Montessori

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Mirimama
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Re: AW: Montessori

Beitrag von Mirimama »

Ach, jetzt hab ich erst die Antworten von 3Jungsmama gesehen. Hatt die letzte Seite übersehen... Naja, deckt sich ja. Ich hab einen Diplomlehrgang von "Montessori heute" gemacht. http://www.montessori-heute.de/
Vielleicht können die dir Tipps geben?
Ich und my little lovers of life (07/11, 07/14, 07/17 und 02/22)
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awa
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Re: Montessori

Beitrag von awa »

Erzieherin bin ich nicht, wobei es auch so aussieht als sei das nicht zwingende Voraussetzung. Danke für die Links!
AFS-Stillberaterin


Ich hab keine Erfahrung im Muttersein. Keine Anleitung, keine Einarbeitungszeit, kein Failsafe. Ich weiß also *die ganze Zeit über nicht* ob ich es "richtig" mache.
Und: ich habe nur den einen Versuch.
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Nuala
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Re: Montessori

Beitrag von Nuala »

*raufkram*
Ich komm ja aus der Waldorfrichtung, aber mit der Geburt meiner ersten Tochter kam das erste Mal das Gefühl "das passt nicht". Vielleicht liegt es daran dass es (anscheinend?) nicht zu IHR passt?
Ich weiß es nicht...
Jedoch habe ich begonnen mich jetzt gezielt mit Montessori zu beschäftigen - und ich finde es großartig.
Was witzig ist: einerseits hab ich auch schon immer gewollt und versucht dass meine Kinder selbstständig sein dürfen (mir selber wurde bis zum Auszug praktisch ALLES aus der Hand genommen... ich bin dadurch leider ein sehr unselbstständiger Mensch und leide darunter), andrerseits kam mir immer nur peripher in den Sinn dass dafür auch ein gewisses Umfeld schaffen muss. Bei Waldorf bekommen die Kinder immer gleich das Erwachsenenzeug in die Hand. Bis zu einem gewissen Punkt ist das ja auch ok. Aber bei einigen Alltagsgegenständen/Einrichtungen ist das verkleinern ja kein verniedlichen sondern einfach nur eine Hilfe zur Selbsthilfe!
Und die Achtsamkeit gegenüber Spielzeug und Matrialien ist hier ein großes Thema. Die Kinder schmeißen alles runter und herum und finden das toll - einen Teil haben sie sich da sicher von uns abgeschaut, ich versuche jetzt viel vorsichtiger im Umgang mit Dingen zu sein, achtsamer, aber es liegt sicher auch an dem "praktischen" alles-in-eine-Kiste-schmeißen und aufgeräumt ist es, juhu!
Ich hab jetzt fast alles Spielzeug weggeräumt und werde umstrukturieren. Weniger, dafür mehr Qualität und rotierend.
Um die Haltung zum Kind ringe ich seit Jahren und gerade ist wieder ein Erkenntnisknoten bei mir geplatzt.
Es ist echt Selbsterziehung pur. Ich muss an meiner Ungeduld arbeiten, an meinem Perfektionismus einerseits, an meiner Schlampigkeit andrerseits (ja ich leide an beidem!)... Am Warten, Ruhig bleiben, weniger reden, mehr tun, beobachten (mein absoluter Schwachpunkt), achtsam sein...
Also ich höre euch gerne zu, verschlinge gerade alles zum Thema und lerne lerne lerne...
Großes Mädel 10/08 & kleines Mädel 04/11
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Elchnase
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Re: Montessori

Beitrag von Elchnase »

Hallo,
habe das Thema auch gerade für mich endeckt und freue mich sehr über diesen Thread hier.
Eigentlich war ich mal sehr der Waldorfpädagogik verschrieben, allerdings war es dann so dass ich schnell feststellen musste das es zu uns und vorallem unserer Zwergin einfach nicht passt. Wir waren im Spielkreis und im Kiga angemeldet. Ich war sehr traurig als ich für mich persönlich einsehen musste dass dies eben nicht unser Weg war....
Und dann sind wir eher zufällig zu Montessori gekommen, bin ebenfalls gerade dabei alles aufzusaugen was ich dazu finden kann, deshalb freut mich dieser Thread hier gerade besonders!
Spätsommermädchen und Winterjunge
Lösche Benutzer 1828

Re: Montessori

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Nuala hat geschrieben:*raufkram*
Ich komm ja aus der Waldorfrichtung, aber mit der Geburt meiner ersten Tochter kam das erste Mal das Gefühl "das passt nicht". Vielleicht liegt es daran dass es (anscheinend?) nicht zu IHR passt?
Ich weiß es nicht...
Jedoch habe ich begonnen mich jetzt gezielt mit Montessori zu beschäftigen - und ich finde es großartig.
Was witzig ist: einerseits hab ich auch schon immer gewollt und versucht dass meine Kinder selbstständig sein dürfen (mir selber wurde bis zum Auszug praktisch ALLES aus der Hand genommen... ich bin dadurch leider ein sehr unselbstständiger Mensch und leide darunter), andrerseits kam mir immer nur peripher in den Sinn dass dafür auch ein gewisses Umfeld schaffen muss. Bei Waldorf bekommen die Kinder immer gleich das Erwachsenenzeug in die Hand. Bis zu einem gewissen Punkt ist das ja auch ok. Aber bei einigen Alltagsgegenständen/Einrichtungen ist das verkleinern ja kein verniedlichen sondern einfach nur eine Hilfe zur Selbsthilfe!
Und die Achtsamkeit gegenüber Spielzeug und Matrialien ist hier ein großes Thema. Die Kinder schmeißen alles runter und herum und finden das toll - einen Teil haben sie sich da sicher von uns abgeschaut, ich versuche jetzt viel vorsichtiger im Umgang mit Dingen zu sein, achtsamer, aber es liegt sicher auch an dem "praktischen" alles-in-eine-Kiste-schmeißen und aufgeräumt ist es, juhu!
Ich hab jetzt fast alles Spielzeug weggeräumt und werde umstrukturieren. Weniger, dafür mehr Qualität und rotierend.
Um die Haltung zum Kind ringe ich seit Jahren und gerade ist wieder ein Erkenntnisknoten bei mir geplatzt.
Es ist echt Selbsterziehung pur. Ich muss an meiner Ungeduld arbeiten, an meinem Perfektionismus einerseits, an meiner Schlampigkeit andrerseits (ja ich leide an beidem!)... Am Warten, Ruhig bleiben, weniger reden, mehr tun, beobachten (mein absoluter Schwachpunkt), achtsam sein...
Also ich höre euch gerne zu, verschlinge gerade alles zum Thema und lerne lerne lerne...
Ja, das ist Hilfe zur Selbsthilfe - ganz genau.
Bei uns im KiGa sollen wir Erwachsenen uns beim Abholen auch dann entweder hinsetzen oder auch runter auf den Boden gehen - um mit den Kinder auf gleicher Augenhöhe zu sein. Achtsamkeit.
Kinder sind eben von der Körpergröße her kleiner als wir und ein sehr kleiner Erwachsener würde sich seine Welt auch passend einrichten.
fanvonnora

Re: Montessori

Beitrag von fanvonnora »

Ich wage es mal, als relativer "Montessori-Laie" :oops: eine Frage zu stellen.
Nicht, dass ihr denkt, ich möchte irgendwas oder irgendwen angreifen oder verkappte Kritik üben ... ich frage tatsächlich, weil mich eure Antworten dazu interessieren!

Sonderlich viel weiß ich über Montessori nicht. Theoretisch hab ich im Studium etliches gelesen, praktischen Kontakt mit "Montessori-Einrichtungen" hatte ich nie.
Vor dem Hintergrund ihrer Zeit finde ich die Ideen von M.M super und sehr revolutionär! Keine Frage!
Für unsere Zeit kommt mir einiges aber "überholt" vor :|

Diese ganze Rubrik "Selbsttätigkeit" und von Elternseite "Unterstützung" und "vorbereitete Umgebung", "Persönlichkeit des Kindes" ... - würd inzwischen nicht (fast) jedes Elternhaus solche "Grundideen" unterschreiben? Mag ja sein, dass diese breite Richtung auf M.M. zurückgeht - aber ist das inzwischen nicht ziemlicher Konsenz vieler Erziehungsstile? Wer möchte nicht sein Kind zu und in möglichst breiter Selbstständigkeit erziehen? Wer möchte heute bezweifeln, dass Kinder aus sich selbst heraus ein wahnsinns Entwicklungspotential zur Verfügung haben? Wer möchte Kinder nicht als eigene Persönlichkeiten achten und sie ernst nehmen?

Ich vermute, ihr werdet mir widersprechen :wink: ) - aber dann: Was "tun" Montessori-Familien darüber hinaus? Was ist heute "das Spannende" an der M-Pädagogik??

Neben dieser eher grundsätzlichen Frage gibt es außerdem einen Punkt, an dem ich bein "den Montessoris" nicht mehr mitkomme: Von außen betrachtet beschleicht mich der Verdacht, dass MIR dieser "Erziehungsstil" zu verschult ist :( .
Na klar: Letztlich ist alles, was Kinder sehen, spielen, fühlen, entdecken mit Lernen & Erfahrung verbunden, könnte man jetzt einwenden. Das weiß ich.
Montessori wirkt auf mich aber außergewöhnlich stark "schulend". Alles, was man den Kindern anbietet, hat ein "Ziel", oder? Einen Zweck, den ich mir denke. Ein Material, von dem ich meine, dass mein Kind daran lernen kann. Mir kommt das so "steuernd" vor. Wenn auch subtil im Hintergrund.

Gibts auch "zweckfreies Spiel" in so nem "Montessori-Haushalt" :wink: Oder was würdet ihr denken über meine Vorbehalte?

Gerade in unserer Zeit find ich es wichtig, den Kindern "Freiräume" zu lassen... Gerade auch zuhause - als Gegenpol zu Schule etc ...

Falls ihr jetzt denkt, dass solche Beiträge in diesem Thread nix zu suchen haben (ihr wollt euch unter Gleichgesinnten austauschen, ich weiß :) ): Sorry für´s Querschießen.
Ich dachte aber, ich schreib bewusst hier, weil es mich tatsächlich interessiert, wie ihr zu meinen Überlegungen denkt.

Ich lass mich gern belehren :D - denn es gibt einiges, das ich an der M-Pädagogik sympathisch finde. Und vielleicht ist mein Wissen auch nur zu plakativ & etwas mehr Ahnung würde mir gut tun :lol: .
Lösche Benutzer 1828

Re: Montessori

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Es ist eben gar nicht verschult. Das Lernen wird dem Kind ueberlassen und geschieht zudem nebenbei, beim Spiel.
fanvonnora

Re: Montessori

Beitrag von fanvonnora »

Ja, ich weiß. Aber das Spiel geschieht doch mit den Materialien, die ich anbiete. Und in der Umgebung, die ich vorbereite. Und das kommt mir in der M-Pädagogik immer so "zielgerichtet fördernd" vor.
Ich hab die Spielmaterialien vor Augen, die man so kaufen kann ... Oder auch ein, zwei Bsp., die ich in den hier empfohlenen Blogs gefunden hab (Blumen "untersuchen", Körperteile des Hunds benennen ... :roll: ... ich find, das ist "Schulunterricht").

Nicht???
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Talgaro
Universaldilettantin
Beiträge: 11901
Registriert: 29.11.2006, 00:03

Re: Montessori

Beitrag von Talgaro »

Na klar gibt es jede Menge freies Spiel. In der Regel ist der Bereich der Freiarbeit, also wenn sich wirklich aktiv fast alle Kinder mit Materialien beschäftigen ja nur ein Teil des Tagesablauf (wer will kann natürlich auch später noch länger, was häufig vorkommt), aber es ist ja nur ein Angebort, wie die Puppenecke, die Bauecke usw. .

Und da ich im Laufe meiner Jahre schon mit vielen Eltern geredet habe, die aus anderen Einrichtugen zu uns ins Kinderhaus kamen: es ist devinitiv eine andere Achssamkeit, eine andere Sichtweise aufs Kind, ein Denken "vom Kinde aus". Das ist ganz stark spürbar, sehbar, erlebbar. :D

Es wird sich einfach auch sehr viel Gedanken gemacht: wie nehmen die Kinder den Raum, den Garten war, was ist in ihrer Augenhöhe, wie wirken die Dinge, was interessiert sie? Ja man bereitet vor, aber man hat sich ins Kind hinein versetzt, man hat zugehört und ganz ganz wichtig beobachtet! Sowohl die Erziehrinnen meiner Kleinen, als auch die Lehrerin meines Mittleren sind sooo tolle Beobachterinnen. Sie sehen das ganze Kind und kennen es schon nach kurzer Zeit so gut, das verblüfft mich immer wieder, weil ja noch mehr Kinder in der Gruppe sind.
Liebe Grüße von Talgaro & ihren drei Räuberkindern (Juni 2002 - Juli 2006 - März 2010)
Lösche Benutzer 1828

Re: Montessori

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

So erlebe ich das auch :-)

Und- die Kinder nehmen sie ja freiwillig, was sie moechten und wann sie das moechten. Weil es halt auch Spaß macht, das zu benutzen. Wr hatten gerade Freiarbeitsnachmittag an der Schule und ich war wieder begeistert, was fuer tolle Materialien es gibt. Und auch Junior hat einiges schon benutzen koennen - mit wahrer Freude dabei.
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