also in dieser Form habe ich das noch nicht gehört (Milch nur für ein Geschlecht geeignet).
Aber alle möglichen Leite haben schon MuMi "untersucht" und die skurrilsten Sachen "herausgefunden".
Weit verbreitet war zum Beispiel der Glaube, dass der Charakter der Stillenden auf das Kind über gehe. Das hat wahnwitzige Anforderungen an die Suche nach einer Amme nach sich gezogen.
Hallo, ich möchte auch gerne Gehörtes und Erlebtes beitragen.
Meine Oma gebar meine Mutter 1966. Sie hatte gerade das Abitur und wollte dann anfangen zu studieren - jedoch ca. 30km entfernt. Meine Mama wurde also 8 Wochen gestillt und lebte dann bei ihrer Großmutter. Ihre Eltern kamen nur am Wochenende. (Der Papa studierte in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz)). Sie (und später ihr kleiner Bruder) bekam die Flasche.
Nachdem sie immer mal angedeutet hatte, dass ich ja sooooo lange stillen würde kam letztens die Aussage, dass das ja doch richtig und gut sei, weil Möhrchen ja mit sechs Wochen so krank war und Antibiotikum nehmen musste. Sie hatte von der Enkelin von Freunden gehört, dass diese von solch einem frühen Antibiotikum Unverträglichkeiten bekommen hat.
Meine Großmutti väterlicherseits erzählt auch die Geschichte, sie hätte immer zu wenig Milch gehabt. Mein Vater wurde 1962 als erstes von fünf Kindern geboren. Sie sagt, er tat ihr immer so leid und sie hätte ihn wohl öfter als alle vier Stunden gestillt, wenn ihr Mann nicht so ORDENTLICH auf die Zeit geachtet hätte, damit seine Frau auch ihre Pausen bekäme. Sie sagt das in so einem selbstverständlich untergeordneten Tonfall.
Für mich am erschreckensten war aber die Ansicht einer noch praktizierenden Kinderärztin. (Vorgeschichte: Möhrchen hatte mit sechs Wochen Mykoplasmen, brauchte Antibiotikum, wir wollten nicht stationär also orale Gabe.) Damit sie das AB nicht versehentlich ausspuckte sollten wir es ihr mit MuMi vermischt vor dem Essen reichen und dann nur 15min trinken lassen. Dann sei sie eh satt und alles danach nur Spielerei. Aufgrund der Situation haben wir uns verunsichern lassen und das einen Tag lang ausprobiert. So ein Quatsch! Um das Spucken zu verhindern war es viel Wirkungsvoller nach dem Stillen eine Stunde im Tragetuch rauszugehen.
Es spuuken noch so viele Märchen in der Gesellschaft rum.
Liebe Grüße
Myeskathry mit Ritter (7/12), Möhrchen (7/14) und kleinem Edelmann (4/20) +
Weiß hier jemand etwas über das Stillen im Mittelalter (Ende 13. Jh oder allgemein). Ich bilde mir ein mal irgendwo gelesen zu haben, dass eine nackte Brust lange nicht so anzüglich gesehen wurde wie offene Haare. Das solle daher rühren, dass Stillen in der Öffentlichkeit verbreiteter war als ein unbedeckter (ungeschüzter) Kopf. Für mich klingt das logisch. Aber ich wüsste doch gerne genaueres. Alternativ zum Stillen kamen wohl nur eine Amme oder Tiermilch in Frage, nach dem, was ich bis jetzt hier gefunden habe.
Liebe Grüße
Myeskathry mit Ritter (7/12), Möhrchen (7/14) und kleinem Edelmann (4/20) +