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Re: Diskurs über Französische Bindetechnik
Verfasst: 01.04.2011, 17:02
von resca
Ich verfolge die Diskussion gerade mit großem Interesse und habe mir eben auch mal die Infobroschüre runtergeladen.
Zum Teil war ich beim Startvideo überrascht wie gut manche Kinder eingebunden und angehockt sind, zum Teil gruselt es mich aber auch, z.B. beim wenige Tagen alten Baby ohne Nackenstütze und miserabler Anhockung oder ganz eingebundenen Beinen und Füßen. Die Rechtfertigung von solchen Bindeweisen würde mich schon sehr interessieren.
Ich finde die Entwicklung hin zu elastischen Tüchern sehr interessant. Ich hatte schon oft Beratungen, wo die Eltern mit einem Moby ankamen und ich ausser einer WXT nichts damit anfangen konnte. Viellecht wäre JPMBB eine Alternative. Ich glaube zwar nach wie vor ganz fest an die ClauWi-Grundsätze, aber bei Fertigtragen und MTs, sowie der superbequemen DH gehen wir ja auch oft Kompromisse ein.
Re: Diskurs über Französische Bindetechnik
Verfasst: 01.04.2011, 17:03
von grossereine
mellmull hat geschrieben:Im Kanga schauen die Kinder ja auch rechts und links vorbei und sehen alles. Wobei ich im Knaga eigentlich die meisten zusätzlich überspreizt sehe.
Es gibt doch auch ein Alter/eine Grösse von Babys, wo die Knie im Rücken richtig weh tun, wenn wir ordentlich einhocken, und wir TBs raten ja dann u.a. dazu, dann mal tiefer zu binden und lieber mal nicht auf das Über-die-Schulter-schauen-können zu achten.

Eine Freundin von mir hat einen ganz interessanten Artikel über den Kanga geschrieben, leider auf Französisch, und da erklärt sie, dass die Mütter nicht sofort ab der Geburt ihr Kind im Kanga tragen, sondern erst, wenn sie wieder zu arbeiten anfangen . Dann ist das Baby manchmal schon ein paar Monate alt und die Beinchen können schon etwas mehr gespreizt werden.
Re: Diskurs über Französische Bindetechnik
Verfasst: 01.04.2011, 17:18
von grossereine
Ocyto83 hat geschrieben:Aber zurück zum Tuch!
Ich habe es ziemlich oft in der Trageberatung (das Marketing von JPMBB scheint wohl ausgeklugt zu sein). Ich habe das JPMBB 2x mit Tragepuppe Probegedunden. Persönlich gefiel es mir gar nicht, weil ich das JPMBB ziemlich schwer, breit und warm fand (bin auch aber besonderes klein, und mag es nicht, soviel Stoff zu haben). Ich fand das Tuch fester als andere gestrickte Tücher, aber auch elastischer (klingt wie ein Wiederspruch, ist es in dem Fall nicht). Ich bin persönlich eher den "wenig-stoff" Fan, deswegen konnte mich für meine persönliche Zwecke das Tuch nicht überzeugen.
Ja, das Tuch ist schwer und hält warm. Manche finden das im Sommer sehr lästig. Es gibt auch ein kürzeres Tuch speziell für die 2-lagigen Bindeweisen wie der Double Hammock (oder wenn die Trägerin sehr, sehr schmal ist). Ganz richtig beschrieben: das Tuch ist gleichzeitig fest und elastisch!
Ocyto83 hat geschrieben:
Ich fand, dass das JPMBB sich nicht so gut festziehen liess, aber dass es trotzdem ziemlich anschmiegsam war. Fakt ist, dass es wirklich andere Bindeeigentschaften als andere gestrickte Tücher hat. Ich kann mich aber nicht entscheiden, ob bessere oder schlechtere.
Das Festziehen verlangt einerseits Kraft, andererseits gleitet das Tuch besser auf der Haut als ein gewebtes Tuch, wieder so ein interessanter Widerspruch!
Ocyto83 hat geschrieben:
Was ich Interessant finde, ist dass die Ausblidung von JPMBB ganz andere Standpunkte als ClauWi über Physiologie un Entwicklung hat. Ich kann aber bis jetzt nicht beurteilen, ob diese Ausbildung etwas zur Trageszene beibringen kann, oder ob es einfach Marketing ist!
Nein, es ist nicht einfach Marketing. Das ist ein Vorwurf oder eher eine Unterstellung, die man oft hört seitens konkurrenter Trageschulen. Ich finde es unfair, weil es eben keine Konkurrenz ist. JPMBB ist derzeit die einzige Ausbildung zum elastischen Tragetuch, sie leisten eine ungeheure Pionier-Arbeit, vergleichbar vielleicht mit ClauWi für das gewebte Tuch. Sie investieren Zeit und Geld in Videos, in Ausbildungen, in Forschung, um ihr Tuch verantwortungsbewusst zu verkaufen. (Ich schreibe das alles und bekommen keinen Euro von JPMBB, aber ich kenne sie, kenne das Engagement der Hersteller und habe dafür viel Respekt).
Re: Diskurs über Französische Bindetechnik
Verfasst: 01.04.2011, 17:23
von grossereine
resca hat geschrieben:
Zum Teil war ich beim Startvideo überrascht wie gut manche Kinder eingebunden und angehockt sind, zum Teil gruselt es mich aber auch, z.B. beim wenige Tagen alten Baby ohne Nackenstütze und miserabler Anhockung oder ganz eingebundenen Beinen und Füßen. Die Rechtfertigung von solchen Bindeweisen würde mich schon sehr interessieren.
Das wenige alte Baby ist ihr Baby (das Baby der Hersteller). Es wird in einer Position getragen, von der ich persönlich nicht überzeugt bin, nämlich seitlich (sie nennen diese Position berceau assis) und ein-lagig, was bei Neugeborenen in ruhigen Situationen wie zuhause möglich ist. Das Kind ist in foetaler Position. Zu dieser Position gibt es auch mehrere Videos mit größeren Babys.
Re: Diskurs über Französische Bindetechnik
Verfasst: 01.04.2011, 17:27
von resca
Berceau assis heisst ja soviel, wie sitzende Wiege. Hm, da ich noch kein JPMBB in der Hand hatte, kann ich nicht viel zur Festigkeit sagen. Aber da in der Position weder Nackenstütze noch ASH gegeben sind, weiss ich ganz klar was ich davon halten soll. Schaue mir das aber alles mal näher an. Darf ich fragen, aus welcher Ecke Belgiens du kommst? Ich wohne ganz nah an St. Vith, allerdings in Luxemburg.
Re: Diskurs über Französische Bindetechnik
Verfasst: 01.04.2011, 18:07
von sabri
Ocyto83 hat geschrieben:sabri hat geschrieben:Ocyto83 hat geschrieben:
na dann sind wir richtig international!
Bist du aus Luxemburg oder erst später hingekommen? Ich bin aus der Schweiz, habe in österreich gelebt, und nun lebe ich in Frankreich.
Ich bin aus Ex-Jugoslawien, hatte 'nen serbo-kroatischen Pass, bin aber eigentlich ungarisch, mittlerweile luxemburgisch, auch offiziell, und habe von 4-11 in Deutschland und von 11-bis heute in Luxemburg gewohnt

Nicht schecht!!! Kannst du ungarisch? "Kesh Villa Ollo, Derek Kessebem Nem Wollo!" (oder so!). Meine Kinder sind halb ungarisch... Cool irgendwie, soviel gemeinsam zu haben!
Ah

ich musste 3 mal lesen! "Kés, villa, olló, gyerek kezében nem való" (so wäre es richtig, ja ich kann ungarisch

)
Schön!
Nein, ich denke wir kennen uns nicht aus RL, ich kann mich aber an einen Thread erinnern, wo du ein Foto gepostet hast, von eines deiner ersten Bindeversuche, welches - wenn ich mal so ehrlich sein darf - eben sehr misslungen und extrem locker war. Daraufhin meinte jemand, sie fände es mutig, dass du soetwas zeigst, und du hast das aber glaub ich böse aufgenommen, dabei war es echt mutig soetwas zu zeigen und zu reflektieren! Und da stand irgendwo wie du heißt, vielleicht hast du deinen Nick geändert?
Re: Diskurs über Französische Bindetechnik
Verfasst: 01.04.2011, 19:06
von grossereine
Ich komme aus Lüttich.
Re: Diskurs über Französische Bindetechnik
Verfasst: 01.04.2011, 19:40
von gaurangi
Also ich hab heute mal wieder den MobyWrap vorgekramt und versucht damit eine schöne WKT zu binden. Beim besten Willen und unter grösster Anstrengung ist da kein anständiges Resultat zu erzielen. Die Kanten sind so leierig, dass sie unter keinen Umständen irgendwie satt zu bringen sind. Ich würde mich niemals wagen damit ein Kind auf dem Rücken zu tragen.
Ich denke also, dass die Vorurteile gegenüber elastischen TTs nicht von ungefähre kommt. Hier (Schweiz) kennt man ja hauptsächlich den Moby. Die anderen elastischen Tücher sind noch nicht lange auf dem Markt.
Re: Diskurs über Französische Bindetechnik
Verfasst: 01.04.2011, 19:48
von Mika01
gaurangi hat geschrieben:Also ich hab heute mal wieder den MobyWrap vorgekramt und versucht damit eine schöne WKT zu binden. Beim besten Willen und unter grösster Anstrengung ist da kein anständiges Resultat zu erzielen. Die Kanten sind so leierig, dass sie unter keinen Umständen irgendwie satt zu bringen sind. Ich würde mich niemals wagen damit ein Kind auf dem Rücken zu tragen.
Ich denke also, dass die Vorurteile gegenüber elastischen TTs nicht von ungefähre kommt. Hier (Schweiz) kennt man ja hauptsächlich den Moby. Die anderen elastischen Tücher sind noch nicht lange auf dem Markt.
Wobei mir das moby aber um einiges fester vorkommt wie das Hoppe oder ?
Re: Diskurs über Französische Bindetechnik
Verfasst: 01.04.2011, 21:01
von Ocyto83
Vielen Dank für den Sprachunterricht! Ich kann auch noch sagen: "das ist ein Buch" (Prost, Mahlzeit, danke und ein paar Schimpfwörter natürlich!).
Du hast ein sehr gutes Gedächnis! Ich war es wirklich, mit einem roten Nesthäcken, und mein erster (schrecklicher) Binderversuch (das ist 7 Jahren her, da hatte ich keinen Internet und hatte nie gehört von einer Trageberatung). Aber ich hatte es nicht böse aufgenommen, und tatsächlich wegen dem schlechten Beispiel freigegeben.
Ja den Nick habe ich geändert, ich war sehr lange nicht online, und konnte mich mit dem alten nicht mehr einloggen!