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Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Verfasst: 15.03.2011, 17:51
von bide6
Solenne hat geschrieben:An der Stelle frage mich oft, wieso es mir so ein dringendes Bedürfnis sein muss, abends mal alleine wegzugehen. Ist bei mir einfach nicht so! Zum einen war ich eh nie eine Partymaus oder permanent unterwegs. Zum anderen ist es mir wichtig, für mein Kind da zu sein. Wieso sollte das nun bedeuten, dass ich die Bedürfnisse meines Kindes über meine eigenen stelle??
Von manchen kam in dem Zusammenhang dann schon die Anmerkung, ich solle auch daran denken, dass meine Kinder irgendwann aus dem Haus sein werden, und da würde ich dann ganz schön doof darstehen, wenn mein Leben sich immer nur um meine Kinder dreht, und die das irgendwann nicht mehr wollen :roll:
Eben!!! Warum gehen so viele davon aus, das man weggehen MUSS um glücklich zu sein??

Und meine Schwie-Mu immer "gib mir die Kleine mal, damit du mal kurz Ruhe hast" - warum muss ich das wollen sollen??

:shock:

Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Verfasst: 15.03.2011, 19:46
von blauviolett
bide6 hat geschrieben:
Solenne hat geschrieben:An der Stelle frage mich oft, wieso es mir so ein dringendes Bedürfnis sein muss, abends mal alleine wegzugehen. Ist bei mir einfach nicht so! Zum einen war ich eh nie eine Partymaus oder permanent unterwegs. Zum anderen ist es mir wichtig, für mein Kind da zu sein. Wieso sollte das nun bedeuten, dass ich die Bedürfnisse meines Kindes über meine eigenen stelle??
Von manchen kam in dem Zusammenhang dann schon die Anmerkung, ich solle auch daran denken, dass meine Kinder irgendwann aus dem Haus sein werden, und da würde ich dann ganz schön doof darstehen, wenn mein Leben sich immer nur um meine Kinder dreht, und die das irgendwann nicht mehr wollen :roll:
Eben!!! Warum gehen so viele davon aus, das man weggehen MUSS um glücklich zu sein??

Und meine Schwie-Mu immer "gib mir die Kleine mal, damit du mal kurz Ruhe hast" - warum muss ich das wollen sollen??

:shock:
Ich/Wir gehen auch nicht gerne weg. Höchstens 1x in 3 Monaten abends zum essen gehen. Und selbst dann ist gegen 23.00 Uhr Schicht im Schacht, weil wir alle dann müde sind. Nicht jeder hat ein absolutes Party-, Disco- oder Kneipenbedürfnis. Naja, ich habe das außerdem schon sehr früh genug ausgelebt, da ist jetzt erst einmal Ende... :wink:

Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Verfasst: 15.03.2011, 21:16
von bide6
blauviolett hat geschrieben:Ich/Wir gehen auch nicht gerne weg. Höchstens 1x in 3 Monaten abends zum essen gehen. Und selbst dann ist gegen 23.00 Uhr Schicht im Schacht, weil wir alle dann müde sind. Nicht jeder hat ein absolutes Party-, Disco- oder Kneipenbedürfnis. Naja, ich habe das außerdem schon sehr früh genug ausgelebt, da ist jetzt erst einmal Ende... :wink:
Geht mir ähnlich, ich bin in jungen Jahren (ok, mit 21 bin ich immer noch jung, ich mein aber richtig jung, so 15/16 :wink: ) auch gern und oft weggegangen, wobei ich dazu aber auch sagen muss, das ich noch nie Alkohol angerührt habe. Von daher wars immer alles gesittet.

Und auch schon vor meiner Schwangerschaft bin ich höchstens einmal im Jahr in die Disko.

Und meine Maus war ein Wunschkind, ich habe mir die Situation ja ausgesucht und WILL meine ganzen Nerven und meine ganze Freizeit für meinen Sonnenschein "opfern"...ums mal mit den Worten der anderen zu sagen. :wink:
Und alle denken, eine Mami mit nem 6-monatigen Baby MUSS doch überfordert sein...die MUSS doch wollen, das mal jemand anderes ihr Kind hält...die MUSS doch mal wieder ihre Brüste für sich haben wollen...

SO EIN KÄSE. :evil:

nur weil (um mal das Beispiel meiner Schwie-Mu zu nehmen) sie es selber so gewollt hat. Sie hatte kein Bock auf stillen, hat deswegen nach 5 Wochen abgestillt und Brei gegeben.
Tragen wär schon garnich in Frage gekommen, sie lästert ständig über die Frauen, die tragen -> "Wie die immer rumhüpfen, machen sich zum Sklaven ihrer Kinder" usw...

Mal ganz im Ernst, wie beratungsresistent und verbohrt kann man sein??? *aaargh*
(ich rede mich schon wieder in Rage. lach)

Um mal nen Punkt zu machen, ich wirke auf meine Schwie-Mu und auf viele andere Mütter in meiner Umgebung auch wie ein Fremdling, weil ich gern für mein Kind da bin und gern dies 24 Stunden tu und es hasse, wenn ich sie auch nur kurz jemand anderem geben soll... aber genauso wirken andere Mütter mit solchen Ansichten komisch auf mich, was heißt komisch, nicht nachvollziehbar.
Und ich meine nicht, das jede Stillen und Tragen muss, nein, es gibt genug Dinge, wo es eben aus verschiedenen Gründen nich geht (Medikamente, Krankheiten, ... ), wir haben auch einen Kinderwagen weil sich mein Freund gegens Tragen wehr (was durch seine Mum ja nicht anders zu erwarten war...), aber es ist halt so, das wir den Wagen nehmen, wenn wir zusammen mal spazieren sind, ich aber wenn ich allein rausgeh (mind. einmal täglich) dies tragend tu.
Aber nicht nachvollziehbar sind für mich die Mütter, die ihre Kinder mit wenigen Wochen abgeben, weil sie unbedingt feiern oder was weiß ich gehen wollen, deswegen vll noch abstillen und so weiter.

Ums mal zusammen zu fassen ( :lol: ): So wie wir auf andere Mütter wie Aliens wirken, so wirken ebendiese auch auf mich. 8)

Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Verfasst: 15.03.2011, 21:59
von blauviolett
@ bide6: Ich kann Dich verstehen, genau so wie Du sehe ich es auch. Aber es gibt eben solche und solche...

In meinem Babymassagekurs ist eine Frau Mitte 30 die "so froh ist, ENDLICH mal einen Tag in der Woche arbeiten gehen zu dürfen. Damit sie endlich mal wieder etwas anderes als ihr Kind hat." Ich finde das krass, so etwas nach 4,5 Monaten schon zu sagen und kann es mir für mich einfach nicht vorstellen. Aber vielleicht ist es so, dass sie schon so viele Jahre Energie in ihren Job gesteckt hat und jetzt wo sie relativ spät ihr erstes Kind bekommen hat fällt es ihr schwer ihr bisheriges Leben ein Stück weit los zu lassen?
Meine Kleine war auch ein langersehntes Wunschkind und ich genieße die Zeit mit ihr überwiegend. Bereut habe ich es bis jetzt kein Stück und meine "Freiheit" fehlt mir keineswegs. Bisher konnte ich alles tun, was ich wollte. Bloß dass ich ein kleines Mäuschen dabei hatte, wo ich vorher alleine gewesen wäre. Aber das ist kein Problem, es ist sogar bereichernd für mich, weil ich täglich dazu lerne und ganz anders lebe als früher. Früher zählte nur mein Job, alles war stressig und ich hatte immer das Gefühl Zeit zu verlieren, kam nie zur Ruhe. Heute genieße ich die Ruhe und Zeit.
Und zum Thema Stillen: Ich finde, wenn man stillt hat man es sogar wesentlich einfacher und praktischer. Abgesehen davon, dass man eben nicht das Kind mal eben so einen Tag abgeben kann (was ich aber eh nicht machen möchte zur Zeit).

Ist nur wirklich doof für Dich, dass sie sich immer wieder bei Dir einmischen muss. Scheint wirklich das Klischee der herrischen Schwiegermutter zu erfüllen. :roll: Kannst Du das nicht mit Deinem Freund besprechen, dass er Dir da mal mehr den Rücken frei hält?
Naja und was heißt kein Bock auf Stillen usw.? Damals waren es noch ganz andere Zeiten, da war es normal wenn das Baby wach in die Wiege gelegt wird nach dem füttern. Leider haben sich die Erziehungsmethoden, die bereits vor dem 2. Weltkrieg üblich waren hartnäckig gehalten. Zumindest teilweise. Meine Mutter hat bei uns Kindern damals auch einiges ganz anders gehandhabt, (als es ihr eigentlich lieb war,) weil es eben so üblich war und sie sich nicht getraut hat gegen den Strom zu schwimmen und weil sie so unsicher war. Ich nehme ihr das überhaupt nicht übel. Aber wenn ich daran denke, welches Desaster bei uns allabendlich ablief, wenn es hieß "Schlafenszeit"... sie hätten es so leicht haben können. Alles was wir Kinder wollten ist nicht alleine im dunklen Zimmer schlafen zu müssen. Man wusste es aber nicht besser.
Diese Ansichten halten sich aber so hartnäckig, meine Mutter hat auch anfangs große Bedenken geäußert, ob ich die Kleine denn jemals wieder aus dem Bett bekomme, wenn sie dort erst einmal schlafen darf. Ich habe ihr dann alles sachlich erklärt. Dass ich mich intensiv damit beschäftigt habe und dass wir uns alle damit wohl fühlen und kein Problem damit haben, wenn sie sogar Jahre bleibt.

Meine Tante über 60 hat mir übrigens am Wochenende den Ratschlag gegeben, dass die Kleine am besten gar nicht auf dem Boden rumkrabbeln soll und ich sie in ein Gehfrei setzen soll, damit sie den ganzen Dreck nicht abbekommt und besser laufen lernt. Das ist die selbe Tante, die darüber meckert, dass die heutigen Kinder alle krank seien, weil die Leute mit Sagrotan geputzt hätten und die Kinder nicht genug Dreck abbekommen hätten. Ich gebe nichts auf solche unqualifizierten Aussagen und nicke mit einem Lächeln (während ich in meinem Kopfradio "Lass die Leute reden" höre...) :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Verfasst: 15.03.2011, 23:07
von Kleine
meine Mutter hat mir heute ein schönes Kompliment gemacht. Sie hat zu mir gesagt, dass sie es ganz toll findet, dass ich mir schon vor der Geburt meines ersten Kindes so viele Gedanken darum mache, was ich machen möchte und was nicht (zB zum Thema Stillen und Tragen), alles gegeneinander abwäge und mir ein Optimum aussuche, zu dem ich gleichzeitig zig Alternativen im Kopf habe, falls es nicht so läuft wie ich mir das im idealsten Fall vorstelle. Sie hat sich vor meiner Geburt überhaupt keine Gedanken um nichts gemacht und war mit der Situation ein akustisch hoch sensibles Kind zu haben, das noch dazu extrem schlecht sieht, total überfordert. Daher kam es auch, dass sie alles ausprobiert hat, was man ihr geraten hat und sie gar nicht in die Versuchung kam, einfach auf ihren Bauch zu hören (der ihr rückblicken nämlich genau das Richtige gesagt hat). Wenn sie sich vorher mit dem "Baby haben" mehr beschäftigt hätte, dann wäre auch vieles anders gelaufen, was es ja dann bei meinem Bruder auch ist.

Das fand ich total nett von ihr. Ich werde hier sonst von vielen Seiten angeschaut, warum ich so viel nachdenke und lese, "weil man eh nichts planen kann". Klar kann man das nicht, aber ich weiß, dass fast alle Mütter stillen können und dass es absolute Ausnahmen sind, wenn es nicht klappt. Und dass es in der Regel an mangelnder Hilfe und Unterstützung liegt und nicht an Mutter und Kind. Wenn man das als "Neumama" im Kopf hat, kann man sich doch auch viel besser gegen seine Umgebung durchsetzen, oder nicht? Und das ist eine Sache, die ich sehr wohl planen kann :)

LG
Anika

Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Verfasst: 15.03.2011, 23:19
von Leila
ICh glaube, da ist wirklich ein Knackpunkt: Viele können (?) einfach nicht verstehen, dass ich mein Kind nicht als Last ansehe, mal wieder meine Ruhe möchte (obwohl 30min allein in der Badeanne schon nett sind... :mrgreen: ), und das ich eben NICHT mein altes Leben weiterleben möchte, jetzt wo ich die beiden Mäuse habe. Klar, ich werde wieder arbeiten gehen, aber eben zu anderen Konditionen als vorher (nicht mehr ins Labor, wenns geht, wegen der Giftstoffe). In der Stillgruppe hat eine Mutter einen interessanten Satz gesagt (war es sogar die Leiterin?): Viele Arbeitgeber verkennen die Zusatzqualifikationen, die wir Mütter mitbringen. Es wird halt eher gesehen, dass die Kinder krank werden können oder man x Jahre aus dem Beruf ist, dass man als Mutter aber auch viel mehr "Softskills" hat, also auf andere eingehen kann zum Beispiel, oder sich viel weniger aus der Ruhe bringen lässt und flexibler denkt, dass wird oft verkannt.

Meine Ma meinte bei der Großen übrigens auch, ich solle mich nicht zum Sklaven meiner Kinder machen... Nun ja, sie verätschelt sie mehr als ich, und ist die erste, die aufsteht, wenn ein Kind was will... :mrgreen: Sie liebt ihre Enkel über alles....

Lieben Gruß

Anja

Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Verfasst: 15.03.2011, 23:57
von Anchalee
Ich habe mittlerweile den großen Vorteil, mehr als ein Kind zu haben, die trotz (!) meiner "(V)Erziehung" ziemlich gut geraten sind :) daher versucht wenigstens niemand mehr, mich anderweitig zu überzeugen... :lol:

Ich hab mal in einer Daily Groove Mail gelesen, dass man sich nicht rechtfertigen soll. Denn wenn man sich für sein Tun rechtfertigt, gibt man unterschwellig zu, dass man nicht überzeugt ist. Wenn man sich mit dem, wie man sein Leben mit Kindern meistert, wohl fühlt, darf man das auch zeigen, je zufriedener und überzeugter man erscheint (und ist), desto besser wirds akzeptiert.

In der Krabbelgruppe, in der ich nun mit meinem Jüngsten (6mo) bin, versuche ich nun nicht mehr (früher war ich noch so... :oops: ), irgendjemanden zu missionieren. Aber ich sage einfach, wie es bei uns läuft. Und schieße da oft genug quer 8)

Wenn ich nach dem Breivortrag der Leiterin (komplett nach "neuem Standard") erzähle, dass noch keins meiner Kinder Brei mochte und mein Sohn erst gar keine Möhrengläschen kriegen wird (der nimmt lieber Brokkoli am Stück ;) ), sorgt das schon teilweise für mindestens große Augen und einiges an Getuschel. Aber ich kann ja nachlegen, dass meine großen Kinder sehr gern und alles (inklusive Salat und Obst) essen, also kann ich ja nicht so falsch liegen hihi

Aber ich glaube, ich wirke ziemlich seltsam auf einige Mütter und manchmal kommt es mir vor, als hätte die Leiterin ein klein wenig Angst vor mir :oops: Ich bin die Einzige, die trägt (im Winter ist es doch viel zu kalt zum tragen...), wir wickeln mit Stoff und ich finde jede noch so absonderliche Eigenart (nicht essen wollen, nicht alleine schlafen wollen, nicht abgestillt werden wollen, alles in den Mund nehmen wollen...) der Kinder erstmal völlig normal.




Was mich allerdings stört ist die Tatsache, dass ich anscheinend deshalb kein Recht habe, auch mal zu jammern...
Bin doch selbst schuld, wenn mein Kind nicht durchschläft und nachts viel stillt. Selbst schuld, wenn er ohne Körperkontakt nicht schlafen kann und ich deshalb oft zu nichts mehr komme...
Wenn eine andere mutter jammert, weil sie nachts so oft aufstehen muss,bekommt sie duziduzi und die Rückmeldung, dass sie eine tolle Mutter ist. Da sag ich doch auch nicht, selbst schuld, könntest ihn ja auch mit in dein Bett nehmen...

Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Verfasst: 16.03.2011, 02:06
von EhMiPB
manche mütter können sich gar nicht vorstellen, dass man auch freude an seinem kind haben kann, hab ich manchmal das gefühl. viele haben ja die gängige vorstellung, dass kinder immer "böses" im sinn haben mit ihrem verhalten, dass sie ihre eltern "ärgern" wollen, sich "durchsetzen" usw. da erntet man verständnisslose blicke, wenn man für sein "bockiges" kleinkind verständnis zeigt.

oft werde ich auf mein "braves" kind angesprochen, dabei verhält es sich genauso, wie die anderen kinder in der umgebung! es "zickt" und "bockt" genauso oft und "testet meine grenzen aus". :wink:

der unterschied liegt darin, wie man reagiert. ob man verständnis für das verhalten des kindes hat und die ruhe bewahren kann oder ob man aus jedem "mätzchen" ein drama macht, weil man im hinterkopf hat, dass man sein kind um jeden preis erziehen muss.

und viele können sich halt nicht vorstellen, dass man gerne mit dem kind in einem bett schläft oder ähnliches.

Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Verfasst: 16.03.2011, 11:50
von blauviolett
Ach, ich fühl' mich wohl hier bei Euch!!! :knutsch

Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Verfasst: 16.03.2011, 12:37
von EULiS
Ich denke auch oft, dass ich auf andere etwas durchgeknallt wirke, habe aber häufig ganz positive Reaktionen bekommen. Ich werde in letzter Zeit sogar gefragt ob ich mal meine tragehilfen zeigen kann und ob die auch mal ausprobiert werden dürfen.
Das finde ich eigentlich toll!
Ansonsten sind es nur ungläubige blicke wie man denn da schlafen kann wenn alle in einem Raum sind und die besorgten fragen zur Gesundheit meines Rückens (ich bin recht klein und trage viel, aber meinem rücken geht es bestens ;))