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Re: Pantley bringt nichts???

Verfasst: 04.07.2012, 22:25
von Dellyo
Achso... Ich sehe Pantley auch nicht als "Programm". Sondern als Tippssammlung, wo man sich rausziehen kann, was passt.
Finde ich gut, den jedes Kind ist einfach anders... die Lösung universell für alle kann es schlicht nicht geben. Kinder sind ja nun mal keine Computer, die "programmiert" werden können.
Aber sanft nachhelfen kann man in dem einen oder anderen Fall vielleicht schon. :)

Re: AW: Ferbern oder Stillen, dazwischen gibt es nichts

Verfasst: 04.07.2012, 22:29
von Sakura
Dellyo hat geschrieben:Ich meine gezielt beim Einschlafstillen.
ich habe mein kind auch beim einschlafstillen abgedockt, immer. nuckeln war mir schon immer unangenehm. die ersten monate dank stillhütchen, das fühlte sich an wie kleine elektrische impulse. danach dank saugverwirrung und zähnen nahe der BW. sie macht den mund nicht auf, ich habe dauernt zahnabdrücke nahe der BW. ziemlich aunangenehm. daher weiß ich ziemlich sicher, dass ich sie schon immer zeitnah abgedockt habe.

sie hatte auch eine phase, wo ich abends alle halbe stunde ins schlafzimmer musste zum stillen. die phase war dann auf einmal vorbei.
geändert an meinem verhalten habe ich dabei nichts. alles war wie immer. nur dass sie auf einmal nach dem einschlafen 3 stunden allein geschlafen hat.

Re: Pantley bringt nichts???

Verfasst: 04.07.2012, 22:46
von Dellyo
Ok. Dann war bei euch die Kopplung Schlafen nur mit Stillen also eh nicht da. Schön. :) Logisch, dass der Tipp bei euch dann ins Leere geht. Alle anderen auch? (Kann ja sein, nicht falsch verstehen... Kinder sind unterschiedlich, hab ich ja schon geschrieben.)

Bei uns war diese Koppelung da (hatte mehrere Gründe, warum sich das so eingespielt hat, das geht hier zu weit). Und Pantley hat geholfen. Bei uns.
Das war doch deine Frage - du wolltest wissen, ob jemandem Pantley was gebracht hat. Uns hat es das. :)

Pantley bringt nichts???

Verfasst: 04.07.2012, 23:09
von Stina82
Ich habe Pantley auch gelesen und schnell gemerkt, dass das für uns nicht funktioniert. Abdocken funktioniert nur manchmal, zur Zeit frühestens eine Stunde nach dem Einschlafen. Dann wacht er meist ca ne halbe Stunde später wieder auf und lässt sich auch dann wieder nich abdocken. Die Abende verbringe ich also im Bett. Wenn ich versuche, was dagegen zu unternehmen, wird es meist nur schlimmer. Wenn ich mich damit abfinde, haben wir zumindest ab und zu mal etwas angenehmere Abende und Nächte. Auch hier gilt auf alle Fälle: abdocken funktioniert nicht. Papa zum Beruhigen wuerde auch gar nicht gehen. Der darf ihn abends nicht mal ins Schlafzimmer bringen, u wenn ich mal unter der Dusche stehe u Papa reingeht um ihn zu beruhigen, wenn er aufwacht, schreit er hysterisch.

Ich glaube schon, dass er einfach an das Nuckeln zum Einschlafen gewöhnt ist und dass es vielleicht anders laufen wuerde wenn ich es von Anfang an anders gehandhabt hätte. Ich bereue aber nicht, dass ich es genauso gemacht habe, denn das war es was er brauchte.

Re: Pantley bringt nichts???

Verfasst: 05.07.2012, 00:27
von luna24
Ich glaube ja ehrlich gesagt nicht, dass es für das Schlafverhalten von einem Kind von fundamentaler Bedeutung ist, ob es nun mit oder Einschlafstillen, mit oder ohne Brustwarze im Mund einschläft, oder ob es nachts komplett abgestillt wird, oder nur teilweise, oder völlig nach Bedarf gestillt wird.

Durchschlafen ist ein Reifungsprozess, die einen sind früher dazu in der Lage, die anderen später. Dazu wird das Schlafverhalten natürlich auch stark durch emotionale Aspekte geprägt.

Ein Problem beim "Stillen nach Bedarf" ist ja, dass es keine klare Richtlinien gibt und geben kann, wie man sich konkret verhalten muss oder soll. Geht es um die Bedürfnisse der Mutter oder um die Bedürfnisse des Kindes? Wessen Bedürfnisse sind zu welchem Zeitpunkt unter welchen Bedingungen wichtiger? Werden die Bedürfnisse richtig wahrgenommen, signalisiert und interpretiert? Wie werden dabei auftretende Konflikte gelöst? D.h. Stillen nach Bedarf ist ein ständiger Aushandlungsprozess zwischen Mutter und Kind, mit dem Ziel, dass beide so gut wie möglich auf ihre Kosten kommen (z.B. Kind stillt, Mutter schläft).

Wenn "sanfte" Methoden zu einer deutlichen Veränderung im Schlafverhalten führen, dann heißt das für mich, dass die Aushandlung von Bedürfnissen zwischen Mutter und Kind zuvor in ein Ungleichgewicht geraten sind, dass dadurch behoben wird, dass die Mutter mit Hilfe von Regeln ihren Bedürfnissen ein stärkeres Gewicht verleiht, ihre Grenzen klarer zum Ausdruck bringt. Im besten Fall wird das Gleichgewicht dadurch wieder hergestellt.

Beispiel: Mutter stillt nach Bedarf, schafft es aber nicht, ihre Grenzen dabei klar genug zu signalisieren. Es entsteht eine für beide Seiten unbefriedigende Situation: Kind wird häufig wach und will stillen, Mutter ist genervt, Kind fühlt sich zurückgewiesen, der beruhigende Effekt des Stillens bleibt aus, es kommt zum Dauernuckeln, ständig wach werden. Das Muster verfestigt sich mit der Zeit, irgendwann wird es unterträglich, und die Mutter entschließt sich klarere Verhältnisse zu schaffen, wodurch auch immer. Die Mutter fordert vom Kind, sich seinem Alter und Entwicklungsstand entsprechend zu verhalten, das kann erstmal schmerzhaft sein, wird aber dadurch belohnt, dass die Beziehung von Mutter und Kind sich verbessert. Was die Mutter genau tut, rechtzeitig abdocken, nicht mehr einschlafstillen, abstillen etc. ist m.E. dabei völlig unerheblich.

Das kann aber nur funktionieren, wenn das Kind von seinem Entwicklungsstand her so weit ist. Wenn das Kind überfordert wird, und ihm "echte" Bedürfnisse versagt werden, dann wird es das nicht so einfach hinnehmen, dann braucht man härtere Methoden. Und sanfte Methoden werden vermutlich auch vor allem bei Frauen funktionieren, denen es schwer fällt, ihren eigenen Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen und ihre Grenzen zu wahren.

Aber das schwierige am Stillen nach Bedarf ist eben auch: es kann keine Patentrezepte geben, die für alle zu jedem Zeitpunkt funktionieren. Das kann einerseits eine große Freiheit bedeuten - andererseits ist aber auch eine größere Herausforderung als sich auf Bücher mit Erfolgsgarantie zu verlassen, deren Titel gerne mal mit "Jedes Kind kann..." beginnt (und schon allein dieser Titel würde mich abschrecken).

Re: Pantley bringt nichts???

Verfasst: 05.07.2012, 07:10
von klimaforscherin
Uns hat Pantley auch nichts gebracht. Aber so streng mit Protokoll haben wir es nicht probiert. Ich habe das Abdocken gemacht und ein Einschlafritual eingeführt.
Gordon ist richtig in die Hose gegangen. Nach 6 Tagen mit jeweils 10 min-1h Schreien haben wir es abgebrochen. Nie wieder! Danach hatten wir 4 Monate, in denen er um 4 Uhr morgens aufgewacht ist.

Die Theorie von der Einschlafassoziation finde ich ziemlichen Quatsch. Nun schläft mein einschlafgestillter Wetterfrosch seit ca. 3 Monaten immer häufiger durch. Manchmal will er nachts Wasser, manchmal hat er doch noch Hunger.

Re: Ferbern oder Stillen, dazwischen gibt es nichts

Verfasst: 05.07.2012, 07:49
von emsu
Bianca86 hat geschrieben:Ich bin heute auch an dem Punkt angekommen, wo ich sagen muss: Einschlafen geht nur an der Brust oder mit Gebrüll.
Ich versuche seit mehreren Monaten immer wieder, dass sie auch ohne Stillen einschläft. Ich habe "Schlafen und Wachen", "Schlafen statt Schreien" gelesen und Gordon ist mir auch bekannt. Aber meine Tochter geht einfach total ab, wenn ich sie abdocke bevor sie richtig tief schläft. SIe wird richtig hysterisch und schreit "Mama, Mama". Nachts wird sie meistens alle 2 Stunden wach, manchmal auch jede Stunde. Einschlafen geht nur wieder mit der Brust. Ich bin todmüde, gereizt, mein Mann ebenfalls, unsre Beziehung leidet. Aber ich möchte die Kleine auch nicht schreien lassen, also stille ich weiter, obwohl ich das im Moment kaum ertragen kann, weil sie seit kurzem auch nur am Fummeln ist und das einfach nicht akzeptiert, dass ich das nicht möchte :( Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich sie am liebsten Brüllen lassen würde, aber ich kanns nicht. Ich war schön öfter an dem Punkt und jedesmal schläft sie dann 1-2 Nächte gut! Das erste Schlafprotokoll nach Pantley: Die Nacht vorher jede Stunde wach, in der protokollierten Nacht 2x aufgewacht und 1x sogar 5 Stunden am Stück geschlafen.
Sprichst Du von meinem Kind? :D Das an mir rumfummeln beim Stillen macht mich echt wahnsinnig im Moment. Wenn sie dann schläft, schläft sie gut (finde ich), heißt sie wird nur 1-2 mal wach und schläft, wenn man sie läßt, auch bis 9.

Ich habe von den hier erwähnten Büchern nur Pantley gelesen und fand die Tipps darin teilweise ganz gut. Ich habe auch versucht einiges umzusetzen, aber das ganze Protokoll führen usw. war mir dann zu aufwendig. Abdocken kurz vor dem einschlafen ging bei uns eine zeitlang super. Aber seit kurzem funktioniert es gar nicht mehr. Sie schläft auch beim Stillen nicht mehr ein. Das geht nur nach ner halben Stunde durchs Bett wühlen. Ich habe das Gefühl, dass es etwas damit zu tun hat, dass sie im MOment wieder extrem viel dazulernt. Jeden Tag kann sie gefühlt 3 neue Sachen und das muss natürlich erstmal verarbeitet werden.

Re: Ferbern oder Stillen, dazwischen gibt es nichts

Verfasst: 05.07.2012, 07:52
von Totoro
Bianca86 hat geschrieben:Ich bin heute auch an dem Punkt angekommen, wo ich sagen muss: Einschlafen geht nur an der Brust oder mit Gebrüll.
Ich versuche seit mehreren Monaten immer wieder, dass sie auch ohne Stillen einschläft. Ich habe "Schlafen und Wachen", "Schlafen statt Schreien" gelesen und Gordon ist mir auch bekannt. Aber meine Tochter geht einfach total ab, wenn ich sie abdocke bevor sie richtig tief schläft. SIe wird richtig hysterisch und schreit "Mama, Mama". Nachts wird sie meistens alle 2 Stunden wach, manchmal auch jede Stunde. Einschlafen geht nur wieder mit der Brust. Ich bin todmüde, gereizt, mein Mann ebenfalls, unsre Beziehung leidet. Aber ich möchte die Kleine auch nicht schreien lassen, also stille ich weiter, obwohl ich das im Moment kaum ertragen kann, weil sie seit kurzem auch nur am Fummeln ist und das einfach nicht akzeptiert, dass ich das nicht möchte :( Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich sie am liebsten Brüllen lassen würde, aber ich kanns nicht. Ich war schön öfter an dem Punkt und jedesmal schläft sie dann 1-2 Nächte gut! Das erste Schlafprotokoll nach Pantley: Die Nacht vorher jede Stunde wach, in der protokollierten Nacht 2x aufgewacht und 1x sogar 5 Stunden am Stück geschlafen.
Verpaß bitte den richtigen Punkt nicht, aus der Nummer auszusteigen, nicht daß du irgendwann einfach umkippst.

Re: Ferbern oder Stillen, dazwischen gibt es nichts

Verfasst: 05.07.2012, 08:33
von Bianca86
Totoro hat geschrieben:Verpaß bitte den richtigen Punkt nicht, aus der Nummer auszusteigen, nicht daß du irgendwann einfach umkippst.
Aber was soll ich machen? Ich kapier einfach nicht, warum sie die ersten 7 Monate durchschlafen konnte und auf einmal nicht mehr. Sie ist gestern auch beim Rücken kraulen eingeschlafen, aber nachts rastet sie vollkommen aus.

Re: Pantley bringt nichts???

Verfasst: 05.07.2012, 09:36
von tussi
ich hab pantley gelesen, als einschlafstillen bei meiner maus wg höllischer schmerzen an den bw durch die nächste schwangerschaft nicht mehr ging. mein mann hat sie ein paar nächte ins bett gebracht, erst mit geweine im arm, dann auch mal ohne tränchen u als das funktioniert hat, konnte ich sie plötzlich zur beruhigung nachts auch einfach in den arm nehmen. von durchschlafen waren wir ohne brust trotzdem noch meilenweit entfernt. wir haben sie viel nachts herum getragen, viel nachts gekuschelt u uns begrabbeln lassen :x mit ihr konnte man das gut so machen, weil sie das schmusen -noch immer- genießt.
beim 2. kind hatte ich mir von anfang an vorgenommen, spätestens mit 1/2 jahr einschlafen u stillen voneinander zu koppeln u auf gar keinen fall nachts stundenlang herum zu tragen, aber die vorsätze waren hinfällig. die 3x, die er in seinem leben beim einschlafen gestillt hat, waren ausnahmen u nächtliches rumgetrage verursacht erst recht sirene.
gegen das einschlafstillen heißt es ja, dass ein kind nachts zum weiterschlafen dieselben bedingungen benötigt wie zum einschlafen. fehlt also die brust, wird sie eingefordert.
meine maus schläft aber immer noch bei mir o meinem mann im arm ein u kann nachts jetzt in 99,9% der fälle alleine weiter schlafen.
der kleine schläft nachts seit ewigkeiten an mindestens 3 verschiedenen orten: einschlafen tut er in der federwiege, nachm ersten stillen kommt er ins fb u wenn wir schlafen gehen, nimmt mein mann ihn runter in den großen laufstall im wohnzimmer. mal klappt alleine weiterschlafen, das hören wir im babyphon, mal klappt in den arm nehmen u stillen geht weiterhin nur, wenn mindestens 1,5 stunden vorbei sind u er wirklich wieder hunger/durst hat, sonst wird er von der brust erst richtig wach.
er ist dafür jemand, der gerne ein stofftier in den arm nimmt. schnullern tut er eh von anfang an, weil er unbedingt nuckeln wollte, aber geschrien hat, wenn aus meiner brust noch milch kam.
trotz all unserer bemühungen ;) u erfahrungen schafft der knopf immer noch keine längeren schlafphasen als 3 stunden. ihm gelingt die tiefenentspannung einfach noch nicht. aber da mein hibbelking mittlerweile tatsächlich auch bücher anschleppt, um vorgelesen zu bekommen u dann auch ruhig sitzen bleibt, was ich monatelang sehr vermisst hatte, geh ich einfach mal davon aus, dass auch er iwann in den nächsten jahren schlafen lernen wird.