jusl hat geschrieben:2. Mumi enthält Laktose und diese ist wissenschaftlich bewiesen kariogen.
Ich nehme an, "diese" bezieht sich auf "Laktose", nicht auf "Mumi"? (Das wird aus Deinem Satzbau nicht klar). Dann mag ich anmerken, dass Muttermilch Stoffe enthält (z.B. bestimmte Oligosaccharide), die das Wachstum von Bakterien HEMMEN, auch das ist belegt.
Es stehen eine handvoll unseriöser Studien dagegen mit einer sehr geringen Fallzahl, die das Gegenteil behaupten möchte.
Für ausführliche Info über die Nicht-Kariogenität von Muttermilch mag ich auf die Arbeiten von Brian Palmer verweisen, der ist international anerkannter Experte auf dem Gebiet, und er liefert auch eine sehr ausführliche Bibliographie. Siehe z.B. hier:
http://www.brianpalmerdds.com/caries.htm oder hier
http://www.scielo.br/pdf/jped/v80n5s0/en_v80n5s0a12.pdf
(Und im Quellenverzeichnis dieses Papers sind Lancet-Autoren dabei, also von unseriös kann da keine Rede sein)
LG
Julia
PS: Und es ist nicht nötig, die Postings anderer User als "totalen Schwachsinn" zu bezeichnen.

Hier im SuT darf
freundlich argumentiert und diskutiert werden.
Hallo Julia,
kann leider nur kurz antworten:
Da Mumi Laktose enthält (etwa 5bis7%) kann man beide nicht voneinander trennen. Die Kariogenität der Laktose ist bekannt und diese wird sowohl von Mutansstreptokokken als auch von Laktobazillen (beteiligt bei der Kariesentstehung und der Progression) verstoffwechselt. Zwar ist reine Saccharose um ein Vielfaches aggressiver jedoch kann mandie Kariogenität der Laktose nicht bezweifeln.
Auch enthält Mumi nicht nur Karies hemmende Wirkstoffe sondern remineralisierende und säureneutralisierende Stoffe. Das macht sie zu einem gewissen Grad schützend wenn andere Faktoren komplett ausgeschaltet werden. Einer der Faktoren ist das Fehlen von bakterieller Plaque, was in der Praxis insbesondere bei einem Kleinkind ziemlich unwahrscheinlich ist.
In der 2. Arbeit werden einige Studien zitiert, die meine Argumentation unterstützen. (Schreibe mit dem smartfone, daher kann ich keine Zitate kopieren, siehe ab seite 202). Die Laktose der Mumi ist kariogen und sollten insbesondere weitere Risikofaktoren hinzukommen wie z.b. die verminderte speichelfließrate während des Schlafs sowie die verminderte Pufferkapazität, so kann dies zur Karies führen trotz positiver Eigenschaften. Auch wird eine Altergrenze von 18 monaten gegeben was wohl mot dem Durchbruch der ersten Milchmolaren zu tun hat. Je mehr Zähne und je distaler sie stehen desto schwieriger wird es die optimale Mh einzuhalten.
In der Übersichtsarbeit wird auch allgemein von ECC gesprochen. Heute teilt man die ECC in Typ I-III. Typ I ist das Baby Bottle Syndrom udn trifft definitiv nicht auf gestillte Kinder zu. Typ III ist eine massive Karies, die häufig bei vernachlässigten Kindern vorkommt. Typ II ist die Karies, die langsam anfängt und eher im Alter ab 3 Jahren sich klinisch zeigt. An dieser Karies erkranken die meisten Kinder die über einen längeren zeitraum einen häufigen Genuss kariogener Mahlzeiten hatten.
Was mich auch hier wieder stört ist die "schwachsinnige" Behauptung, dass Funde aus dem Jahr 12.000 v.c. wenig Kariesaktitvitaet zeigen und dies wird in Verbindung mit der Mumi gebracht. Karies benötigt die Erreger, um auszubrechen. Funde haben gezeigt, dass die Infektiobsrate sich erst im laufe der Jahrhunderte steigerte. Wenn heute 98% der Menschen infizirrt sind, dann waren es vor mehreren Tausend Jahren weniger als 20%.
Genauso ist es auch mit einigen heutigen isolierten stämmen und Ureinwohner, dass die Infektionsrate relativ gering ist.
Ich habe ausserdem nicht das Posting der Userin als "Schwachsinm" bezeichnet sondern die studie. Ich gehe davon aus, dass die Userin nicht höchstpersönlich an der Studie beteiligt gewesen ist

wenn sich jemand gekränkt fühlt dann tut es mirbleid nur sollte man bitte differenzieren.
So, die antwort wurde wohl doch mehr als erwartet.
Letztendlich kann ich als Zahnärztin nur den rat geben:
Stillt solange ihr könnt und solange die Kleinen wollen. Nur achtet darauf, dass die Mh optimal ist, die Zähne fluoridiert werden,die Kleinen keine zu häufige Nahrungsfrequenz bekommen und spätestens ab dem Durchbruch der Backenzähne nachts eine Stillpause eingelegt wird. Diese Empfehlung stammt nicht von mir sondern von der international anerkannten American academy of Pediatric Dentistry.
Werde mich nun aus der Diskussion heraushalten.
Alles Gute