Finde ich nicht.Johana hat geschrieben:LaLeMi hat geschrieben:Ist ein Kind benachteiligt, dem der liebende Papa zuhause abgepumpte MuMi füttert?
Ja, ich finde schon.
Dennoch finde es toll, wenn die abeitende Frau sich die Mühe macht Muttermilch abzupumpen!
LG
Ich habe bei der ersten und bei der jüngsten Tochter direkt nach dem Mutterschutz weiter gearbeitet, bei der Großen Vollzeit, bei der Kleinen Teilzeit, mein Mann war jeweils zu Hause. Als meine Älteste ein Jahr alt war, haben wir "getauscht", ich war dann komplett zu Hause und mein Mann hat Vollzeit gearbeitet. Ich muss auch ehrlich zugeben, dass wir beide mit der Situation unzufrieden waren, wir hatten die Frage der Elternzeit rein vom Kopf her entschieden, und objektiv betrachtet, war es so herum viel besser (ich hatte bessere Arbeitszeiten, besseren Verdienst, Arbeit ganz in der Nähe). Aber ich hatte nicht mit meinen Muttergefühlen gerechnet und damit, dass ich bei meinem Baby sein wollte. Als ich dann in Elternzeit war, habe ich die viele Zeit mit Kind zunächst sehr genossen.
Bei den beiden mittleren war ich also weiterhin in Elternzeit, und bereits nach dem zweiten Kind merkte ich, dass ich immer unzufriedener wurde und mich nicht ausgefüllt fühlte. Mein Mann war kaum da (nur am WE) und ich kümmerte mich tagein, tagaus 24 Stunden pro Tag um die Kinder. Mir fehlte die Arbeit sehr. Als mein drittes Kind 2 war, bin ich wieder Teilzeit angefangen zu arbeiten und hab dies auch nach der Geburt der Jüngsten fortgeführt. Da war es für mich ok, weil ich auf keinen Fall wieder "nur" zu Hause sein wollte.
Heute bin ich unendlich froh darüber, dass ich meine Kinder habe, aber auch, dass ich meine Arbeit habe. Ich weiß, dass ich ohne meinen Beruf unzufrieden und meinen Kindern keine bessere Mutter wäre, auch wenn ich mehr Zeit hätte.
Wir haben also die verschiedensten Familienmodelle "durch", ich habe alle vier Kinder mindestens 6 Monate voll gestillt, und ich bin überzeugt, dass die beiden, die im ersten Lebensjahr vom Papa betreut und abgepumpte Milch bekommen haben, keinesfalls benachteiligt gegenüber den anderen beiden waren. Im Gegenteil, ich glaube manchmal, sie hatten es besser, weil sie als Baby zwei enge liebende Bezugspersonen hatten, während die anderen beiden mit dem ständig arbeitsabwesenden Papa nur mich als Bezugsperson hatten.
Ich finde kein Modell besser oder schlechter, für MICH PERSÖNLICH ist es so, dass ich als Ideallösung FÜR UNS ansehe, dass beide Elternteile Teilzeit arbeiten und sich bei der Kinderbetreuung abwechseln, leider möchte mein Mann das nicht
Zum Ausgangsthema: Ich finde das Interview interessant, und ich fühle mich dadurch nicht angegriffen. Ich kann mit Feminismus nichts anfangen, deshalb kann ich auch nicht sagen, ob ich Stillen feministisch oder antifeministisch finde. Stillen ist für mich kein Mittel, um irgendwelche gesellschaftspolitischen Ziele zu erreichen oder um irgendeiner Gesinnung Ausdruck zu verleihen.



