Ständig wunde Brustwarzen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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blueberry
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Re: Ständig wunde Brustwarzen

Beitrag von blueberry »

Hallo Merci,

Du klingst in der Tat optimistischer :D Ich drück fest die Daumen!
merci32 hat geschrieben:mensch, das war ja mitten in der Nacht. :shock:
Meine Kleine war bis fast Mitternacht wach *lach* - solange sie wach ist, brauche ich nicht anzufangen, zu recherchieren :wink:

Jetzt nur erstmal dazu:
merci32 hat geschrieben:
Oma und Opa stattdessen auf Becherfütterung (oder Softcup)

Die waren schon so aufgeregt, dass sie Fingerfüttern sollen... Na mal sehen, was das wird. Welchen Becher/Softcup empfiehlst du mir? Der von medela, ist der ok?
http://www.amazon.de/Medela-800-0398-So ... la+softcup
Für "mal zufüttern" geht im Prinzip jeder kleine Becher in Schnapsglasgröße - oder gleich ein größeres Schnapsglas. Spezielle Muttermilchfütterbecher sind nochmal etwas komfortabler geschnitten, da sie abgeschrägt sind oben. Die bekommst Du online oder auch in jeder Apotheke zum Bestellen. Die kosten pro Stück ca. EINEN Euro! ;)

Also, wenn nicht regelmäßig zugefüttert werden soll, finde ich den Softcup schon einfach sehr teuer. Der ist im Prinzip ein "Muttermilch-Fütterbecher deluxe", in den halt ein Ventil gegen verschütten eingebaut ist. Und wenn Großeltern oder Papas sehr "flaschengeprägt" sind, baut der manchmal Berührungsängste ab 8) .
Muss das wirklich gleich Montag schon sein? Oder ist einmal mehr oder weniger Fingerfüttern dann jetzt auch egal?
Ganz ehrlich? Ich würde ab sofort das Fingerfüttern lassen, ja.

Es kann schon unter normalem Umständen zu Saugverwirrung führen - mit den anatomischen Besonderheiten Deines Babys erst recht. Leider gilt nicht "einmal ist keinmal", besonders bei diesbezüglich vorbelasteten oder empfindlichen Babys (was bei Euch BEIDES gegeben ist). Es wäre schade, wenn Du die vielen kleinen Vorwärtsschrittchen, die ihr gerade gegangen seid, durch einen großen Rückwärtsschritt zunichte machen würdest...

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Hast Du in den Link zu stillfreundlichem Zufüttern geschaut, wie das Bechern funktioniert? Hier ist ergänzend noch ein Video zur Becherfütterung mit einem Muttermilchfütterbecher. Dein Baby ist kein Neugeborenes mehr und wird sicher schwungvoller an die Sache rangehen :lol: , aber das Prinzip bleibt das Gleiche.

Wichtig: das Baby sollte gut abgestützt sehr aufrecht gehalten werden (wie ein Erwachsener, wenn er etwas zurückgelehnt trinken will) und holt sich die Milch durch Schlecken, SChlabbern und Schlürfen aus dem halbvollen, schräg gehaltenen Becherchen überwiegend selbst - nicht einfach nen großen Schluck in den Mund schütten.

Mit Mullwindel die Ärmchen pucken ist sicherlich sinnvoll :wink: . Und an nen Kleckerschutz denken. Dann wird das schon. Ab Beikostalter können Kinder normalerweise aus kleinen Becherchen auch normal trinken - Dein Baby ist ja nicht mehr klimperklein. Das bekommen Oma und Opa mit ein paar Hinweisen bestimmt gut hin. :)

Alles andere später.
LG, blueberry
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
merci32
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Re: Ständig wunde Brustwarzen

Beitrag von merci32 »

Hallo!

Ach ach, zwei Stillmahlzeiten später: Der fiese Schmerz an der BW Spitze ist zurück. Ich hatte gestern Abend die letzte Ibuprofen. :(

Ich habe mit der Stillberaterin telefoniert. Sie hatte ja von Anfang an den hohen Gaumen ins Spiel gebracht. Sie sagt, sie wollte erst alle anderen Möglichkeiten ausschließen. Das ist aus ihrer Sicht jetzt passiert. Zum hohen Gaumen hat sie keine Idee außer den Zungenspaziergang und möchte die weitere Beratung der Logopädin über lassen.
Ich habe die Stillberaterin ganz explizit gefragt, ob aus ihrer Sicht alles versucht wurde und damit nun alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Sie sagt ja, alles versucht. Aber wir telefonieren morgen nochmal, wenn ich weiß was die Logopädin gesagt hat.
Für mich ist am Montag Schluss. Es sei denn, die Logopädin sagt, es ist das und das und XYZ hilft innerhalb von 2 Wochen dieses Problem und damit die Schmerzen abzustellen. Ich kann nicht mehr. Und ich möchte wieder wirklich richtig für meine große Tochter, meinen Mann - und eben auch für den Kleinen da sein. Die Schmerzen belasten uns hier sehr.
Die Frage ist natürlich: Wenn das mit 5 Monaten verwachsen ist, wären das ja nur noch knappe 3 Wochen. Was meinst du denn? Blöd wäre jetzt ja auch so lange gekämpft zu haben und dann kurz vorm Ziel aufzugeben. Wie sind da meine Chancen? Weiter?

Soor mache ich trotzdem weiter bis Montag.

Viele Grüße!
Der Kleine 7/2016, der Mittlere 10/2014, die Große 01/2012.
merci32
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Re: Ständig wunde Brustwarzen

Beitrag von merci32 »

Nachtrag:
Die Stillberaterin sagt auch wie die Kinderärztin: hoher Gaumen ja, aber passt zur Kopfform. Deshalb wollte sie erst alles andere ausschließen.
Jetzt bleibt aus ihrer Sicht nur noch der hohe Gaumen bzw. die falsche Zungentechnik übrig.

Zu Soor noch: Die Kinderärztin hat zweimal im Abstand von 2 Wichen den Mund von meinem Sohn auf Soor geprüft und beide Male gesagt, nix zu sehen. Das letzte Mal war gestern.
Die Stillberaterin war ja auch zu mehreren Hausbesuchen da und hat auch gesagt, dass die BW nicht nach Soor aussehen...
Der Kleine 7/2016, der Mittlere 10/2014, die Große 01/2012.
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deidamaus
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Re: Ständig wunde Brustwarzen

Beitrag von deidamaus »

Hallo merci,

ich möchte dir noch zwei Erfahrungen von mir da lassen. Meine Große hat auch einen hohen Gaumen und hatte als Baby eine Lieblingsseite (Kopf unter der Geburt nicht gedreht). Ich hatte tiefe Risse in den Brustwarzen und fiese Schmerzen in den ersten drei Monaten. Dann war ich mit ihr bei der Osteopathin, die die Blockaden gelöst hat. Danach wurde es besser und mit fünf Monaten konnte ich schmerzfrei Stillen. Mittlerweile sind wir mit ihr noch in logolädischer Behandlung (falsches Schluckmuster und leichtes Lispeln) und die Logopädin meinte, dass es sehr gut war, dass sie so lange (drei Jahre) gestillt wurde und keine künstlichen Sauger bekam, da die Probleme wahrscheinlich sonst deutlich größer wären.

Außerdem hatte ich mal eine Frau in der Beratung (ganz am Anfang meiner Tätigkeit als Stillberaterin), die auch Schmerzen hatte, bei denen wir keine Ursache finden konnten. Erst die Osteopathin (zu der ich sie geschickt habe), hat den hohen Gaumen festgestellt. Um den fünften Lebensmonat herum wurde das Stillen bei ihr dann schmerzfrei, ohne das wir etwas spezielles getan hätten.

Vielleicht hilft dir das weiter und du hältst noch ein bisschen durch, sehr wahrscheinlich wird es bald besser werden.

Bei blueberry bist du übrigens in allerbesten Beratungshänden.

Liebe Grüße
Deidamaus
Liebe Grüße von deidamaus, ModTeam-Stillberatung
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blueberry
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Re: Ständig wunde Brustwarzen

Beitrag von blueberry »

Liebe Merci,

oje, was für eine emotionale Achterbahn für Dich heute! Ich geh mal zuerst Deine praktischen Fragen durch und gehe dann auf Deinen Abstillwunsch ein.

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Wegen des Soorverdachtes: wenn Du noch eingefrorene Milch hast, solltest Du diese verwerfen und nur tagesaktuell abgepumpte Milch verfüttern. Pilze gehen leider durch Einfrieren nicht kaputt und könnten Dein Baby und Dich sonst wieder anstecken.

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Hast Du beim/nach dem Pumpen eigentlich auch Schmerzen?


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merci32 hat geschrieben:Beißring [...] ich meine, den kann man nicht auskochen. Muss der jetzt sofort weggeworfen werden? Oder darf er den noch ein paar Tage haben? Und ab wann macht es Sinn, einen neuen zu kaufen?
Nein, den Beißring musst Du nicht wegwerfen. Wenn er wirklich nicht auskochbar ist (bist Du sicher?), lass Dich mal in der Apotheke beraten, welches Desinfektionsmittel geeignet ist. Ich würde ihn für die Dauer der Behandlung jetzt nicht verwenden (man kann Babys auch auf Mamas gebogenen, mit kochbarer Mullwindel umwickelten Finger kauen lassen), danach mit reichlich Mel*septol (*=i) o.ä. behandeln (hat der Ritzen?), grüüüüündlich nachspülen mit Wasser - und dann ist der m.E. wie neu :wink:

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merci32 hat geschrieben:ich hatte eigentlich gehofft, ihm jetzt doch noch den Schnuller angewöhnen zu können. Denn er nuckelt jetzt an seinem Daumen und ich würde doch lieber wollen, dass er den Schnuller statt des Daumens nimmt. Das soll ich dann abhaken? Und der Daumen ist dann aber in Ordnung? Oder muss der auch verboten werden? :?
Daumennuckeln machen Babys schon im Mutterleib - das ist völlig normales Verhalten. So ein Daumen ist klein, weich, wächst mit dem Kind mit und wird zum beidhändigen Hantieren automatisch aus dem Mund genommen. Ich weiß, dass die Meinungen da auseinander gehen, aber ich persönlich würde den Babydaumen einem Schnuller eindeutig vorziehen (und kann mich damit auf Fachärzte berufen: "Stillen ist besser als Fläschchen, Daumen besser als Schnuller.")

merci32 hat geschrieben:Was ist eigentlich ganz generell mit dem Saugbedürfnis? Also, ja, zum Milch trinken satt werden. Aber so einfach so quasi? Brauchen die Kleinen das denn nicht? Deshalb nehmen sie doch so gern Schnuller oder Daumen, oder nicht? Ja klar, noch lieber die Brust...
Eine Unterscheidung in "Saugen zur Nahrunsaufnahme" und "sonstiges Saugbedürfnis" ist nicht sinnvoll. Das natürliche Saugbedürfnis von Babys ist dazu da, dass das Baby ausreichend lange an der Brust ist, um seine vielschichtigen Bedürfnisse dort erfüllt zu bekommen:
Stillen dient neben Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme auch...
... der Befriedigung des Nähebedürfnisses zur Hauptbezugsperson,
... der Befriedigung des Saugbedürfnisses,
... der sensorischen Stimulation ALLER Sinne (Tast-, Geruchs-, Sehsinn usw.),
... der Regulierung der kindlichen vegetativen Systeme (Wärmehaushalt, Nervensystem, Puls, Verdauung, Atmung usw.),
... der Kommunikation zwischen Kind und Hauptbezugsperson,
... der Festigung von Beziehungsqualität und Urvertrauen,
... der Beruhigung,
... dem Abbau von (An-)Spannung,
... dem stressarmen Einschlafen,
... der Linderung von Schmerzen.

Das ist ein automatisches Gesamtpaket und man kann (und muss!) das nicht auseinanderklamüsern. Viele nach Bedarf gestillte Kinder, die Mahlzeitenhäufigkeit und -dauer selbst bestimmen können, brauchen keinerlei andere Sauggelegenheit außer der Brust (auch wenn die Schnullerindustrie das nicht gern hört :lol: ).

[An dieser Stelle gleich eine Entwarnung: Solltest Du Dich tatsächlich zum teilweisen oder kompletten Abstillen entschließen, ist das alles nicht automatisch verloren! Wenn Du magst, beraten wir Dich gern zu künstlicher Säuglingsernährung nach Stillvorbild - man kann mit entsprechendem Wissen und geschärftem Bewusstsein auch mit sehr viel Nähe zum Kind Flaschenfüttern! :) Aber noch sind wir da ja nicht...]
merci32 hat geschrieben:Ahhhh! :shock: Aber er schläft doch immer ein, während er an meinem kleinen Finger nuckelt. Das ist ja eine schöne Sch... Auweia. Puh. Ehrlich? Was mach ich da jetzt?
Ich könnte
1) Die Ärmel vom Schlafsack abbauen, so dass er an seinen Daumen kommen könnte. (Ärmel sind länger als die Ärmchen.)
2) Ihn an meiner Brust nuckeln lassen, bis er einschläft... aua. :|
3) Versuchen, ihm etwas anderes beizubringen? Die Spieluhr mache ich z.B. ohnehin schon an... Aber hat das Aussicht auf Erfolg?
Keine Panik! Wenn das jetzt schon so lange Euer bewährtes Einschlafritual ist, dann belass es ganz beruhigt dabei! Je älter Dein Kind wird, desto weniger formbar ist der Gaumen - mit vier Monaten ist es jetzt kein Neugeborenes mehr.
Alternativ könntest Du es mit Einschlaftragen im Tragetuch/Tragehilfe versuchen, und später vielleicht doch irgendwann mit Einschlafstillen (wenn Du keine Schmerzen mehr hast), aber wenn "Mamas kleiner Finger" gut für Euch passt, dann ist das okay! (Und für's Stillen deutlich besser als ein Schnuller!)

Viel wichtiger ist es, Fingerfeeding und Flaschenfütterung komplett zu meiden, da hier Nahrungsaufnahme und Saugen zusammenkommen und somit das Risiko für Saugverwirrung DEUTLICH höher ist.

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merci32 hat geschrieben:Da die Osteopathin KISS ja auch schon ausgeschlossen hatte, denke ich, diesen Überlegungszweig können wir dann verlassen. Mein Sohn zeigt ja auch keine anderen Auffälligkeiten, die auf KISS deuten würden. Was meinst du?
Kommt drauf an, in welchem Alter Dein Baby bei der Osteopathin war - jünger als 12 Wochen?

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merci32 hat geschrieben:Ich habe mit der Stillberaterin telefoniert. [...] Zum hohen Gaumen hat sie keine Idee außer den Zungenspaziergang und möchte die weitere Beratung der Logopädin über lassen.
Seit wann machst Du den Zungenspaziergang denn regelmäßig jeden Tag? Schon mehrere Wochen lang?

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merci32 hat geschrieben:
Vasospasmus hab ich auch mehrfach in den Berichten gefunden, der ist ja auch oft schmerzausgelöst.
Das wusste ich gar nicht. Aber ich hatte bei meiner großen Tochter nie weiße BW beobachtet...
Ja, das passt. Vasospasmen kommen oft zu schon bestehendem Schmerz (aufgrund von Soor, schlechter Stilltechnik, ...) hinzu und werden entsprechend auch oft mit Behandlung dieses "Auslöserschmerzes" besser.

Wenn Dein Englisch gut ist, kann ich Dir die Seite von Dr. Jack Newman zu Vasospasmus empfehlen. Ich zitiere mal die Dosierungsempfehlung für Mg und Ca:
Magnesium supplements with added Calcium taken as 2 teaspoons (300mg Magnesium/200 mg Calcium (gluconate), or taken separately: 2x daily or 300mg Magnesium 2x daily & 200mg of Calcium.)
Wenn Du Durchfall bekommst, solltest Du also ruhig runterdosieren und die anderen Maßnahmen beachten wie Wärmeanwendung, Vermeiden von Verdunstungskälte durch schnelles Bedecken feuchter BW etc.

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Achso, wegen Wolle/Seide-Einlagen und Soor: man kann die Einlagen ohne Einlaufen Kochen, wenn man sie MIT dem Wasser erhitzt und abkühlen lässt (ohne Temperaturschocks). Während der Soorbehandlung lieber Einwegeinlagen benutzen.

Ahh, Baby ruft, ich schick den Teil schonmal ab. Bis gleich, blueberry
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Re: Ständig wunde Brustwarzen

Beitrag von blueberry »

Fehlalarm, hier also der zweite Teil:

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Zu Deinem Abstillwunsch:
merci32 hat geschrieben:Für mich ist am Montag Schluss. Es sei denn, die Logopädin sagt, es ist das und das und XYZ hilft innerhalb von 2 Wochen dieses Problem und damit die Schmerzen abzustellen. Ich kann nicht mehr. Und ich möchte wieder wirklich richtig für meine große Tochter, meinen Mann - und eben auch für den Kleinen da sein. Die Schmerzen belasten uns hier sehr.
Das ist Dein gutes Recht! Niemand hier steckt in Deiner Haut und kann nachfühlen, wie Du Dich fühlst. Du kannst jederzeit abstillen - wenn Du möchtest auch heute schon! Niemand hier wird Dir deshalb einen Vorwurf machen und wir begleiten Dich gern bei der Milchreduktion und dem Ausloten aller Optionen, z.B.:
* Muttermilch auf Vollstillniveau abpumpen und per Flasche füttern (sogenanntes "Pumpstillen") - möglichst nach Stillvorbild
* Muttermilch auf beliebigem Teilstillniveau abpumpen und mit PRE ergänzt per Flasche geben
* MuMi/PRE per Flasche geben und in beliebigem Umfang dazu weiter Teilstillen (z.B. eine, zwei, ... Mahlzeit(en) am Tag) - eine Saugverwirrung KANN auftreten, muss ja aber nicht. So lange könntest Du weiterhin Teilstillen und schauen, ob sich die Stillprobleme verwachsen.
* Stillhütchen ausprobieren und damit Vollstillen oder Teilstillen (plus PRE oder MuMi per Flasche oder stillfreundlich zugefüttert)
* ...

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merci32 hat geschrieben:Die Frage ist natürlich: Wenn das mit 5 Monaten verwachsen ist, wären das ja nur noch knappe 3 Wochen. Was meinst du denn? Blöd wäre jetzt ja auch so lange gekämpft zu haben und dann kurz vorm Ziel aufzugeben. Wie sind da meine Chancen? Weiter?
Zunächst mal: Es mag sich anfühlen, als sei das Ganze ein Rennen, bei dem Du nun nach vielen Kilometern auf der Zielgerade aussteigst. Der Vergleich hinkt aber: Deine Stillgeschichte ist kein Rennen, bei dem es ums Erreichen eines Zieles geht, ohne das der gesamte Lauf umsonst war - im Gegenteil! Jeder einzelne Tag und jeder einzelne Tropfen Muttermilch (in dem tausende lebender Zellen enthalten sind!) zählt und ist wertvoll für Dein Baby und seine Entwicklung - während der Stillzeit und auch für danach. :D Du hast Deinem Kind ein wunderbares Geschenk mit auf seinen Weg gegeben, das NICHTS von seinem Wert verliert, auch wenn Du augenblicklich aufhörst zu Stillen!


Gleichzeitig: Nach allem, was ich bisher in Erfahrung bringen konnte, würde ich sagen: Deine Chancen auf Besserung stehen ziemlich gut! Und die Zeit ist absehbar!

Wenn Du konkrete Zeitangaben in Wochen und Tagen haben möchtest, werden aber sowohl ich als auch die Logopädin morgen vermutlich passen müssen. Niemand kann Dir in die Hand versprechen, dass Du jetzt "noch fünf" oder "zwölf" oder "21 Tage durchhalten" müsstest bis zum ersten schmerzfreien Stillen. Wenn Du Dich entschließt, es mit dem Stillen auf die ein oder andere Weise weiter zu probieren, kannst Du aber jederzeit von einem auf den anderen Tag entscheiden "morgen" ganz abzustillen. Es gibt hier nicht nur "entweder/oder", sondern viel dazwischen.


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Zum weiteren Vorgehen:
merci32 hat geschrieben:
Asymmetrisches Anlegen ... bei hohem Gaumen ist es oft schmerzhafter für die Mutter
Na, vielleicht habe ich mich dann ja gar nicht so blöd angestellt, als ich das versucht habe. :mrgreen:
Ja, scheint so :wink: . Wir wussten nichts vom hohen Gaumen und Du hast (für sonstige Stillprobleme untypischerweise) auf asymmetrisches Anlegen mit verstärkten Schmerzen reagiert. Zum hohen Gaumen passt das aber.

Die kontaktierte Kollegin bestätigte mir inzwischen auch die Tipps, die ich Dir heute Nacht in Bezug auf das Stillen bei hohem Gaumen gab. Mich stimmt das sehr zuversichtlich - ich denke, dass wir jetzt endlich wirklich auf der richtigen Spur sind :D !
merci32 hat geschrieben:Ach ach, zwei Stillmahlzeiten später: Der fiese Schmerz an der BW Spitze ist zurück. Ich hatte gestern Abend die letzte Ibuprofen. :(
Ich verstehe, dass Du in jedem Moment die gesamten vier durchlittenen Monate mitbetrachtest, und der Weg bis hierhin sehr lang und steinig war.

Ich bitte Dich, bei Deinen Erwägungen jetzt aber auf das aktuelle Wegstück zu schauen: seit wir den "richtigen Wegweiser" gefunden haben, sind nun gerade erst 24 h vergangen! Kurz zuvor haben wir die Schmerzen und die Beanspruchung der BW durch das asymmetrische Anlegen unbeabsichtigt verstärkt - davon müssen Deine BW sich nun erstmal erholen und Du und Dein Baby brauchen Zeit, sich in die neuen Vorschläge einzufinden. Sowas geht nicht von heute auf morgen.

Trotz (!) der ungünstigen Anlegetechnik wirkt sich das Fokussieren auf eine stabile Stillposition bereits eindeutig positiv auf das Stillverhalten aus mit weniger An- und Abdocken und ruhigerem Stillen. Das befördert das Heilen, da Ab- und Andockvorgänge und verlorengehendes Vakuum immer besonders stressig für die BW sind!

Auch das Löschen des Schmerzgedächtnisses unter Schmerzmittelgabe braucht seine Zeit. Und in dieser Zeit wächst Dein Baby weiter und weiter - die Zeit spielt für uns!

Hast Du einen Arzt des Vertrauens, mit dem Du Dosis und für Dich verträgliche Dauer einer stillverträglichen Schmerzmedikation besprechen könntest?
merci32 hat geschrieben:Ich habe die Stillberaterin ganz explizit gefragt, ob aus ihrer Sicht alles versucht wurde und damit nun alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Sie sagt ja, alles versucht.
Außer: möglichst gut überbrücken (und sei es durch Pumpen, Flasche und wenig Teilstillen) und Dein Baby noch etwas wachsen zu lassen.

Was meinst Du? Egal wofür Du Dich entscheidest, wenn Du magst, begleiten wir Dich hier.

LG, blueberry
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Re: Ständig wunde Brustwarzen

Beitrag von merci32 »

Hallo blueberry!

Danke für deine Antwort.
Ich denke, ich höre mir an was die Logopädin sagt.
Und du hast ja recht, erst 24 Std seit wir auf der richtigen Spur sind. Ja, das Wochenende über will ich auf jeden Fall weiter stillen.
Wenn das OK ist, schicke ich dann ein Video vom Cross Cradle und vom Liegen. Vielleicht (oder eher bestimmt) hast du da noch Tipps für mich. Die müssen aber erst noch gedreht werden.
Ich möchte unbedingt weiter stillen. Der Gedanke ans Abstillen fühlt sich so an als ob mir jemand mein Baby wegnehmen würde... Verrückt.

Ich schreibe nachher ausführlicher und Berichte von der Logopädin. :)

Viele Grüße!
Der Kleine 7/2016, der Mittlere 10/2014, die Große 01/2012.
merci32
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Re: Ständig wunde Brustwarzen

Beitrag von merci32 »

Hallo!
Nun also ausführlicher.

Ich war bei der Logopädin, die auch Castillo Morales macht. Sie sagt, dass mein Sohn wohl meinen Gaumen geerbt hat und er leicht hoch ist, aber alles andere als besorgniserregend. Sie meint, er streckt sich nach hinten, vor allem mit den Armen, so und auch beim Stillen mit dem oberen Arm, dass er den so nach hinten wegstreckt. Ich soll die Arme nach vorn bringen, er sollte nach Möglichkeit mit dem oberen Arm meine Brust "festhalten".
Das widerspricht nun aber euren Empfehlungen hier, denn dann würden seine Hände zwischen unseren Bäuchen liegen... Trotzdem probieren?
Ich soll außerdem seinen Füßen einen Widerstand bieten. Sie hat erklärt, dass auch wir Erwachsene beim Essen die Kraft aus den Füßen holen. (Ich selbst kenne mich mit der Theorie von Castillo Morales nicht aus, ich nehme das jetzt einfach so hin und an was die Logopädin gesagt hat).
Außerdem sagte sie noch, dass es auch möglich ist, eine seiner Hände zu ergreifen und mit dem Daumen in seine Handfläche zu drücken, auch das folgt der Kraft aus den Händen holen Theorie.
Außerdem empfiehlt sie dringend Babymassage. Sie meint generell hätte mein Sohn viel Kraft, was aber sehr gut ist, er ist nicht überspannt oder ähnliches. Die Massage würde ihm entspannen helfen.
Und sehr schön: Die Maßnahmen helfen wenn dann sofort, sagt sie.

Nun hatte ich bislang einmal die Gelegenheit seit dem Besuch bei ihr zu stillen. Und es hat null gebracht.
Ich habe allerdings auch das Gefühl, mindestens noch 3 zusätzliche Hände zu brauchen, um alle ihre Tipps umzusetzen. Insofern brauche ich da einfach noch ein bisschen Übung. Und massiert haben wir jetzt natürlich auch noch nicht, aber das werde ich heute Abend dann auf jeden Fall einbauen.

Kennt jemand vielleicht eine gute Anleitung zum massieren? So schnell finde ich jetzt ja keinen Kurs. Muss ein Kurs unbedingt sein oder kann man sich das auch anlesen?

Was meint ihr denn generell zu ihren Tipps? Sie beurteilt das jetzt ja aus Logopäden Sicht, sie ist ja keine Stillberaterin.

Ich bin niedergeschlagen. Ich glaube, ich hätte mir mehr gewüscht dass sie sagt, ja es ist ein hoher Gaumen, da hilft nur abwarten und überbrücken. Wahrscheinlich hatte ich mich darauf jetzt eingestellt... ;) Nun scheint es das aber nicht zu sein. Und so habe ich das Gefühl dass es die zig Tausendste Sache ist, die ich probieren soll und die sowieso wieder zu nichts führen wird außer dass ich mir wieder Hoffnungen machen werde, dass es endlich endlich schmerzfrei und schön wird und dann wieder ganz traurig bin, wenn es wieder nichts wird... :(
Aber gut, bis Montag probiere ich auf jeden Fall noch...
Du hast Deinem Kind ein wunderbares Geschenk mit auf seinen Weg gegeben, das NICHTS von seinem Wert verliert, auch wenn Du augenblicklich aufhörst zu Stillen!
Vielen Dank für diese Sichtweise, du hast natürlich Recht. Das hilft mir sehr. :)
seit wir den "richtigen Wegweiser" gefunden haben, sind nun gerade erst 24 h
Würdest du denn nach der Logopädin immer noch sagen, der hohe Gaumen ist der richtige Wegweiser?
Hast Du einen Arzt des Vertrauens, mit dem Du Dosis und für Dich verträgliche Dauer einer stillverträglichen Schmerzmedikation besprechen könntest?
Nein, ich habe gar keinen Hausarzt... Geht Ibuprofen in die Muttermilch über? Also wenn ich das nehme, ist es dann nur mein Magen, der in Mitleidenschaft gezogen wird oder betrifft das mein Baby auch?
Hast Du beim/nach dem Pumpen eigentlich auch Schmerzen?
Nein weder noch. Das macht Soor noch unwahrscheinlicher, oder? Kann ich am Montag aufhören mit Creme und Mundgel? Mich selbst auf Verdacht zu cremen stört mich nicht so, aber meinem Sohn das doofe Mundgel zu geben, nur auf Verdacht, das wurmt mich ganz schön...
den Babydaumen einem Schnuller eindeutig vorziehen
Ja, die Logopädin sagte, am besten den kleinen Finger geben wenn er nuckeln möchte (am allerbesten die Brust), aber bevor er Daumen lutscht dann doch lieber den Schnuller, weil man den eben entwöhnen kann, was beim Daumen sehr schwer ist und so die Kinder sehr viel länger (bis 8 oder 12 Jahre) daran lutschen... Da scheiden sich die Geister.
automatisches Gesamtpaket und man kann (und muss!) das nicht auseinanderklamüsern
Ja, das ist wohl so... :)
Wenn das jetzt schon so lange Euer bewährtes Einschlafritual ist, dann belass es ganz beruhigt dabei!
Hui, da bin ich jetzt erleichtert... :)
Kommt drauf an, in welchem Alter Dein Baby bei der Osteopathin war - jünger als 12 Wochen?
Nein, knapp älter.
Seit wann machst Du den Zungenspaziergang denn regelmäßig jeden Tag? Schon mehrere Wochen lang?
Wir haben den konsequent jeden Tag 3 Wochen lang gemacht, dann sporadisch weiter, Jetzt schon länger nicht mehr. Es hat keine Veränderung bewirkt. Trotzdem lieber wieder machen? War das schlecht damit aufzuhören?
runterdosieren und die anderen Maßnahmen beachten
Heute war die BW wieder vorm Stillen weiß... Ich nehme jetzt 400 mg Magnesium. Ich gucke mal, wie es damit läuft.

Also wie gesagt, erstmal die Videos. Vielleicht habt ihr ja noch eine Idee dazu. Dann werde ich die Tipps von der Logopädin versuchen umzusetzen, was wie beschrieben gar nicht so einfach ist. Und den kleinen Mann massieren, das findet er auf jeden Fall gut.
Was dann Montag ist, weiß ich jetzt noch nicht... :(

Viele Grüße!
Der Kleine 7/2016, der Mittlere 10/2014, die Große 01/2012.
merci32
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Re: Ständig wunde Brustwarzen

Beitrag von merci32 »

Die zweite Mahlzeit seit der Logopädin.
Nix. :(
Cross Cradle, eine Hand hält die Brust, andere Hand drückt seine Hand, Ellenbogen desselben Arms hält seine Beine, an die Füße komme ich so nicht (geht nicht gleichzeitig mit Hand drücken). Baby liegt auf Stillkissen, leichte Tendenz zur Bauchlage.
Hat sehr geklemmt, aber zumindest nicht der fiese Schmerz an der BW Spitze.

Bei der Logopädin hab ich auf einem Stuhl sitzend, Wiege gestillt, Baby auf meinem Schoß. Dazu meinte sie, dass gut sei, wenn seine Sitzbeinhöcker zumindest festen Widerstand haben.

Viele Grüße
Der Kleine 7/2016, der Mittlere 10/2014, die Große 01/2012.
kerstin10
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Registriert: 18.08.2010, 09:58

Re: Ständig wunde Brustwarzen

Beitrag von kerstin10 »

Liebe Merci,

ich wünsche Euch so, daß Ihr/Du endlich Deine Schmerzen beim Stillen loswerdet!

Ich wollte Dir noch was zu der Aussage Deiner Logopädin zum Füßchen halt geben sagen: Das kenne ich vom Kinästhetik Infant Handling. Danach gibt das dem Baby einfach Sicherheit, sozusagen einen "Boden unter den Füßen". Und dadurch kann es entspannter sein. Ich habe da einen Workshop dazu gemacht und es hat auf mich sehr überzeugend gewirkt. Ich denke, daß ist auf jeden Fall und nicht nur beim Stillen ein feiner Ansatz.

Babymassage habe ich nach Frederic Leboyer gemacht, da gibt es ein schönes Buch dazu. Aber vielleicht findest Du ja auch was im Internet. Ich fand gut daran, daß es relativ schlicht war, das Kind einmal von oben bis unten berühren und in Kontakt mit ihm sein. Es war gar nicht kompliziert. Meiner hat es gern gemocht, - exakt bis er 6 Monate war und zu krabbeln anfing...

Alles Gute,
Kerstin
Mama mit großem Bären 2009
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