Re: Zufüttern wegen geringer Zunahme- war:Geringe Milchmenge duch die Stillpille?
Verfasst: 14.01.2017, 00:32
Liebe Mamis und Forenmitglieder,
ich möchte mich verabschieden...wobei verabschieden das falsche Wort ist. In den letzten Tagen bin ich auf den Geschmack gekommen und werde sicherlich noch so manch einen Beitrag mitlesen, vllt. auch noch mal selbst eine Frage stellen, aber das THEMA VOLLSTILLEN HABE ICH FÜR MICH JETZT ABGESCHLOSSEN. Daher VIELEN DANK FÜR DIE LIEBEN WORTE, ANLEITUNGEN, HINWEISE, KOMMENTARE.
WARUM?
Da gibt es für mich eine Vielzahl von Gründen, die für manche von euch bestimmt nicht nachvollziehbar sind und das ist okay, und eine Verkettung unglücklicher Umstände. Timing war auch noch nie meine Stärke.
Erstmal muss ich sagen, dass ich glücklich bin, überhaupt in den Genuss des Stillens gekommen zu sein und dann noch voll für drei Monate. Aber in den letzten Wochen haben sich aus Unwissenheit und Unsicherheit zu viele Fehler eingeschlichen, die man jetzt wahrscheinlich mit harter Arbeit ausgleichen kann, aber wozu ich (momentan) nicht in der Lage bin oder vielleicht auch nicht sein möchte.
Was meine ich mit Fehlern? Beispielsweise nicht auf mich selbst gehört zu haben, dann habe ich mich durch meine Unsicherheit zu sehr unter Druck gesetzt, alles vermeintlich richtig zu machen, ich habe zu viel nachgelesen, wenn ich etwas aufgeschnappt habe, bzw. habe ich Hinweise nicht ernst genommen (laut meiner Hebamme kann es ca. 6 Wochen nach Entbindung dazu kommen, das zeitweise nicht genug Milch produziert wird ... und komischerweise nahm Oskar seitdem nicht genügend zu?!), ich war ein wenig zu wenig Kontrollfreak, habe zu wenig Fragen gestellt, habe dieses Forum zu spät entdeckt (LEIDER), hingegen aber Aktionen ohne großes Abwarten vollzogen, in der Hoffnung, alles "richtig" zu machen...
Die letzten Tage waren anstrengend, mit viel Heulerei verbunden. Montag brach für mich meine Stillwelt zusammen, es zählte nur noch Oskars Gewichtszunahme trotz des Wissens um die Gefahr des Abstillens. Nach der wahrscheinlich Überfütterung Oskars stand dann spätestens Mittwoch für mich eigentlich schon fest, dass ich dann halt langsam abstillen werde (Warum auch nicht, mein Umfeld fand das so gar nicht schlimm und nur selbstverständlich), Donnerstag kam der Optimismus zurück, aber nach dem heutigen Tag steht fest: Ich will das so nicht. Ich will mich nicht weiterhin unter Druck setzen, ich will unbeschwerte Zeit mit meinem Sohn.
Wie kam es dazu? Was war ausschlaggebend?
Die Erkenntnis, dass ich Oskar viel zu viel zugefüttert habe ... und auch falsch (und damit meine ich nicht einmal unbedingt die Flasche), der Tag an sich (Heute habe ich mich gar nicht mit Zwergi vor die Tür getraut!) und dann vllt auch die Broschüre über das BES (Die habe ich erst vorhin gelehsen).
Was war an diesem Tag bzw. an der Woche anders als sonst?
Oskar stand für mich im Vordergrund. Ich habe ihn gestillt, gewickelt, mit ihm gekuschelt, mit ihm gespielt, ... und ich war draußen mit ihm (Dar wurde manchmal echt zur Herausforderung, wenn der Hunger vor der erwarteten Zeit einsetzte und man sich dann draußen im Nirgends aufhielt und es einfach zu kalt zum Stillen in freier Natur war.). Ich habe Kind und Familie/Freunde vereint, weil Oskar tagsüber dabei war und ich ihn einfach gestillt habe, wenn es nötig war (im Auto, im Restaurant während des Essens, in der Umkleide beim Shoppen, ...) Und heute? Heute war ich den ganzen Tag zu Hause, habe meine Verabredung mit meinen Mädels zum Mittag abgesagt, weil ich so oft wie möglich anlegen wollte, weil ich aufgrund der Flaschenzugabe viel Geschrei an der Brust erwartet habe und ich mich damit nicht öffentlich stressen wollte, weil ich so viel wie möglich abpumpen wollte, um die Milchbildung anzuregen. Was war? Ich war voller Selbstzweifel, ich war nur am Rechercheren, ich habe versucht abzupumpen wie 'ne Blöde, da Oskar natürlich nicht mehr an die Brust wollte (z.T. weil er noch zu satt war, z.T. weil anders als in der Flasche die Milch nicht lief), um so gut wie nichts zu erhalten außer Blut... Und so sollen die Tage dann immer aussehen? Stillen an der Brust, BES zwischendurch, abpumpen ... und dann wieder von vorn?
Ich dachte bis Montag, dass ich das Stillen nur praktisch finden würde, habe mich wohl geirrt. Aber ich will stillen ohne Hilfsmittel, ohne Druck im Hinterkopf, ohne Pläne, die ich umsetzen muss. Ja, stillen fördert die Bindung und wie gerne würde ich die Zeit zurückdrehen, um dann einiges anders zu machen, aber das geht ja nicht. Für eine intensive Bindung finde ich es aber auch wichtig, gemeinsam mit dem Kind die Welt zu erkunden ... und das sehe ich so nicht, wenn ich zurück zum Vollstillen gelangen möchte. Ich möchte mit dem neugierigen und an der Umwelt interessierten Oskar raus, ihm die Umgebung zeigen...und nicht nur mit Stillen bzw. stillfördernden Maßnahmen beschäftigt sein, um dann vllt auch mit allem überfordert zu sein oder zu ehrgeizig zu sein und dadurch Zwergi außer Acht zu lassen (ihn vllt nur noch als Hilfsmittel anzusehen).
Was habe ich vor?
Ich hoffe, dass ich ihn noch so oft wie möglich anlegen kann (spätabends, nachts, am Morgen?!) und wenn ihm die Brust nicht mehr ausreicht, die Flasche geben. Darüber hinaus werde ich weiterhin milchbildende Sachen zu mir nehmen, abpumpen, wenn ich Zeit finde und sie nicht extra dafür nehme, und Zwergi das Nuckeln an der Brust einräumen, wenn es möglich ist und er das dann überhaupt möchte. Mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit endet das im Abstillen, aber dann ist das so, dann habe ich für mich sinnvoll die Zeit mit meinem Sohn verbracht.
Vielleicht bekomme ich ein zweites Kind,dann weiß ich, was ich anders machen würde, um länger stillen zu können, wen ich kontaktieren würde (DIESES FORUM), vllt bin ich dann auch im Umgang mit dem Baby sicherer bzw. vertraue meinen Fähigkeiten.
Warum schreibe ich diesen Text?
Weil es damit für mich abgeschlossen ist, weil ich es brauchte, um zu erkennen, dass Schluss ist, weil ...
Zuletzt: Wie geht es jetzt weiter?
Gleich werde ich mich neben mein süßes Baby legen, ihn zum Stillen anlegen, dann vllt ein wenig Schlaf bekommen, wieder anlegen, ... Dann werde ich mich auf das Flaschegeben einlassen, es für uns beide so vertraut wie möglich gestalten (DANKE FÜR DEN LINK) und dann mit ordentlich Ausstattung im Gepäck (War ja bisher auch nicht so wenig) die Welt entdecken.
FALLS DAS JETZT JEMAND TATSÄCHLICH KOMPLETT GELESEN HAT, VIELEN DANK. Vielen Dank auch denen, die auf diesen Beitrag gestoßen sind...VIELEN DANK denen, die vllt Verständnis für meine Entscheidung haben und auch denen, die kein Verständnis haben, weil ich auch hin- und hergerissen bin und mein Herz blutet. Doch leider war ich schon immer mehr Kopf- als Herztyp (Auch wenn ich mir so wünschen würde, dass es anders wäre) und der Kopf hat letztlich mit 51 zu 49 gewonnen.
Man sieht bzw. hört sich immer zweimal. Bis dahin alles Gute für euch und Kraft für ggf anfallende Entscheidungen, die getroffen werden müssen.
Mit den liebsten Grüßen
lilalucky
ich möchte mich verabschieden...wobei verabschieden das falsche Wort ist. In den letzten Tagen bin ich auf den Geschmack gekommen und werde sicherlich noch so manch einen Beitrag mitlesen, vllt. auch noch mal selbst eine Frage stellen, aber das THEMA VOLLSTILLEN HABE ICH FÜR MICH JETZT ABGESCHLOSSEN. Daher VIELEN DANK FÜR DIE LIEBEN WORTE, ANLEITUNGEN, HINWEISE, KOMMENTARE.
WARUM?
Da gibt es für mich eine Vielzahl von Gründen, die für manche von euch bestimmt nicht nachvollziehbar sind und das ist okay, und eine Verkettung unglücklicher Umstände. Timing war auch noch nie meine Stärke.
Erstmal muss ich sagen, dass ich glücklich bin, überhaupt in den Genuss des Stillens gekommen zu sein und dann noch voll für drei Monate. Aber in den letzten Wochen haben sich aus Unwissenheit und Unsicherheit zu viele Fehler eingeschlichen, die man jetzt wahrscheinlich mit harter Arbeit ausgleichen kann, aber wozu ich (momentan) nicht in der Lage bin oder vielleicht auch nicht sein möchte.
Was meine ich mit Fehlern? Beispielsweise nicht auf mich selbst gehört zu haben, dann habe ich mich durch meine Unsicherheit zu sehr unter Druck gesetzt, alles vermeintlich richtig zu machen, ich habe zu viel nachgelesen, wenn ich etwas aufgeschnappt habe, bzw. habe ich Hinweise nicht ernst genommen (laut meiner Hebamme kann es ca. 6 Wochen nach Entbindung dazu kommen, das zeitweise nicht genug Milch produziert wird ... und komischerweise nahm Oskar seitdem nicht genügend zu?!), ich war ein wenig zu wenig Kontrollfreak, habe zu wenig Fragen gestellt, habe dieses Forum zu spät entdeckt (LEIDER), hingegen aber Aktionen ohne großes Abwarten vollzogen, in der Hoffnung, alles "richtig" zu machen...
Die letzten Tage waren anstrengend, mit viel Heulerei verbunden. Montag brach für mich meine Stillwelt zusammen, es zählte nur noch Oskars Gewichtszunahme trotz des Wissens um die Gefahr des Abstillens. Nach der wahrscheinlich Überfütterung Oskars stand dann spätestens Mittwoch für mich eigentlich schon fest, dass ich dann halt langsam abstillen werde (Warum auch nicht, mein Umfeld fand das so gar nicht schlimm und nur selbstverständlich), Donnerstag kam der Optimismus zurück, aber nach dem heutigen Tag steht fest: Ich will das so nicht. Ich will mich nicht weiterhin unter Druck setzen, ich will unbeschwerte Zeit mit meinem Sohn.
Wie kam es dazu? Was war ausschlaggebend?
Die Erkenntnis, dass ich Oskar viel zu viel zugefüttert habe ... und auch falsch (und damit meine ich nicht einmal unbedingt die Flasche), der Tag an sich (Heute habe ich mich gar nicht mit Zwergi vor die Tür getraut!) und dann vllt auch die Broschüre über das BES (Die habe ich erst vorhin gelehsen).
Was war an diesem Tag bzw. an der Woche anders als sonst?
Oskar stand für mich im Vordergrund. Ich habe ihn gestillt, gewickelt, mit ihm gekuschelt, mit ihm gespielt, ... und ich war draußen mit ihm (Dar wurde manchmal echt zur Herausforderung, wenn der Hunger vor der erwarteten Zeit einsetzte und man sich dann draußen im Nirgends aufhielt und es einfach zu kalt zum Stillen in freier Natur war.). Ich habe Kind und Familie/Freunde vereint, weil Oskar tagsüber dabei war und ich ihn einfach gestillt habe, wenn es nötig war (im Auto, im Restaurant während des Essens, in der Umkleide beim Shoppen, ...) Und heute? Heute war ich den ganzen Tag zu Hause, habe meine Verabredung mit meinen Mädels zum Mittag abgesagt, weil ich so oft wie möglich anlegen wollte, weil ich aufgrund der Flaschenzugabe viel Geschrei an der Brust erwartet habe und ich mich damit nicht öffentlich stressen wollte, weil ich so viel wie möglich abpumpen wollte, um die Milchbildung anzuregen. Was war? Ich war voller Selbstzweifel, ich war nur am Rechercheren, ich habe versucht abzupumpen wie 'ne Blöde, da Oskar natürlich nicht mehr an die Brust wollte (z.T. weil er noch zu satt war, z.T. weil anders als in der Flasche die Milch nicht lief), um so gut wie nichts zu erhalten außer Blut... Und so sollen die Tage dann immer aussehen? Stillen an der Brust, BES zwischendurch, abpumpen ... und dann wieder von vorn?
Ich dachte bis Montag, dass ich das Stillen nur praktisch finden würde, habe mich wohl geirrt. Aber ich will stillen ohne Hilfsmittel, ohne Druck im Hinterkopf, ohne Pläne, die ich umsetzen muss. Ja, stillen fördert die Bindung und wie gerne würde ich die Zeit zurückdrehen, um dann einiges anders zu machen, aber das geht ja nicht. Für eine intensive Bindung finde ich es aber auch wichtig, gemeinsam mit dem Kind die Welt zu erkunden ... und das sehe ich so nicht, wenn ich zurück zum Vollstillen gelangen möchte. Ich möchte mit dem neugierigen und an der Umwelt interessierten Oskar raus, ihm die Umgebung zeigen...und nicht nur mit Stillen bzw. stillfördernden Maßnahmen beschäftigt sein, um dann vllt auch mit allem überfordert zu sein oder zu ehrgeizig zu sein und dadurch Zwergi außer Acht zu lassen (ihn vllt nur noch als Hilfsmittel anzusehen).
Was habe ich vor?
Ich hoffe, dass ich ihn noch so oft wie möglich anlegen kann (spätabends, nachts, am Morgen?!) und wenn ihm die Brust nicht mehr ausreicht, die Flasche geben. Darüber hinaus werde ich weiterhin milchbildende Sachen zu mir nehmen, abpumpen, wenn ich Zeit finde und sie nicht extra dafür nehme, und Zwergi das Nuckeln an der Brust einräumen, wenn es möglich ist und er das dann überhaupt möchte. Mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit endet das im Abstillen, aber dann ist das so, dann habe ich für mich sinnvoll die Zeit mit meinem Sohn verbracht.
Vielleicht bekomme ich ein zweites Kind,dann weiß ich, was ich anders machen würde, um länger stillen zu können, wen ich kontaktieren würde (DIESES FORUM), vllt bin ich dann auch im Umgang mit dem Baby sicherer bzw. vertraue meinen Fähigkeiten.
Warum schreibe ich diesen Text?
Weil es damit für mich abgeschlossen ist, weil ich es brauchte, um zu erkennen, dass Schluss ist, weil ...
Zuletzt: Wie geht es jetzt weiter?
Gleich werde ich mich neben mein süßes Baby legen, ihn zum Stillen anlegen, dann vllt ein wenig Schlaf bekommen, wieder anlegen, ... Dann werde ich mich auf das Flaschegeben einlassen, es für uns beide so vertraut wie möglich gestalten (DANKE FÜR DEN LINK) und dann mit ordentlich Ausstattung im Gepäck (War ja bisher auch nicht so wenig) die Welt entdecken.
FALLS DAS JETZT JEMAND TATSÄCHLICH KOMPLETT GELESEN HAT, VIELEN DANK. Vielen Dank auch denen, die auf diesen Beitrag gestoßen sind...VIELEN DANK denen, die vllt Verständnis für meine Entscheidung haben und auch denen, die kein Verständnis haben, weil ich auch hin- und hergerissen bin und mein Herz blutet. Doch leider war ich schon immer mehr Kopf- als Herztyp (Auch wenn ich mir so wünschen würde, dass es anders wäre) und der Kopf hat letztlich mit 51 zu 49 gewonnen.
Man sieht bzw. hört sich immer zweimal. Bis dahin alles Gute für euch und Kraft für ggf anfallende Entscheidungen, die getroffen werden müssen.
Mit den liebsten Grüßen
lilalucky