Sie war bis gestern auf der Intensivstation, dann einen Tag auf der Wochenbettstation und wurde heute auf eine andere verlegt, da sich die Frauenklinik offensichtlich nicht um OP Nachsorge kümmern kann. Ich bin heute und morgen erst mal wieder daheim und fahr Donnerstag wieder hin. Ihr Mann wurde krank geschrieben, um sich uns Baby zu kümmern, heute ist seine Mutter noch zusätzlich eingesprungen. Der Kleine wurde mit Papa heute nach Hause entlassen. Ich finde, ihr Mann macht das großartig! So ein Neugeborenes ist doch für viele frisch gebackene Väter ohne vorherige Babykontakte mit etwas Berührungsängsten verbunden, aber er macht das locker (nach eigener Aussage "nur nach außen entspannt" - ich hab ihm gesagt, dass sei der Trick aller frisch gebackenen Eltern

).
Aber meine Freundin ist ganz schön am Ende ihrer Kräfte, hat noch starke Schmerzen, hat sich wundgelegen, Blähungen die dann auch noch von innen gegen die Narbe drücken... und irgendwie scheint da auch nix besser zu werden, außer das aktuell keine neuen inneren Blutungen auftreten (was ja schon viel Wert ist). Hinzu kommt, dass sie ganz schön geknickt ist. Einerseits möchte sie sich so gern mehr ums Baby kümmern, andererseits hat sie ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihn nicht permanent vermisst, wenn er nicht da ist, sondern froh ob der Ruhe ist. Einerseits möchte sie gern stillen, andererseits hat sie gerade nicht mal die Kraft, selbst etwas zu essen, geschweige denn abpumpen oder sonst irgendwas.

Ich mach mir Sorgen, was das mit ihrer Psyche macht...
Ich hab mit ihrem Frauenarzt soweit alles geklärt, sobald klar ist, wann sie entlassen wird, bekommt sie eine Haushaltshilfe per Krankenkasse.
Ich würd so gern mehr tun... Ich hab schon gesagt, ich würd den Kleinen natürlich auch nehmen, aber will ihn den frisch gebackenen Eltern auch nicht "wegnehmen".

Hab angeboten, am WE mal dort zu übernachten und die "Nachtschicht" zu übernehmen, damit ihr Mann mal wieder ein paar Std am Stück schlafen kann. Der muss ja auch die Doppelbelastung (Sorge um Ehefrau + jeden Tag KH + Sorge ums Baby + Neugeborenes versorgen) wuppen und nächste Woche wohl wieder arbeiten...
Aber das scheint alles so wenig zu sein, was man tun kann...
Aber dem Kleinen geht es endlich besser! Er nimmt langsam zu und wirkt auch schon viel kräftiger. Er weint auch nicht mehr so viel, sondern lässt sich gut beruhigen, falls er überhaupt mal weint... wenn dann höchstens, weil das Fläschen nicht fix genug fertig ist, aber da erkennen Papa und Mama inzwischen auch rechtzeitig, wenn er unruhig wird und sie loslegen müssen. Wenigstens eine Sorge weniger.