asujakin hat geschrieben:Noch was - zumindest geht es mir so:
Ich informiere mich, bzw schaue Dokus, lese Berichte, Analysen etc und muss erstmal schlucken (nach "plastic planet" ging's mir so) - dann krempel ich meist tatsächlich erstmal radikal um, einfach weil mir total die Augen geöffnet werden. Vieles behalte ich dann bei, manches nicht, es pendelt sich ein. Was aber wirklich bleibt ist das Bewusstsein dafür wie ich lebe und worauf ich persönlich in Zukunft mehr achten möchte, was mir wichtig ist. Das Wissen lässt sich dann nämlich nicht mehr abschalten, es kommt zu einer automatisierten Denkweise (zB Bio=besser, Plastik=schlecht etc) und wenn ich dann die Wohnung so "entmüllt" habe, bis ich mich wohl fühle, dann tue ich nämlich genau das: ICH FÜHLE MICH WOHL SO

Und darauf kommt es doch an. Und das ist sicherlich nicht gesundheitsschädigend oder stressig oder sonst was sondern beschehrt mir persönich sogar ein beruhigendes Gefühl sich in den eigenen vier Wänden, oder beim Anblick des Kühlschrankinneren wohl fühlen zu können.
Und wenn man sich so wohlfühlt wie man lebt...nicht-bio, mit Plastik etc ... dann ist das auch ok - dann kann man dazu auch ruhig stehen und anderen nicht sagen was alles unmöglich ist und was nicht geht usw (meine Mutter neigt da total zu...zB)
Da bin ich ganz ähnlich!
Potsdame hat geschrieben:
das problem bei fernseh- und zeitungs berichten ist ja, dass sie auch einem bestimmten gefühl gerecht werden wollen. weil sie wissen, dass die leute dafür irgendwie empfindlich sind, wird es gesendet. es geht ja oftmals auch nur um die einschaltquoten/verkaufzahlen. heute sagen sie alles plastik ist schlecht, morgen erzählen sie dir wieder (!) welche gefahren im holzlack lauern. ich bin mir z.b. nicht sicher, was schlimmer ist: frisch lackierter holzfußboden oder stinkender teppichboden. cholera oder pest?
versuchen vernünftig zu sein, unnützes vermeiden, inkl. müll und fehlkäufen, keine lebensmittel wegwerfen, dinge second hand kaufen/verkaufen, bibliotheken benutzen, einen eigenen garten haben, ressourcen sparen....sich zu reduzieren aufs nötigste? macht das nicht mehr sinn als alles andere?
Das hast du gut geschrieben! Das möchte ich gerne auf meiner Website vorstellen. Dabei soll es nicht darum gehen, was Menschen machen SOLLEN, sondern ich möchte Wege zeigen, die
Menschen gehen (sofern sie einen Bezug zur zero waste/no plastics Bewegung haben). Das kann doch genauso gut ein Opa sein, für den es seit Jahrzehnten eine Selbstverständlichkeit ist, mit seinem Einkaufsbeutel einkaufen zu gehen (und der noch nie was von zero waste gehört hat), als eine vegane Öko-Zippe (wie sie im Buche steht), die was weiß ich, ihren Hausmüll um 95% reduziert hat und sich mit Greenpeace an Züge kettet.
Um Bezug zu nehmen zu einer pn zwischen Seerose und mir:
Perfektionismus offenbart sich nicht dort, wo versucht wird, "alles richtig" zu machen. Dafür reichen die 24h, die ein Tag hat nicht, dafür reichen die finanziellen, sozialen, intellektuellen und politischen Mittel eines
Einzelnen nicht; seine eigenen Ressourcen effizient zu nützen und seinem Handeln einen Sinn zu geben - das ist das nicht gelebter Perfektionismus?