Unzufriedenheit mit Schlafsituation

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

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Pustemuffin
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Re: Unzufriedenheit mit Schlafsituation

Beitrag von Pustemuffin »

Nach den Artikeln wollte ich Dich gerade fragen :)
Ich bin, was die Einstellung angeht, ganz bei Dir. Allerdings habe ich jetzt noch nicht so die wissenschaftlich fundierten Quellen dazu gefunden (beim Renz-Polster war es ja auch ein wenig schwammig formuliert) und alle uns ungebenden "Fachkräfte" sagen da halt nix zu oder raten mir beispielsweise dazu, mein Kind nur alle drei Stunden, statt nach Bedarf zu stillen (und haben selbst teilweise geferbert). Selbst ein Artikel aus einer Hebammenzeitung (?) erklärte nicht die Hintergründe, sondern erläuterte lediglich die Vorteile des Einschlafstillens. Jegliche Literatur neigt eben immer - im Sinne der Emanzipation- dazu zu sagen, dass man eben auch das abgewöhnen/-trainieren kann, wenn es einen über Gebühr strapaziert. Tut es mich aber nicht. Ich bin ja froh, eine zu 90% verlässliche Einschlafmethode zu haben. Wenn er den Schnuller akzeptieren würde, wäre es für meinen Mann in Ordnung. Komisch eigentlich, mit "alleine einschlafen" hat das ja auch nichts zu tun.
DolphinFFM
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Re: Unzufriedenheit mit Schlafsituation

Beitrag von DolphinFFM »

Hm. Ich glaube du wirst keine Artikel finden, die vorbehaltlos das Einschlafstillen empfehlen.
Aber - es geht ja nicht um das Einschlafstillen sondern um die Bedürfniserfüllung.
Vielleicht überzeugt es deinen Mann eher, zu lesen, warum Kinder bis mindestens Eins diese Komfortzone brauchen und dort nicht herausgeholt werden sollten. Sie äußern im ersten Jahr im Grunde ausschließlich Bedürfnisse und verstehen es nicht warum diese nicht erfüllt werden. Das verschmerzen sie mal, aber nicht dauernd.
Ich hab dazu spontan nur die Ausführungen von Dr. Rüdiger Posth von rund-ums-Baby im Kopf. Die Artikel sind recht lang und man muss etwas dran bleiben, damit sich das Gesamtbild ergibt. Es geht dabei primär um die psychische Entwicklung von Kindern in den ersten Jahren.
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MamaMonster
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Re: Unzufriedenheit mit Schlafsituation

Beitrag von MamaMonster »

Ich meinte auch grundsätzliche Artikel zur Bedürfnisbefriedigung, Attachment parenting und allem, was da dazu gehört. Zum Einschlafstillen alleine gibt es meines Wissens keine Studie (weder pro noch contra), was bedeutet, dass die veröffentlichten Meinungen eben genau das sind: Meinungen. Dazu lässt sich ja auch gar keine Studie durchführen, weil wohl die meisten Mütter, die ihr Kind lange in den Schlaf stillen ja auch sonst feinfühlig auf die Bedürfnisse des Kindes eingehen. Es könnte also nicht unterschieden werden, ob allfällige Vor- Nachteile mit dem Einschlafstillen zu tun haben, oder etwas anderem.

Das Stillen (oder Füttern) nach Bedarf genauso wie auch sonst die feinfühlige Befriedigung der Bedürfnisse des Babys gehen (u.a.) auf die Bindungstheorie nach Bowlby zurück. Eine Zusammenfassung findest du beim Gewünschten Wunschkind http://www.gewuenschtestes-wunschkind.d ... uchen.html

Grundlagenwerk des Attachment parentings ist das Buch von Dr. Sears. (Das ist allerdings ein ziemlicher Wälzer).

Ich finde Renz-Polster schon hilfreich, das ist ja keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern soll für viele Leser verständlich sein. Mein Mann gibt sich aber mit Blog-Artikeln (nestling, geborgen wachsen, das gewünschteste wunschkind, rabeneltern) meist zufrieden [emoji28]. Die Texte von Dr. Posth finde ich auch sehr hilfreich.

Im übrigen geht es deinem Mann ja vermutlich nicht um das Stillen an sich, sondern um die Angst das Kind zu verwöhnen (so klingt für mich jedenfalls der Kommentar mit der Komfortzone). Dazu gibt es hier auch einen guten Text http://www.gewuenschtestes-wunschkind.d ... nbett.html

Ich merke aber, dass das für mich ein grundsätzlicheres Thema ist - als was betrachtet man sein Kind: als eigenständigen Menschen, der mit Respekt behandelt werden sollte und ein Recht darauf hat, das seine Wünsche und Bedürfnisse ernst genommen werden, oder als noch ungeformtes Wesen (oder sogar als kindlichen Tyrannen), dass möglichst früh durch Erziehung geformt werden muss. Wenn die Einstellung ersteres ist, braucht es keinen Grund für das Einschlafstillen, wenn das Baby das wünscht, sondern einen Grund dagegen (das können auch deine eigenen Bedürfnisse sein). Zu dieser Form der Erziehung (da geht es aber um die Kindheit allgemein, nicht nur um Babys) finde ich Alfie Kohns Bücher sehr empfehlenswert, insbesondere "Liebe und Eigenständigkeit".

So, jetzt bin ich doch etwas abgeschweift [emoji4]. Aber du hast noch die Emanzipation als Argument angesprochen: ich diskutiere mit meinem Mann unsere Vorstellungen von Erziehung u.ä. Wann, wie oft, wie lange... ich stille dagegen ist, denke ich (und er auch), alleine meine Entscheidung. Es ist mein Körper, es sind meine Brüste. Wenn ich also mein Kind lieber in den Schlaf stillen möchte, dann tue ich das.


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Pustemuffin
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Re: Unzufriedenheit mit Schlafsituation

Beitrag von Pustemuffin »

Ich danke euch für eure Mühe! :) Da werde ich mich mal durchlesen!
Der Punkt "Formbarkeit" ist wirklich etwas, wo wir auch gegensätzlicher Meinung sind. Mein Mann hat die Vorstellung, ein Kind sei ein "weißes Blatt", auf dessen manche Dinge besser haften als andere. Ebenso ist es wirklich die Verwöhnangst bei ihm. Ich dagegen bin der Auffassung, dass viele Eigenschaften etc. schon in gewissem Maße genetisch festgelegt sind.
Schwer ist es für mich auch, weil der Gnubbel - im Vergleich zu anderen Kindern, die ich bisher kennengelernt und erlebt habe - echt größtenteils pflegeleicht ist. Er hat halt nur das "Manko" mit dem Einschlafstillen. Und da überwiegen für mich derzeit noch die Gründe dafür. Natürlich möchte ich auch ein selbständiges Kind haben. Ich bin aber der Meinung, dass Kindern ein natürliches Autonomiebedürfnis innewohnt. Da er jetzt schon sehr neugierig und wissbegierig ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass das mit dem Einschlafstillen noch sooo lange dauern wird. *hoff*
Das Stillen hat sich jetzt echt entspannt, er lässt mich da jetzt machen. :) Was das angeht, ist er jetzt sogar entspannter als ich. Ich habe nach dem missglückten Stillstart ja immernoch dann und wann die Anflüge, mein Kind könne verhungern.
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Re: Unzufriedenheit mit Schlafsituation

Beitrag von MamaMonster »

Vielleicht ist er auch neugierig und eher unabhängig WEIL er sein Bedürfnis nach Nähe beim Einschlafstillen gedeckt wird. Das kann man ja nicht wissen. Und schön läuft es bei euch so gut!


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Re: Unzufriedenheit mit Schlafsituation

Beitrag von Pustemuffin »

Das hoffe ich auch, ja :)
Nochmal danke für die Links. Da habe ich jetzt erstmal massig Texte zum Offline-Lesen gespeichert und sogar Schwiegermutti nen Link geschickt. Mal gucken, was so kommt. :-)
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