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Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Verfasst: 28.06.2015, 00:10
von sutnahpele
@DasKruemel: Ich denke mal, die Grünen haben mittlerweile gelernt, dass man mit Angstschürerei keinen Blumentopf gewinnen kann :wink:
Ich finde es auch gut, wenn sich jemand darum kümmert.

Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Verfasst: 28.06.2015, 00:12
von Seerose
sutnahpele hat geschrieben:@DasKruemel: Ich denke mal, die Grünen haben mittlerweile gelernt, dass man mit Angstschürerei keinen Blumentopf gewinnen kann :wink:.
Eher im Gegenteil... Gibt meist nur Ärger mit dem Angst schüren... :lol:

Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Verfasst: 28.06.2015, 00:15
von Lissi23
Das was EllenRipleý auf der letzten Seite schreibt, stimmt so meiner Meinung nach alles - bin auch aus der "Branche" und hab mir in den letzten Tagen Gedanken gemacht, woher das Glyphosat kommt in unserer Ernährung.
Eines möchte ich aber noch anmerken, zur Ernährung mit einheimischen Getreide: Glyphosat durfte bis vor kurzem auch von Landwirten hierzulande bis kurz vor der Ernte (ca. ne halbe Woche vorher) angewendet werden zur Ernteerleichterung, d. h., damit das evtl. im Getreide stehende Unkraut oder noch nicht reife Getreide abstirbt und somit das Getreide trockener geerntet werden konnte. Das darf hier jetzt aber flächendeckend nicht mehr gemacht werden, sondern nur noch an einzelnen "Problemstellen" im Feld. Ich kenne aber kaum Landwirte, die das gemacht haben.
Meines Wissens nach ist eine messbare Konzentration von Glyphosat mittlerweile auch schon im (Grund)Wasser vorhanden, was auch die Nachweisbarkeit in allen untersuchten Muttermilchproben erklären würde. Und somit könnte man sich auch schlecht bis gar nicht gegen die Aufnahme schützen - Wasser muss wohl jeder trinken.
Wobei ich jetzt beim googeln gelesen habe, dass Glyphosat bzw. seine Abbauprodukte nur unterhalb bestimmter Grenzwerte im Wasser auftauchen bzw. durch Trinkwasseraufbereitungsanlagen vollständig herausgefiltert werden können :?:

Die Berichte von den zunehmenden Krebsfällen und Missbildungen usw. in den Anbaugebieten von "unserem" Importsoja erschrecken mich zutiefst, besonders wenn ich dann sehe, dass das Pflanzenschutzmittel dort mit dem Flugzeug weitläufig über die Felder ausgebracht wird - von Abstandsregelungen und Abdriftminderung hat wohl dort noch niemand etwas gehört. Dagegen empfinde ich den Pflanzenschutzmitteleinsatz hierzulande als einiges sicherer, da er durch viele Verordnungen reglementiert wird. Und genauso mache ich mir aber auch Gedanken darüber, wie unsere (wachsende) Bevölkerung ohne moderne Landwirtschaft (und zu der gehört der Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatz dazu) ernährt werden kann - diese Problematik führt zwangsläufig in eine Sackgasse, solange "wir" in unser westlichen Welt weiter unseren hohen Lebensstil erhalten und verbessern wollen.

Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Verfasst: 28.06.2015, 00:39
von DasKruemel
Seerose und sutnahpele: Warum schätzt dann das BfR Glyphosphat so anders ein als Bündnis90/DieGrünen? Warum veröffentlichen sie nicht die Originalstudie? Warum erläutern sie nicht das Analyseverfahren? Und warum setzen sie die gefundenen Konzentrationen nicht ins Verhältnis zu den richtigen und entscheidenden Grenzwerten?

Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Verfasst: 28.06.2015, 01:11
von Bärchenbeuteltier
Oh man[emoji25] mir tuen die Menschen in den Großanbaugebieten so leid, wenn ich den Namen Monsanto nur schon höre...[emoji35] [emoji49]
Allerdings irgendwie interessant, das diese Ergebnisse so relativ zeitnah zum Test der Säuglingsnahrung rauskommen, das macht mich ja immer etwas nachdenklich, solche Zufälle...
An die Fachleute hier: Wie ist das eigentlich mit der Aufnahme, unsere Nachbarn benutzen Round up auch?
...und bieten es uns an, er erträgt unseren verwilderten Garten nur ganz schwer... Ich lehn stets dankend ab, der Gedanke das in meinen Garten zu kippen[emoji27] [emoji40] aber mit zwei Hunden und Kleinkind und baby ist das bei ihm anscheinend kein Problem, junior trinkt aber auch aus dem schicken Brunnen mit Algenex...naja, was nicht tötet härtet ab...[emoji16]

mini07/14

Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Verfasst: 28.06.2015, 01:20
von Lösche Benutzer 17612
Also eine Pflanze unserer Breiten die Round Up aufgenommen hat, ist recht schnell eine tote Pflanze. Das Zeug wird ja auch recht schnell aus dem Boden ausgewaschen wenn es mal wieder geregnet hat. ( und landet dann im Grundwasser). Wenn eure Pflanzen noch leben sehe ich jetzt keine große Gefahr, so lange ihr beim Sprühen nicht gerade in Windrichtung sitzt.

Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Verfasst: 28.06.2015, 01:21
von Lösche Benutzer 17612
( bin aber keine richtige Fachfrau)

Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Verfasst: 28.06.2015, 08:30
von Lösche Benutzer 13838
DasKruemel hat geschrieben:Ihr habt aber schon alle verstanden wie gering die angeblich gefundene Glyphosphat-Konzentration in der Muttermilch dieser 16 Frauen war, oder? Ein 4 kg schwerer Säugling müsste 2778 Liter Muttermilch pro Tag trinken, um eine grenzwertige Dosis davon abzubekommen. 2778 Liter/Tag!!!
Das ändert aber nichts an dieser blöden Überschrift, die jedem ins Auge sticht. Hier in der Zeitung stand ganz fett "Gift in Muttermilch". Is ja klar, dass das da auch landet, wenn es überall schon verbreitet ist. "Gift in unserer Nahrung" wäre wohl passender und im Bericht könnte man ja dann immernoch erwähnen, dass es sogar in der Muttermilch gefunden wurde.
Aber ich will nicht wissen, wie viele jetzt wieder sagen "hab ichs doch gewusst, dass Stillen Blödsinn ist"

Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Verfasst: 28.06.2015, 08:43
von Katinka5
Danke, Seerose, für deinen Beitrag!!!Warum stuft das bfr glyphosat als unbedenklich ein? Meines Wissens berufen sie sich unter anderem auf von Monsanto finanzierte Studien und es gibt m.E.auch dort keine absolute politische Neutralität, leider,aber dort arbeiten halt auch nur Menschen . ..aber man muss sich halt vor Augen halten, wo hier die Beweislast liegt, nämlich auf Seiten der möglichen Opfer.glyphosat wird deshalb so lange als unbedenklich eingestuft bleiben,bis zweifelsfrei gezeigt ist,dass es an der Häufung von krebsfällen und embryonalen Fehlbildungen schuld ist. Und dies dauert lange. Die zeit ist also auf Monsantos Seite, leider...bei bpa damals war es ähnlich, lange wurden viele gewässerbiologen nicht ernst genommen....

Was ich jedenfalls versuchen werde,ist aktiv im Bekanntenkreis zu kommunizieren, dass man trotz oder gerade wegen der hier diskutierten Studie seine Kinder stillen sollte! Das ganze Thema ist wie die meisten wichtigen Themen sehr komplex,schade dass ich nicht mehr zeit habe, mich besser zu belesen,muß ich zugeben. ...

Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Verfasst: 28.06.2015, 08:55
von DasKruemel
Bärchenbeuteltier, Glyphosphat greift in Pflanzen ein Enzym an und tötet die Pflanze dadurch sehr schnell. Dieses Enzym gibt es aber nur in Pflanzen und kommt nicht bei Menschen und Tieren vor.
Im Boden wird Glyphosphat abgebaut, im Gegensatz zu den im Ökolandbau zugelassenen Kupferpräparaten, die sich im Boden anreichern. Sollte es vorher ausgewaschen werden und in Gewässer gelangen, beträgt die Halbwertszeit 7-14 Tage.

Kaffee ist übrigens genauso eingestuft wie Glyphosphat - in der Gruppe 2a " wahrscheinlich krebserregend". Und diese Einstufung legt auch nicht zugrunde, dass man über Nahrung oder Umwelt mit minimalen Konzentrationen in Berührung kommt, sondern dass man eine berufliche Disposition hat bzw. selbst Anwender ist.

Ja Anki86, da hast Du Recht. Aber so ist das mit fast allen Themen die durch die Medien gehen. Leider erkennt man das nur bei Themen, bei denen man selbst Fachwissen hat.

Und das Bündnis90/DieGrünen nicht damit arbeiten, Angst zu schüren - darüber kann ich nur müde lächeln. Welchen Grund haben ihre Falschaussagen und Zahlenverdrehereien sonst? Und das nicht nur beim Thema Glyphosphat?