2. Brustentzündung - Abstillen?

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Toeffi143
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Re: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von Toeffi143 »

Nautilus hat geschrieben:Ich glaube ganz ehrlich, wer noch nie von Schwangerschafts- und Stillhormonen überflutet war, kann sich nicht vorstellen, was das auch psychisch mit einem macht. Diese absolute Konzentration auf das Kind, das gebären und ernähren und versorgen WOLLEN. Ich kenne wirklich keine Frau, der so frühes Abstillen wirklich leicht fiel und ich denke, das macht biologisch auch Sinn. Die Natur treibt die Frau quasi dahin, sich optimal für die Versorgumg des Nachwuchses zu verhalten. Deswegen liegen auch Kommentare wie "auch nicht gestillte Kinder werden gross" meiner Meinung nach völlig neben der Sache, denn es geht dabei eben nicht nur um das Kind, sondern auch um die Frau, die gerne dem nachgehen möchte, was ihr Körper ihr als EIGENES Bedürfnis vermittelt.

Daher würde ich den Ratschlag des Internisten gar nicht persönlich nehmen: aus SEINER Sicht macht der Sinn: Kind wird auch so gross, Du könntest bestimmte Medikamente nehmen.
Diese Vernunftslösung berücksichtigt aber wie so oft null Deine psychische Verfassung und die sollte GENAU so Gegenstand einer ärztlichen Behandlung sein.

Gerade bei männlichen Ärzte hilft es oft, das ganz deutlich anzusprechen, also was genau Du brauchst und sie dann bitten, für das konkrete Problem eine Lösung zu finden.
Ich hoffe, meine Zeilen helfen Dir ein wenig, davon wegzukommen, ein ewig schlechtes Gewissen zu haben: dass Du einerseits nichz stillst, das andererseits nicht loslassen kannst und darüber hinaus auch dir nicht das Beste=das nicht stillkompatible Medikament gibst - das musst DU Dir aber wirklich micht antun! Du hast auch ein Recht auf Seelenwellness, die verschaffst vor allem DU Dir.
Das klingt total gut und logisch! So weit hatte ich noch gar nicht gedacht, aber na klar, du hast vollkommen recht!
Liebe Grüße
Toeffi mit dem heißgeliebten Frechdachs (08/2013) und dem kleinen Kämpfer (02/2016)
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deidamaus
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Re: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von deidamaus »

Hallo RegenbogenMama,

ich melde mich heute abend spät nochmal,

liebe Grüße
Deidamaus
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RegenbogenMama
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Re: AW: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von RegenbogenMama »

FrauMahlzahn hat geschrieben:Ach, Regenbogenmama... ((((Regenbogenmama))))
Es macht mich unglaublich wütend, wie viele Leute auf Dir in bester Absicht herumtrampel statt Dich zu unterstützen. Und ich finde Dich unglaublich toll, wie Du gekämpft hast. Du bist eine tolle Kuscheldrachenmama! !!!

Steck die jetzt frei werdende Energie in Deinen Kuscheldrachen und in ein dickes Fell für all die gut meinenden Ratschläge, die allen Eltern begegnen.

Alles Gute und Du bleibst uns im Forum, aber doch hoffentlich erhalten? !
Liebe Frau Mahlzahn, danke für deine lieben Worte!

Es ist unglaublich aufbauend, all diese lieben Kommentare zu lesen. Das gibt mir wirklich Kraft und hilft mir, besser mit der Situation klarzukommen.

Heute habe ich viel Zeit verbracht mit meinem kleinen Kuscheldrachen zu Kuscheln und zu Spielen und es hat mir ( und ihm wahrscheinlich auch) sehr gut getan und Spaß gemacht.

Natürlich werde ich noch hier im Forum bleiben. Ich bin zwar noch ein Frischling, und zum Stillen kann ich wohl nicht mehr viel beitragen, aber es gibt ja noch mehr als das und alle hier sind total nett. Außerdem werde ich vielleicht dann in 3 Jahren 8) Unterstützung bei meinem zweiten Kind brauchen. Nein, Scherz beiseite. Ich bin froh, das ich dieses Forum gefunden habe!
Nautilus hat geschrieben:Ich glaube ganz ehrlich, wer noch nie von Schwangerschafts- und Stillhormonen überflutet war, kann sich nicht vorstellen, was das auch psychisch mit einem macht. Diese absolute Konzentration auf das Kind, das gebären und ernähren und versorgen WOLLEN. Ich kenne wirklich keine Frau, der so frühes Abstillen wirklich leicht fiel und ich denke, das macht biologisch auch Sinn. Die Natur treibt die Frau quasi dahin, sich optimal für die Versorgumg des Nachwuchses zu verhalten. Deswegen liegen auch Kommentare wie "auch nicht gestillte Kinder werden gross" meiner Meinung nach völlig neben der Sache, denn es geht dabei eben nicht nur um das Kind, sondern auch um die Frau, die gerne dem nachgehen möchte, was ihr Körper ihr als EIGENES Bedürfnis vermittelt.

Daher würde ich den Ratschlag des Internisten gar nicht persönlich nehmen: aus SEINER Sicht macht der Sinn: Kind wird auch so gross, Du könntest bestimmte Medikamente nehmen.
Diese Vernunftslösung berücksichtigt aber wie so oft null Deine psychische Verfassung und die sollte GENAU so Gegenstand einer ärztlichen Behandlung sein.

Gerade bei männlichen Ärzte hilft es oft, das ganz deutlich anzusprechen, also was genau Du brauchst und sie dann bitten, für das konkrete Problem eine Lösung zu finden.
Ich hoffe, meine Zeilen helfen Dir ein wenig, davon wegzukommen, ein ewig schlechtes Gewissen zu haben: dass Du einerseits nichz stillst, das andererseits nicht loslassen kannst und darüber hinaus auch dir nicht das Beste=das nicht stillkompatible Medikament gibst - das musst DU Dir aber wirklich micht antun! Du hast auch ein Recht auf Seelenwellness, die verschaffst vor allem DU Dir.
Liebe Nautilus,

danke für deine Tipps und Unterstützung. Ich denke auch, dass die Hormone und die Mutterinstinkte da eine große Rolle spielen. Dass die Männer das vielleicht nicht verstehen, ist eine Sache, die mir schon klar ist. Aber gerade vor dem Hintergrund verstehe ich es nicht, dass mir alle Mamas in der Familie meines Freundes ( Mutter, Oma, Tante, Cousine, und sie haben alle zwischen 1 bis 4 Kinder, und keines davon länger als 2 Wochen gestillt /stillen können) mir trotzdem das gleiche sagen. Es bricht mir beim Gedanken daran das Herz, dass sie wohl alle nicht für dieses wundervolle Geschenk gekämpft haben und das einfach so hingenommen haben. Ich meine, es waren zum Teil sicher andere Zeiten, aber für mich ist das einfach unverständlich. Ich verurteile niemanden, wenn jemand sich dafür/dagegen entscheidet aber ich kann erwarten, das sie meinen Wunsch eigentlich auch respektieren. Auch viele Ärztinnen und Schwestern mit denen ich z.B. wegen der Brustentzündungen zu tun hatte, haben das gleiche gesagt...

Ich weiß, dass ich in vielen Punkten noch an mir arbeiten muss. Aber in der derzeitigen Lage, in der noch nicht einmal ich selbst weiß, was ich will, bzw. wie ich weiter vorgehen möchte, ist es schwer jemandem konkret zu sagen, was man will und braucht. Es wird sicher nicht einfach für mich werden, aber es wird der Moment kommen, in dem ich kein schlechtes Gewissen mehr deswegen haben werde.

Liebe Grüße
RegenbogenMama
Kuscheldrache - 16.07.2014
Lösche Benutzer 7240

Re: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von Lösche Benutzer 7240 »

Du weisst aber nicht, wie es den anderen Frauen in Deiner Familie wirklich mit dem abstillen /nicht-stillen ging damals. Vielleicht waren sie auch zutiefst unglücklich und völlig ohne Unterstützung und mussten irgendwelche Strategien entwickeln, um damit fertig zu werden. Eine beliebte Strategie (und zutiefst menschlich) ist, dem eigenen Erlebten Sinn zu verleihen, indem man sich selbst und alle anderen zu überzeugen versucht, dass es so richtig und gut war und insofern auch für dich richtig und gut sein wird. Oder "nicht anders möglich" bei der körperlichen Variante, "alle Frauen in unserer Familie können nicht stillen", diese Schiene. Ich will damit nicht das Verhalten Deiner Familie schönreden oder sagen, dass ihr Verhalten für dich irgendwie hilfreich sei, nein, nur so einen kleinen Denkanstoß in eine andere Richtung geben. Ich wünsch Dir und Deiner Familie alles Gute, kuschelt schön!
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deidamaus
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Re: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von deidamaus »

RegenbogenMama hat geschrieben:Liebe Kathinka,
....
Wenn ich mal etwas Zeit habe werde ich mir deine Geschichte mal komplett durchlesen.
Sehr lesenswert :mrgreen:
Ein paar Mal war der Blutdruck ganz leicht erhöht, aber meist war das nach anstrengenden Situationen und auch der Internist meinte letzte Woche, dass das sehr gut aussieht und ich das Methyldopa komplett weglassen sollte, auch wegen anderer Nebenwirkungen. Zum Schluss nahm ich eh nur noch eine halbe Tablette alle 2 Tage und das sei so gut wie vernachlässigbar gewesen.

Gestern war ich also wieder da, und der Arzt hat alles ausgewertet. Zu meiner Überraschung hatte ich einen durchschnittlichen Blutdruck von etwas 150/100,

Ich bin da ja Laie, aber kann das nicht auch an der Müdigkeit gelegen haben, da du ja wegen des Gerätes kaum schlafen könntest???
Das Methyldopa sollte ich auf jeden Fall nicht mehr weiter nehmen, vor allem auch wegen meiner derzeitigen Stimmung wieder, weil das anscheinend auch leicht depressiv macht. Er hätte mir am liebsten ein Medikament verschrieben, mit dem man allerdings nicht stillen dürfte, da ich aber noch immer etwas hin- und her gerissen bin, hat er mir jetzt Atenolol verschrieben. Das Problem dabei ist, dass es auch den Puls senkt, der war bei mir aber normal, so dass es jetzt sein kann, dass ich total platt bin. Ich habe jetzt heute Morgen mal die erste genommen, mal schauen wie es mir damit geht. Davor habe ich wieder mit meinem Gerät gemessen - nur ganz leicht erhöht.
Welches Medikament wollte er dir denn verschreiben?
Seine Empfehlung war auf jeden Fall, dass ich abstille, erstens damit ich das andere Medikament nehmen kann und außerdem weil dieser ganze Stress, den ich mit der ganzen Geschichte habe, oder mir mache, dann nun auch nicht wirklich förderlich ist
Mag sein, dass Stress nicht gut für den Blutdruck ist, aber abstillen, obwohl man es nicht will, sondern nur das Umfeld, sicherlich auch nicht.
seine zwei Kinder wurden ja auch nie gestillt und sind jetzt groß und gesund, ich soll mich nicht so fertig machen und es so sehen, dass ich versagt habe, bla bla, habe ich eh schon 1000 Mal gehört). Weiters hat er mir auch noch gesagt, dass ich auf jeden Fall mindestens 3 Jahre warten sollte, bevor ich mir überlege ein zweites Kind zu bekommen, damit sich alles normalisiert und auch die Belastung mit zwei ganz kleinen Kindern natürlich auch noch höher sei.

Sehr einfühlsam war er ja nicht gerade.
und wenn es nicht geht oder wenn ich mich dann komplett entschlossen habe abzustillen ("es ist ja noch kein Kind gestillt in die Schule gegangen" - hmm...), dann sollte ich mich wieder melden.
Doch! Das gibt es hin und wieder schon. Falls du doch wieder stillen wolltest, wäre es interessant zu wissen, was für ein Medikament er dir verschreiben wollte.
Auf jeden Fall war das wieder ein ziemlich harter Schlag für mich und zerstört meine Hoffnung auf irgendeine Änderung zum Positiven im Fall Stillen fast komplett.
Es gibt fast immer still freundliche Medikamente. Nur in ganz, ganz seltenen Fällen muss wirklich abgestimmt werden.
Ich habe auch das Gefühl, dass meine Brüste schon anfangen zu schrumpfen. Die BHs, die kurz nach der Geburt doch fast etwas klein waren (habe zu Beginn aber auch nur ganz selten welche getragen und bin zuhause nur nackt rumgelaufen und habe regelmäßig den Boden vollgetropft) und letztens noch ziemlich perfekt passten, werden nicht mehr wirklich ausgefüllt, vor allem links nicht.
Die Brust passt sich innerhalb weniger Tage an den Bedarf an. 100 ml hoch oder runter in einer Woche sind problemlos möglich.
. Dazu ist mir ist gestern wieder eingefallen, dass ich mir eigentlich kurz vor der zweiten Brustentzündung die rechte Brust etwas verletzt habe, als ich im Bad mit meinem Freund zusammengestoßen bin, als er den Wasserbehälter vom Wäschetrockner entleert hat (ich weiß, extrem dumme Geschichte). Es hat etwas weh getan und durch einen kleinen Schnitt auch etwas geblutet, ist aber schnell wieder abgeheilt. Ich hatte das total wieder vergessen, und nachdem mir jeder eingeredet hat, dass die Brustentzündung vom Stillen oder Pumpen kommt, habe ich auch an gar nichts anderes gedacht. Kann das eventuell auch der Grund für die zweite Entzündung sein?
Das kann sehr gut sein. Oft ist auch ein Tritt des Babys am Wickeltisch Ursache eines Milchstaus. Das Gewebe schwillt leicht an oder es gibt innerlich einen kleinen Bluterguss (tut halt beim Draufdrücken weh wie bei einem blauen Fleck) und dann wird ein Milchgänge abgedrückt, die Milch staut sich, es gibt einen Milchstau und dann eventuell sogar Fieber. Bei Fieber verordnen dann manche Gynäkologen Antibiotikum, obwohl es nicht von Bakterien kommt, sondern nur eine sterile Entzündungsreaktion auf Milchbestandteile im Gewebe ist.
Sollte ich deswegen sicherheitshalber noch einmal zu meinem Frauenarzt :roll: gehen?
Nein, brauchst du nicht.
Es spricht ja irgendwie alles dagegen, aber das Loslassen tut mir extrem weh und fällt mir daher so schwer. Ich weiß leider nicht, warum mich das alles so mitnimmt, aber ich hoffe, dass das spätestens mit der Beratung irgendwie besser wird.
Ich finde deine Gefühle sehr verständlich, da du gegen deinen eigenen Willen vorgehst, nur weil es Oma, Opa, Mama, Papa, Arzt,... so besser finden.
Mal angenommen ich würde jetzt wirklich Abstillen, sollte ich dann im jetzigen Zustand einfach gar nichts mehr tun, oder sicherheitshalber noch ab und an versuchen Abzupumpen (keine Ahnung, ob überhaupt noch etwas kommt)?
Solange deine Brust weich ist, brauchst du nichts zu machen
Und wenn ich mich jetzt entschließen würde abzustillen, wann kann ich in etwa damit rechnen, dass alles so ist, dass ich gar nichts mehr merke, bzw. dass es im Grunde nicht mehr möglich ist, dass auf normalem Wege wieder zu retten?
Relaktieren kannst du natürlich versuchen. Umso kürze der Abstand zum letzten Pumpen/Stillen, umso leichter funktioniert es. Schau mal in die Geschichte von powerlady .
ch hatte mal gelesen, dass es etwa drei Monate nach dem letzten Stillen dauert, bis sich alles vollkommen zurückgebildet hat, aber nachdem ich nie voll gestillt habe und es jetzt alles so schnell geht, denke ich einfach, dass es bei mir noch viel schneller vorbei sein wird.
Umso länger man gestillt hat, umso länger wird oft noch Milch gebildet. Aber es hängt auch immer sehr von der Frau ab. Bei der einen ist nach ein paar Tage nichts mehr da, die andere hat noch ein Jahr später Milch.
Ich hoffe, dass ich so schnell wie möglich eine Lösung für mich finden werde.
Das hoffe ich auch. Dann geht es dir sicherlich besser.

Liebe Grüße
deidamaus
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Nautilus
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Re: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von Nautilus »

Ich unterschreibe bei Carolina und möchte noch betonen dass ich ganz sicher NICHT beabsichtigt habe, Dir die Verantwortung für diese Enttäuschungen auch nur teilweise zuzuschieben! Oje, das ist wohl falsch rüber gekommen, das tut mir sehr leid! Ganz im Gegenteil nämlich, ich sehe es KOMPLETT wie Du, dass es weder empathisch noch liebevoll noch hilfreich ist, wie Deine Familie und Deine Ärzte mit Deinem Stillwunsch umgegangen sind. Ich an Deiner Stelle hätte eine Stinkwut um ehrlich zu sein. Denn ich finde es selbstverständlich, dass zumindest meine Familie nicht einfach meine Bedürfnisse und Wünsche bei einem derart wichtigen Thema so ignoriert bzw. aus vermeintlichen "Vernunftsgründen" negiert.
Und ich schrieb ja auch, auch für mich war es -ohne jemals stillskeptischen Ärzten ausgesetzt bzw. mit Stillproblemen konfrontiert gewesen zu sein - ein WEG, dahin zu kommen, meinen Beratungs- bzw. Unterstützungsbedarf klar zu formulieren, ohne mich Rechtfertigungsdruck oder ähnlichem auszusetzen. JEDE Frau ist nach einer Geburt besonders verletzlich und schutzbedürftig. Eine erfolgreiche Stillbeziehung trotz Problemen ohne Unterstützung durch Fachpersonal und /oder wenigstens der Familie oder gar noch gegen deren Widerstand aufzubauen, ist nach meiner Einschätzung sehr schwer bis unmöglich.
Was die Frauengeneration vor uns betrifft: die haben in Sachen Fremdbestimmung bei Geburt und Erziehung des eigenen Kindes derart viel mehr als wir erdulden müssen, dass man ihnen kaum vorwerfen kann, sich damit arrangiert zu haben. Selbstreflexion kann nicht jede (r)...:/
Liebe Grüße, Nautilus mit Sommersohn (7/12) Frühlingstochter :smilie_und_kind: :slürp* (3/17) und den zwei Herbststernen (09/11+ 11/15)
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Re: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von kerstin10 »

Liebe RegenbogenMama,

ich habe gelesen, daß Du mit dem BES nicht so gut zurecht gekommen bist. Aber das war ja als Du versucht hast, schrittweise Richtung vollstillen zu kommen.

Wäre das BES was für Euch, um die Pre-Nahrung zu geben? Anstatt der Flasche und ganz ohne jeden Versuch, die Pre zu reduzieren und Dein Baby dazu zu bringen, mehr aus der Brust selbst zu trinken. Also wirklich ganz ohne Streß, eher so wie z.B. eine Adoptivmama. Dann hättest Du soviel Stillen wie nur geht und müßtest an dem, wie es jetzt ist nichts ändern. Und vielleicht würde sich ja noch was ergeben. Da spürt man bei Dir ja immer noch die Hoffnung, daß das passieren könnte.

Alles Gute,
Kerstin
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Re: AW: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von FrauMahlzahn »

Freut mich sehr, dass Du uns erhalten bleibst.

Ich hab mal irgendwo zum Thema nach dem Tod gelesen: Wenn wir eines Tages vor Gott stehen, dann wird er nicht fragen "Warst Du Mutter Teresa?" oder "Warst Du Franz von Assisi? "Nein, er wird fragen "Warst Du du?"

Mir hilft dieser Gedanke meinen Weg zu gehen oder besser gesagt zu suchen mit all den Irrungen und Wirrungen, die das Leben so ab sich hat. Nicht rücksichtslos, nicht über andere drüber rollend - aber eben auch nicht den Weg eines anderen.
Am Ende des Tages muss nämlich ich in den Spiegel schaun können und vor mir (oder wem auch immer, keine Ahnung) verantworten können was ich getan oder nicht getan habe.

Alles Gute beim Suchen!
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Re: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von RegenbogenMama »

carolina hat geschrieben:Du weisst aber nicht, wie es den anderen Frauen in Deiner Familie wirklich mit dem abstillen /nicht-stillen ging damals. Vielleicht waren sie auch zutiefst unglücklich und völlig ohne Unterstützung und mussten irgendwelche Strategien entwickeln, um damit fertig zu werden. Eine beliebte Strategie (und zutiefst menschlich) ist, dem eigenen Erlebten Sinn zu verleihen, indem man sich selbst und alle anderen zu überzeugen versucht, dass es so richtig und gut war und insofern auch für dich richtig und gut sein wird. Oder "nicht anders möglich" bei der körperlichen Variante, "alle Frauen in unserer Familie können nicht stillen", diese Schiene. Ich will damit nicht das Verhalten Deiner Familie schönreden oder sagen, dass ihr Verhalten für dich irgendwie hilfreich sei, nein, nur so einen kleinen Denkanstoß in eine andere Richtung geben. Ich wünsch Dir und Deiner Familie alles Gute, kuschelt schön!
Liebe Carolina,

danke für deinen Hinweis. Ich weiß wirklich nicht, wie es ihnen ging. Zu der Zeit habe ich noch nicht hier bei meinem Freund gelebt, also kann ich nur von dem ausgehen, was sie mir sagen. Und wenn sie mir sagen, dass sie zur der Zeit halt noch jung/jünger als ich waren und sich darüber keine großen Gedanken darüber gemacht haben, und es so genommen haben, wie es gekommen ist, dann glaube ich ihnen das. Ich verurteile sie deswegen ja auch nicht, aber ich für mich könnte/kann das einfach nicht so abtun. Wenn es ihnen damit aber in Wirklichkeit auch nicht gut ging, dann tut es mir für sie sehr leid :( . Ich würde mir dann aber auch wünschen, dass sie ehrlich zu mir sind.
Nautilus hat geschrieben:Ich unterschreibe bei Carolina und möchte noch betonen dass ich ganz sicher NICHT beabsichtigt habe, Dir die Verantwortung für diese Enttäuschungen auch nur teilweise zuzuschieben! Oje, das ist wohl falsch rüber gekommen, das tut mir sehr leid! Ganz im Gegenteil nämlich, ich sehe es KOMPLETT wie Du, dass es weder empathisch noch liebevoll noch hilfreich ist, wie Deine Familie und Deine Ärzte mit Deinem Stillwunsch umgegangen sind. Ich an Deiner Stelle hätte eine Stinkwut um ehrlich zu sein. Denn ich finde es selbstverständlich, dass zumindest meine Familie nicht einfach meine Bedürfnisse und Wünsche bei einem derart wichtigen Thema so ignoriert bzw. aus vermeintlichen "Vernunftsgründen" negiert.
Und ich schrieb ja auch, auch für mich war es -ohne jemals stillskeptischen Ärzten ausgesetzt bzw. mit Stillproblemen konfrontiert gewesen zu sein - ein WEG, dahin zu kommen, meinen Beratungs- bzw. Unterstützungsbedarf klar zu formulieren, ohne mich Rechtfertigungsdruck oder ähnlichem auszusetzen. JEDE Frau ist nach einer Geburt besonders verletzlich und schutzbedürftig. Eine erfolgreiche Stillbeziehung trotz Problemen ohne Unterstützung durch Fachpersonal und /oder wenigstens der Familie oder gar noch gegen deren Widerstand aufzubauen, ist nach meiner Einschätzung sehr schwer bis unmöglich.
Was die Frauengeneration vor uns betrifft: die haben in Sachen Fremdbestimmung bei Geburt und Erziehung des eigenen Kindes derart viel mehr als wir erdulden müssen, dass man ihnen kaum vorwerfen kann, sich damit arrangiert zu haben. Selbstreflexion kann nicht jede (r)...:/
Liebe Nautilus,

bitte mach dir keine Sorgen. Ich habe das, was du geschrieben hast, überhaupt nicht so aufgefasst, als dass ich etwas für die Situation kann. Sicherlich habe ich im ersten Monat jede Menge dummes Zeug verzapft, aber wie bei der Geburt auch, hat mein Gehirn einfach total abgeschaltet und ich habe einfach das getan bzw. für richtig gehalten, was all die anderen Leute mir gesagt haben. Und das war ja auch nicht nur meine Familie, sondern am Anfang vor allem die Kinderkrankenschwestern. Ich habe mich inzwischen schon damit auseinander gesetzt, dass ich mir da nichts vorwerfen muss. Ja, ich bin wütend und enttäuscht, aber leider kann ich die Zeit nicht mehr zurückdrehen.

Dass mich dann, als ich mich informiert und versucht habe, die Situation irgendwie wieder zu verbessern, niemand unterstützt hat, bzw. sie mir die ganze Zeit in mein Vorhaben reingeredet haben, ist für mich noch immer ein hartes Stück, das ich erst noch verdauen muss. Manchmal kam es mir so vor, als würden sie mit mir wie mit einem Kind reden, das nur Unsinn im Kopf hat, und nicht mit einer 31-jährigen Frau, die nie etwas tut, ohne sich vorher genau damit auseinander zu setzen und genau zu planen und abzuwägen.

Velen Dank auf jeden Fall für dein Verständnis. Es tut wirklich gut, ab und zu auch zu hören, dass das was man denkt nicht komplett aus dem Nichts gegriffen ist.
kerstin10 hat geschrieben:Liebe RegenbogenMama,

ich habe gelesen, daß Du mit dem BES nicht so gut zurecht gekommen bist. Aber das war ja als Du versucht hast, schrittweise Richtung vollstillen zu kommen.

Wäre das BES was für Euch, um die Pre-Nahrung zu geben? Anstatt der Flasche und ganz ohne jeden Versuch, die Pre zu reduzieren und Dein Baby dazu zu bringen, mehr aus der Brust selbst zu trinken. Also wirklich ganz ohne Streß, eher so wie z.B. eine Adoptivmama. Dann hättest Du soviel Stillen wie nur geht und müßtest an dem, wie es jetzt ist nichts ändern. Und vielleicht würde sich ja noch was ergeben. Da spürt man bei Dir ja immer noch die Hoffnung, daß das passieren könnte.

Alles Gute,
Kerstin
Liebe Kerstin,

vielen Dank für deine Nachricht. Ich würde mich sehr freuen, wenn das mit dem BES so funktionieren würde. Vollstillen war nicht unbedingt mein Ziel. Sicher wäre das das absolute Nonplusultra, aber mir war schon sehr bewusst, dass dies nur sehr schwer realisierbar gewesen wäre. Meine Wünsche wären gewesen (die Reihenfolge zeigt die Priorität an):

1. Ich will NICHT Abstillen
2. Wenn möglich würde ich anstatt zu pumpen, dem Kleinen die Muttermilch, und wenn es nur wenig, 1-2x am Tag, auf direktem Weg zukommen lasse bzw. Kuschelstillen (Weniger Zeit, mehr Kuscheln und wahrscheinlich auch mehr Milch, statt pumpen)
3. Die Milchmenge wieder steigern

Das mit dem BES wird so leider nicht funktionieren, auch wenn es eine tolle Idee ist. Ich schaffe das leider nicht ohne Unterstützung, bzw. wenn ich mich jedes Mal dafür rechtfertigen muss, wenn ich auch nur irgendwas in dieser Richtung versuche ("Du pumpst schon wieder? ich dachte du hörst auf?!" oder "Aha, hast du heute wieder mit den Hütchen experimentiert?").
Und ja, die Hoffnung ist noch immer irgendwo da, obwohl sie leider mit jedem Tag schrumpft, da immer wieder etwas neues dazukommt. Und so ganz alleine packe ich das nicht.

Danke aber für die Aufmunterung und den Tipp!
FrauMahlzahn hat geschrieben:Freut mich sehr, dass Du uns erhalten bleibst.

Ich hab mal irgendwo zum Thema nach dem Tod gelesen: Wenn wir eines Tages vor Gott stehen, dann wird er nicht fragen "Warst Du Mutter Teresa?" oder "Warst Du Franz von Assisi? "Nein, er wird fragen "Warst Du du?"

Mir hilft dieser Gedanke meinen Weg zu gehen oder besser gesagt zu suchen mit all den Irrungen und Wirrungen, die das Leben so ab sich hat. Nicht rücksichtslos, nicht über andere drüber rollend - aber eben auch nicht den Weg eines anderen.
Am Ende des Tages muss nämlich ich in den Spiegel schaun können und vor mir (oder wem auch immer, keine Ahnung) verantworten können was ich getan oder nicht getan habe.

Alles Gute beim Suchen!
Liebe Frau Mahlzahn,

ja, so schnell wird man mich nicht los!

Ich bin zwar nicht gläubig, aber diese Worte finde ich dennoch sehr inspirierend.
Ich weiß, dass ich mich und meine Wünsche in meinem Leben (leider) schon viel zu oft zurückgenommen habe, um den Erwartungen von anderen gerecht zu werden. Wie ich schon geschrieben habe, bin ich sehr emotional und harmoniebedürftig. Und ich vergesse mich selber viel zu oft, wenn es darum geht, dass ich anderen helfen oder es ihnen angenehmer zu machen. Im Arbeitsbereich habe ich da schon viel an mir gearbeitet, aber im privaten Bereich ist das noch immer eine ganz andere Sache.

Ganz lieb aber, dass du diesen Gedanken mit mir geteilt hast!
Kuscheldrache - 16.07.2014
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RegenbogenMama
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Re: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von RegenbogenMama »

Liebe deidamaus,
deidamaus hat geschrieben:Ich bin da ja Laie, aber kann das nicht auch an der Müdigkeit gelegen haben, da du ja wegen des Gerätes kaum schlafen könntest???
Ich habe das Ganze schon einmal vor 2 Jahren durchgemacht, da wurde damals sogar doppelt so oft gemessen. Ich persönlich glaube ja auch, dass das viel mit meiner derzeitigen Lage und dem ganzen Stress, der damit zusammenhängt, zu tun hat. Es ist schade, dass es noch nicht wieder gut ist, aber ich denke, wenn es mir so wieder besser geht und sich auch mein Körper noch etwas mehr normalisiert (ich habe zwar so gut wie alles an Gewicht, das ich in der Schwangerschaft zugenommen habe schon wieder unten, ich hatte aber vor der Schwangerschaft schon um die 10 Kilo nur durch die dämlichen Antidepressiva zugenommen, die ich eigentlich gerade abnehmen wollte, aber dann bin ich ja schwanger geworden) wieder in einen normalen Bereich kommt.
deidamaus hat geschrieben:Doch! Das gibt es hin und wieder schon. Falls du doch wieder stillen wolltest, wäre es interessant zu wissen, was für ein Medikament er dir verschreiben wollte.
Ich habe es vielleicht etwas verwirrend geschrieben, aber das Medikament, dass ich jetzt nehme (Atenolol), ist laut dem Arzt das stillverträgliche. Wenn ich ihm sicher gesagt hätte, dass ich abstille, dann hätte er mir ein anderes verschrieben, was überhaupt nicht stillverträglich gewesen wäre, weil es komplett in die Milch übergeht. Welches hat er allerdings nicht gesagt, aber ihm wäre das andere halt lieber gewesen.
Bis jetzt vertrage ich das Atenolol aber ganz gut. Laut meinen Messungen wirkt es sehr gut. Ich habe das Gefühl, dass ich auch irgendwie "ruhiger" und "gelassener" geworden bin, wenn man das so beschreiben kann.
deidamaus hat geschrieben:Solange deine Brust weich ist, brauchst du nichts zu machen
Gut zu wissen. Meine Brust ist auf jeden Fall weicher, als der Baby Popo von meinem Kuscheldrachen. Ich hoffe das reicht :wink:
deidamaus hat geschrieben:Relaktieren kannst du natürlich versuchen. Umso kürze der Abstand zum letzten Pumpen/Stillen, umso leichter funktioniert es. Schau mal in die Geschichte von powerlady .
Die Geschichte habe ich schon in den letzten Tagen in mehreren Etappen komplett verschlungen und bin absolut begeistert, was sie geschafft hat. Es ist so schön, absolut beeindruckend und hat mir ein wenig Hoffnung gemacht, dass selbst wenn es jetzt nichts wird, es vielleicht zu einer anderen Zeit doch noch etwas werden könnte. Natürlich weiß ich, dass es nicht funktionieren muss, aber nachdem alle das Abstillen immer als DAS Ende dramatisiert haben, war ich erstaunt zu erfahren, dass es doch Mittel und Wege gibt, das eventuell wieder rückgängig zu machen. Seitdem ich das weiß, kann ich jetzt zumindest ein bisschen besser mit der Situation umgehen, so wie sie jetzt ist.
deidamaus hat geschrieben:Umso länger man gestillt hat, umso länger wird oft noch Milch gebildet. Aber es hängt auch immer sehr von der Frau ab. Bei der einen ist nach ein paar Tage nichts mehr da, die andere hat noch ein Jahr später Milch.
Ich habe auf jeden Fall gestern und heute kurz gepumpt. Es war zwar jeweils nicht viel, aber generell ist die Milch noch da. Puh!

Ich werde mich jetzt mal aufs Ohr hauen, aber morgen muss ich euch noch erzählen, wie die ganze Geschichte heute bei meiner Hausärztin weitergegangen ist :roll: .

Liebe Grüße und einen schönen Abend
RegenbogenMama
Kuscheldrache - 16.07.2014
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