Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

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blueberry
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von blueberry »

Liebe Berenike,
Berenike hat geschrieben:Zum Abstillen: 6 Monate habe ich mir in der Schwangerschaft als Ziel vorgenommen. Weniger fänd ich doof. Dabei würde ich auch bleiben, wenn es weiter so im Rahmen bleibt mit den Schmerzen wie es jetzt ist. Da ich nach 9 Monaten wieder arbeite, würde ich bis dahin allerdings gern zumindest tagsüber "abstillen", also nur noch morgens/abends/nachts stillen, wenn das geht.
Okay, fein :D . Das hat ja dann alles noch Zeit (und bis Du wieder arbeiten musst, bekommen wir die Stillprobleme bestimmst längst in den Griff!). Hier im Forum gibt es zahlreiche Frauen, die im zweiten Lebenshalbjahr ihres Babys wieder arbeiten gegangen sind und mit einer Kombination aus stillfreundlicher Muttermilchgabe + Beikost (in Mamas Abwesenheit) und Stillen nach Bedarf (in Mamas Anwesenheit) gut zurecht kamen. Dir stehen ja dann auch Stillpausen/Pumppausen zu. Aber wie gesagt, das hat ja alles noch Zeit, bis Dein Baby ca. 8 Monate alt ist. 8)

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Ich hab mich kundig gemacht wegen des schmerzhaften MSR: ja, es gibt Dinge, die man da versuchen kann :D . Wichtig ist, parallel dazu auch die anderen Probleme anzugehen, die Schmerzen beim Stillen verursachen (also bei Euch die schlechte Stilltechnik Deines Babys).

Hilfreich können sein: Magnesium einnehmen, Entspannung, Wärme.
Manchmal kommt es vor, dass der Körper sich Schmerzen "merkt" und man sie deshalb immer wieder spürt. Es kann darum sinnvoll sein, mal für einige Tage lang durchgehend stillverträgliche Schmerzmittel (Paracetamol oder Ibuprofen) zu nehmen - in dieser Zeit kann Dein Körper den Schmerz beim MSR dann sozusagen "vergessen" und dann kann man die Schmerzmittel wieder absetzen.

Aber wie gesagt: die hauptsächliche Baustelle wird bleiben, Deinem Baby korrektes Saugen beizubringen.

Vor einem Monat hattest Du mir ja geschrieben, ihr hättet den Schnuller abgeschafft. Als ich das hier las: ...
Berenike hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass sich an der Mundöffnung viel getan hat. Die Oberlippe ist auch noch eher nach innen und insgesamt saugt sie doch meist eher an der Spitze der Brust und nimmt nicht sonderlich viel Gewebe in den Mund. Das Grundproblem besteht also noch. Beim Stillen selbst hab ich keinen akuten Schmerz, ich merke halt einen starken Sog und manchmal sowas wie Gequetschtwerden. Daz passt auch, dass die Brustwarzen manchmal (nicht immer) schief genuckelt werden.
... musste ich aber spontan an "Probleme durch/bei Schnullerverwendung" denken - darum meine Nachfrage.
Berenike hat geschrieben:Ja, hier wird noch geschnullert. [...] Ich weiß, dass das nicht optimal ist, aber wie es ohne Nuckel gehen soll, ist mir absolut schleierhaft. Auf eine Stunde pro Tag Schnullernuckeln kommen wir bestimmt insgesamt.
Das dachte ich mir dann nämlich schon. Es mag sein, dass Euer Grundproblem (die mangelnde Mundöffnung Deines Babys) von Blockaden/KISS verursacht ist. Ich fürchte aber, dass "täglich eine Stunde Schnullernuckeln" der Lösung Eures Problems ganz deutlich im Wege steht.
Berenike hat geschrieben:wie es ohne Nuckel gehen soll, ist mir absolut schleierhaft.
Das ist natürlich eine Frage der Gewöhnung - nicht nur von Babyseite (das Beruhigung nun auch mit dem anderen Mundgefühl und dem starken Reiz des künstlichen Saugers am Gaumen assoziiert) sondern auch von Elternseite aus. Wenn man einen Schnuller hat, setzt man den eben in Momenten ein, in denen Familien, die keinen Schnuller besitzen, andere Beruhigungsstrategien etablieren (und ja, ich spreche da aus Erfahrung: wir haben nun das zweite Kind und noch nie auch nur einen Schnuller im Hause gehabt :wink: ).

Auf die Gefahr hin, Dich zu nerven :oops: : Vielleicht können wir da doch nochmal ansetzen? Es wäre zu schade, wenn ein Vierunzwanzigstel des Tages immer wieder das Erlernen einer korrekten Stilltechnik torpedieren würde... . Also:
Berenike hat geschrieben:Dann schafft sie es zumindest etwas schneller richtig in den Schlaf. Einschlafstillen heißt bei mir dann mindestens ne Stunde nuckeln, gern auch mal anderthalb. Wenn sie dann noch nicht richtig schläft (sie dämmert halt immer nur kurz weg), gibts den Nuckel.
In welcher Stillposition machst Du das Einschlafstillen - im Liegen? Und wo schläft Dein Baby dann mit dem Nuckel: im Tuch bei Dir? Auf Deinem Arm? Im Bett?
Berenike hat geschrieben:wenn wir mal mit dem Kinderwagen rausgehen und sie noch nicht schläft.
Bei den meisten Kindern funktioniert "im Tragetuch draußen einen Spaziergang machen" auch ohne Schnuller sehr zuverlässig zum Einschlafen. Hast Du es in solchen Situationen mal mit Tragen versucht statt Kinderwagen?
Berenike hat geschrieben:Ja, hier wird noch geschnullert.[...]als Ergänzung zum Rumtragen, wenn das alleine nicht ausreicht,
Hast Du es mal mit flottem, schwungvollem Auf- und Abgehen versucht? Oder Treppensteigen? Pezziballhüpfen?
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Berenike hat geschrieben:Achso: wir haben kaum noch Stillpausen die länger als 2 1/2 Stunden sind, die meisten sind
kürzer. Nachts sind es höchstens 4 Stunden.
Meinst Du damit "Pausen vom Ende der Mahlzeit bis zum Beginn der nächsten" oder "ZEitspanne von Beginn der einen bis Beginn der nächsten Mahlzeit"?

Gedeiht Dein Baby trotz der suboptimalen Stilltechnik gut? (Also: ich weiß, dass Du von Deinem "Speck-Baby" schriebst 8) . Meine Frage zielt nur darauf ab, ob Du Ausscheidungen, Gewichtsentwicklung etc. einfach bisschen im Blick behältst wegen der Trinktechnik-Probleme :wink: )

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Berenike hat geschrieben:Kann es sein, dass man sowas wie "blaue Flecken" vom suboptimalen Saugen bekommen kann? Quasi wie ein Knutschfleck, nur viel kleiner und nur an der Brustwarzenspitze?
Ja.
Berenike hat geschrieben: Ich denke mir, dass durch das seltenere Stillen dann vielleicht auch die Schmerzen ganz weg gehen.
Wenn die Stilltechnik stimmt, ist es egal, wieviele Stunden täglich das Baby stillt und nuckelt. Wenn die Stilltechnik nicht gut ist (wie bei Deinem Baby derzeit) reichen auch wenige kurze Mahlzeiten, um die BW zu reizen/wund zu machen. "Mund nicht richtig aufmachen" ist ja oft nur das, was man von außen sieht. Das kann aber auch mit falscher Zungenstellung etc. einhergehen.
Berenike hat geschrieben:Hm, wenn ich mir das so durchlese, klingt es doch irgendwie nach Blockaden/Verspannungen etc. beim Kind. Ich kann ja beim Anlegen auch nur begrenzt was beeinflussen - oder? Ich versuche jedenfalls, es ihr so "gemütlich" also korrekt wie möglich zu machen, Aber saugen tut sie ja doch selbst...
Ich würde an Deiner Stelle dem KISS-Verdacht tatsächlich nachgehen (PN folgt bald). Das könnte auch beim Tragen hilfreich sein.

Bezüglich der Saugtechnik kann man durchaus noch einiges machen, wenn "so korrekt wie möglich anlegen + Weglassen künstliche Sauger" nach einiger Zeit nicht von allein zum Erfolg führen. So fernmündlich ist das allerdings schwierig. Hast Du in Deiner Nähe eine IBCLC-Stillberaterin oder IBCLC-Frauenärztin, die Du zurate ziehen könntest?

LG, blueberry
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Berenike
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

Liebe Blueberry,
erst mal danke für deine Geduld mit mir. Als ich as Thema eröffnet habe, hatte ich nicht gedacht, dass das hier so eine lange Geschichte wird...
Hilfreich können sein: Magnesium einnehmen, Entspannung, Wärme.
Das werde ich machen.
mal für einige Tage lang durchgehend stillverträgliche Schmerzmittel (Paracetamol oder Ibuprofen)
Das würde ich dann doch mit dem Kinderarzt/meiner Frauenärztin noch mal besprechen, bevor ich das mach. Vielleicht ist es aber auch bald gar nicht mehr nötig.
Vor einem Monat hattest Du mir ja geschrieben, ihr hättet den Schnuller abgeschafft.
Hatten wir auch. Aber dann meinte meine Hebamme ja, wenn sie nicht direkt nach Schnullergebrauch anders saugt als vorher (und das konnte ich nicht feststellen), dann wäre sie auch nicht saugverwirrt. Tja, und damit hatte ich das dann ausgeschlossen als Ursache und den Schnuller wieder freigegeben.
andere Beruhigungsstrategien etablieren (und ja, ich spreche da aus Erfahrung: wir haben nun das zweite Kind und noch nie auch nur einen Schnuller im Hause gehabt :wink: ).
Nur mal so als Beispiel die letzten 24 Stunden: sie hat von gestern früh um 8.00 bis heute früh um 8.00 elf Stunden geschlafen. Von den 13 wachen Stunden lag sie vielleicht insgesamt eine Stunde auf ihrer Spieldecke (mit mir direkt daneben natürlich) und noch mal eine, alles zusammengerechnet, auf dem Wickeltisch. 30 Minuten hat sie allein in unserem Bett geschlafen, da musste ich mir mal die Haare waschen... Den Rest der Zeit ist sie auf meinem Arm/Bauch/in der Tragehilfe. Ich gehe herum, langsam, schnell, mit Singen oder ohne, mit Sprechen und ohne, wir hüpfen auf dem Pezziball, doller und ganz sanft. Treppen haben wir keine in unserer Wohnung (und ganz ehrlich: das schaffe ich körperlich nicht auch noch). Raus geh ich mit ihr nur, wenn sie einigermaßen ruhig ist (also eher fünf mal pro Woche als täglich - warum? Ich bin noch etwas labil und kann die Blicke schlecht ab, wenn ich mit schreiendem Kind alleine unterwegs bin...). Wenn sie dann draußen einschläft, wird sie wieder wach, wenn wir zu Hause sind. Auf die Art hat sie aber zumindest ihr 60-Minuten-Mittagsschläfchen absolviert.
Abends sind wir dann beide erschöpft, mein Mann auch, der übernimmt jeden Tag ab 18.00 Uhr und hat ja vorher gearbeitet. Ich liege dann meist ab 21.00 Uhr mit ihr im Bett, manchmal wird clustergestillt. Seit sie sich eine Nacht lang bei jedem Im-Liegen-Stillen verschluckt hat, lege ich sie wieder im Wiegengriff an, bin dabei selbst sehr weit zurückgelehnt und sie liegt Bauch an Bauch auf mir. Sie dämmert dann wieder weg, sie ist dann ja auch müde! Hat ganz kleine Äuglein und gähnt in einem fort. Aber sie dämmert eben nur kurz weg, auf mir drauf, und wenn ich versuche, mich in Schlafposition zu begeben, wird sie wieder wach und möchte weiter nuckeln.

Das breche ich dann halt irgendwann mit dem Schnuller ab. Sie liegt dabei entweder auf mir drauf oder an mir dran, auf einem Arm (so an der Seite) oder dem meines Mannes und immer bei uns im Bett. Ins Beistellbett krieg ich sie eh nicht.
Meinst Du damit "Pausen vom Ende der Mahlzeit bis zum Beginn der nächsten" oder "ZEitspanne von Beginn der einen bis Beginn der nächsten Mahlzeit"?
Ich rechne immer von Beginn zu Beginn. In den vorhin erwähnten 24 Stunden haben wir 10 mal gestillt, davon 5x beide Seiten, nachts hatten wir 3 Stunden "Pause" (von Beginn zu Beginn). Windeln sind voll. Gewicht kontrolliere ich im Moment nicht - die nächste U ist erst in 4 Wochen. Kann ich so lange warten mit dem Wiegen? Das war, wie geschrieben, bisher kein Problem.
Sie schläft beim Stillen fast immer ein. Sie trinkt so ca. 5 Minuten und nuckelt dann 10-15 Minuten nur im Halbschlaf. Wenn sie dann unruhig ist/bleibt, gebe ich ihr die zweite Seite. Im Halbschlaf macht sie auch mehr Sachen, die wehtun: den Kopf zurückziehen mit Brust im Mund, die Brust etwas rausgleiten lassen und dann weiternuckeln und solche Sachen.
Berenike hat geschrieben:Kann es sein, dass man sowas wie "blaue Flecken" vom suboptimalen Saugen bekommen kann? Quasi wie ein Knutschfleck, nur viel kleiner und nur an der Brustwarzenspitze?
Ja.
Jau, dann hab ich das. Passt vom Gefühl her jedenfalls genau.
Ich würde an Deiner Stelle dem KISS-Verdacht tatsächlich nachgehen (PN folgt bald). Das könnte auch beim Tragen hilfreich sein.
Ich hab hier einen Osteopathie-Arzt am Ort, der sagt auf seiner Webseite: KISS ist Quatsch, man muss den ganzen Menschen betrachten - gut zu wissen, dass es nicht nur in der Schulmedizin solche Differenzen gibt :wink: Der nächste KISS-Arzt ist eine halbe Stunde mit dem Auto (was wir uns leihen müssten).
Hast Du in Deiner Nähe eine IBCLC-Stillberaterin oder IBCLC-Frauenärztin, die Du zurate ziehen könntest?
Laut dieser Webseite: http://www.bdl-stillen.de nicht. Findet man die noch irgendwie anders? Habt ihr da eine "geheime" Quelle?

Da ich heute, unter anderem auch wegen der Schmerzen, so fertig war, dass ich morgens aufgewacht bin und gesagt hab "ich kann nicht mehr" ist mein Mann zu Hause geblieben und hat sich ums Kind gekümmert und nebenbei ein bisschen home office gemacht. Wir haben daher jetzt über die Informationen hier gesprochen und jetzt auch ausgemacht, den Schnuller wieder wegzulassen. Ich versuche mich noch mal verstärkt an dem asymmetrischen Anlegen. Wenn ich dann noch jemand vor Ort finden könnte, der noch mal auf uns draufschaut, muss es doch endlich mal besser werden...?
Ich habe eine Tochter (01/14) und einen Sohn (10/16).
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Berenike
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

Ich möchte nur kurz ergänzen, dass die beschriebenen 24h zum Glück nicht repräsentativ waren: heute hat sie so viel gepennt, dass wir schon Mühe hatten, alle Still-Mahlzeiten unter zu bringen... Das ging dann natürlich prima ohne Nuckel ;-)
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blueberry
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von blueberry »

Liebe Berenike,

hab Dir eine PN geschrieben. Davon unabhängig:
Berenike hat geschrieben:Ich hab hier einen Osteopathie-Arzt am Ort, der sagt auf seiner Webseite: KISS ist Quatsch, man muss den ganzen Menschen betrachten - gut zu wissen, dass es nicht nur in der Schulmedizin solche Differenzen gibt :wink: Der nächste KISS-Arzt ist eine halbe Stunde mit dem Auto (was wir uns leihen müssten).
Wenn der Dir sympathisch ist und direkt am Ort bei Euch gut erreichbar, dann ist der vielleicht auch eine gute Anlaufstelle :D . (Wie jemand ein Krankheitsbild letztlich nennt, ist ja zweitrangig - der Begriff "KISS" ist z.B. deutlich jünger als das Symptombild selbst. Und auch "KISS-Ärzte" schauen sich ja das ganze Kind an und nicht nur das Kopfgelenk :wink: )
Berenike hat geschrieben:Ich möchte nur kurz ergänzen, dass die beschriebenen 24h zum Glück nicht repräsentativ waren: heute hat sie so viel gepennt, dass wir schon Mühe hatten, alle Still-Mahlzeiten unter zu bringen... Das ging dann natürlich prima ohne Nuckel ;-)
Das freut mich. :)

Mit Kind(ern) gibt es einfach immer wieder mal so Tage (oder auch mal längere Phasen), an denen man zu kaum etwas anderem kommt als sich ums Kind zu kümmern. Das ist einfach so und es hilft ungemein, seine Erwartungen bzgl. Haushalt etc. für das erste Lebensjahr deutlich runter zu fahren :lol: . Rückblickend wird es Dir kurz vorkommen, versprochen 8) und Du wirst Dich an viele Dinge kaum noch erinnern, die Dir jetzt wie unüberwindliche Berge zwischen Dir und Deiner Vorstellung von "ich will endlich auch mal wieder [beliebige Tätigkeit einsetzbar]" vorkommen.
Berenike hat geschrieben:
blueberry hat geschrieben: Vor einem Monat hattest Du mir ja geschrieben, ihr hättet den Schnuller abgeschafft.
Hatten wir auch. Aber dann meinte meine Hebamme ja, wenn sie nicht direkt nach Schnullergebrauch anders saugt als vorher (und das konnte ich nicht feststellen), dann wäre sie auch nicht saugverwirrt. Tja, und damit hatte ich das dann ausgeschlossen als Ursache und den Schnuller wieder freigegeben.
So ist das leider nicht. Tut mir leid, dass Du da so fehlinformiert wurdest :?
Ich liege dann meist ab 21.00 Uhr mit ihr im Bett, manchmal wird clustergestillt. Seit sie sich eine Nacht lang bei jedem Im-Liegen-Stillen verschluckt hat, lege ich sie wieder im Wiegengriff an, bin dabei selbst sehr weit zurückgelehnt und sie liegt Bauch an Bauch auf mir. Sie dämmert dann wieder weg, sie ist dann ja auch müde! Hat ganz kleine Äuglein und gähnt in einem fort. Aber sie dämmert eben nur kurz weg, auf mir drauf, und wenn ich versuche, mich in Schlafposition zu begeben, wird sie wieder wach und möchte weiter nuckeln.
Wer weiß, was in dieser einen Nacht damals das Problem war - ich würde es einfach wieder versuchen mit dem Stillen im Liegen! Spätestens nach einem längeren Einschlafstillen dürfte "heftiger MSR" nicht mehr das Problem sein. Wenn doch, kannst Du auch in Wiegenhaltung die Mahlzeit beginnnen und dann während der Mahlzeit (nach einigen Minuten) auf Liegendstillen wechseln. Einfach mal wieder probieren. Stillen im Liegen entspannt Nächte ungemein! (Und ist auch tagsüber seeehr erholsam :wink: )
Berenike hat geschrieben:Das breche ich dann halt irgendwann mit dem Schnuller ab. Sie liegt dabei entweder auf mir drauf oder an mir dran, auf einem Arm (so an der Seite) oder dem meines Mannes und immer bei uns im Bett. Ins Beistellbett krieg ich sie eh nicht.
Wenn sie dann eh meist auf Dir draufliegt, auch mit Schnuller, verstehe ich den Vorteil des Schnullerns gegenüber dem Stillen da auch noch nicht so ganz? :oops:
Berenike hat geschrieben:Nur mal so als Beispiel die letzten 24 Stunden: sie hat von gestern früh um 8.00 bis heute früh um 8.00 elf Stunden geschlafen. Von den 13 wachen Stunden lag sie vielleicht insgesamt eine Stunde auf ihrer Spieldecke (mit mir direkt daneben natürlich) und noch mal eine, alles zusammengerechnet, auf dem Wickeltisch. 30 Minuten hat sie allein in unserem Bett geschlafen, da musste ich mir mal die Haare waschen... Den Rest der Zeit ist sie auf meinem Arm/Bauch/in der Tragehilfe.


Es kann helfen, realistische Erwartungen über das "normale" Schlafpensum von Babys zu haben. Ich zitiere mal aus einem Fachartikel von Dr. med. Herbert Renz-Polster zum Thema "Schlafprobleme aus Sicht der Evolution"
Wie viel Schlaf ein Kind „braucht“, ist sehr unterschiedlich – und das schon ab der Geburt. So schlafen die meisten Neugeborenen pro Tag in
etwa 14 bis 18 Stunden, manche aber auch 20 Stunden, andere dagegen nur 12 bis 14 Stunden. Die Varianz nimmt nach der Neugeborenenperiode sogar noch zu: Mit einem Monat schlafen manche Säuglinge fast doppelt so lang wie ihre Altersgenossen. Erst ab dem sechsten Lebensmonat werden die Unterschiede zwischen den einzelnen Kindern geringer: Säuglinge schlafen jetzt zwischen zehn und 13 Stunden pro Tag.
Wenn ein Baby zudem rund um die Uhr ein Bedürfnis nach Körperkontakt hat, ist das zwar (wenn man es allein oder zu zweit unter heutigen Lebensbedingungen der westlichen Welt betreut) irre anstrengend, aber auch nicht ungewöhnlich. Ich kenne einige Babys, die sich im ersten Lebenshalbjahr so gut wie nie auch nur für eine halbe Stunde "ablegen" ließen (ob wach oder schlafend) und hab mich darum immer darüber gefreut, wenn das bei meinen doch auch regelmäßig klappte :D
Berenike hat geschrieben: Ich rechne immer von Beginn zu Beginn. In den vorhin erwähnten 24 Stunden haben wir 10 mal gestillt, davon 5x beide Seiten, nachts hatten wir 3 Stunden "Pause" (von Beginn zu Beginn). Windeln sind voll. Gewicht kontrolliere ich im Moment nicht - die nächste U ist erst in 4 Wochen. Kann ich so lange warten mit dem Wiegen? Das war, wie geschrieben, bisher kein Problem.
.

Eine normale Stillfrequenz wie bei Euch und reichlich Ausscheidungen sind prima :D . Schau einfach nochmal in den Thread zu Gedeihen, den ich Dir verlinkt hatte: Normalerweise sagt man, sollte ca. alle zwei Wochen gewogen werden (dann hat man einfach mehr Daten, die sich gegenseitig absichern als wenn nur zu den Us gewogen wird). Da Dein Baby nach wie vor suboptimal saugt, würde ich tendenziell lieber "auf Nummer sicher" gehen wollen und mal jetzt und dann in zwei Wochen Wiegen. Und in vier Wochen ist dann ja die U.
Berenike hat geschrieben:Jau, dann hab ich das. Passt vom Gefühl her jedenfalls genau.
Was meinst Du mit "vom Gefühl her"? Bist Du sicher, dass es kein Vasospasmus sein kann? (Das würde mir bei "lila/blaue Brustwarzenspitze nach dem Stillen" nämlich eigentlich zuerst einfallen...)

Berenike hat geschrieben:Da ich heute, unter anderem auch wegen der Schmerzen, so fertig war, dass ich morgens aufgewacht bin und gesagt hab "ich kann nicht mehr" ist mein Mann zu Hause geblieben und hat sich ums Kind gekümmert und nebenbei ein bisschen home office gemacht. Wir haben daher jetzt über die Informationen hier gesprochen und jetzt auch ausgemacht, den Schnuller wieder wegzulassen. Ich versuche mich noch mal verstärkt an dem asymmetrischen Anlegen. Wenn ich dann noch jemand vor Ort finden könnte, der noch mal auf uns draufschaut, muss es doch endlich mal besser werden...?
Klingt nach einem guten Plan :D
Berenike hat geschrieben:Laut dieser Webseite: http://www.bdl-stillen.de nicht. Findet man die noch irgendwie anders? Habt ihr da eine "geheime" Quelle?
Schau mal in der Linksammlung Stillwissen: da ist ganz unten ein Thread verlinkt "Wie finde ich Stillberatung in der Nähe" oder so ähnlich. Dort ist noch ein zweiter Link zum Finden von IBCLCs.
Du könntest mir auch per PN schreiben, wo Du ungefähr wohnst - vielleicht kennt jemand von uns dort wen mit Erfahrung mit Saugtraining.

Viel Erfolg!

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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von blueberry »

Nachtrag:
Berenike hat geschrieben:
mal für einige Tage lang durchgehend stillverträgliche Schmerzmittel (Paracetamol oder Ibuprofen)
Das würde ich dann doch mit dem Kinderarzt/meiner Frauenärztin noch mal besprechen, bevor ich das mach. Vielleicht ist es aber auch bald gar nicht mehr nötig.
Falls es Dir um die Stillverträglichkeit von Medikamenten geht: kennst Du www.embryotox.de ?

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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

Unseren Tagesablauf hatte ich mehr deshalb geschrieben, um deutlich zu machen, dass das Kind wirklich schon viel getragen wird - und eben an manchen Tagen trotzdem nicht zu beruhigen ist und wir nicht leichtfertig und aus reiner Bequemlichkeit den Nuckel gegeben haben. Ich bin gespannt, wie wir das in der nächsten anstrengenden Phase hinkriegen :wink: Mit anderen Worten: der Haushalt liegt schon brach :D
Der Vorteil vom Nuckel lag für uns darin, dass sie sich dann beruhigt hat und eingeschlafen ist - ohne bei jedem Zucken von mir wieder wach zu werden und ohne dass ich Schmerzen hatte. Außerdem kann halt auch Papa Nuckel-Wache schieben...
Aber ist jetzt auch egal. Seit Mittwoch früh sind wir auf “Entzug“ ;-)
Ich suche noch mal im Stillwissen weiter nach Vor-Ort-Hilfe.
Und Schmerzmittel nehme ich einfach ungern und nur wenn es sich absolut nicht vermeiden lässt.
Und nun noch das Gewicht:
18.01. 3105 g Geburt KH
20.01. 2990 g U2 KH
14.02. 4150 g U3 KiA
Ca 20.03. 5100 g Hebamme Abschlussbesuch
04.04. 5500 g KiA
Ich habe eine Tochter (01/14) und einen Sohn (10/16).
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von blueberry »

Hab Dir auf Deine PN geantwortet. Zu allem anderen später.

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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

Ich hab jetzt also einen Kiss-Arzt, einen Kinderosteopathie-Arzt und eine Stillberaterin vor Ort gefunden, die ich alle anfang nächster Woche kontaktieren werde. Das sind die nächsten Schritte, für alle, die das hier mitverfolgen ;-)
Und eine Korrektur beim Gewicht:
18.01. 3105 g Geburt KH
20.01. 2990 g U2 KH
14.02. 4150 g U3 KiA
13.03. 5100 g Hebamme Abschlussbesuch
04.04. 5500 g KiA
Ich habe eine Tochter (01/14) und einen Sohn (10/16).
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

So... Die Stillberaterin war gestern da und kurz gefasst: der Betreff vom thread stimmt immer noch. Es gibt - wie ich jetzt weiß - einen Unterschied zwischen "ganz nah am Körper" (meine Interpretation) und "GANZ nah am Körper", bezogen auf die Position des Kindes. Da weiß ich jetzt auch, wie ich nachbessern kann (z.B. das angeschaffte Stillkissen zumindest tagsüber auch benutzen :roll: ). Dann hat sie natürlich auch gesehen, wie das Berry-Baby immer schön mit spitzem Mündchen die Brust "einsaugt" - quasi als würde sie Spaghetti essen. Es gibt aber Burger! Das muss ich ihr nun noch beibringen. Leider hat das anlegen bis jetzt nicht noch mal so gut geklappt wie in dem Moment, wo die Stillberaterin da war... Aber immerhin ist sonst alles mit meinen Brüsten in Ordnung (Infektionen, Vasospasmus etc.) - ich bin also wirklich einfach nur zu doof :lol: Das ist ja auch beruhigend.

Abgesehen davon glaube ich, dass es jetzt mit einer Woche Schnuller-"Entzug" schon besser geworden ist. Allerdings hatte ich diese Schwankungen ja schon öfter und wage daher noch nicht wirklich zu hoffen, dass es ab jetzt nur noch besser wird. Gibts irgendwo am Kind einen Knopf, der macht, dass es den Mund weit öffnet? :wink: Vielleicht findet ja der Kinderosteopath den Knopf, der Termin ist allerdings erst Ende Mai.

Achso, dann meinte die Stillberaterin noch: ich solle nicht "als Nuckel herhalten" sondern dem Kind angewöhnen, ohne zu Nuckeln im Liegen (also nicht beim herumtragen etc.) einzuschlafen. Falls da jemand Tipps hat, wie das geht - gerne. Das längste was wir bis jetzt hatten, waren 45 Minuten im Beistellbett... Aber das wäre dann eher off-topic.
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Carraluma »

Zwecks ohne Nuckeln einschlafen. Falls es bei euch nicht klappt (vielleicht klappts ja auf dem Arm?) , mach dir keinen Kopf. Ich glaube, es gibt nur sehr wenige jüngere Babies, wo das ohne Schreien regelmäßig klappt. Zum Ausjammern und um Leidensgenossen zu finden, schau doch mal rüber ins Schlafforum ;-) Wen dich das Nuckeln schmerzt, spricht doch grundsätzlich nichts gegen das Rumtragen.
Leider sind nicht alle Kommentare von Stillberaterinnen hilfreich. Eine Stillberaterin, die sonst eigentlich gut war, hat mich ganz ungläubig gefragt, was wir denn machen würden, da unsere Kleine ja keinen Schnuller nimmt. So als ginge es nicht ohne.
Carraluma mit der großen Tanzmaus (*2012), dem Fußballer (*2016) und der kleinen Tanzmaus (*2019)
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