Trage(hilfen)unwillige Kleinkinder ohne fahrbaren Untersatz

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Lösche Benutzer 1828

Re: Trage(hilfen)unwillige Kleinkinder ohne fahrbaren Untersatz

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

das mit dem Erziehen zum Laufen habe ich so absolut nicht erlebt - und ich finde, es gibt ja noch einen Unterschied, zwischen ständig und immer schieben und einem normalen Gebrauch eines Kinderwagens.
Meine Kinder saßen alle ab dem 1. Geburtstag mehr oder weniger regelmäßig im Wagen- trotzdem laufen sie gerne, viel und oft und recht sicher auf der Straße. Da ich selber nie Auto fahre, wissen sie, dass Wege auch ihre Zeit brauchen - und ab dem 3. Geburtstag liefen sie ausschließlich.
Eine Freundin von mir hat keinen KiWa, nie genutzt - und die Kinder laufen total ungern, nur mit Gemotze und sind nicht straßenfest. Sie hat panische Angst vor dem Straßenverkehr udn das übertragt sich. Ich denke, das sind noch ganz andere Faktoren, die da reinspielen.

Einfach zu sagen, Kinder, die im wagen geschoben werden, werden lauffaul und später überallhin mit dem Auto fahren -das stimmt so nicht und ich recht kurzsichtig ;-)
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Daria
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Re: Trage(hilfen)unwillige Kleinkinder ohne fahrbaren Untersatz

Beitrag von Daria »

Sandküste hat geschrieben: Einfach zu sagen, Kinder, die im wagen geschoben werden, werden lauffaul und später überallhin mit dem Auto fahren -das stimmt so nicht und ich recht kurzsichtig ;-)
Nein, das sage ich auch nicht. Aber für mich steht eine Ideologie dahinter, die sich eben HIER im Gebrauch von fahrbaren Untersätzen für Kinder äußert.
Ich meine, dass ich mein Kind an vielen Punkten seines Lebens nicht zu Bequemlichkeit sondern zu körperlicher Bewegung erziehen möchte. Das gleiche gilt für Situationen, in denen ich die Wahl habe zwischen Fahrstuhl/Rolltreppe oder Lauf-Treppe. Oder auch: Ich fahre nicht für eine Station mit dem Bus, obwohl ich eine Abokarte habe. Ich ziehe ich keine Erdgeschoss-Wohnung (gut, hat vorwiegend andere Gründe, aber wenn ich die Wahl hätte, dann auch aus diesem Grund weiter nach oben). Mein Kind wird am Fahrrad mal keine Stützräder haben...und so weiter.

Es ist eine Grundeinstellung meines Lebens und nicht eine "ich find Buggies machen Kinder lauffaul" Einstellung.
Viele Grüße von Daria mit Theo (02/08), Lotti (12/09) und Flora (07/12)
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xknäckebrotx

Re: Trage(hilfen)unwillige Kleinkinder ohne fahrbaren Untersatz

Beitrag von xknäckebrotx »

Sandküste hat geschrieben:
Einfach zu sagen, Kinder, die im wagen geschoben werden, werden lauffaul und später überallhin mit dem Auto fahren -das stimmt so nicht und ich recht kurzsichtig ;-)
Das hat ja auch keiner einfach gesagt (zumindest nicht in diesem Thread). Aber es ist und bleibt ein Aspekt. Ich finde die Argumentation von Daria auch sehr gut - das eigene Verhalten entsprechend überdenken und planen. Also ein ganzheitlicher Ansatz. Das meinte ich auch in Punkto kritisches Verhältnis zu Möglichkeiten von Mobilität.

Übrigens Daria, tröste dich: Das ist hier alles ganz genauso. An der Hand laufen - Fehlanzeige und vor einer Stunde habe ich ein heulendes Kind nach Hause ziehen müssen, das müde, hungrig aber nicht einsichtig war, den Schnecken-Beobachtungsposten jetzt aufzugeben. Aber so ist das eben manchmal. Ich bin überzeugt davon, dass das auch Charaktersache ist. Mag sein, dass die Kinder von anderen gefügiger hinterher gehen oder an der Hand laufen mögen. Charis z.B. ist das ziemlich egal und auch wenn ich im Park schon lange außer Sichtweite bin, läuft sie weiter in IHRE Richtung. Ich könnt mir jetzt was auf das Urvertrauen einbilden, aber mich nervt es. Dennoch - wird besser. Laaangsam. Sozusagen Schritt für Schritt.

Ach ja, noch eins: Ich hab selbst Knickfüße und das hat Charis geerbt. Orthopädisch wird man da die ersten Jahre eh nichts machen und ich find es bei mir auch nicht belastend. Trotzdem weiß ich, was den Füßchen gut tut: Laufen, laufen, laufen. :mrgreen:
Lösche Benutzer 1828

Re: Trage(hilfen)unwillige Kleinkinder ohne fahrbaren Untersatz

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

an der Hand laufen ist hier auch nicht wirkilch angsagt - auf der Straße muss er, sonst läuft er allein
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LaLeMi
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Re: Trage(hilfen)unwillige Kleinkinder ohne fahrbaren Untersatz

Beitrag von LaLeMi »

An der Hand laufen geht hier auch fast gar nicht. Nur im allergrößten Notfall an der Straße, und dann hatte ich sie auch z.T. schon richtig dran "hängen" und habe sie halb gezogen :oops: Aber wie Daria schon meinte, das muß ICH dann halt einplanen bei meinen Wegen.
Hier wurde die ersten 16,17 Monate fast ausschließlich getragen und seitdem fast ausschließlich gelaufen.
Lieben Gruß von LaLeMi mit den beiden Maimäusen 2007 und 2010 und dem Septembermäuserich 2013

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Nina
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Re: Trage(hilfen)unwillige Kleinkinder ohne fahrbaren Untersatz

Beitrag von Nina »

Hm gut, jetzt mit den Erläuterungen kann ich mir schon vorstellen, welche Motivation dahinter steckt, auf einen Wagen/Buggy ganz verzichten zu wollen. Für mich/uns fänd ich es nicht praktikabel, das geht wohl echt nur, wenn man nur ein Kind und echt viel Zeit hat. Und nicht darauf angeiesen ist, alle oder die meisten Besorgungen zu Fuß zu erledigen.

Was ich mich aber frage, warum der Buggy "böse", der Fahrradsitz bzw. Anhänger(?) "gut" ist. Ich finde, es würde eher dazu passen, dann auch zu sagen, daß das Kind erst Fahrrad fahren soll, wenn es das auch selber kann. Und im Prinzip ist es doch dasselbe, ob das Kind im Buggy oder Fahrradsitz gefahren wird. Oder überseh ich da was?
LG,

Nina mit Emily (08/05), Jonathan (02/08 ), Katharina (01/11) und Überraschungs-Doppelpack (05/12)

Tief im Winter lernte ich endlich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer lag.
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Talgaro
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Re: Trage(hilfen)unwillige Kleinkinder ohne fahrbaren Untersatz

Beitrag von Talgaro »

:lol: Für mich ist der Buggy doch nicht böse, sondern unpraktisch! Fahrrad tausendmal schneller und bequemer und einfacher zu händeln. Und fürs Protokoll: zwei Kinder, kein Auto.
Liebe Grüße von Talgaro & ihren drei Räuberkindern (Juni 2002 - Juli 2006 - März 2010)
Lösche Benutzer 1828

Re: Trage(hilfen)unwillige Kleinkinder ohne fahrbaren Untersatz

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

klar, ein Rad ist für den Fahrer viel schneller - aber vom Prinzip her ist es für mich auch das gleiche - egal ob Hänger, Fahrradsitz oder eben Buggy - das Kind wird transportiert, passiv.....Alles ist ein Transportmittel - nicht mehr und nicht weniger.
Ich denke die Abneigung gegen den KiWa kommt bei einigen auch daher, dass hier in unserer Gesellschaft ein KiWa quasi zum Elternsein dazugehört, es für die meisten absolut nicht vorstellbar ist, ohne zu leben. Um den KiWa wird sich bei vielen Eltern ja mehr GEdanken gemacht, als um die elementaren Dinge, die das Kind zum Wohlbefinden braucht. Ich finde diesen Hype um den tollsten, neuesten, schicksten KiWa auch echt oft total affig.
Aber für mich ist er Mittel zum Zweck - ebenso wie z.B. ein Fahrradsitz.
Lösche Benutzer 1828

Re: Trage(hilfen)unwillige Kleinkinder ohne fahrbaren Untersatz

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

:mrgreen: - auch da bin ich nur ein klein wenig infiziert......meine Ausstattung ist echt klein und zweckmäßig
olle

Re: Trage(hilfen)unwillige Kleinkinder ohne fahrbaren Untersatz

Beitrag von olle »

Nina hat geschrieben:Hm gut, jetzt mit den Erläuterungen kann ich mir schon vorstellen, welche Motivation dahinter steckt, auf einen Wagen/Buggy ganz verzichten zu wollen. Für mich/uns fänd ich es nicht praktikabel, das geht wohl echt nur, wenn man nur ein Kind und echt viel Zeit hat. Und nicht darauf angeiesen ist, alle oder die meisten Besorgungen zu Fuß zu erledigen.

Was ich mich aber frage, warum der Buggy "böse", der Fahrradsitz bzw. Anhänger(?) "gut" ist. Ich finde, es würde eher dazu passen, dann auch zu sagen, daß das Kind erst Fahrrad fahren soll, wenn es das auch selber kann. Und im Prinzip ist es doch dasselbe, ob das Kind im Buggy oder Fahrradsitz gefahren wird. Oder überseh ich da was?
Drei Kinder im ALter von 3 bis kurz vor eins, kein Kinderwagen weil beide Hände voll, dafür schleppt jedes Kind seinen eigenen Kram mit und ich ne Hüfttasche für meinen kram, eher minimalistisch ausgestattet
Rad fahren mit 3 Kindern ist auch eher schlecht weil nur 2 im Hänger Platz finden und eins auf dem Gepäckträger und hänger find ich zu gefährlich
meine haben einfach keine wahl, sie müssen an der hand laufen (im Strassenverkehr), aber je älter sie werden, desto mehr ist ihnen klar, das man auf der STrasse nicht rumtanzen kann, ich befinde mich allerdings in der glückichen Lage, das meine Kinder zwar einen ausgeprägten willen besitzen, diesen aber zu Hause lassen, wenn wir notwendige Dinge erledigen müssen. Hier wäre ein Wagen schlichtweg nicht denkbar für mich, egal ob er "gut" oder "böse" sei. Und Flaschen schleppen mach ich nicht, hier gibts Sprudel aus dem Streamer - ist billiger und ich schlepp mich nicht kaputt.
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