Liebe Berenike,
Danke für Deine PN

! Schön von Dir zu hören - ich freu mich wirklich sehr, dass Ihr noch stillt
Berenike hat geschrieben:Wirklich schmerzfrei bin ich immer noch nicht, aber es war die letzten Monate immer besser auszuhalten. Mit Höhen und Tiefen, wie von Anfang an eigentlich.
Ich hab jetzt kürzlich noch mal was über Vasospasmen gelesen und bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass ich sowas auch habe. Ich kann zumindest das ganze Spektrum an Farben aufbieten (weiß, blau, rot).
Oh, das tut mir leid, dass Du immernoch Schmerzen hast

. Vor allem ist es ja fast schon ironisch, dass wir uns ja im April mehrfach über Vasospasmus unterhalten hatten:
blueberry hat geschrieben:Bist Du sicher, dass es kein Vasospasmus sein kann? (Das würde mir bei "lila/blaue Brustwarzenspitze nach dem Stillen" nämlich eigentlich zuerst einfallen...)
Irgendwer vor Ort hatte Dir dann gesagt, dass Du das ausschließen kannst, oder?
Das Gute ist: es ist ja nicht zu spät, das Problem anzugehen, und gerade im Hinblick auf evtl. weitere Kinder ist es ja wertvoll jetzt rauszufinden, was Dir hilft. Man kann gegen Vasospasmen einiges tun

.
Kennst Du schon unsere beiden Threads zu Vasospasmen aus der LINKSAMMLUNG STILLEN?
Ich weiß nicht, wie gut Dein Englisch ist - auf dieser Seite sind viele Maßnahmen gegen Vasospasmen gut zusammengefasst. (Ich wollte das auch immer mal übersetzen - oder kennt jemand eine gute deutsche Übersetzung irgendwo im Netz?)... :
Vasospasm and Raynaud’s Phenomenon (Edith Kernerman, Jack Newman)
Das dort vorgeschlagene Medikament gilt auch laut Embryotox als Mittel der Wahl:
Nifedipin wird zur Therapie des Raynaud-Phänomens der Brustwarze mit gutem Erfolg und Verträglichkeit für das Kind eingesetzt.
Empfehlung: Nifedipin gehört zu den Calciumantagonisten der Wahl in der Stillzeit.
Quelle:
http://embryotox.de/nifedipin.html
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Berenike hat geschrieben:Jetzt hab ich auch noch gelesen, dass es - wenn man das länger hat - auch zu Gewebeschäden kommen kann. Das wäre natürlich nicht so gut. Ich bin ja noch nicht fertig mit dem Stillen und wollte eigentlich auch noch ein zweites Kind.
Da möchte ich Dich beruhigen. Mir und meinen Kolleginnen sind keine Schilderungen (weder direkt noch in der Fachliteratur) bekannt, dass Vasospasmen der BW zu Gewebeschäden führen könnten. (Vasospasmen allgemein können allerdings in schwerer Form auch an Fingern, Zehen, ... auftreten, und ein über längere Zeit komplett nicht durchbluteter Finger kann durchaus Schaden nehmen - siehe z.B. Wikipedia-Eintrag zu Raynaud-Syndrom.)
Aus der Stillberatung bekannt sind allerdings Wundheilungsverzögerungen aufgrund von Vasospasmen (schnell mal als Teufelskreis, da wunde BW Schmerzen machen und das wiederum Vasospasmen begünstigt...

)
Berenike hat geschrieben:Was mich noch irritiert, ist, dass die Schmerzen nicht synchron zur Verfärbung der Brustspitze auftreten sondern unabhängig davon. Meist spontan (gerne auf Arbeit, zur Mittagspause...?) und noch so 2, 3 mal am Tag.
Bei Vasospasmen gibt es einen Ablauf verschiedenen Phasen, die unterschiedlich schmerzen können (bei manchen Frauen schmerzen sie auch gar nicht und sind nur am Farbwechsel erkennbar): Während der Verfärbung ist der Schmerz typischerweise stechend/brennend, wenn die normale Farbe zurückkommt, wird es eher ein klopfender Schmerz. Das kann mehrfach hin und her wechseln, Minutenlang bis stundenlang nach dem Stillen (oder nach Stress oder einem Kältereiz, die ebenfalls Vasospasmen der BW auslösen können).
Wenn Du auf Arbeit den Schmerz hast, siehst Du vielleicht die vorhergehende Verfärbung nicht.
Berenike hat geschrieben:Ich nehme jetzt Magnesium und Calcium, trage wieder Wolle-Seide-Einlagen und wäre echt nicht böse, wenn es jetzt doch tatsächlich mal schmerzfrei würde.
Das ist gut - Warmhalten ist essentiell, vor allem auch direkt beim Abdocken: sofort erstmal mit der warmen Hand/Spucktuch/... die BW bedecken und NICHT an der Luft trocknen lassen (Verdunstungskälte!) sondern gleich schön warm einpacken.
Weitere Tipps siehe Linksammlung und der Newman-Link.
Berenike hat geschrieben:Meine Frauenärztin kann ich vermutlich dazu nicht befragen, die meinte mal, die menschliche Brust wäre eh nicht so richtig fürs Stillen gemacht (da hab ich mich dann schon gefragt, wofür...).

Oje.
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Ich drücke jedenfalls sämtliche verfügbare Daumen, dass das jetzt doch die "heiße Spur" ist.
LG, blueberry