Nach unserem Besuch in Nigeria hat mein Mann schon ab und an mal gefragt, wie lange ich denn noch stillen will. Da war die Kleine ja noch nicht zwei und ich habe einfach wiederholt, was ich in Nigeria auch jedem gesagt habe: "Die WHO empfiehlt MINDSTENS zwei Jahre zu stillen". Jetzt ist die Kleine zwei und meine Schwiegermutter fragt ihn ständig am Telefon, ob ich denn noch stille. Dazu muss ich sagen, dass sie in den drei Wochen dort ziemlich häufig gestillt hat, weil sie drei Eckzähne bekommen, eine Durchfall hatte und es einfach ziemlich heiß war. Meinem Mann ist es eigentlich egal, er sieht auch, dass die Kleine das wirklich noch braucht, auch wenn es nur noch morgens und abends ist. In Nigeria entwickelt sich aber ja leider grade der Trend, die Kinder spätestens mit einem Jahr abzustillen und mit irgendwelchem Pulverzeugs zu füttern. Leider wird da einfach westliches Halbwissen propagiert, obwohl die WHO ordentlich mit Werbekampagnen dagegensteuert.
Nach wie vor ist es so, dass mein Mann uns schon unsere Ruhe lässt, wenn wir stillend auf der Couch sitzen. Er würde mich nie bitte, für XY eine Pause zu machen oder so, sonder erledigt alles allein und versorgt mich in der Situatio auch mit Wasser und Keksen. Jetzt mit der Schwangerschaft hatte er schon einige Bedenken. In Nigeria wir traditionell schnell abgestillt, wenn die Mutter erneut schwanger ist. Meine Schiegermutter meinte, dass das Risiko einer Fehlgeburt sonst zu hoch sei. Da das Fehlgeburtsrisiko wegen Malaria und den allgemein schlechten Lebensbedingungen eh sehr hoch ist, konnte ich da jetzt gar nichts zu sagen.
Familienbett und tragen ist für ihn eine Selbstverständlichkeit, Gott sei Dank. Er selbst kennt es ja auch nicht anders. Er sieht natürlich andere Familien hier und fragt manchmal, wie das so ist, kann sich an den Gedanken eines Babys in seinem eigenen Bett aber definitiv nicht gewöhnen.
Wir stehen eure Partner zum Stillen?
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anulika
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Re: Wir stehen eure Partner zum Stillen?
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ClauWi GK Grevenbroich 10/12 und AFS-Stillberaterin
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Re: Wir stehen eure Partner zum Stillen?
Mein Freund hat von mir in der SchwaScha viel zu lesen bekommen über das Stillen, wir haben auch viel darüber gesprochen. Er kennt auch 2 langzeitgestillte Kinder einer Freundin (eigentlich traurig, es müssten 20 sein, nicht 2). So hat er mich von der Geburt des Kleinen an ausnahmslos unterstützt, nie gesagt, ich sollte doch weniger stillen, den Kleinen mal schreien lassen, hätte zu wenig Milch oder er würde gerne mal Fläschchen geben usw, alles Sprüche, die seine Kumpels bei ihren Frauen machen. Und von denen stillt auch keine mehr.
Er sagt auch oft, Schnuller bis 3 ist ok, aber das Original nicht? 
Ich bin heilfroh über seine Haltung diesbezüglich. Ohne ihn hätte ich in vielen anstrengenden Situationen nicht auf meinen Körper vertraut.
Ich bin heilfroh über seine Haltung diesbezüglich. Ohne ihn hätte ich in vielen anstrengenden Situationen nicht auf meinen Körper vertraut.
Grüße von Leela mit '11, '14, '20 und '21.
- Fischi
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Re: Wir stehen eure Partner zum Stillen?
Ach ja... das ist hier auch immer wieder mal Thema.
Mein Mann ist totaler Stillbefürworter. Aber wenn er mal nen schlechten Tag hat oder so, kommt mittlerweile schon auch mal ein blöder Spruch.
Und dass Felix nicht durchschläft liegt natürlich auch im Stillen :p
er glaubt ähnlich wie dein Freund auch, dass er es zum Beispiel leichter hätte Felix abends in Bett zu bringen, wenn ich nicht mehr stillen würde. Aber das finde ich persönlich auch ziemlichen Quatsch. Denke das hätte eher etwas mit Routine zu tun, als mit der Tatsache ob er von mir die Brust kriegt oder nicht.
Trotzdem hatte ich mich nach endlosen Diskussionen auf den Kompromiss eingelassen Felix zumindest nicht mehr in den Schlaf zu stillen (also so lange nuckeln lassen, bis er völlig eingeschlafen ist.) Stattdessen stille ich Felix jetzt oft auf dem Sofa, docke ihn dann irgendwann ab und wir gehen ins (Familien-)Bett. Dort hat er noch seinen Becher mit Wasser und es wird natürlich ausgiebig gekuschelt und dann schläft er irgendwann ein. Nachts bekommt er aber ohne Diskussionen nach wie vor die Brust von mir. Ging sich nur um das erste Einschlafen am Abend quasi.
Aber ... oh Wunder ... es hat nicht wirklich was geändert. Was wohl eher daran liegt, dass TROTZDEM ich diejenige bin, die Felix ins Bett bringt. (Zumindest konnte ich jetzt durchsetzen, dass der Papa fast jeden Tag abends eine GEschichte vorliest...) Aber zumindest 2-3 mal war ich jetzt schonmal abends unterwegs und Felix hat sich auch vom Papa ins Bett bringen lassen.
Aber egal.. ich schweife total ab ... sorry!
Anstrengender finde ich da eigentlich die Schwiegerfamilie. Von der darf ich mir bei jedem Zusammentreffen einen blöden Spruch anhören (aber zu allem: Familienbett, Langzeitstillen, BLW, Tragen... dieser ganze "neumodische Quatsch" halt *lach* ).
Drücke auf jedenfall die Daumen, dass dein Partner dir das Stillen nicht madig macht und du vielleicht doch noch ein bisschen Unterstützung in dieser Hinsicht von ihm bekommst!
Mein Mann ist totaler Stillbefürworter. Aber wenn er mal nen schlechten Tag hat oder so, kommt mittlerweile schon auch mal ein blöder Spruch.
Und dass Felix nicht durchschläft liegt natürlich auch im Stillen :p
er glaubt ähnlich wie dein Freund auch, dass er es zum Beispiel leichter hätte Felix abends in Bett zu bringen, wenn ich nicht mehr stillen würde. Aber das finde ich persönlich auch ziemlichen Quatsch. Denke das hätte eher etwas mit Routine zu tun, als mit der Tatsache ob er von mir die Brust kriegt oder nicht.
Trotzdem hatte ich mich nach endlosen Diskussionen auf den Kompromiss eingelassen Felix zumindest nicht mehr in den Schlaf zu stillen (also so lange nuckeln lassen, bis er völlig eingeschlafen ist.) Stattdessen stille ich Felix jetzt oft auf dem Sofa, docke ihn dann irgendwann ab und wir gehen ins (Familien-)Bett. Dort hat er noch seinen Becher mit Wasser und es wird natürlich ausgiebig gekuschelt und dann schläft er irgendwann ein. Nachts bekommt er aber ohne Diskussionen nach wie vor die Brust von mir. Ging sich nur um das erste Einschlafen am Abend quasi.
Aber ... oh Wunder ... es hat nicht wirklich was geändert. Was wohl eher daran liegt, dass TROTZDEM ich diejenige bin, die Felix ins Bett bringt. (Zumindest konnte ich jetzt durchsetzen, dass der Papa fast jeden Tag abends eine GEschichte vorliest...) Aber zumindest 2-3 mal war ich jetzt schonmal abends unterwegs und Felix hat sich auch vom Papa ins Bett bringen lassen.
Aber egal.. ich schweife total ab ... sorry!
Anstrengender finde ich da eigentlich die Schwiegerfamilie. Von der darf ich mir bei jedem Zusammentreffen einen blöden Spruch anhören (aber zu allem: Familienbett, Langzeitstillen, BLW, Tragen... dieser ganze "neumodische Quatsch" halt *lach* ).
Drücke auf jedenfall die Daumen, dass dein Partner dir das Stillen nicht madig macht und du vielleicht doch noch ein bisschen Unterstützung in dieser Hinsicht von ihm bekommst!
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~langzeitgestillt~familiengebettet~reboardfahrend~getragen~geliebt
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AFS-Stillberaterin seit 2014
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honigtopf2010
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- Registriert: 22.11.2010, 21:29
AW: Wir stehen eure Partner zum Stillen?
Bei uns nimmt das mitunter merkwürdige Formen an. Neulich als ich mal NEiN gesagt habe, kommt doch prompt:''WIR stillen doch schon immer nach Bedarf, wie soll sie das jetzt auch verstehen? ". Unser Kind ist über zwei Jahre alt. Natürlich versteht sie das. Aber süß...WIR...sic!
die Große 03/10 und der Lütte 03/13 - Breast in Peace!
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anulika
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Re: AW: Wir stehen eure Partner zum Stillen?
Super. Nein, mein Mamm involviert sich da nicht -honigtopf2010 hat geschrieben:Bei uns nimmt das mitunter merkwürdige Formen an. Neulich als ich mal NEiN gesagt habe, kommt doch prompt:''WIR stillen doch schon immer nach Bedarf, wie soll sie das jetzt auch verstehen? ". Unser Kind ist über zwei Jahre alt. Natürlich versteht sie das. Aber süß...WIR...sic!
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