xknäckebrotx hat geschrieben:Ich wollte kurz mal was einwerfen:
Über "runde" Rücken bei Kindern von weit über einem Jahr in Tragehilfen zu diskutieren, finde ich ein bisschen müßig.
Und Bilder sagen da auch nicht besonders viel. Die runden sich nämlich einfach nicht mehr so, weil ihre Wirbelsäule ja schon vertikalisiert ist. Und deswegen finde ich, dass man das Kriterium "kann sich der Rücken im Schlafzustand in Tragehilfe XYZ runden" eher am Exempel von kleineren Babies festmachen kann, wenn es glaubwürdig sein soll.
Denn dass beim Einschlafen in aufrechter Haltung alle Menschen ein wenig in sich zusammensacken, wenn sie jetzt nicht zwischen zwei Platten gepresst sind, ist ja irgendwie logisch. Dieses Zusammensacken ist aber nicht das, was mit "Rundung des Rückens" beim Baby vor Laufalter gemeint ist.
Da stimme ich dir zu.
Annette
Die Tugend des Alltags ist die Hoffnung, in der man das Mögliche tut und das Unmögliche Gott zutraut. Karl Rahner
Nein, es geht nicht um einen Testvergleich verschiedener Onbuhimo-Modelle, ist es mir nie gegangen. Mir ging es darum, aufzuzeigen, WO bei dieser Tragehilfe Onbuhimo WELCHE Kräfte WARUM wirken. Dass dann je nach Schnitt und Kind und Stoff noch was verbessert oder verschlechtert wird, ist ein anderes Thema, und das aufzuzeigen, wäre ein neuer Beitrag. Aber das Prinzip Onbuhimo, das sollte hier mit seinen Vorteilen und Gefahren vorgestellt werden.
Bisher dachte ich immer, der Onbuhimo sei bloss eine MeiTai-Variante. Bis ich am eigenen Kind entdeckte, dass die Kräfte, der Zug, die Möglichkeit, den Zug am Nacken einzustellen, so ganz anders sind als beim MeiTai. Und mir geht es nur darum, das hier so darzustellen.
Wenn ihr verschiedene Modelle testen und diese Schwachpunkte gegeneinander verglichen haben wollt, denke ich, sind diese Testtragen-Tauschkreise ideal. Dabei werdet ihr feststellen, dass einige Modelle im Nackenbereich weicher sind, und andere ein besseres Rundwerden zulassen. Was aber nichts daran ändert, dass die Schwachpunkte und Gefahren des Onbuhimo dieselben bleiben, weil die Kräfte und der Zug immer von der gleichen Richtung her kommen, und weil das Kind mit seinem Gewicht den Zug an den Trägern wesentlich mitbestimmt.
Eine Möglichkeit, die Nackenregion weiter zu machen, ist, das Rückenpannel zu verbreitern. Dadurch geht dann aber auch Stützung verloren, und sobald ein wirklich breitschultriger Tragepapa diesen Onbuhimo benutzt, ist der Zug an der Nackenregion wieder derselbe. Den Trägerwinkel weiter nach aussen zu setzen, ist eine weitere Möglichkeit, die Nackenregion zu entlasten, wobei es dabei vermutlich schwierig werden könnte, dass der Onbuhimo für den Tragenden bequem bleibt, weil das Gewicht dann auf der Aussenkante des Trägers lastet.
Zur Diskussion ums Rundwerden-können: Ich denke auch, über Einjährige müssen das ja nicht zwingend können, aber es gibt eben Kleinkinder, die das schreiend einfordern. Mein Kind brüllt, wenn es den Kopf und vor allem die Halswirbelsäule nicht einrunden kann. Übrigens wird die Wirbelsäule im Schlaf auch bei Dreijährigen noch rund, wenn die Tragehilfe das zulässt... Und: es darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass Nicht-einrunden-können und Überspreizung oft direkt zusammenhängen.
Kruz zusammengefasst nochmals: Der Onbuhimo birgt einige Gefahren durch eine ziemlich einzigartige Zugbelastung des Rückenpannels. Aus diesem Grunde würde ich ein Kind erst ab Sitzalter in diese Tragehilfe setzen.
Liebe Grüsse von Maria mit kleiner Lady (Jan.06), Sonnenschein (Juni 08) und Herzkäferchen (August 2012) Kreatives aus meiner Freizeit: Blog
xknäckebrotx hat geschrieben: Der Vorwurf der mangelnden Systematik ist nicht unberechtigt - mich würden auch noch mehr Vergleichsbilder interessieren, um mir ein umfassendes Bild zu machen. Was die Onbus angeht, die ich bisher gesehen bzw. getragen habe (und das waren nur drei Schnallenteile von zwei Näherinnen und ein Ringonbu für zwei Minuten - also wirklich nicht besonders umfassend), da haben mir auch ein paar Sachen nicht so richtig gut gefallen. Aber dazu evtl. später mehr.
Dem kann ich nicht beipflichten. Wie Maria schreibt, und wie zumindest ich - oft schwer von Begriff! - von Anfang an realisiert habe, geht es um das Wirkungsprizip des Ombus. Da bringen andere Schnitte, Trägeransatzpunkte usw. nicht wirklich viel - Onbu ist Onbu, Druck im Nacken ist und bleibt Druck im Nacken - ob es uns passt oder nicht! Das liegt einfach am Prinzip des Onbu!
Ich weiss, es tut weh, wenn man von Wunschbildern Abschied nehmen muss. Der Onbu schien vielen hier ideal - und nun kommt da jemand, erst noch als Modine neu, und schreibt auch noch kritisch dazu!
Ich bitte Euch, bleibt trotzdem sachlich. Es geht ums Wirkungspinzip und nicht um unterschiedliche Modelle. Und Maria schreibt nicht, wenn sie nicht von einer Sache überzeugt ist, wenn sie nicht eigene Erfahrung darin hat....
Als ich meinen Beitrag über Mei Tais geschrieben habe, wurde ich auch nicht in der Luft zerrissen - und auch da ging es genau gleich um de Art und Weise, um die Wirkung... (zugegeben, ich werde meinen Beitrag überarbeiten müssen, es gibt Ergänzungen...).
Herzlich
Dorothea
hausgeburtserprobte, langzeitstillende und kinderwagenfreie Mutter von Eva Sophia (Mai 2002) und Susanna Martina (Sept. 2004)
Trageberaterin
Erstmal danke für deinen ausführlichen Bericht!!
ich habe gerade eben eine Tauschzusage gemacht, ein wunderschöner Onbuh, und bin jetzt ziemlich verunsichert
Doch lieber beim MT bleiben?!?
Lalumama hat geschrieben:
ich habe gerade eben eine Tauschzusage gemacht, ein wunderschöner Onbuh, und bin jetzt ziemlich verunsichert
Doch lieber beim MT bleiben?!?
Dein Kind ist fast 6 Monate alt, kommt also demnächst ins Sitzalter, ist kein kleiner Winzling mehr! Probier ihn doch aus, lass dich nicht verunsichern und bild dir deine eigene Meinung, gerade auch für EUCH im Speziellem!
Annette
Die Tugend des Alltags ist die Hoffnung, in der man das Mögliche tut und das Unmögliche Gott zutraut. Karl Rahner
luema hat geschrieben:
Kruz zusammengefasst nochmals: Der Onbuhimo birgt einige Gefahren durch eine ziemlich einzigartige Zugbelastung des Rückenpannels.
ergo ist tragen gefährlich laut der fachsimpeleien