bella27 hat geschrieben: 19.09.2021, 22:23
Boah der Schuh sieht echt perfekt aus.
Total klasse.
Welcher Schnitt war das nochmal?
Danke
Ich nähe im Wesentlichen nach dem
Barfoots-Schnittmuster. (Dass ich nach der Barfoots-Anleitung nähe, kann ich inzwischen allerdings nicht mehr wirklich behaupten

)
Meine größte Änderung am Schnitt ist, dass ich die Kappe (das Teil vorne oberhalb der Zehen) und die Zunge (Lasche) inzwischen gern aus einem Schnittteil mache statt aus zweien. Dadurch ändert sich die Konstruktion des Schuhs vorne wesentlich (und der Schuh wird optisch ähnlicher zu den Bigtaps/Tiptaps vom fluffstore, was der andere bekannte Schuh-Schnitt ist. Den habe ich nicht, finde ihn aber von Bildern her von der Passform deutlich schlechter als die Barfoots, die, wie ich finde, sehr professionell wirken).
Eine Anleitung zu meiner Änderung ist im Schuh-Näh-Thread, ich hatte das auch hier ein Thread mal verlinkt (müsste ca. auf Seite 2 sein). Meine Änderung ist eigentlich eine deutliche Vereinfachung des Schnitts, also wem die Optik gefällt, kann ich nur empfehlen, sich dran zu trauen das nachzubasteln.
Ich würde den Schnitt auch definitiv weiterempfehlen, mit der Einschränkung, dass die Anleitung etwas übersichtlich ist. Ich gucke inzwischen beim Nähen da aber eh gar nicht mehr rein. Wenn ich am Planen bin, such ich aber immer mal wieder etwas oder les was nochmal nach. Und ich hab dabei bis jetzt echt jedes Mal noch was irgendwie mir komplett Neues in der Anleitung gefunden, weil die so unübersichtlich ist

Also man sollte sich vor dem ersten Paar etwas Zeit fürs Studium der Anleitung nehmen und dann damit rechnen, dass man vielleicht irgendwas überliest und was schiefgeht oder es erst im zweiten Anlauf klappt

und am besten nicht gleich mit gefütterten Lederschuhen anfangen. Ungefütterte Lederschuhe sind vermutlich am einfachsten, vor allem, wenn man eh schon Erfahrung mit Leder hat.
Vielleicht sollte ich mich da wirklich mal ran trauen.
Wie gut schafft das deine Maschine?
Meine hat bei 4 lagen Leder bzw teilweise schon in der Kurve etwas Probleme und lässt Stiche aus.
Aber ist lässt es sich beheben mit nochmal drüber nähen.
4 Lagen Leder ist schon sehr viel! Deine Maschine ist vermutlich besser als meine.
Ich habe eine 300-€-Maschine, eine Brother innovis 10A - okay, plus 40 € für den Obertransportfuß, den hab ich mir vom Mann schenken lassen. Ich nähe alles, was irgendwie geht, hier mit Obertransport. Nur wenn es sehr enge Stellen gibt, wechsel ich auf den Reißverschlussfuß (bei diesem Paar hier aber z.B. gar nicht).
Mein Paar hier hat nirgends mehr als 3 Lagen vernäht und auch die 3 Lagen nur an wenigen Stellen, wo sich Schnittteile wenige cm überlappen. (Der Originalschnitt hat leider eine Stelle, wo man auch bei ungefütterten Lederschuhen 4 Lagen Leder nähen muss, ist extrem unspaßig.) Meine Maschine kommt mit 2 Lagen Leder problemlos klar, 3 Lagen gehen auch noch gut (solange das Leder nicht allzu dick ist), der Übergang von 2 auf 3 oder umgekehrt sind allerdings immer hakelig durch die "Kante". Da macht meine Maschine auch gern Fehlstiche und ich muss super langsam machen (nervt, aber lohnt sich). Da bin ich immer mit Handrad dabei, evtl an ganz schlimmen Stellen drücke ich beim Hochdrehen der Nadel vorsichtig(!) das Nahfüßchen vorne runter, das verhindert Fehlstiche ganz zuverlässig.
Und, es hängt etwas von Leder ab, aber ich nähe meistens mit einer 90/14 Stretchnadel. Sehr festes Leder oder zwei Lagen Leder komplett ohne Kanten gehen auch mit ner Ledernadel ganz gut. Aber leicht elastisches, weiches Leder oder an allen Stellen, wo es schwierig wird, da muss hier die Stretchnadel her. Das muss man notfalls einfach ausprobieren. (Ich hab beim ersten Paar Schuhe Blut und Wasser geschwitzt, als die Maschine bei 3-4 Lagen plötzlich nur noch ne saubere Reihe Fehlstiche machte und nix half - bis ich in meiner Verzweiflung alles vorhandenen Nadeln durchprobierte und die Stretchnadel funktionierte

)