vegane kinder

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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Tofuwurst
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Re: vegane kinder

Beitrag von Tofuwurst »

Freunde von mir kochen immer vegan nach, was es in der Kita gibt, so dass ihre Kinder eben nicht "auffallen". Auch ne Möglichkeit - zumindest, wenn man vorher weiß, was es gibt.

Ich weiß noch nicht, wie das später läuft. Ich kann ja schlecht kontrollieren, was er in der Kita isst. Ich hoffe, dass die Erzieher dort ein bisschen ein Auge drauf haben, aber da müssen wir noch mal sprechen. Ich möchte schon definitiv nicht, dass er Fleisch isst, aber ich möchte nicht, dass es ihm verboten wird. Ich muss mal schauen, wie das am Besten mit dem Kind kommuniziert wird.

Ich kenne eine vegane Familie, in der die Mutter bedauert, dass ihre Kinder immer sagen "Nein, ich darf das nicht essen." Sie hätte nämlich gerne, dass die Kinder sagen "Nein, das esse ich nicht." Oder: "Nein, das möchte ich nicht essen." Aber bei ihr ist es ganz klar so, dass es den Kindern verboten wurde, unveganes zu essen, da braucht sie sich natürlich nicht zu wundern. Ich würde nicht mal ausschließen, dass mein Kind sowas mal probieren darf, einfach, um die Möglichkeit einer "eigenen" Entscheidungsfindung zu haben. Aber vielleicht kriegt es doch Seitan-Gulasch oder so, wenn es Fleisch probieren möchte und ich behaupte nur, es sei Fleisch. :-D Mal gucken! Ich kenne ein Kind, das durfte dann mal Fleisch probieren, weil es unbedingt wollte und hatte im Nachhinein ganz schlimme Gewissensbisse und hat sich ganz elend gefühlt. Schwierig!

Ich schätze, das ist ein Ausprobieren, je nachdem, wie das Kind ist. Aber da bei uns ja Mama und Papa vegan sind, wird es in den ersten zehn Jahren nicht große Schwierigkeiten geben, schätze ich. Da machen die Kinder ja doch das, was die Eltern machen oder wollen. Und da wir keine restriktiven Eltern sind, mache ich mir aber auch über die Pubertät oder die Zeit danach keine großen Sorgen. Ich bin da ganz optimistisch, dass das gut läuft und wir schaffen, unsere Werte gut zu vermitteln. :-)
Tofuwurst
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Re: vegane kinder

Beitrag von Tofuwurst »

Ach so: Und es ist natürlich auch immer ein Abwägen der Situation.

Wenn ich auf einer Geburtstagsfeier bin und mein dreijähriges Kind will uuuuuuuuunbedingt von der unveganen Schwarzwälder Kirschtorte essen, was mache ich dann?

Ich schätze, ich würde kurz versuchen, mit ihm zu sprechen und zu fragen, ob er wirklich diese Tierprodukte essen möchte. Wenn er wirklich dringend will, würde ich da auch keinen Aufstand proben. Ich will weder ihn erniedrigen, noch will ich, dass es eine hässliche Szene gibt, im Interesse aller. Ich schätze, ich würde ihn dann ein Stück Torte essen lassen und im Nachhinein mit ihm darüber sprechen und mir zusammen mit ihm Lösungen überlegen.

Mein Anspruch ist, mein Kind so vegan wie nur möglich aufwachsen zu lassen. Aber ich habe da keinen perfektionistischen Anspruch. Grundsätzlich nicht, aber auch weil ich denke, es ist kontraproduktiv. Wenn mein Kind mit der Assoziation aufwächst, dass die vegane Ernährung für ihn viele Nachteile und viel Verzicht gebracht hat, dann wird er sich davon abwenden, so früh er kann. Das ist natürlich nicht im Sinn der Sache.
Lösche Benutzer 1828

Re: vegane kinder

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

klingt ja erstmal ganz gut - ich denke, man muss da offen bleiben und die Grenze bei 10 ist wohl doch etwas hoch gesetzt, könnte ich mir denken
mein Sohn ist 9,5 und da ist schon lange nichts mehr mit Vorschriften in vielen Bereichen - aber mir ist es auch wichtig, meinen Kindenr möglichst wenig wirklich zu "verbieten"

aber man wächst da wohl rein -muss man ja auch........sich immer halt anpassen
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Fliederfee
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Re: vegane kinder

Beitrag von Fliederfee »

@tofuwurst: ich denke das ist aber auch ganz schön teuer die extrawünsche(nicht falsch verstehen mir fiel kein anderes wort ein) .....das können sich viele auch einfach nicht leisten.
„Nichts, was aus dir wird, kann mich enttäuschen; ich habe keine
vorgefasste Meinung, was du sein oder tun sollst. Ich habe keinerlei
Wunsch, dich vorherzusehen, nur den, dich zu entdecken. Du kannst
mich nicht enttäuschen.“

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Tofuwurst
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Re: vegane kinder

Beitrag von Tofuwurst »

Fliederfee hat geschrieben:@tofuwurst: ich denke das ist aber auch ganz schön teuer die extrawünsche(nicht falsch verstehen mir fiel kein anderes wort ein) .....das können sich viele auch einfach nicht leisten.
Welche Extrawünsche meinst Du denn?

Ich hab ja auch nicht gerade reich, man muss halt Prioritäten setzen.
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tania
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Re: vegane kinder

Beitrag von tania »

nuja, man braucht entweder zeit oder geld. denn man muss nicht die meist teuren fertigprodukte kaufen. wir machen seitan selber. das kostet so deutlich weniger als fleisch.. und io-sojamilch ist hier billiger als bio-vollmilch. aber wenn du in das erstbeste geschäft gehst und fertigprodukte kaufst, ist ernährung immer teuer :wink:
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Re: vegane kinder

Beitrag von Silke »

hui! Tania, erzähl mal bitte kurz was zur Seitanherstellung. Klingt natürlich klasse, hab ich aber ehrlich gesagt noch nie drüber nachgedacht, ob das geht... :roll: :wink:
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Re: vegane kinder

Beitrag von Meli 307 »

hat jemand gestern die Doku in 3Sat gesehen?
es ging zwar um Essen allgemein und die Massenproduktion als System, aber auch um Fleisch und Tiere...
Gruß Meli
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love123
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Re: vegane kinder

Beitrag von love123 »

ich muss gestehen, dass ich die letzten 9seiten nicht komplett gelesen hab, aber ich möchte trotzdem was dazu sagen/schreiben.
Ich bin vegetarierin, genauso wie mein freund. wir werden unserer tochter daheim auch nichts anderes anbieten. wenn es wo anders passiert - dann passiert es, da kann man nix machen. unseren familien haben wir allerdings schon gesagt, dass sie der kleinen keine wurst/fleisch anbieten sollen, wenn sie dann groß genug ist.
ich mache das aus überzeugung und das werde ich auch meinem kind erklären. sie wird erfahren, was fleisch ist und warum ich/wir keines essen wollen. wenn sie das schon will, dann werden wir sie davon nicht abhalten.

ich denke, dass jede art zu leben und alle entscheidungen einen ideologischen hintergrund haben (begonnen bei: wie lange ich stille - bis zur religion - an die manche glauben) auch das essen ist da keine ausnahme.
die art, wie in unserer heutigen gesellschaft fleisch konsumiert wird, ist genauso ideologisch geladen, wie der bewusste verzicht darauf. (tiere werden als waren betrachtet, massentierhaltung aufgrund des mangelnden respekts gegenüber anderen lebensformen, "fleisch macht gesund" (werbespot in österreich), ...)
von daher ist JEDE art zu leben - und unseren kindern etwas vorzuleben - eine ideologische haltung gegenüber etwas.
ob diese haltung unreflektiert ist und nicht als solche auffällt, da sie teil des mainstream ist - oder ob es eine reflektierte entscheidung ist, ist dabei unerhelblich.
auch die mehrheit/ der mainstream ist von ideologien bestimmt - die erst beginnen aufzufallen, wenn man davon abweicht.

von daher ist es meiner meinung nach im allgemeinen unerhelblich, ob man sich ideologisch dafür oder dagegen entscheidet, den kindern fleisch zu geben - oder sie vegetarisch oder vegan zu ernähren. bei einer ausgewogenen mischung an nahrungsmitteln wird es ihnen mit- oder ohne fleisch gut gehen und sie werden sich gut entwickeln - allerdings muss dazu gesagt werden, dass vegetar. - bzw vegane kinder meist gesünder sind - das liegt daran, dass die/der durchschnittliche fleischesserIn unreflektiert konsumiert, während die veg. fraktion sich aufgrund der bewussten entscheidung, so zu leben, sich viel intensiver mit nahrung beschäftigt hat. (trifft natürlich nicht auf alle zu!)

soweit der soziologische standpunkt :)

persönlich muss ich allerdings sagen, dass ich fleischkonsum nicht nachvollziehen kann. ich könnte mir keine beziehung mit einem fleischesser vorstellen und würde nicht auf die idee kommen, meinem kind daheim (!) etwas anzubieten, was ich selbst weder essen noch angreifen möchte.
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Re: vegane kinder

Beitrag von Silke »

@love123: Sehr schön geschrieben :D -danke.
LG und- Willkommen hier!
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