mehrjährig stillen

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Lösche Benutzer 14500

Re: Langzeitstillen

Beitrag von Lösche Benutzer 14500 »

:-) Das klingt schon entspannter, finde ich - natürlich mit Ausnahme des kranken Kindes. Gute Besserung dem jungen Mann!
Mondenkind
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Re: mehrjährig stillen

Beitrag von Mondenkind »

Ich habe mal den Titel geändert: "Langzeitstillen" gegen "mehrjähriges Stillen" ersetzt, da dies unserer Meinung nach die Sache besser trifft.

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luna24
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Re: mehrjährig stillen

Beitrag von luna24 »

Ich habe jetzt nicht alles gelesen, und das hier auch nur in aller Kürze:

Ich bin Bindungsforscherin mit eher psychoanalytischer Ausrichtung und mein Sohn hat sich zu seinem 4.Geburtstag selbst abgestillt. Im Übrigen ganz aus eigener Motivation heraus, er hat das Wochen im Voraus genau geplant und vorbereitet und dann durchgezogen. Übergangsobjekt hatte er nie, und um seine Ich-Entwicklung habe ich mir ehrlich gesagt noch nie Sorgen gemacht.

Also ich würde sagen, alles easy, solange es sich für dich stimmig anfühlt.
spacerabbit
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Re: mehrjährig stillen

Beitrag von spacerabbit »

Liebe Teledame, den Vortrag habe ich mir zwar noch nicht ganz durchgelesen, Winnicott habe ich auch noch nie wirklich verfolgt, aber durch meine Arbeit mit früh traumatisierten Patientinnen und Patienten kann ich nur sagen, dass das Wichtigste, was Du Deinem Kind mitgeben lasst, eine sichere Bindung ist. Sei für Dein Kind eine verlässliche Mutter, und höre auf die Bedürfnisse Deines Kindes. Es gibt zahlreiche Theorien zur Kindesentwicklung, zu Ablösung, zu Erziehung, aber das Wichtigste ist doch, gerade im Zeitalter der so vielfältigen Möglichkeiten, sich überall so viele unterschiedliche Informationen herholen zu können, dass Du das tust, hinter dem Du stehst und Deinem Kind das vermittelst. So, wie ich den Begriff Übergangsobjekt verstehe, ist das auch ein Objekt unabhängig von der Mutter, also wie ein Stofftier, Spielzeug oder ähnliches.
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Scheckse
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Re: mehrjährig stillen

Beitrag von Scheckse »

nochmal was ganz anderes: es heißt ich-entwicklung. eine entwicklung passiert von innen heraus. etwas, was du ihm in beiderseitigem einverständnis gewährst (wie du es ausdrückst. positiver: was ihr gerne zusammen macht) KANN diese entwicklung doch gar nicht stören. die kindliche entwicklung ist darauf ausgelegt (und darauf angewiesen) von sich aus zuverlässig und auch unter wenig guten bedingungen zu funktionieren. das muss sie, weil kein kind ideale bedingungen vorfindet und ein großer teil der kinder nicht mal sehr gute.
stören können nur einflüsse, die von außen kommen - was ja eine entwöhnung aus ideologischen (von mir aus auch theoretischen) gründen wäre.
wenn du seine ich-entwicklung nefördern könntest oder müsstest, wäre es eine ich-belehrung. ist es aber nicht ;-)
alles was du tun musst, jetzt und auch später, ist ihm nicht im weg zu stehen.
gewaltsam stillen, was ja nicht möglich ist bzw. maximal durch grobe gewalt wie essens-entzug o.ä indiskutable wege erzwungen werden kann, wäre eine künstliche abhängigkeit und damit entwicklungsverzögernd.
stillen so lange ER (und da du da auf eine sehr körperliche art beteiligt bist, gilt da natürlich auch solange DU es willst) es will stört nicht nur nicht, sondern befördert die optimale entwicklung, da beste vorraussetzungen (d.h. keine äußeren zwänge/mängel o.ä.) bereit gestellt werden an denen er sich "bedienen" kann. so ist alles da, was er für seine entwicklung braucht und er kann aus den vollen schöpfen
teledame
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Re: mehrjährig stillen

Beitrag von teledame »

Hallo,
nun war ja mein Sohn eine Woche echt ziemlich schlimm krank und ich dachte ehrlich schon wir müssen ins Krankenhaus. Ganz fiesen Brech-Durchfall mit hohem Fieber. Zäpfchen alles raus, Saft alles raus... Und wir haben viel gestillt, also eigentlich echt den ganzen Tag, mo, die, mi, do und ich hab ihn viel getragen, er war ja so wackelig auf den beinen und konnte nicht mal richtig laufen, so matt und schlaff war er. mo ist er gar nicht aufgestanden... mi dann schon ein bischen und ab sa hat er wieder ein bischen gegessen.

Wir hatten ja unser Stillen auf Einschlafen, in der Nacht und manchmal noch in der früh zum aufstehen begrenzt. Nach dieser Krankheitswoche will er weiter gestillt werden wie zu vollstillzeiten. Er isst schon wieder völlig normal, auch Stuhlgang ist alles wieder bestens. Dennoch will er MIttags,Nachmittags, oder zwischendurch zusätzlich stillen. Und er ist nun extrem anhänglich und kriegt wutanfälle wenn ich ihn jetzt nicht mehr soviel tragen will, hochheben usw. er deutet dann immer in irgendwelche richtungen wo ich ihn hintragen soll, damit er lichtschalter betätigen etc.

Da hab ich grad das Gefühl das er schon ziemlich genau weis was er will, und grad ein recht starkes Ich hat und sich gegen mich ganz schön durchsetzt. Was mir eigentlich schon auch etwas missfällt. denn so kanns ja auch nicht gehen. Er toleriert keinerlei Telefonate mehr, oder andere Tätigkeiten ausser Haushalt, typisch Mann! Doch ich durfte heute alte Klamotten für den Basar aussortieren und beschriften, hurra!

Also von meinem Gefühl her, würde ich sagen, der kleine tanzt mir schon ganz schön auf der Nase herum, und er hat sich die Woche wo er so krank war ganz sehr an die viele Extrazuwendung gewöhnt und will die weiterhin 24 Std. bitte mit Vollstillen. Nicht das er doch noch ein zu starkes Über-Ich bekommt. Ich schreib grad ein wenig mit Humor, aber ganz im Ernst. Das kann man doch nicht alles gewähren lassen. Also, wenn ich jetz alles das mach was er will, damit er nicht schreit und wütend wird, das kanns ja auch nicht sein oder? Sein Bedürfnis ist Vollstillen bitte und den ganzen lieben Tag spazierentragen bitteschön.... Ich spreche ja auch mit ihm, und sag ihm das das jetzt nicht geht, dann wird sich auf den boden geworfen, wie zu besten zeiten und der Kopf auf die fliesen gedonnert. Das tut weh, dann noch extra laut weiterschreien... Das fühlt sich schon irgendwie nicht mehr so selbstständig an. Was meint ihr?
gruss
D.
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Timo geboren am 18.07.2012
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Mohnblume
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Re: mehrjährig stillen

Beitrag von Mohnblume »

teledame hat geschrieben:Also, wenn ich jetz alles das mach was er will, damit er nicht schreit und wütend wird, das kanns ja auch nicht sein oder? Sein Bedürfnis ist Vollstillen bitte und den ganzen lieben Tag spazierentragen bitteschön.... Ich spreche ja auch mit ihm, und sag ihm das das jetzt nicht geht, dann wird sich auf den boden geworfen, wie zu besten zeiten und der Kopf auf die fliesen gedonnert. Das tut weh, dann noch extra laut weiterschreien... Das fühlt sich schon irgendwie nicht mehr so selbstständig an. Was meint ihr?
gruss
D.

für mich hört sich das definitiv nach Trotzphase / Autonomiephase an, die Wutanfälle auf jeden Fall. Das fängt ja mit anderthalb schon gut an ;-) also ganz normal und sicher kein "negatives Resultat langen Stillens". Das beste ist meiner Erfahrung nach bei einem Trotz/Wutanfall, konsequent zu bleiben, aber das Kind dabei liebevoll zu begleiten. Also bei ihm bleiben, weiter liebevoll mit ihm reden, ablenken!! Klappt nicht immer beim ersten Versuch, aber bei uns hat es meistens dann doch irgendwann funktioniert.
Bei einem Kleinkind muss man meiner Meinung nach nicht mehr jedes Bedürfnis 100prozentig ohne Rücksicht auf die Grenzen / Bedürfnisse der Mutter erfüllen! Das gilt auch fürs Stillen.
mit dem Großen (01/10) und dem Kleinen (07/13)
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Re: mehrjährig stillen

Beitrag von spacerabbit »

Hej, Teledame, Dein Sohn ist ein Jahr und sieben Monate alt! Ist es nicht bei uns genauso, dass wir nach längerer Krankheit auch danach noch schlapp sind, uns nicht ganz fit fühlen, vielleicht schneller überlastet sind? Freu Dich, dass Dir Dein Sohn zeigt, dass Du ihm Halt geben kannst, durch Stillen oder Tragen. Natürlich heißt das nicht, dass Du nun 24 Stunden am Tag stillen und tragen musst, aber Dein Sohn hat eine wirklich schwere Krankheit hinter sich und kann vieles von seinen Körpergefühlen einfach noch nicht so rational einordnen, deshalb ist er einfach manchmal unleidlich und sucht viel Zuwendung bei Mama. Ohne, dass das nun heißt, er tanzt Dir auf der Nase herum. Vertrau auf Dein Bauchgefühl, ohne an Es, Ich oder Über - Ich zu denken!
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Re: mehrjährig stillen

Beitrag von Novalia »

spacerabbit hat geschrieben:Hej, Teledame, Dein Sohn ist ein Jahr und sieben Monate alt! Ist es nicht bei uns genauso, dass wir nach längerer Krankheit auch danach noch schlapp sind, uns nicht ganz fit fühlen, vielleicht schneller überlastet sind? Freu Dich, dass Dir Dein Sohn zeigt, dass Du ihm Halt geben kannst, durch Stillen oder Tragen. Natürlich heißt das nicht, dass Du nun 24 Stunden am Tag stillen und tragen musst, aber Dein Sohn hat eine wirklich schwere Krankheit hinter sich und kann vieles von seinen Körpergefühlen einfach noch nicht so rational einordnen, deshalb ist er einfach manchmal unleidlich und sucht viel Zuwendung bei Mama. Ohne, dass das nun heißt, er tanzt Dir auf der Nase herum. Vertrau auf Dein Bauchgefühl, ohne an Es, Ich oder Über - Ich zu denken!
Das unterschreibe ich ganz fett!
Leo ist fast gleich alt und braucht auch mehr Mama wenn er krank war. Er tanzt da doch nicht auf der Nase herum! Er fühlt sich noch nicht ganz fit, versteht nicht so genau was mit ihm passiert ist und sucht sich seinen sicheren Hafen. Ich finde, das darf er auch. Du klingst da ganz schön verständnislos :oops:
Stell dir vor, dein Partner hatte eine schwere Krankheit, schickst du ihn zwei Tage später wieder zum Holzfällen, weil er ja kein Fieber mehr hat?
mit großem Knups an der Hand 07|12, kleinem Knups auf dem Rücken 02|15 und meinen Sternchen Luca *13.01.17 und *03|14 für immer im Herzen

Weder Bilder, noch Klänge, noch Wort´
könnten beschreiben, was an jenem Ort
mit mir geschehn, als ich dich gesehn
in jener Nacht den Schein hast entfacht.

Schandmaul
nido56
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Re: mehrjährig stillen

Beitrag von nido56 »

Die Erfahrung, dass es nach Abklingen der sichtbaren Krankheitsanzeichen noch etwas dauern kann, bis der Appetit wiederkommt und das Kind wieder das alte ist, habe ich auch gemacht. Natuerlich kann es auch zusaetzlich gut sein, dass er sich jetzt wieder an die Dauerstillerei gewoehnt hat und sich schwer tut, das wieder aufzugeben. Du kannst ja mal versuchen, ob Ablenkung etwas bringt, also z.B. einen tollen Ausflug in den Zoo oder ins Schwimmbad machen (oder worauf Dein Sohn eben total abfaehrt). Bei uns war dann meistens der Stillwunsch erstmal vergessen, und oft hat das schon gereicht, die Gewohnheit erstmal wieder zu durchbrechen und zum gewohnten Rhythmus zurueckzukehren.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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