Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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Sakura
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Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Beitrag von Sakura »

Giraeffchen hat geschrieben:Wenn jemand daneben sitzt und ausstrahlt, wie genervt er ist, dass das Kind nicht schläft, dass es seine Zeit raubt, dass es das immer noch nicht alleine kann, dass es seine Erwartungen nicht erfüllt. Dass er nur deshalb da ist, um noch schlimmeres Theater zu vermeiden.
Das ist für mich auch ferbern. Weil das Kind im Grunde alleine ist. Zwar nicht alleine im Raum, aber dennoch alleine mit seiner Angst und Not..
Woher weißt Du, dass genau das bei Minchens Freundin der Fall war??????????? Also, die ganzen emotionalen Begleitumstände und Gedanken der Mutter???????
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Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
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Giraeffchen
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Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Beitrag von Giraeffchen »

Das bezieht sich gar nicht auf Minchens Beispiel.
Ohnehin kann ich den Leuten nur vor den Kopf schauen, was sie denken und fuehlen nur erahnen.
Das sollte auch kein Urteil sein. Es ist mein eigenes Erleben, subjektiv. Meine Mutter sieht das heute noch anders.
Ich fuer mich muss also gar nicht wissen, wie die Mutter aus Minchens Beispiel gefuehlt hat. Ich hoffe einfach fuer das Kind, dass es sich in einer emotional ertraeglichen Situation befunden hat.
Liebe Grüße, GiraeffchenBild mit dem großen Knopf und dem Herbstwichtel


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4tiere
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Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Beitrag von 4tiere »

Giraffchen, schön geschrieben. Du sprichst mir aus dem Herzen.
Sakura, ich will mich nicht mit dir streiten. Ich schätze deine Beiträge sowie deine Meinung und weiss ja, dass du auch nicht ferbern würdest.

Den Rest, der sich hier in den letzten Stunden beteiligt hat, lege ich die Ferbern-Website nahe und macht euch selbst ein Bild was ferbern ist. Ich persönlich möchte hier keine Ferberndiskussion führen, dazu sollten wir einen neuen Threat aufmachen. (Ist es wieder an der Zeit dazu ... ?!)


Denn letzendlich geht es um sternchen84s Problem!
Ich versuche mal da wieder zurück zu finden ...
Folgende Beiträge fand ich sehr hilfreich:
Nanna hat geschrieben:Oder, hmmmmm, kannst du dich mit ihr mal verabreden? Zum spazierengehen vielleicht? Möglichst auf neutralem Gebiet. Und dann würde ich das Gespräch irgendwie auf das Thema Kindererziehung lenken. Das es ja nicht immer alles so leicht ist usw. :wink: Und dann würde ich ganz nebenbei mal auf die abendliche Situation zu sprächen kommen. Das sie dich mal gefragt hat, ob ihr das schreien hört, usw. Und letztendlich würde ich sie fragen (allerdings ganz wertfrei und ohne jeglichen Unterton :wink: ), wie sie sich dabei fühlt, ihr Kind Abend für Abend so schreien zuhören? Weil du dich mit dem Schlafenthema schon mit anderen Müttern unterhalten hast, die ihre Kinder auch schrien ließen und diese ein wahnsinnig schlechtes Gefühl dabei im Bauch hatten und letztendlich haben sie sich genauer informiert und erfahren, dass das Schreien lassen für die gesamte Kindesentwicklung negative Folgen hat (Bindungsschwierigkeiten, ect. pp) und sie auf "sanftere" Methoden umgestiegen sind.
MaareMum hat geschrieben:
elamshin hat geschrieben:... Wenn du als Nachbarin keinen Zugang findest, ist es vielleicht aber wirklich sinnvoll, Fachpersonal um Rat zu fragen. Gibt es außer dem Jugendamt in D noch Einrichtungen die beraten? Familienhelfer, Mütterberater von der Stadt, etc.?
Ich denk auch, dass keine Mutter ihr Kind gerne schreien hört und sie sich das eher irgendwie schönzureden versucht.
Ich würd auch versuchen, nochmal mit ihr gütlich ins Gespräch zu kommen, zu fragen, wie sie sich dabei fühlt. Liest sie Bücher / Erziehungsratgeber? Wahrscheinlich hat sie "jedes Kind kann Schlafen lernen" gelesen *GRRR*
Drück ihr mal das Buch "Besucherritze" in die Hand, wenn sie für solche Bücher zugänglich ist (lies mal bei Amaz*n die Leseprobe, die ist echt nett und so ist das ganze Buch). Mit dem Buch hab ich auch eine Freundin vom Ferbern weggebracht (das Buch würd ich übrigens vor allem deiner anderen Nachbarin, dieser unsicheren Frau empfehlen - bevor sie auf so Ferber-Leute hört :D )
4tiere hat geschrieben:... Das wäre der andere Weg ... Aber dafür würde ich mir proffessionelle Hilfe holen, wie frau so ein Gespräch führen sollte. Spontan fällt mir ein, damit zu beginnen, dass du wahnsinnig unter dem Geschrei leidest. ...
Mir fällt dazu ein, sie zu fragen, wie es ihr damit geht? Was fühlt sie dabei?
Wie ist der dialog zwischen ihr und ihrem Mann? Mal herausbekommen, inwieweit, diese Aktiuon von aussen aufgedrückt wird. (Denn ich glaube auch, keine Mutter hört gerne ihr Kind schreien!)
Und wenn hoffentlich dann auch ihr klar wird, dass es nicht spurlos an ihr vorbei geht, könntest du Hilfe anbieten.
Fra hat geschrieben:Wenn es dir tatsächlich ein Anliegen ist, dieser Frau eine andere Sicht aufs eigene Kind zu vermitteln , brauchst du wohl sehr langen atmen. Und musst zuhören können. Denn hinter dieser Fassade stecken ja manchmal viele kleine Beweggründe, die nur so von Hilflosigkeit sprießen.Nur wenn du es schaffst eine Beziehung zur Frau aufzubauen, kannst du besser in sie hineinhorchen und Änderungen vorschlagen..Ist der Mann der Druckpunkt,Fühlt sie sich generell überfordert?
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Natalie
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Und das mit der Rechtschreibung lerne ich noch ... ;-)
(Manche andere Fähigkeiten erwerbe ich bestimmt auch noch, über Anregungen bin ich immer dankbar!)
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christina
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Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Beitrag von christina »

MaareMum, das hast du schön geschrieben!

Und nochmal, gibts denn schon was neues zum URSPRUNGSThema?
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Minchen
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Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Beitrag von Minchen »

Sakura hat geschrieben: Nicht jede Mutter, die ihre Kinder nicht in den Schlaf trägt oder einschlafstillt ist eine "böse" Mutter. Ich kenne die Frau nicht, ich war nicht dabei, aber was ich hier so lese, hat sie versucht, ihr bestes zu geben. Und sie hat ihr Kind NICHT allein gelassen!!! Ich finde es schlimm, wenn jede nicht-einschlafstillende Mutter auf das gleiche Niveau wie eine ferbernde Mutter gesetzt wird. Besagte Mutter hat getan, wovon sie dachte, dass sie es richtig macht, wovon sie dachte, dass sich ihr Kind beruhigt. (Sage ich mal. Ich war nicht dabei).
Also, ich mag mich ja eigentlich nicht wiederholen und mich auch nicht streiten. Ich KENNE diese Frau persönlich, ich HABE das miterlebt und darüber mit ihr gesprochen. Und das hier wiedergegeben. Und mh, was soll denn heißen, sie habe ihr bestes gegeben? Sie wollte, dass das Kind allein einschlafen lernt, weil sie es nicht mehr begleiten wollte und 7 Monate in ihren Augen die richtige Zeit waren.
Vielleicht stell ich es nochmal anders dar, damit man mich hier endlich versteht: sie hat das Schreien ihres Kindes provoziert, indem sie es allein ins Bett legte und sich OHNE Körperkontakt danebensetzte und sang. Absichtlich, nicht aus der Not heraus, dass sich das Kind nur so beruhigen würde. Bis dahin hatten sie ruhige Abende. Das KInd wurde also zum Schreien provoziert, indem es neben seiner Mutter allein war und das sichtbar nicht wollte. Und sie sang dagegen an - eine Stunde lang im Wechsel mit ihrem Mann.
Entschuldigung, aber das kam aus dem egoistischen Impuls heraus, dann endlich abends mehr Ruhe zu haben, da das Kind ja dann bald gelernt haben wird, allein im eigenen Bett einzuschlafen und dabei keine Hilfe mehr zu "brauchen". Das hat für mich nicht mit "ich tue das beste für mein Kind" zu tun.
Hallo? Da brüllt ein Kind NEBEN seiner Mutter, will getröstet werden und in den Schlaf begleitet, wie er das jeden Abend gewohnt war und sie singt gegen das Geschrei an? Das ist okay??? Puh. :shock:

Ehrlich, das regt mich richtig richtig richtig auf, dass wir das in diesem Forum überhaupt noch diskutieren müssen. :roll: Ich dachte, hier sind wir uns zumindest in diesem Punkt einig...
Besagtes KInd wurde übrigens auch kurze Zeit danach abgestillt, "weil es ja mal an der Zeit wäre".

Danke, Giraffchen für Deinen Beitrag.
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christina
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Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Beitrag von christina »

Minchen, das habe ich vorher auch ganz anders verstanden! So,w ie die Mutter DAS gemacht hat ist es definitiv nicht in Ordnung und wäre absolut garnix für mich. Und auch nicht für das Kindeswohl. Das ist ja schrecklich... "Mama ist da, Mama singt GEGEN MICH AN. Warum fasst sie mich auch nicht an?!" usw usf... :(
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Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Beitrag von sternchen84 »

Ich muss mich hier mal durchwühlen, wir waren übers Wochenende viel weg (ich hab daher hier noch nicht viel gelesen) und wir waren auch jeden ABend seit Freitag erst spät zu Hause (Geburtstag, bei Freunden etc.), so das ich nicht beurteilen kann, ob nochmal sowas vorgefallen ist.
Heute mittag als wir aus dem Haus raus sind, hab ich sie nur mal weinen und richtig wütend rufen gehört "Papa Tür auf"....ich hab dann geschaut und ihr Rolladen war offen. Mal schauen wie die Nacht wird, wir sind nachts ja auch sehr oft wach, weil sie weint.....ich berichte weiter und äußer mich morgen mal zu den Beiträgen (ich bin nämlich echt k.o. heute)....und danke nochmal für die vielen Antworten.
Rechtschreibfehler dürfen aufs iPad geschoben werden;-)


Liebe Grüße
Jessi mit der Mausi (02/2008), dem Bärchen(10/2011), dem Käferchen (08/2019)an der Hand und unser geliebtes Sternenkind (01/2011) fest im Herzen
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4tiere
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Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Beitrag von 4tiere »

Minchen hat geschrieben:Ehrlich, das regt mich richtig richtig richtig auf, dass wir das in diesem Forum überhaupt noch diskutieren müssen. :roll: Ich dachte, hier sind wir uns zumindest in diesem Punkt einig ...
Ich möchte mich Minchen anschliessen und mir geht, wie gesagt, dieses politisch korrekte tierisch auf den Keks. Diese Sätze, "sie liebt ihr Kind trotzdem" oder "sie dachte, sie täte das Richtige" werden immer wieder als Totschlagargument aufgeführt. Also lassen wir alle machen wie sie wollen ...
Bild-liche Grüße

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Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Beitrag von Maja »

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Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Beitrag von Lamama »

Hallo!

Ich habe jetzt nur die ersten Seiten gelesen, war aber ehrlich gesagt recht erstaunt (und das nicht angenehm), wie wenig Handlungsbereitschaft herrscht.
Und das oft nur aus dem Grund, dass das Jugendamt vielleicht nichts tut.
Und das finde ich absolut nicht korrekt. Da ist eine kleine Kinderseele in Gefahr. Und zwar mehr als ernsthaft. Wenn das Kind erstmal regelrechte Panikattacken entwickelt, dann wird das durchaus auch gefährlich.

Wie lange soll man warten und versuchen, zur Mutter vorzudringen, die scheinbar sehr feste Ansichten hat und sich da bestimmt nicht reinreden lässt?

Ich würde nicht nur das Jugendamt informieren, sondern durchaus auch in akkuter Situation die Polizei. Vielleicht bringt das erstmal nicht viel, nichts tun bringt allerdings garnicht. Das könnte ich mit meinem Gewissen überhaupt nicht vereinbaren.

Mal davon ab weiß ich, wie sehr die Kinderseele dabei kaputt geht. Aus eigener Erfahrung. Allein eingesperrt ohne die Eltern am Abend- das ist Wahnsinn! Und daran knabbert man- Jahrzehnte. Zumal auch im dunkeln Kinderzimmer Verletzungsgefahr besteht. und was ist, wenn das Kind irgendwann auf die Idee kommt, das Fenster zu öffnen? Rausfällt? In Panik rausspringt???
Wir reden hier nicht nur von einer schlechten Erziehungsmethode. Das ist in der Tat eine Misshalndlung und wie schon angebracht wurde, Freiheitsberaubung. Nicht wegsehen. handeln!
Es sind Momente voll innerem Frieden, wenn wir die Dankbarkeit in uns spüren- sie zaubern uns ein Lächeln aufs Gesicht.
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