Langzeitstillen und Alkohol

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Lösche Benutzer 28783

Re: Langzeitstillen und Alkohol

Beitrag von Lösche Benutzer 28783 »

Kaba hat geschrieben: 06.02.2023, 09:48 Eine reife Banane enthält bis zu 0,6% also 6 Promille Alkohol. Das heißt, wenn man 1 Promille im Blut hat, würde das Kind durch die Milch soviel Alkohol aufnehmen, wie mit einem Sechstel Banane (oder wahrscheinlich einem halben Apfel, einem Glas Osaft, einem Stücke Hefezopf usw.).

Es gibt also aus meiner Sicher überhaupt keinen Grund, sich Sorgen um Langzeitschäden beim Stillkind, das ja da schon über 1 war, zu machen.
Ja vielen vielen Dank,es beruhigt unheimlich,und auch wenn ich es so nie mehr wieder machen würde,denn so hat es keinen Sinn,der Alkohol wenn,soll ja mit Genuß und gutem Gewissen getrunken werden,bei mir war es nicht der Fall,sondern es war eher aus Groll und Hilflosigkeit,also total falsch...

Aber was meint ihr,wenn es doch so "ungefährlich"ist, Alkohol in Stillzeit zu trinken,auch sogar größere Mengen,und so wie ich es jetzt verstehe kann das Baby über die Muttermilch gar nicht "beteunken"werden,oder Schäden erleiden,wieso wird überall propagiert das Alkohol in der Stillzeit verboten gehört,bzw,nur wenig mit viel Abstand zum stillen, höchstens 2xdie Woche je 100ml usw(wenn man danach googelt)
Wegen der Koordination,oder weshalb?Denn die Koordination einer Mutter ist doch nach der Stillzeit nicht weniger wichtig?Das Baby muss ausser das es nicht gestillt wird trotzdem noch weiterhin rund um die Uhr versorgt werden,und das kann eauch eine betrunkene Mutter die nicht stillt eher schlecht?
Alpaka
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Re: Langzeitstillen und Alkohol

Beitrag von Alpaka »

Es ist ja , unabhängig vom Alkohol Thema , super viel halb und falsch wissen übers stillen in Umlauf....
:D Januar 2020
Mau
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Re: Langzeitstillen und Alkohol

Beitrag von Mau »

Hierzulande ist mit Stillzeit ja oft nur etwa 6 Monate gemeint, also die Vollstillzeit. Und da würde ich auch keinen oder nur sehr wenig Alkohol empfehlen. Ü1 Stillkinder werden fast nie irgendwo mitgedacht.
Mini 4/21 <3
Lösche Benutzer 28783

Re: Langzeitstillen und Alkohol

Beitrag von Lösche Benutzer 28783 »

Mau hat geschrieben: 07.02.2023, 13:37 Hierzulande ist mit Stillzeit ja oft nur etwa 6 Monate gemeint, also die Vollstillzeit. Und da würde ich auch keinen oder nur sehr wenig Alkohol empfehlen. Ü1 Stillkinder werden fast nie irgendwo mitgedacht.
Ja,aber rein theoretisch wäre es ja auch da "unbedenklich",ausser der Tatsache das Leber der kleineren Babys noch nicht reif ist,und doppelt so lange braucht um zu entgiften,als bei einem Erwachsenen,aber wenn man auf Pausen achten würde, zwischen wenig Alkohol und der nächsten Mahlzeit ginge es....
Aber natürlich,zu schreiben das es verboten ist,ist einfacher,als das es manche als Freibrief zu Alkoholkonsum während der Stillzeit verstehen.
delfinstern
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Re: Langzeitstillen und Alkohol

Beitrag von delfinstern »

Weils einfacher ist, zu sagen "kein Alkohol" als zu sagen "1 Bier ist ok". Dann kommt bei manchen nur an "ist ok" und völlig betrunken ist sicherlich nicht ok, und geübte haben ja durchaus höhere Promillewerte, gerade bei kleinen Babys dürfte das nicht ok sein.
Liebe Grüße
Delfin*
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rueckenwind
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Re: Langzeitstillen und Alkohol

Beitrag von rueckenwind »

Ich glaube, es ist eine Mischung aus Unwissenheit über die biologischen, chemischen Prozesse und dem hierzulande immer noch vertretenen Mutterbild.

Zudem finde ich es, abgesehen von den körperlichen Abbauprozessen wirklich schwierig, wenn (dauerhaft) alkoholisierte Menschen sich um kleine Kinder kümmern. Da sind die psychisch-emotionalen Auswirkungen ja auch nicht irrelevant.
Deshalb auch mein Hinweis, sich rechtzeitig ggfs auch nach überstandener Phase, quasi präventiv, Hilfe zu suchen. Ein möglicherweise immer wiederkehrendes Muster hat ja, abgesehen vom Stillen, Auswirkungen auf das Kind/die Kinder und das ganze Familiengefüge
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ShinyCheetah
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Re: Langzeitstillen und Alkohol

Beitrag von ShinyCheetah »

Alkohol hat davon abgesehen durchaus Einfluss aufs stillen, wenn auch anders als viele glauben.

Alkohol hemmt den MSR, es wird also schwerer, die normale Menge Milch ins Kind zu kriegen. Und wenn man selbst 1 Promille hat, sollte man nicht mit Baby im gleichen Bett schlafen. Also kein Cosleeping, was ja auch schlecht ist fürs Stillen.

Bei nem Kleinkind ist das aber idR beides egal.
mit Sohn F (Ende September 18)
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Kaba
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Re: Langzeitstillen und Alkohol

Beitrag von Kaba »

Mich stört das schon, dass da so vor "gewarnt" wird. Ich glaube halt, es trägt gemeinsam mit einigen anderen Mythen (man darf keine Zwiebeln essen/arbeiten und stillen geht nicht/langes Stillen macht Hängebrüste/nachts Stillen macht Kinderzähne kaputt...) dazu bei, dass früh(er) abgestillt wird.

Ich habe die Große bis zum zweiten Geburtstag gestillt, war einen Monat später wieder schwanger, wenn ich die Kleine genauso lang stille wären das sechs Jahre Verzicht auf Alkohol. Das wäre natürlich einerseits kein Thema, wenn es wirklich wichtig für die Gesundheit meiner Kinder wäre. Andererseits war der Großen das Stillen Ü1 eh nicht soo wichtig und vielleicht hätte ich dann doch auch früher abgestillt, um mal wieder ein Glas Wein zu trinken...wenn ich aber um die Vorteile des Stillens weiß und die Verträglichkeit von gelegentlichem Alkoholkonsum mit dem Stillen entscheide ich mich lieber für längeres Stillen ohne völlige Abstinenz.

Bei den meisten stillenden Müttern geht es ja eben um das Glas Sekt an Silvester, den Wein zum Essen oder seltenes Schwips-Trinken bei einer Hochzeit oder so. Durch Clubs ziehen jedes Wochenende spielt da doch bei den wenigsten eine Rolle (auch außerhalb des SuT).

Dass drei Bier jeden Nachmittag auch aus anderen Gründen weder mit noch ohne kleine Kinder ratsam sind, ist hier und ja auch BebaRey klar. Da unterschreibe ich bei rueckenwind und fände es auch gut, für die Zukunft vorzusorgen, um in schwierigen Situationen auf andere Lösungsmöglichkeiten zurückgreifen zu können.
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sutnahpele
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Re: Langzeitstillen und Alkohol

Beitrag von sutnahpele »

BebaRey hat geschrieben: 07.02.2023, 13:21
Aber was meint ihr,wenn es doch so "ungefährlich"ist, Alkohol in Stillzeit zu trinken,auch sogar größere Mengen,und so wie ich es jetzt verstehe kann das Baby über die Muttermilch gar nicht "beteunken"werden,oder Schäden erleiden,wieso wird überall propagiert das Alkohol in der Stillzeit verboten gehört,bzw,nur wenig mit viel Abstand zum stillen, höchstens 2xdie Woche je 100ml usw(wenn man danach googelt)
Es sind einfach zwei Paar Schuhe. Es spricht nunmal nichts dagegen, normalen moderaten Alkoholkonsum in der Stillzeit zu praktizieren, egal ob man vollstillt oder das Kind schon isst.
Gleichzeitig spricht einiges dagegen, sich zu betrinken, wenn keine andere erwachsene Person sich um das Kind kümmern kann. Da ist egal, ob das Kind 8 Monate oder 8 Jahre alt ist.

Das Propagieren von 0-Alkohol in der Stillzeit finde ich beinahe gefährlich, weil es Stillende gibt, die dadurch früher abstillen oder stressiges Pump and Dump betreiben, was sicherlich negative Auswirkungen auf die Stillbeziehung haben kann. Außerdem wird dadurch das Bild gefestigt, dass Stillen anstrengend, kompliziert, stressig oder entbehrungsreich für die Stillende ist.
Dezemberkind 2011, Novemberkind 2014, Oktoberkind 2018, Maikind 2023, Januarbaby 2026.
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rueckenwind
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Re: Langzeitstillen und Alkohol

Beitrag von rueckenwind »

Ein weiterer Grund für diese verbreitete Fehlinformation liegt möglicherweise auch im ökonomischem Bereich: wenn Frauen früher abstillen oder auch gar nicht stillen um (gelegentlich) Alkohol zu trinken, "normal" zu essen etc dann sind ihre Kinder potentielle "Konsument:innen".
Wenn ich das richtig erinnere, dann hat das Stillen ja bspw sogar bei (moderat) rauchenden Müttern gesundheitliche Vorteile ggü der Gabe von Pre - auch das wäre ja eine Information, die so gar nicht verbreitet wird.
T. mit Rumpeltochter (04.11), Purzelsohn (08.13) und Flitzeline (08.19)
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