ich möchte nachts nicht mehr stillen.

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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Hermine12
möchten wir nicht mehr missen
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Re: ich möchte nachts nicht mehr stillen.

Beitrag von Hermine12 »

Leira, wie geht es deinem Sohn körperlich und emotional, wenn er müde ist, abgelenkt wird und nicht schlafen darf? Wie muss ich mir das vorstellen? Ich kann mir das bei meinem gar nicht vorstellen, er wäre unausstehlich.
Liebe Grüße von Hermine
mit kleinem Wusel (Juni 2015)

Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns. (Rumi)
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Missy
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Re: ich möchte nachts nicht mehr stillen.

Beitrag von Missy »

Ich stehe diesen Schlafprotokollen auch etwas zwiegespalten gegenüber.

Denn es funktioniert natürlich. Ich zwinge das Kind sozusagen in den Tiefschlaf aus Erschöpfung. Das Ziel ist dann der Gewöhnungsefekt.
Aber zu sagen, dass das Kind tatsächlich nur 9 Stunden Schlaf braucht halte ich für gewagt. Die 9 Stunden sind wohl eher die Zeiten, die den Erfolg versprechen sollen, *obwohl* das Kind mehr Schlaf bräuchte.

Wie lange sollt ihr das denn machen?
Missy mit dem kleinen Wuselchen (6/13) und *(10/15)
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MamaMonster
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Re: ich möchte nachts nicht mehr stillen.

Beitrag von MamaMonster »

Leira, ich finde auch, dass man auch die Bedürfnisse der Mutter ernst nehmen muss. Ich respektiere auch den Wunsch, nachts nicht mehr zu stillen. Und jede Frau kennt ihre Bedürfnisse und ihre Belastungsgrenze am Besten, da will ich gar niemandem rein reden.

Ich finde aber, es ist ein grosser Unterschied, ob man sagt, man habe sich entschieden, die eigenen Bedürfnisse in diesem Punkt über die des Babys zu stellen, oder ob man behauptet, das entspreche dem eigentlichen Schlafbedarf des Kindes. Das finde ich fragwürdig.

Was ich auch in Frage stelle, ist dass auf diese Weise das eigentliche Schlafbedürfnis eines Babys oder Kleinkindes ermittelt werden kann.
leira hat geschrieben: Wach halten: viel ablenkung nützt. Rausgehen zimmer wechseln auf dem arm tragen essen man wird kreativ. Stillen in unbequemen stellungen
Das zeigt für mich ganz klar, dass es eben nicht seinem Schlafbedarf entspricht. Ein Kind, das nicht das Bedürfnis hat, zu schlafen, muss nicht so wach gehalten werden.
leira hat geschrieben:Schlafbedarf wurde mit einem schlafptotokoll ermittelt.

Es geht darum dem körper zu lernen sich nachts im tiefschlaf zu erholen und nicht oberflächlich mit x schlafepisoden und die im bett liegezeit nicht zu lange zu haben sonst wird eben rumgewälzt. Wenn wir ja wie zu teeniezeiten bis 12 mittags gelegen haben war das ja auch nicht richtig schlafen. Und ausgeriht ist man nicht.
Ich glaube auch nicht, dass man einem Kind beibringen muss, wann sich sein Körper zu erholen hat. Das ist doch instinktiv in unserer Entwicklung verankert. Ich finde, das geht in die gleiche Richtung wie die Ansicht, man solle dem Kind beibringen, nur zu bestimmten Zeiten zu essen und so viel, dass es dazwischen keinen Hunger mehr habe, damit sich sein Körper an den Rhythmus gewöhnt. Das kann man auch machen, und ich akzeptiere die Begründung, das es praktisch ist durchaus. Aber man kann nicht behaupten, dass es viel mit den Bedürfnissen des Kindes zu tun hat. Ich denke auch nicht, dass du es mit deinen Teenie-Schlafzeiten vergleichen kannst. Zum Einen ist der Schlaf von Kleinkindern und Babys und der von Teenagern völlig verschieden und zum Anderen ist dein Kind ja offensichtlich müde. Wenn nicht, wird es wohl eher aufstehen wollen und nicht, wie viele Teenager, möglichst lange liegen bleiben. Soweit ich weiss, entspricht es dem natürlichen Schlafverhalten von Babys und Kleinkindern eher, kürzere Schlafphasen zu haben.

Auch die Art, wie der angebliche Schlafbedarf ermittelt wurde, finde ich fragwürdig. Mein Kind schläft beim Stillen. Das nicht zu zählen ist doch völlig willkürlich. Natürlich ist es nicht im Tiefschlaf, aber das ist es sonst auch nicht immer und das wird ja auch nicht unterschieden. Konsequenterweise müsste man also auch jede Schlafenszeit mit Schnuller abziehen und da bleibt bei vielen Babys gar nicht mehr viel übrig. Das ist meiner Ansicht nach einfach nicht seriös.

Ausserdem hast du geschrieben, dass du dem Baby so das Stillen nicht entziehen musst. Stattdessen entziehst du ihm aber Schlaf (und weil es dieses Bedürfnis zuerst aufholen muss, stillt es nicht, dass heisst nicht, dass das Bedürfnis nicht vorhanden wäre). Ihr entzieht ihm also schon etwas. Ich finde es wichtig, sich das bei der Entscheidung für diese Methode bewusst zu machen.

Selbstverständlich könnt ihr das so machen und es ist schön, wenn das für euch so funktioniert. Für mich geht der Ratschlag aber in die selbe Richtung, wie abends ein Breifläschchen zu geben, damit das Kind möglichst viel trinkt und lange satt ist und schläft. Auch das funktioniert für viele Familien, die ich kenne. Aber mit den natürlichen Bedürfnissen des Kindes hat das wenig zu tun.
Ich finde auch, dass die Bedürfnisse der Eltern auch zählen. Auch ich stelle meine Bedürfnisse manchmal über die meines Kindes. Aber so kam bei mir dein Text nicht an. Für mich hat es vermittelt, du wollest sagen euer und vielleicht auch das KIND der anderen brauche weniger Schlaf und schlafe deswegen schlecht und ich glaube nicht, dass das so stimmt.
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Re: ich möchte nachts nicht mehr stillen.

Beitrag von LaRija »

Guten Abend liebe Mamas,

mit großem Interesse habe ich eure weitere Diskussion zu den Schlafprotokollen verfolgt.
Aber darum geht es mir heute nicht, sondern ich wollte gern meine/unsere weiteren Erfahrungen teilen, die wir bis jetzt gemacht haben. Seit meinem "verzweifeltem" Post ist eine Woche vergangen. Es hat sich soooo viel getan in der Zeit!!!
Bereits nach 3 Nächten verlangte meine Tochter nachts nur noch 1-2 Mal nach der Brust, ich habe sie dann gestillt und danach ist sie zügig wieder eingeschlafen. Anfangs schlief sie danach nicht direkt wieder ein, sondern war etwas aufgekratzt und da dauerte es seine Zeit. Aber anscheinend hat sie sich nun vor allem an die neue Situation gewöhnt, das der Papa sie ins Bett bringt und auch nachts für sie da ist. Das hat sie vorher leider nicht akzeptiert, sondern sich immer gleich an die Brust gemacht ;-) 2 Nächte gab es, in denen sie sogar fast durchgeschlafen hat und das kam seit 9 Monaten nicht vor! Ich bin überwältigt davon, wie gut sie und mein Freund das in der Nacht managen. Ich habe das nie für möglich gehalten, mich sehr lange davor gefürchtet, das in Angriff zu nehmen und eine neue Routine zu etablieren. Aber es hat sich gelohnt, auf die Bedürfnisse von uns allen zu achten. Ja, es gab zu Beginn diese Nacht und ja, es wird auch Krankheiten/Zähne/... geben, die wieder andere Dinge verlangen. Aber ich kann allen nur Mut machen, es zu probieren!
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Re: ich möchte nachts nicht mehr stillen.

Beitrag von LaRija »

Entschuldigt, noch ein Nachtrag! Das hatte Mamamonster angesprochen, mit dem Alter und der besonderen Umstellung zum 1.Geburtstag. Das stimmt in unserem Fall! Sie hat einen wahnsinnigen Sprung nach vorn gemacht und man merkt, wie sie nun über bestimmte Dinge "nachdenkt" und hinterfragt. Das ist so schön zu sehen und sicherlich hat das auch mit rein gespielt. Wir dachten eben, wenn wir schon mit der einen Sache (nachts abzustillen) anfangen, können wir das mit dem Bettchen kombinieren. Vielleicht kann das auch klappen, aber wie einige schon gesagt haben, war es vermutlich zu viel auf einmal. Wir handhaben es so, dass sie gerade im Bett einschläft, aber irgendwann in der zweiten Nachthälfte wieder rüberwandert ins Familienbett. Und das Einschlafen klappt wirklich toll, muss ich sagen. Aber alles ist in Ordnung, so lang sie sich wohlfühlt und Sicherheit vermittelt bekommt. Das kann das Bettchen zur Zeit noch nicht 100%. Aber dafür
Sind Mama&Papa ja da :-)
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MamaMonster
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Re: ich möchte nachts nicht mehr stillen.

Beitrag von MamaMonster »

Wie schön, das klingt toll!


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Re: ich möchte nachts nicht mehr stillen.

Beitrag von Rekan »

Bei uns gab es ja irgendwann nachts nur den Wasserbecher. Den hat er anfangs ähnlich häufig gefordert wie die Brust, das liess dann aber nach einer Weile deutlich nach.
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Re: ich möchte nachts nicht mehr stillen.

Beitrag von Vivilotta »

Wir hatten heute die erste Nacht seit Geburt, in der 7 Stunden geschlafen wurde!!! Es war die zweite Nacht, nachdem ich ziemlich spontan entschieden hatte, nicht mehr nachts stillen zu wollen. Ausschlaggebend für die Entscheidung war weniger der Schlafmangel, sondern meine ambivalenten Gefühle beim Stillen. Ich weiß, wie sehr sie das Stillen genießt. Aber ich hab es nur noch "ertragen", meine Brüste waren ständig schlaff und gefühlt leer, weil sie jede Stunde genuckelt hat, ich musste die Brust immer von unten stützen und die BW waren dauergereizt. Als sie mich wieder mal nach einer halben Stunde Schlaf geweckt hat, hab ich beschlossen, dass es so nicht mehr weitergeht. Sie merkt ja auch, dass ich nur noch extremst widerwillig nachts gestillt hab. Sie hat dann schon geweint, aber nur ein paar Minuten. Viel weniger, als ich es erwartet hätte. Sie ist dann die ganze Nacht alle 40 Minuten aufgewacht, hat kurz geweint 1-2 Minuten und ist dann wieder auf mir eingeschlafen. Einmal war sie 2 Stunden wach (das war sie aber mit Stillen auch), da hat sie dann ein wenig Milch aus der Flasche getrunken, vielleicht 50ml?
Letzte Nacht hat sie dann direkt ab Einschlafen 7 Stunden geschlafen, ein Traum!!! Ich hatte dann das Gefühl, dass sie schon Hunger hatte beim Aufwachen, ich hätte sie auch gerne gestillt, hatte aber Angst, die ersten zarten Erfolge kaputt zu machen, da es ja mitten in der Nacht war und die Brust ja erst wach wird, wenn es hell wird. Sie hat dann ein paar Nudeln gegessen (wollte sie explizit) und 2 Schlucke Milch. Ich hab sie dann um halb fünf gestillt, weil sie ständig wieder aufgewacht ist, dann hat sie nochmal 2,5 Stunden geschlafen.
Ich bin sooo erleichtert und hätte nicht gedacht, dass sie es so problemlos annimmt. Ich bin froh, dass ich so lange damit gewartet hab, bis sie verstehen konnte, dass die Brust schläft und es nicht als reine Willkür empfindet.
Mir ist es sehr wichtig, dass es ein verlässliches Signal fürs Stillen für sie gibt. Aber bis zum Hell werden ist doch einfach sehr lang, zumal sie recht früh ins Bett geht. Ich finds auch doof, ihr andere Milch als meine zum Trinken zu geben. Ich würde sie also gerne schon um 1/2 Uhr stillen und dann nochmal gegen 5. Habt ihr gute Erfahrungen mit Zeitschaltuhren, die ab einer bestimmten Zeit grün leuchten oder so?


mit Fini 02/15
mit Fini 02/15 und Paulini 05/19
sonnenkäferlein
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Re: ich möchte nachts nicht mehr stillen.

Beitrag von sonnenkäferlein »

ach herrje, ich wollte schon so lange mal wieder schreiben...

ich freue mich sehr für euch vivilotta und LaRija! das klingt gut und auch, wenn ihr ab und zu zweifelt, ob es die richtige entscheidung war, so könnt ihr ja momentan ein bisschen verschnaufen und von den mehr stunden schlaf profitieren.
ich finde es auch toll, LaRija, dass dein mann mitzieht! und ich finde es mutig von dir, dass du hier deine erlebnisse mit dem abstillen geteilt und der kritik standgehalten hast. ich weiß, wie schwer du es dir auch gemacht hast...

bei uns hat es ja auch ziemlich gut funktioniert! meine tochter stillt nun nachts auch nicht mehr, erst in den frühen morgenstunden. dann hat sie, glaube ich, auch wieder ein hüngerchen, trinkt beide seiten (sonst eigentlich schon immer nur eine und die ruckizucki) und schläft dann oft nochmal bis halb/um 8.
ich bin auch echt glücklich, die entscheidung getroffen zu haben und hoffe, dass es so bleibt.
über ihr glück unglaublich dankbare mama mit zauberhaftem mädchen (01/15)
sonnenkäferlein
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Re: ich möchte nachts nicht mehr stillen.

Beitrag von sonnenkäferlein »

...das mit der zeitschaltuhr überlege ich auch immer noch. denn eigentlich ist es für meine tochter doch unverständlich, dass sie vorher nicht trinken darf und dann gegen 5 doch, denn immerhin ist es da immer noch dunkel - zumindest haben wir unsere fenster richtig gut verdunkelt.
über ihr glück unglaublich dankbare mama mit zauberhaftem mädchen (01/15)
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