Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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blueberry
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von blueberry »

Zum Abpumpen und Arbeiten:
Muss ich eigentlich zwingend abpumpen, wenn ich ab September wieder arbeiten will und acht bis zehn Stunden nicht zu Hause sein kann oder geht das auch irgendwie ohne (und natürlich ohne gleich ganz abzustillen)?
Dein Baby wird dann acht Monate alt sein und wahrscheinlich schon einiges an Beikost zu sich nehmen (hier findest Du unsere GRUNDINFO BEIKOSTEINFÜHRUNG).

Dennoch bleibt Milch (in Form von Muttermilch oder Premilch) im gesamten ersten Lebensjahr die Hauptnahrung (darum ja BEIkost, nicht Anstattkost :wink: ). Selbst wenn Dein Baby einen Turbo-Beikoststart hinlegt: komplett ohne Milch wird sie also nicht über die acht bis zehn Stunden Deiner Abwesenheit kommen.

Was wäre denn Dein Wunsch-Szenario/was planst Du?
* wie oft und wann würdest Du denn dann gern noch stillen?
* was soll Dein Baby in Deiner Abwesenheit bekommen: Muttermilch oder Pre?
* würdest Du Dir denn vorstellen können, auf Arbeit ein- oder zweimal zu Pumpen/Milch von Hand zu gewinnen (für letzteres bräuchtest Du deutlich weniger Equipment und es macht keine Pumpgeräusche :wink: )?
* wie weit ist Deine Arbeitsstelle von zu Hause weg? Könntest Du zwischendurch nach Hause kommen oder Dir Dein Baby auf Arbeit bringen lassen zum Stillen? (Dir stehen per Gesetz Still- oder Pumppausen auf Arbeit zu, die NICHT nachgearbeitet werden müssen.)

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Ganz anderes Thema: wie geht es Dir eigentlich mit den Schmerzen beim MSR?


LG, blueberry
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
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Berenike
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

Liebe blueberry,

zunächst sind wir gewichtsmäßig wohl immer noch vorne mit dabei:
18.01. 3105 g Geburt KH
20.01. 2990 g U2 KH
14.02. 4150 g U3 KiA
13.03. 5100 g Hebamme Abschlussbesuch
04.04. 5500 g KiA
29.04. 6035 g KiA

Das "herumrühren" mit der Hand beim Stillen war wohl nur so eine Phase... Wahrscheinlich hatte sie da grade entdeckt, dass sie ein Schultergelenk hat :lol: Ich lenk sie da jetzt einfach ab, wenn sie an unangenehmen Stellen fummelt oder "haut". Ach, man muss sich an so vieles erst gewöhnen...

Ansonsten trinkt sie fast immer ziemlich ruhig. Wir haben zwar doch auch noch "Blöd-Trinken"-Tage dazwischen, aber insgesamt ist es gut. Leider reicht ein, zwei Mal komisch saugen und meine Brustwarzen werden wieder recht empfindlich. Dann tut der MSR auch noch weh. Aber auch das ist seltener geworden. Wenn ich es merke, dann aber richtig. Also entweder ich spüre gar keinen MSR oder es tut weh. Ein "Kribbeln" oder so, wie manche es beschreiben, ist daraus nicht geworden.

Irgendwo gibts einen thread zu Stillen und Arbeiten, den habe ich auch schon gelesen, aber da gings auch recht viel ums pumpen. Ich hab da eine ziemliche Abneigung gegen (ich will irgendwie nicht, dass andere Leute dann mit meinen Körperflüssigkeiten hantieren, selbst wenns mein Mann ist... :oops: ). Von daher wird es dann entweder so laufen, dass mein Mann bei uns vorbei kommt (halbe Stunde Weg, absolut schaffbar) oder sie eben blödes Pulverzeug kriegen muss - stillfreundlich, wenns geht.
Morgens, abends, nachts stille ich dann gerne nach Bedarf.
Ich muss definitiv Mo-Fr von 10-12 und 14-16 Uhr auf Arbeit *arbeitend* anwesend sein. Dazwischen brauche ich Zeit zur Vor- und Nachbereitung und eigentlich auch etwas Zeit davor und danach, so dass ich meist auf über 8 Stunden komme. Die kann ich aber flexibler einteilen. Da ich nach normalen Arbeitstagen ohne Kind schon immer mal ziemlich geschafft war, mach ich mir da echt Sorgen, wie das dann mit weniger Nachtschlaf usw. werden soll. Deswegen möchte ich diese Zeit gut vorbereiten. Für später überlege ich, in Teilzeit zu gehen, aber da ist meine innere Alice Schwarzer noch dagegen :mrgreen:
Aber das kann ich ja vielleicht alles dann fragen, wenn es so weit ist. 8)
Ich habe eine Tochter (01/14) und einen Sohn (10/16).
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Berenike
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

Der Vollständigkeit halber wollte ich hier nur kurz berichten, dass der Osteopath ebenfalls ein kerngesundes Kind diagnostiziert hat, das bis auf eine Mini-Blockade an den Rippen (was auch immer...) nix hat. Mit dem Kiefer usw. ist jedenfalls alles in Ordnung. Das ist grundsätzlich natürlich toll, andererseits hätte ich ja schon gerne nen Grund gehabt.
Aber dann eben so. Geht also alles weiter wie bisher, mit den üblichen Aufs und Abs ;-)
Ich habe eine Tochter (01/14) und einen Sohn (10/16).
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FrauWalfisch
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von FrauWalfisch »

Ich muss mal grad hier reingrätschen, aus keinem besonderen Grund, und feststellen, dass mir dieser Strang mit dem kleinen Wasserefräulein unheimlich weitergeholfen hat. Nach der Geburt hab ich hier die entscheidenden Tipps gefunden, die das Stillen so viel einfacher gemacht haben.

Berenike, ich wünsch Euch, dass es bald richtig rund läuft. Klingt doch, als wärt Ihr ganz gut eingespielt mittlerweile, oder? Blöd-trinken-Tage haben wir hier auch immer mal. ist anscheinend einfach so...


Beware of the Autokorrektur.
Frau Walfisch mit Wasserfräulein (02/2014).
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Berenike
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

Ja, außer dass mir die Brustwarzen weh tun, ist alles gut 8-)
Nein, im Ernst, es ist schon deutlich besser insgesamt. Und ich bin froh, dass meine Fragen so auch noch anderen geholfen haben - obwohl ich erst dachte, jede Frage stände schon hundert Mal irgendwo beantwortet...
Ich habe eine Tochter (01/14) und einen Sohn (10/16).
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danat
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von danat »

Mir gehts auch so. Ich habe hier viele Tipps gefunden und wünsche dir, dass du bald schmerzfrei Stillen kannst!
Liebe Grüße von danat
mit dem großen Frühlingskind (03/2011) und dem kleinen Frühlingskind (04/2014).
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Berenike
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Re: Vasospasmus?

Beitrag von Berenike »

Ich muss meinen alten Thread noch mal vorkramen und eine aktuelle Bestandsaufnahme machen. Wirklich schmerzfrei bin ich immer noch nicht, aber es war die letzten Monate immer besser auszuhalten. Mit Höhen und Tiefen, wie von Anfang an eigentlich.
Ich hab jetzt kürzlich noch mal was über Vasospasmen gelesen und bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass ich sowas auch habe. Ich kann zumindest das ganze Spektrum an Farben aufbieten (weiß, blau, rot). Jetzt hab ich auch noch gelesen, dass es - wenn man das länger hat - auch zu Gewebeschäden kommen kann. Das wäre natürlich nicht so gut. Ich bin ja noch nicht fertig mit dem Stillen und wollte eigentlich auch noch ein zweites Kind.
Was mich noch irritiert, ist, dass die Schmerzen nicht synchron zur Verfärbung der Brustspitze auftreten sondern unabhängig davon. Meist spontan (gerne auf Arbeit, zur Mittagspause...?) und noch so 2, 3 mal am Tag. Manchmal auch beim Stillen, aber da ist es mehr eine "Grundgereiztheit" des Gewebes, die mir zu schaffen macht. Woher wahrscheinlich auch die Dauer-Rötung kommt.
Ich nehme jetzt Magnesium und Calcium, trage wieder Wolle-Seide-Einlagen und wäre echt nicht böse, wenn es jetzt doch tatsächlich mal schmerzfrei würde.
Meine Frauenärztin kann ich vermutlich dazu nicht befragen, die meinte mal, die menschliche Brust wäre eh nicht so richtig fürs Stillen gemacht (da hab ich mich dann schon gefragt, wofür...).
Falls noch jemand Input dazu hat, freue ich mich.
Ich habe eine Tochter (01/14) und einen Sohn (10/16).
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blueberry
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von blueberry »

Entschuldige, Deine Frage war untergegangen, da es "mein" alter Thread ist, ich aber derzeit kein aktiver StillMod mehr bin. Ich antworte Dir heute Abend oder morgen.

LG, blueberry
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blueberry
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von blueberry »

Liebe Berenike,

Danke für Deine PN :D ! Schön von Dir zu hören - ich freu mich wirklich sehr, dass Ihr noch stillt :slürp*
Berenike hat geschrieben:Wirklich schmerzfrei bin ich immer noch nicht, aber es war die letzten Monate immer besser auszuhalten. Mit Höhen und Tiefen, wie von Anfang an eigentlich.
Ich hab jetzt kürzlich noch mal was über Vasospasmen gelesen und bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass ich sowas auch habe. Ich kann zumindest das ganze Spektrum an Farben aufbieten (weiß, blau, rot).


Oh, das tut mir leid, dass Du immernoch Schmerzen hast :( . Vor allem ist es ja fast schon ironisch, dass wir uns ja im April mehrfach über Vasospasmus unterhalten hatten:
blueberry hat geschrieben:Bist Du sicher, dass es kein Vasospasmus sein kann? (Das würde mir bei "lila/blaue Brustwarzenspitze nach dem Stillen" nämlich eigentlich zuerst einfallen...)
Irgendwer vor Ort hatte Dir dann gesagt, dass Du das ausschließen kannst, oder?
Das Gute ist: es ist ja nicht zu spät, das Problem anzugehen, und gerade im Hinblick auf evtl. weitere Kinder ist es ja wertvoll jetzt rauszufinden, was Dir hilft. Man kann gegen Vasospasmen einiges tun :D .

Kennst Du schon unsere beiden Threads zu Vasospasmen aus der LINKSAMMLUNG STILLEN?

Ich weiß nicht, wie gut Dein Englisch ist - auf dieser Seite sind viele Maßnahmen gegen Vasospasmen gut zusammengefasst. (Ich wollte das auch immer mal übersetzen - oder kennt jemand eine gute deutsche Übersetzung irgendwo im Netz?)... :

Vasospasm and Raynaud’s Phenomenon (Edith Kernerman, Jack Newman)

Das dort vorgeschlagene Medikament gilt auch laut Embryotox als Mittel der Wahl:
Nifedipin wird zur Therapie des Raynaud-Phänomens der Brustwarze mit gutem Erfolg und Verträglichkeit für das Kind eingesetzt.

Empfehlung: Nifedipin gehört zu den Calciumantagonisten der Wahl in der Stillzeit.
Quelle: http://embryotox.de/nifedipin.html

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Berenike hat geschrieben:Jetzt hab ich auch noch gelesen, dass es - wenn man das länger hat - auch zu Gewebeschäden kommen kann. Das wäre natürlich nicht so gut. Ich bin ja noch nicht fertig mit dem Stillen und wollte eigentlich auch noch ein zweites Kind.
Da möchte ich Dich beruhigen. Mir und meinen Kolleginnen sind keine Schilderungen (weder direkt noch in der Fachliteratur) bekannt, dass Vasospasmen der BW zu Gewebeschäden führen könnten. (Vasospasmen allgemein können allerdings in schwerer Form auch an Fingern, Zehen, ... auftreten, und ein über längere Zeit komplett nicht durchbluteter Finger kann durchaus Schaden nehmen - siehe z.B. Wikipedia-Eintrag zu Raynaud-Syndrom.)

Aus der Stillberatung bekannt sind allerdings Wundheilungsverzögerungen aufgrund von Vasospasmen (schnell mal als Teufelskreis, da wunde BW Schmerzen machen und das wiederum Vasospasmen begünstigt... :? )
Berenike hat geschrieben:Was mich noch irritiert, ist, dass die Schmerzen nicht synchron zur Verfärbung der Brustspitze auftreten sondern unabhängig davon. Meist spontan (gerne auf Arbeit, zur Mittagspause...?) und noch so 2, 3 mal am Tag.
Bei Vasospasmen gibt es einen Ablauf verschiedenen Phasen, die unterschiedlich schmerzen können (bei manchen Frauen schmerzen sie auch gar nicht und sind nur am Farbwechsel erkennbar): Während der Verfärbung ist der Schmerz typischerweise stechend/brennend, wenn die normale Farbe zurückkommt, wird es eher ein klopfender Schmerz. Das kann mehrfach hin und her wechseln, Minutenlang bis stundenlang nach dem Stillen (oder nach Stress oder einem Kältereiz, die ebenfalls Vasospasmen der BW auslösen können).

Wenn Du auf Arbeit den Schmerz hast, siehst Du vielleicht die vorhergehende Verfärbung nicht.
Berenike hat geschrieben:Ich nehme jetzt Magnesium und Calcium, trage wieder Wolle-Seide-Einlagen und wäre echt nicht böse, wenn es jetzt doch tatsächlich mal schmerzfrei würde.
Das ist gut - Warmhalten ist essentiell, vor allem auch direkt beim Abdocken: sofort erstmal mit der warmen Hand/Spucktuch/... die BW bedecken und NICHT an der Luft trocknen lassen (Verdunstungskälte!) sondern gleich schön warm einpacken.

Weitere Tipps siehe Linksammlung und der Newman-Link.
Berenike hat geschrieben:Meine Frauenärztin kann ich vermutlich dazu nicht befragen, die meinte mal, die menschliche Brust wäre eh nicht so richtig fürs Stillen gemacht (da hab ich mich dann schon gefragt, wofür...).
:shock: :roll: :lol: Oje.
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Ich drücke jedenfalls sämtliche verfügbare Daumen, dass das jetzt doch die "heiße Spur" ist.

LG, blueberry
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Berenike
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

Danke, liebe blueberry! Die Links aus dem Stillwissen kannte ich schon, aber die englische Seite noch nicht. Die seh ich mir heute mal an. Das Magnesium hatte bei mir leider etwas unangenehme "Nebenwirkungen" so dass ich damit jetzt erst mal etwas vorsichtiger bin. Ich nehme es aber weiter.

Ich hatte Vasospasmus damals ausgeschlossen, weil es nicht während der Verfärbung (blass werden, rot-blau sind sie ja eigentlich immer) schmerzt, sondern eher beim Stillen/saugen, und zwischendrin bei dem, was ich immer für den MSR gehalten habe (der aber vielleicht auch nur irgend ein Krampf ist/war).

Da es so wellenförmig schlimmer und wieder besser wird, vermute ich ganz stark simplen Stress als Auslöser, davon hatte ich die letzten Wochen eindeutig zu viel (und zwischendrin weniger :D ). Die letzte Verfärbung, die ich beobachten konnte war unter der Dusche - das ist ja schon ziemlich klassisch. Wie ich den Stress reduzieren soll, wenn er nun mal da ist, weiß ich allerdings nicht so richtig. Immerhin: ich arbeite ab April weniger.

Jaja, meine Frauenärztin... Sonst ist sie aber prima ;)

Ich melde mich noch mal, wenn sich hier was verändert oder ich noch ne Frage zu der englischen Seite habe.
Danke noch mal und liebe Grüße,
Berenike.
Ich habe eine Tochter (01/14) und einen Sohn (10/16).
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