Stillprobleme mit Neugeborenem

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jusl
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Re: Stillprobleme mit Neugeborenem

Beitrag von jusl »

Hallo Koboldmama,

schön, dass Ihr mit dem BES gut zurechtkommt. Kennst Du Dich mit diesem Stillhilfsmittel gut aus? (Hast vielleicht jemanden, den Du fragen kannst, oder kennst diese Broschüre)? Unbedingt empfehlenswert!..)
Ich geh mal der Reihe nach:
Kann sich das mal jemand anschauen? Was haltet Ihr von der Gewichtsentwicklung?
Die Gewichtsentwicklung der letzten Wochen ist völlig in Ordnung. Während der Reduktion von Zufüttermilch sollte das Gewicht weiterhin sorgfältig beobachtet und dokumentiert werden. Ausführliche Info dazu findest Du in unserer Grundinfo Gewichtsentwicklung.
Aber ich habe mir jetzt überlegt, dass ich nicht jede Mahlzeit mit BES zufüttern muss. Ich wollte jetzt fünf Mahlzeiten mit BES stillen und den Rest ohne.
Vollkommen OK. Wenn das Stillen an sich durchaus gut klappt, ist das BES nicht zu jeder Mahlzeit nötig. Vermutlich reicht 3-5 mal. Probiere einfach aus, womit es am besten läuft.
Und vielleicht nur noch 200 ml am Tag zufüttern und das Gewicht beobachten. Ist es okay, wenn ich die Menge im BES begrenze?
Klares Ja. Üblicherweise empfehlenswert ist das schrittweise Verringern um ca 10-20 ml täglich, das entspricht rund 100 ml pro Woche. Du kannst jetzt mit 200 ml beginnen, und morgen oder übermorgen nur noch 180 nehmen, ca 2 Tage später nur noch 150 usw. Auf die genaue ml-Zahl kommt es dabei überhaupt nicht an. Und es ist auch nicht schlimm, wenn es MAL einen Ausreißer nach oben gibt und Du außer der Reihe das Gefühl hast, plötzlich mehr zufüttern zu müssen. Aber die Tendenz sollte wie gesagt so sein: etwa 100 ml pro Woche, das sind durchschnittlich ca 15 ml täglich weniger, die ins BES kommen.

Wenn Du magst, dokumentiere doch Deinen Verlauf hier in Deinem Thread, dann schauen wir gemeinsam drüber.

Ich drücke Dir die Daumen, dass das gut klappt und Ihr schon bald wieder vollstillen könnt!
LG
Julia
KoboldMama
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Re: Stillprobleme mit Neugeborenem

Beitrag von KoboldMama »

Vielen Dank für Deine Antwort, Julia!

Mit dem BES habe ich schon Erfahrung, habe meinen Großen schon damit gestillt. Außerdem habe ich mir die Eltern-Info und noch ein paar andere Info-Zettel bestellt.
Ich mache es jetzt so, dass ich 5 Mahlzeiten am Tag mit BES füttere, die übrigen ohne. Im Moment füttere ich wieder etwas mehr zu, 50 ml pro Mahlzeit. Damit fühle ich mich zurzeit etwas sicherer.

Gestern war eine Stillberaterin bei uns, sie hat mir ein paar Tipps fürs richtige Anlegen gezeigt, sich die Dokumentation angeschaut und wir haben überlegt, wie es jetzt weitergeht. Sie schlug vor, ich solle alle 2-3 Std. stillen (mit oder ohne BES), auf keinen Fall größere Abstände als 3 Std. Am besten nachts auch noch 1-2 Mal stillen/pumpen, weil da der Prolaktinspiegel besonders hoch ist. Außerdem soll ich nach dem Stillen noch nachpumpen, auch wenn nur ein paar Tropfen rauskommen. Mein schläfriges (das ist eigentlich gar kein Ausdruck! :oops: ) Baby muss ich halt bei jeder Mahlzeit extrem animieren, damit er trinkt.

Wenn beim Nachpumpen nichts mehr kommt, heißt das, er hat die Brust komplett leergetrunken? Das ist gut, oder? Heute Abend habe ich wieder eine Stillprobe gemacht, und er wog 30 g mehr. Ich hatte aber eine Stunde vorher noch gepumpt, dafür finde ich das jetzt gar nicht so übel.

Ich nehme jetzt auch seit ein paar Tagen Domperidon und hoffe, dass sich dadurch an der Milchmenge was tut. Ich merke nämlich nicht, dass allein durch häufiges Anlegen oder Verbessern des Andockens die Milch mehr wird. Eigentlich würde ich ja gerne die Zufüttermenge reduzieren, andererseits hätte ich gerne die Gewissheit, dass die Milch mehr wird. Dreh' mich gerade ein bisschen im Kreis. :roll: (Und könnte eine Portion Selbstvertrauen gebrauchen...)
jusl
Jusl Almighty
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Re: Stillprobleme mit Neugeborenem

Beitrag von jusl »

Hallo Koboldmama,

die Hinweise der Stillberaterin mag ich komplett so unterschreiben. Das Nachpumpen nach der Mahlzeit dient NICHT dem "Nachgucken" (das ist psychomäßig nicht empfehlenswert ;-) - und das Ergebnis ist auch gar nicht leicht zu interpretieren), sondern ausschließlich dem Erhöhen der Nachfrage.
Wenn es Dich stresst, lass es weg. Vielleicht kannst Du stattdessen 1-2 mal täglich zwischendrin pumpen? Auch das würde die Nachfrage und damit die Milchproduktion erhöhen.
Mein schläfriges (das ist eigentlich gar kein Ausdruck! :oops: ) Baby muss ich halt bei jeder Mahlzeit extrem animieren, damit er trinkt.
Ja, das ist eine anstrengende und mitunter frustrierende Aufgabe, aber zum Glück platzt der Knoten meist schnell. Also dranbleiben, es lohnt sicht. Kennst Du die Wecktechniken aus unserer Linksammlung Stillwissen?

Ich nehme jetzt auch seit ein paar Tagen Domperidon und hoffe, dass sich dadurch an der Milchmenge was tut. Ich merke nämlich nicht, dass allein durch häufiges Anlegen oder Verbessern des Andockens die Milch mehr wird. Eigentlich würde ich ja gerne die Zufüttermenge reduzieren, andererseits hätte ich gerne die Gewissheit, dass die Milch mehr wird. Dreh' mich gerade ein bisschen im Kreis.
Ja, es ist in der Tat ein Kreislauf. Häufiger erfolgreiches Stillen führt zu mehr Milch, das führt zu weniger Zufüttern. Durch weniger Zufüttern stillt das Baby häufiger/mehr (und exakt an DIESER Stelle braucht es Deine Unterstützung), was weniger Zufüttern erfordert.
Also: um die Milchproduktion zu erhöhen, ist es NOTWENDIG, die Zufüttermenge zu verringern. Sonst gibt es keinen Reiz für den Mehrbedarf.
Wenn Du alle Anzeichen guten Gedeihens sorgfältig beobachtest und dokumentierst, ist das risikolos - sollte Dein Baby wider Erwarten zu wenig Milch bekommen (oder das Reduktionstempo zu hoch sein), würden wir das sofort an den Daten merken und könnten direkt reagieren.

Das Domperidon ist ein hochwirksames Medikament, das wird sicher bald anschlagen.

Ich drück Dir die Daumen, dass es gut läuft!
LG
Julia
KoboldMama
gut eingelebt
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Re: Stillprobleme mit Neugeborenem

Beitrag von KoboldMama »

Darf ich mich mal über mein Kind beschweren? :|

Wir haben ja jetzt einen 2-Stunden-Rhythmus, d.h. alle zwei Stunden anlegen mit/ohne BES bzw. abpumpen. Aber Sohnemann ist so unglaublich träge beim Trinken, dass jede Mahlzeit vorneweg eine Stunde dauert. Dann noch nachpumpen, sind nochmal 10 Minuten. Dann habe ich eine 3/4 Stunde "Freizeit" und dann darf ich wieder ran. Ich weiß ja, das Cluster-Feeding bei "normalen" Stillpaaren ist auch nicht ohne, aber so geht es jetzt schon seit Wochen und ich fühle mich gerade so ausgelaugt.
Ab morgen ist mein Mann wieder halbtags arbeiten, d.h. ich muss morgens drei Kinder und mich fertigmachen und in den Kindergarten fahren. Davor würde ich gerne noch einmal ohne und einmal mit BES stillen, aber bei einer Stunde pro Mahlzeit habe ich keinen Schimmer, wie ich das auf die Reihe kriegen soll. Hilfe - ich habe gerade voll die Panik! :|

Auch die Stillberaterin meinte, er bräuchte "extrem starke Reize" um sich zum Trinken animieren zu lassen. Er kann ja nichts dafür - schon klar. Aber es nervt!!!

Julia, die Wecktipps habe ich gelesen, und davon funktioniert nichts. Er nuckelt dann einmal kurz, aber trinken ist was anderes. Die Stillberaterin meinte, das ändert sich irgendwann von allein, wenn die Babys älter werden. Sie meint, ich solle noch ein oder zwei Wochen durchhalten, vielleicht mit dem 6-Wochen-Schub wird er dann munterer und trinkfreudiger. Kennst Du das so auch?
jusl
Jusl Almighty
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Re: Stillprobleme mit Neugeborenem

Beitrag von jusl »

Ja, das stimmt. Die Frage ist nur, ob man so lange Zeit hat zu warten. Wenn schläfrige Kinder genug zunehmen, ist das OK. Nervig, aber geht von selbst vorbei. Wenn die Kinder allerdings ZU schläfrig sind, dann können sie nicht effektiv saugen und nehmen in Folge auch nicht gut zu. Dann sollte man definitiv eingreifen.
Die Wecktipps funktionieren, ehrlich! ;-) Beharrlich bleiben, Baby mehr "ärgern" - klingt fies, ist aber sinnvoll.

1 Stunde pro Mahlzeit kann da eventuell Teil des Problems sein. Wenn Dein Baby 1 Stunde BRAUCHT, um die erforderliche Milchmenge aufzunehmen, dann gilt das als Saugschwäche. In diesem Fall ist es sinnvoll, die Stillberaterin nochmal zu kontaktieren. Ihr könnt dann gemeinsam einen effektiven Weg finden, Dein Baby beim Stillen munter zu halten und effizienter zu stillen.
(Damit nicht zu verwechseln ist das "Genuss-Stillen", was viele Babys machen. Sie sind einfach SEHR GERNE an der Brust, d.h. die Mahlzeit dauert ebenfalls 1 Stunde, aber sie KÖNNTEN auch schneller die erforderliche Milchmenge aufnehmen. Gegen Dauerstillen, weil's so schön ist, spricht natürlich nichts, logo.)

LG
Julia
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