Danke!
Ich war gestern schon echt hinüber. Eigentlich wollte ich abends in den Gottesdienst, musste auch mal raus, aber irgendwie war mir das auch alles zu viel. Die Kleine ist momentan auch sehr unruhig, wenn ich sie unterm Tuch stille, und irgendwie ist alles doof. Ich bin dann gestern zu Hause geblieben. Heute wäre Taufe für Erwachsene und Kindersegnung für meine Kleine gewesen. Davor hat mir gestern auch schon so gegraut. Einen ganzen Tag am See, Hitze, Leute, Verwandtschaft... Da beide Omas heute etwas stärker angeschlagen sind, haben wir einfach spontan beschlossen, weder sie noch mich zu quälen und die Segnung zu verschieben. Somit ist da schon mal der Druck raus. Da bin ich gerade so froh, frei von gesellschaftlichen Zwängen zu sein, die bei so einem Anlass ja sowieso nichts verloren haben!
Mein Mann wollte mir gestern so gerne helfen und glaubte, einen wahrhaft konstruktiven Vorschlag machen zu können: "Still doch einfach ab."
Begründung: dann kann er mich auch mal unterstützen.
Ich fand die Idee so toll, dass ich erst mal heulend eine Runde Auto fahren musste. Danach hab ich versucht, ihm verständlich zu machen, dass Abstillen keine Lösung ist, dass es nur mehr Aufwand bedeutet, der dann wieder an mir hängen bleibt, dass ich nachts aufstehen müsste, das Kind schreiend auf seine Flasche warten müsste, und dass es jetzt sowieso nichts bringt, um uns bei den Zahnschmerzen zu entlasten, sondern eher alles noch schlimmer macht. Auf die gesundheitlichen Langzeitfolgen für das Baby bin ich schon gar nicht mehr eingegangen. Ich hab ihm erklärt, dass Fläschchen nur dann nützlich wären, wenn das Kind nicht genug zu Essen bekäme, und da das ja nun gar nicht mehr unsere Baustelle ist, Abstillen totaler Schwachsinn wäre. Auf meine Frage, was er denn wegen der Zahnschmerzen vorschlagen würde, hatte er auch keine Antwort.
Ja, ich finde das Stillen mitunter belastend. Es laugt aus, es tut weh und es lässt mich nicht mal frei haben. Aber ich will nicht tauschen! Fläschchen nerven, machen Arbeit, trösten nicht, sättigen nur. Das kann ich auch so. Ich sehe da keinen echten Mehrwert für mich, nur stark überwiegende Nachteile für uns alle.
Und ich bin auch so stolz, dass ich mich durchgebissen habe, dass ich vollstillen kann! Ich hoffe, ich halte auch trotz Zähnchen weiter durch!
Mein Mann ist generell etwas opportunistischer als ich. Er muss das Ziel seiner Mühen immer vor Augen sehen. Mir reicht da oft die Hoffnung.
Ich habe ihm auch erklärt, dass ich nicht erst abstillen muss, damit er mich unterstützen kann. Dass ich noch viel mehr Arbeit mit dem Baby habe als es satt zu kriegen und es so viel gibt, wo er mich entlasten kann, ohne dass ich mir noch mehr Belastung auferlegen muss.
Ich glaube, er hat ein bisschen was verstanden. Heute ist es mit den Schmerzen nicht mehr so schlimm. Die Kleine leidet eher unter Langeweile. Also hat er sie mit zum Bäcker genommen und auch sonst schon ganz viel gehalten. So fühl ich mich wirklich entlastet.
Und meinen BWs geht es heute auch ganz gut.
