Liebe Nane,
danke, dass du nachfragst!
Ich hatte am Dienstag einen schwierigen Tag...
Unserer Hebamme habe ich das dann am Dienstag natürlich erzählt, dass ich mich hier im Forum angemeldet habe und von dir betreut werde, dass ich ein tägliches Protokoll abgebe... Habe auch gesagt, dass nachts, wenn M. mal länger schläft, die Brüste auch manchmal etwas härter werden, was ja auch nicht so gut sei.
Daraufhin ist sie einmal kurz aus der Haut gefahren

Sie sagte, dass das Stillen so nicht funktioniere, wenn ich alles kontrollieren wollte. Erst habe ich zu wenig Milch, jetzt meine ich, nachts zu viel zu haben... Auf die Art würde ich nur 2 Monate stillen, Ich solle doch einfach darauf vertrauen, dass das schon klappt. Sie würde jetzt alles weglassen (also auch die Bockshornklee-Kapseln, das Piulatte und die Globoli, die meine Hausärztin mir gegeben hatte) und ich würde sehen, dass M. weiter wächst und gedeiht. In den letzten 2 Wochen mit zufüttern hat sie 500g zugenommen. So viel muss sie ja gar nicht.
Ich habe dann geheult, weil sie genau den Punkt getroffen hat: ich vertraue mir nicht. Ich habe ihr dann auch erklärt, dass es mir schwer fällt, weil wir zu Beginn diese Erfahrung gemacht haben und auch in der 3. und 4. Woche beim Vollstillen die Zunahme noch nicht hoch war. Sie hat sich dann auch entschuldigt, dass sie mir das so gesagt habe, ich täte ihr da auch leid, dass ich es mir da so schwer mache.
Ich war dann irgendwie in einer Diskussion mit mir selbst, was ich jetzt tun soll. Die täglichen Protokolle waren auf der einen Seite schon irgendwie „anstrengend“, weil sich alles noch mehr ums Stillen drehte; auf der anderen Seite hatte ich das Gefühl, das „unter Kontrolle“ zu haben, und dass es, wenn ich diesen Plan durchziehe, zum Erfolg führen MUSS.
Aber ich sehne mich auch sehr nach einem intuitiven Stillen, ohne mir weiter Gedanken darüber machen zu müssen, einem „leichten“, sorgenfreien Umgang damit.
Was mich da aber auch beschäftige, ist, dass ich nicht einfach nur auf meine Hebamme „gehört“ habe und mich hier angemeldet habe. Ich fühlte mich irgendwie so, als hätte ich sie hintergangen.


Das ist ein Gefühl, das ich schlecht aushalten konnte.
Mein Partner ermunterte mich dann auch, mir zu vertrauen, und das Zufüttern versuchsweise zu beenden. Das alles zusammen führte dazu, dass wir nach den 30ml am Dienstag nichts zugefüttert haben diese Woche. Unsere Hebamme sagte, wir sollten M. etwas dazu geben, wenn sie einen unzufriedenen Eindruck macht. Die Kapseln und Co habe ich aber weiter genommen.
Ich habe also weiter wechselgestillt usw. und sehr darauf geachtet, wie M. sich so macht. Sie hatte täglich mindestens vier wirklich nasse Windeln und machte nach dem Stillen einen zufriedenen Eindruck, auch wenn das Stillen durch die Seitenwechsel öfter mal länger dauerte... Irgendwann dockte sie dann ab oder schlief so ein, dass ich sie nicht mehr animieren konnte, weiter zu trinken. Manchmal schlief sie dann 2 Stunden, manchmal war es ein Power-Nap, nach dem sie dann doch nochmal trinken wollte, manchmal war sie danach wach und zufrieden. Sie ließ sich sogar entspannt ablegen, ohne dass sie 2 Minuten später weinte. Das war letzte Woche das erste Mal so.
Beim Stillen hatte ich den Eindruck, dass sie insgesamt besser trank. Ich merkte, dass sie öfter den MSR auslöste, da sie mehrmals an einer Seite in den Einmal-Ziehen-Schlucken-Rhythmus kam. Manchmal musste sie anfangs gar nicht stimulieren, sondern begann direkt in diesem Rhythmus.
Trotzdem kamen immer wieder Sorgen, dass ich nicht genug Milch haben könnte. Es gibt halt auch Phasen, in denen sie saugt und ich merke, dass sie nicht schluckt. Aber nachts laufen meine Brüste über; tagsüber fühlen sie sich halt nicht so „voll“ an. Ich frage mich dann immer, woran das liegt, dass sie dann nicht schluckt. Saugt sie dann nicht „richtig“ oder ist dann grad nix mehr da?
Wir haben sie heute dann gewogen (es ist mir mega schwer gefallen, sie nicht schon eher zu wiegen) und M. brachte
4140g (also eine Zunahme von 60g zu Dienstag) auf die Waage.
Und sofort machte ich mir wieder noch mehr Sorgen, da es nicht die Hälfte von 150g war, was sie ja zunehmen sollte.
Heute Abend hat M. dann nach ca 12 Tagen wieder groß in die Windel gemacht (unsere Hebamme sagte, dass es ok sei, dass sie so lange nichts gemacht hat; sie hatte mal ein Kind, das nur alle 16 Tage in die Windel machte; der Arzt hatte da öfter kontrolliert, dass alles ok war). Diese war dann echt übervoll mit eher flüssigem Muttermilchstuhl. Auf der einen Seite freute ich mich, dass sie eeeendlich gemacht hatte, auf der anderen Seite dachte ich sofort, dass sie nun sicher wieder weniger wiegt und eine geringere Zunahme hat.





Ich weiß ehrlich nicht, wie ich jetzt weiter vorgehen soll... ich wünsche mir so sehr, dass ich nicht mehr so über das Stillen und das Gewicht nachdenken muss!! Die ersten Wochen scheinen mich da aber so traumatisiert zu haben, dass DAS das zentrale Thema ist für mich.
Ach man. Ich würde gerne die Zeit zurück drehen und direkt im KKH anders starten...
Liebe Nane, was meinst du, würde mir helfen, diese Angst los zu werden? Mit ewiger (täglicher) Kontrolle kann eine gute Stillbeziehung vllt tatsächlich nicht funktionieren. Aber ich kann das grad noch nicht loslassen und mich ins Vertrauen fallen lassen...
ich fühle mich da irgendwie alleine mit meinen Sorgen. Ich habe zwar auch von Freundinnen gehört, dass sie ähnliche Probleme hatten und bei vielen das Stillen auch problematisch war, aber ich höre ebenso oft (gefühlt öfter): Mach dir nicht solche Sorgen; das wird schon.
Ich fühle mich da Null abgeholt, wo ich gerade stehe.Von meiner Hebamme fühlte ich mich da auch unverstanden und überrollt, was ich total schade finde, da es bislang immer ein guter Austausch war.
Mein Partner ist schon ein empathischer Mann, aber auch von ihm fühle ich mich da nicht verstanden, was mich ehrlich gesagt bedrückt. Er sagt: „ist ja nicht schlimm, wenn es nicht klappt, dann füttern wir halt zu.“ So einfach kann und will ich das aber nicht hinnehmen...
Puh, jetzt habe ich sooo viel geschrieben. Ich hoffe, du konntest das alles lesen.
Es tat gut, mir das von der Seele zu schreiben...
liebste Grüße
Bali