Kommentare zum Stillen...

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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SchneFiMa
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von SchneFiMa »

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GemeineEsche
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von GemeineEsche »

andallthatjazz hat geschrieben: 12.12.2021, 23:01 Hier Mensch mit Abitur, der erste Satz ging doch voll klar, oder?
Quasi im Sinne von "Unmenge von (Menschen, die können)"

Aber zurück zum Thema. Diese ganzen Fehlinformationen regen mich auch massiv auf😑 Leider habe ich oft nicht die Ausdauer, da aufzuklären, da sie in meinem Umfeld ohnehin meist von eher beratungsresistenten Personen vorgebracht werden.

Aber sagt mal, warum ist das so ein No-Go für euch, frühzeitiges Abstillen/ Nichtstillen kritisch zu sehen? Ich meine, es gibt ja einfach nachgewiesene Vorteile von Mumi gegenüber Pre, von der ethisch problematischen Milchkuh-Thematik ganz zu schweigen. Also sollten gute Eltern meiner Meinung nach auch gute Gründe haben, die Nachteile durch Abstillen in Kauf zu nehmen. Klar kann trotzdem jeder machen, was er will, aber muss man das alles gut heißen? Oder ist mein Denken da übergriffig?
Die Argumentation könnte man aber bei vielen Themen bringen und sie macht meist wenige Freunde.

Denk mal an "Übergewicht ist ungesund" - sachlich und allgemein gesehen mag das ja stimmen, aber es gibt tausende Faktoren, die gewisse Entscheidungen beeinflussen und meist ist es nicht das rationale "was ist das beste für mich/meinen Partner/mein Kind?".
Kleine 02/21
Kleiner 06/23
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Rinrin
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von Rinrin »

Ich finde oft auch das problematisch was solche Aussagen zum „nicht stillen“ oder „kurzzeitstillen“ implizieren. Das sind häufig dann auch die Menschen die unreflektiert alle Ratgeber zum Thema Erziehung verwerflich finden weil sie „nach Bauchgefühl“ erziehen (ohne zu wissen woher das eigentlich kommt oder was das ist) oder die ihrem Kind die eigene Meinung und selbstbestimmte Entscheidungen absprechen. Oder ähnliche Sachen Richtung schwarze Pädagogik..
Ich sag nicht, dass das bei jedem so ist. Menschen sind so vielfältig wie zahlen im R Raum… Aber es gibt halt doch Tendenzen wo Einstellungen zu Themen sich häufen. Und oft komme ich mit solchen Leuten dann nur schwer klar.. daher
eine gewisse initiale ablenung wenn ich Leute negativ über stillen reden höre.
Mit Wuz (01/17) und Bup (07/19)
Kambly
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von Kambly »

Ich sag halt immer (wenn man mich fragt, wieso ich noch stille), dass ich nicht einsehe, dass chemisch veränderte und pulverisierte Milch einer anderen Mutter besser sein soll, als frische und eigens auf die Bedürfnisse meines Kindes abgestimmte Milch.

GemeineEsche: Nun ja, aber es ist MEIN Übergewicht. Ob das gesund ist oder nicht, lässt sich nicht einfach so schwarz-weiss beantworten (wohl eher nicht, ich weiss). Aber ich finde schon, dass stillen da etwas anderes ist. Auch wenn ich da niemanden ungefragt meine Meinung aufdrücke. Werde ich gefragt, aber sehr wohl. Aber da geht es um die ersten Monate meines Kindes, die ich einfach möglichst optimal gestalten möchte.
Kambly mit kleinem 🦊 (5) und kleiner 🧚🏼‍♀️ (2.5)
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ShinyCheetah
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von ShinyCheetah »

andallthatjazz hat geschrieben: 12.12.2021, 23:01 Hier Mensch mit Abitur, der erste Satz ging doch voll klar, oder?
Quasi im Sinne von "Unmenge von (Menschen, die können)"

Aber zurück zum Thema. Diese ganzen Fehlinformationen regen mich auch massiv auf😑 Leider habe ich oft nicht die Ausdauer, da aufzuklären, da sie in meinem Umfeld ohnehin meist von eher beratungsresistenten Personen vorgebracht werden.

Aber sagt mal, warum ist das so ein No-Go für euch, frühzeitiges Abstillen/ Nichtstillen kritisch zu sehen? Ich meine, es gibt ja einfach nachgewiesene Vorteile von Mumi gegenüber Pre, von der ethisch problematischen Milchkuh-Thematik ganz zu schweigen. Also sollten gute Eltern meiner Meinung nach auch gute Gründe haben, die Nachteile durch Abstillen in Kauf zu nehmen. Klar kann trotzdem jeder machen, was er will, aber muss man das alles gut heißen? Oder ist mein Denken da übergriffig?
Zur Grammatik: Stimmt wohl :lol:

Zum Abstillen: Beim von mir beschriebenen Abstillen zwischen 9 und 12 Monaten, das meiner Erfahrung nach extrem verbreitet ist, kommt keine Pre zum Einsatz. Zum Teil nicht mal Brei. Bei einer Bekannten hat das tatsächlich ziemlich problemlos mit "breifrei" geklappt (wo man mal wieder sieht, dass BLW und breifrei zwei sehr unterschiedliche Dinge sind. Sie sagt, sie hat BLW gemacht. Aber dann mit ca. 10 Monaten tags nicht mehr gestillt und nachts dann mit ca. 12 Monaten "hart" abgestillt (also Partner trägt das Kind nachts rum). Als "Babygeleitetes Entwöhnen" würde ich das nicht bezeichnen)...
mit Sohn F (Ende September 18)
und Tochter V (Ende Juni 21)


The trick to happiness wasn't in freezing every momentary pleasure and clinging to each one, but in ensuring one's life would produce many future moments to anticipate. Shallan Davar/Brandon Sanderson
Lösche Benutzer 27374

Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von Lösche Benutzer 27374 »

andallthatjazz hat geschrieben: 12.12.2021, 23:01 Aber sagt mal, warum ist das so ein No-Go für euch, frühzeitiges Abstillen/ Nichtstillen kritisch zu sehen? Ich meine, es gibt ja einfach nachgewiesene Vorteile von Mumi gegenüber Pre, von der ethisch problematischen Milchkuh-Thematik ganz zu schweigen. Also sollten gute Eltern meiner Meinung nach auch gute Gründe haben, die Nachteile durch Abstillen in Kauf zu nehmen. Klar kann trotzdem jeder machen, was er will, aber muss man das alles gut heißen? Oder ist mein Denken da übergriffig?
Hm, weiss man denn immer weshalb jemand abgestillt hat? Ich würde sagen, die meisten Eltern haben sich die Sache schon gut überlegt, auch wenn man es nicht immer versteht. Es wird ja auch empfohlen, dass Kinder bis zum ersten Geburtstag im Zimmer der Eltern schlafen, aber wenn es Eltern dann anders machen, wird es schon Gründe dafür gegeben haben, die man einfach nicht weiss, und nicht, dass sie sich einfach nicht informiert haben.
Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass ich extrem verletzt wäre, wenn jemand mein Abstillen mit 7 Monaten kritisieren würde, weil ich so gerne weitergestillt hätte, es aber einfach nicht mehr ging, auch mit viel professioneller Unterstützung. Wenn mir dann jemand sagen würde, es wäre aber schon besser gewesen, ich hätte länger gestillt, fände ich das ziemlich verletzend.
Und schlussendlich können wir ja eh nur unsere Kinder so erziehen wie wir wollen. Dass alle Eltern genau die gleichen Überzeugungen haben, ist ja eh unmöglich.
Das würde ich dazu meinen :lol:
Serafin
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von Serafin »

Das kann ich null unterschreiben. Wenn ich, z.B. auf die Sache mit dem Kind im Schlafzimmer hinweise, kommt nur: Aber meine Mutter hat gesagt bla bla blub. Bei vielen wird genau null nachgedacht. Hat man schon immer so gemacht und basta.
kleiner Maulwurf 12/15
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andallthatjazz
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von andallthatjazz »

Danke für die spannende Diskussion.

In meinem Umfeld sieht es leider genauso aus, wie Serafin es beschrieben hat. Daher tue ich mich mit diesem "Urteilsverbot" etwas schwer. Für mein Gefühl sagt das dann schon etwas über das Elternengagement aus, wenn man so gar nicht an die Bedürfnisse des Kindes denkt und sich nicht informiert.
Das ist bei dir ja was völlig anderes mj840 und da sollte sich keiner Meinung nach jeder schämen, der das in einer irgendeiner Weise aburteilt.

Den Übergewichtsvergleich finde ich auch nicht so richtig treffend, da es a) nur um die eigene Gesundheit geht wie Kambly schon gesagt hat und b) man für Übergewicht in der Regel nicht komplett selbst verantwortlich ist.
andallthatjazz mit Zauberelfchen 👧🏼 (Herbst '19) und Wunderwichtel 👦🏼(Spätsommer '22) an der Hand und Glücksengelchen 👶🏻(Winter '26) im Arm
und dem kleinen Schimmern (Herbst '24) im Herzen
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sanilii
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von sanilii »

Ich finde es meist einfach nur schade, wenn mir Mütter erzählen, dass sie wegen xy früh abgestillt haben. Das kommt aber eher daher, dass ich meine Stillzeiten so genieße, also großteils. Ich bin an das ganze Thema aber auch absolut undogmatisch rangegangen, also ich wollte ern stillen, aber wenns absolut nicht geklappt hätte, wäre es wohl auch kein Drama gewesen. Dann hätte ich es ja auch quasi garnicht anders gekannt.

Ich finde, stillen oder nicht ist trotz aller Vorteile für Mutter und Kind halt trotzdem eine wahnsinnig individuelle Entscheidung (oder manchmal eben auch keine Entscheidung) und ich würde das genauso wenig kritisieren und kritisiert haben wollen wie die Tatsache, dass meine Kinder nunmal nicht Zucker-und salzfrei aufwachsen. Das hat auch was mit Gesundheit zu tun. Aber "reinreden" darf man mir da erst, wenn es zu gesundheitlichen Problemen führt. Und das tut es nicht.
Sonja mit Bärchen *4/17 und kleiner Hummel *9/20
Lösche Benutzer 27374

Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von Lösche Benutzer 27374 »

Ach, interessant, dass ihr es in eurem Umfeld ganz anders wahrnehmt. Klar, wenn überhaupt nicht reflektiert wird, ist das sicher schwierig, wenn man da selber eine klar definierte (und fundierte) Meinung hat. Aber ich stimme sanilii zu, dass es auch einfach eine sehr individuelle Entscheidung ist.
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