, das es gern und regelmäßig zu sich nimmt und das Eisen in ideal bioverfügbarer Form enthält: Deine Muttermilch.

Falls Du gern etwas professionelles Lesen möchtest:

Zum Thema "zum Essen zwingen" und wie schnell das zu Essensverweigerung beim Kind führen kann, kann ich sehr zu "Mein Kind will nicht essen" von Gonzales (einem spanischen Kinderarzt) raten, das ich selbst las, als mein Kind mit deutlich über einem Jahr kaum nennenswerte Mengen von Essen aß, sondern lieber lutschte und ausspuckte ;) Inzwischen isst er völlig normal neben dem Stillen 8)

Und zum Thema "Muttermilch wird ab Zeitpunkt XY wertlos/schädlich/gehaltlos/unnütz/..." ist z.B. folgender Fachartikel nicht schlecht:
Was, Du stillst noch?
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blueberry
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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von blueberry »

Vergessen: außerdem enthält Muttermilch viel Vitamin C, was die Eisenaufnahme aus der Nahrung zusätzlich fördert. 8)
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Heidi555
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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von Heidi555 »

Hallo

ich habe zwischenzeitlich die Kinderärztin gewechselt und demnach alle Befunde von meinem Kleinen bei der alten abgeholt. Dabei ist mir eingefallen, dass er damals (ca. 3 Wochen altes Früchtchen) eine Blutentnahme gehabt hat, um seinen Bilirubinwert zu kontrollieren. Den Befund habe ich dann gleich rausgekrammt und nach dem hB geschaut. Der lag dort bei 12 und der Normwert zu dem Zeitpunkt mit 3 Wochen hätte mindestens 12,7 sein müssen. Auch ein paar andere Werte waren fett markiert, wie z.B. Hämatokrit und MCHC, weil sie nicht im Normbereich lagen. Meine Frage ist nun....hätte mich die Kinderärztin damals auf den hB aufmerksam machen müssen...ich meine zumindest erwähnen, dass man dies vllt im Auge behält...auch wenn er jetzt nicht ultra unter dem Normwert 12,7 lag? Ich frage mich, ob die Reserven schon recht früh ausgingen, zumal ich ja einen Notkaiserschnitt hatte, die Nabelschnur nicht auspulsieren konnte und der Kleine mit knapp 2600 gr kam. Die KiÄ sagte mir damals nur etwas zum Bili, aber hat die anderen Werte nicht mehr angesprochen.
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Re: AW: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von honigtopf2010 »

Sag mal ziehst du die Hungermethode wirklich ernsthaft als Option in Betracht? Da du schreibst, du hoffst, dass es bis zum nächsten Arztbesuch ohne irgendwie klappt, klingt es fast so. Das verwirrt mich.
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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von jusl »

Hallo Heidi555,

Frühgeborene haben ein erhöhtes Risiko für Eisenmangelanämie, entsprechend wäre es bei Euch ganz offensichtlich sinnvoll gewesen, auf die betreffenden Blutwerte zu achten und evtl. auch präventiv zu subsitutieren. Auf einen HB von 5,8 sollte man da keineswegs warten.

Ich hoffe Du wirst bei der neuen KiÄ besser betreut,

alles Gute und LG
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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von Binelein »

honigtopf2010 hat geschrieben:Sag mal ziehst du die Hungermethode wirklich ernsthaft als Option in Betracht? Da du schreibst, du hoffst, dass es bis zum nächsten Arztbesuch ohne irgendwie klappt, klingt es fast so. Das verwirrt mich.
Ich schließe mich hier an. So grausame Ideen des Arztes würde ich nicht mal in Erwägung ziehen. Niemals. Wie kann man nur so hart zu so einem kleinen Menschlein sein, als Arzt?

So wie ich das verstanden habe, sind die Blutwerte doch jetzt langsam ok, alles ist doch alles gut. Damit ist das Thema Arzt doch durch. Er hat die Blutwerte repariert und alles weitere kommt von alleine und ist nicht Sache des Arztes.

Ich würde mit dem Arzt nur die Blutwerte besprechen und fertig. Eisen geben geht auch über einen längeren Zeitraum.


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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von greenie bird »

eben, das ist doch jetzt schon Monate her? hättet ihr denn keine aktuellen Kontrollen? bei uns war es ähnlich -gut, kein KS aber auch Einleitung Wochen vor Termin, Baby blaue Finger und Füße, also schnell abnabeln und in den Kasten :roll: . bei uns sind nun alle Werte ok, also 2-3 Monate haben wir Tropfen genommen und ich gehe nicht davon aus, dass die Werte nun wieder abstürzen.



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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von klecksauge »

Ganz schön krass....
Hoffe, Euch geht es jetzt gut.

Zum Vitamin D wollte ich noch was anmerken:
Deutschland ist ein absolutes Vitamin D-Mangelland. Mindestens 90% der Bevölkerung haben einen Mangel.
Ich nehme seit 2 Jahren regelmäßig 1000 I.E pro Tag. Habe dann letztes Jahr im Frühjahr meine Blutwerte kontrollieren lassen (dachte ich hätte Eisenmangel, weil ich immer so müde war, nee, Schilddrüse, GsD, wer weiß ob ich ohne mein Jodthyrox so schnell schwanger geworden wäre....) und auf meine Kosten meinen Vitamin D Status kontrollieren lassen. Ich dachte, ich guck nicht richtig! Der Wert lag deutlich unter den Normwert (habe die Werte gerade nicht zur Hand).
Also, es ist kein Problem auch noch nach dem ersten Lebensjahr jeden tag Vigantol zu geben!
Im übrigen kann der Körper auf Grund des SOnnenstandes nur von mai-Oktober überhaupt Vitamin D bilden! Und wegen Überdosierung: 20 Minuten im Sommer ungeschützt (!!! Sonnencreme blockiert!!!!) der Sonne ausgesetzt sein (im T-Shirt), in dieser Zeit bildet der Körper etwa 20000 I.E!!!

In Deutschland wird eine Einnahme von 1000-2000 I.E pro Tag für einen Erwachsenen empfohlen. Die Amis sind uns da voraus, ich meine die Empfehlung liegt dort bei 4000-6000 I.E. am Tag.

In wie weit Vitamin D jetzt bei Euch eine Rolle spielt, kann ich nicht sagen. In jedem Fall spielt Vitamin D im Immunsystem eine wichtige Rolle.
Liebe Grüße aus den Norden von
S. mit Sommerbub (08.12) und Herbstmädchen (11.15)
(Still-Mod-Team)

Tablet und Smartphone-Nutzerin........

Rettet die Geburtshilfe!
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Heidi555
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Re: Hilfe! Mein Stillkind soll Zwangsernährt werden

Beitrag von Heidi555 »

@honigtopf: es war eine option, die uns nahegelegt wurde und zwar sehr dringlich und mit einer art manipulation, so dass du dir wirklich am ende denkst wie geht es schlimmer aus...1. ohne hungern lassen + dem kind wird es schlechter gehen oder 2. option hungern lassen und das kind isst womöglich instinktiv dann und regeneriert sich. Zahlreiche Gespräche werden mit dir geführt und du weißt SELBSTVERSTÄNDLICH, dass es grausam ist ein Kind hungern zu lassen, aber wenn dir dann erklärt wird was passieren kann, wenn das kind weiterhin nicht ißt die nächste Zeit bei den Werten, dann machst du dir schon deine gedanken. Naja jedenfalls bin ich froh, dass ich nicht weiterhin darüber nachdenken musste.

@jusl: er ist kein frühgeborenes baby gewesen. es wurde eine woche vor ET eingeleitet, weil die ärzte der auffassung waren, dass er nicht mehr gut versorgt wird und es medizinisch keine vorteile mehr hat, wenn er noch eine woche drin bleibt. ich lag also durch die einleitung in den wehen und musst aber dann nach einigen stunden doch in die not-sectio, weil seine herztöne mit jeder wehe in den keller gingen und die ärzte irgendwas vermuteten.

@greenie bird: das was ich zuletzt fragte weiter oben (am 12.9) war bzgl einer blutentnahme, die er hatte als er ca. 3 Wochen alt war. Bis 4 Wochen ist ein hB ab 12,7 ok. Bis 1 Jahr ein hB ab 10,6 und bis 5 Jahre wieder ein hB ab 12,7 normal. Die Blutentnahme damals mit 3 Wochen ergab 12 (das war aber eine Blutentnahme wegen was anderem eigentlich). Ich will wissen, ob man uns nicht hätte damals schon aufmerksam amchen müssen, dass man das im AUge behalten sollte oder ob das schon mal normal ist so ein Wert bei dem Gewicht und den Umständen und das man da nichts großartig erwähnen müsste. Wenn es erwähnenswert gewesen wäre, dann möchte ich definitiv ein Wort mit der alten Kinderärztin sprechen, die mich am Ende von allem so hinstellte, als ob es meine Schuld sei und mir leicht aggresiv sagte ich solle ihn abstillen.

Und wegen deiner Frage wegen aktuelle Blutentnahmen...1. Blutentnahme mit 3 Wochen (auf unseren Wunsch hin wegen Bili....Resultat:Bili war recht hoch). 2. Blutentnahme mit 13 Monaten auf unseren Wunsch hin, nachdem ich bereits bei vorherigen Vorsorgeuntersuchungen daraufhinwies, dass er Beikost seit dem 7. Monat verweigert....Resultat: schwere Eisenmangelanämie. Seit dem Eisentropfentherapie und regelmäßig hB Kontrolle mit Pieks in den Finger.

@klecksauge: bei babys und Kleinkindern sieht man ja einen erheblichen vitamin d mangel auch an den gelenken, wie sie verformt sind und andere hinweise. ich denke und hoffe mal, dass bei unserem alles ok ist, sonst wäre es doch der ärztin EIGENTLICH aufgefallen (auch der neuen kiÄ). Zuviel vitamin d kann aber auch schäden anrichten, wie ich las. Deshalb wäre es vielleicht sinnvoll mit der kiÄ abzusprechen, ob man weiter vitamin d geben kann.
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