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Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen
Verfasst: 08.12.2012, 09:14
von Fredda
Leider waren alle Windeln seit gestern Mittag fast trocken. Sonst ist da nach 4 Stunden eine große Beule zu sehen und schwer sind sie sonst auch.
Viel Erfolg mit den bösen Eckzähnen!
LG Fredda
Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen
Verfasst: 08.12.2012, 11:22
von jusl
Hallo Fredda,
die Nacht klingt wirklich anstrengend. Ich drücke Dir die Daumen, dass es heute etwas erholsamer wird. Ich finde es klasse, dass Dein Baby nicht viel weinen muss und Ihr sogar den Bondolino dahabt - eine intensive Nutzung dieser Tragehilfe kann ich wie meine Vorschreiberinnen ebenfalls nur wärmstens empfehlen. Das Verkleinern des Stegs mit dem Bändchen ist eine sehr gut Idee. Achte generell auf strammes, enges Binden und bewege Dich viel; das haben Babys meist am liebsten.
Nachdem ich aber gestern nur 3 echte Pipiwindeln nachts und vormittags hatte, die auch schon nicht so prall waren wie sonst, und ab nachmittags nur Windeln mit einem Epsilon an Pipi vorfand, führte ich den Stillhut in der Nacht wieder ein.
Lass uns
gemeinsam beurteilen, was "echte" Pipiwindeln sind.

Die Doku der Pipi-Windelanzahl dient der Überprüfung, ob ein Baby akut genug Flüssigkeit erhält. "Genug" bedeutet in diesem Zusammenhang, sicherzustellen, dass keine Gesundheitsgefahr durch etwaigen Flüssigkeitsmangel droht. Die meisten Babys pinkeln viiiiel mehr als diese Mindestmenge. Es geht dabei also ausdrücklich nicht um "so prall wie sonst".
Deshalb noch mal mein Vorschlag: Geh systematisch dran. Deine Beschreibungen liefern keine Indikation für das erneute Nutzen der Hütchen. Du fragtest mich gestern, ob das Verhalten Deines Kindes "nur ein Phase sei oder echter Hunger". Dies herauszufinden funktioniert nur unter kontrollierten Bedingungen. Diese Kontrolle selbst aufzubringen ist für eine Mutter zu viel verlangt; bitte lass Dir dabei helfen, ich unterstütze Dich gerne dabei.
Effektiv helfen kann ich Dir nur, wenn mir die dazu notwendigen Infos zur Verfügung stehen. In langen Threads ist es nicht ganz einfach, als Mod den Überblick zu behalten. Bitte poste daher die Infos in ungefähr folgender Form:
24.12. 3800 g, 11x gestillt. +100 ml Mumi, +80 ml Pre. 5 Pipiwindeln, 1x Stuhlgang.
Besonderheiten wie "Andocken problemlos" oder "ging nur mit Hütchen" oder so, kannst Du einfach dahinterschreiben.
Jetzt fühle ich mich mies, weil offenbar wieder dasselbe geschah wie damals, nur dass ich damals von Geburt an solche fast trockenen Windeln gewöhnt war und nicht merkte, dass dasnicht richtig ist. Damals dachte ich, kleine Babys pinkeln einfach noch nicht so viel, aber seit dem Krankenhausaufenthalt hatte ich immer volle Pipiwindeln nach 4 Stunden.
Was soll ich nun tun? Anscheinend kriegt er nicht genügend viel aus der Brust raus.
Wie viel fütterst Du denn derzeit zu? "Zurück zum Vollstillen" funktioniert ja nicht über "ab jetzt füttere ich einfach nicht mehr zu!" und sobald es hakt, füttert man wieder "irgendwelche Mengen irgendwie zu", sondern über eine kontrollierte, schrittweise Verringerung der Zufüttermenge, bei gleichzeitiger Verbesserung von Saugtechnik und Stillmanagement, und bei gleichzeitiger, engmaschiger Kontrolle, dass das Baby jederzeit gut versorgt ist. Wie gesagt, lass uns System reinbringen.
LG
Julia
Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen
Verfasst: 08.12.2012, 12:10
von Fredda
Liebe Julia,
Jetzt muss ich doch noch einmal nachfragen:
Wenn ich alle zwei Stunden wickeln würde, hätte ich 12 Pipiwindeln, denn ein bisschen Pipi ist ja immer drin. Wickel ich alle 4 Stunden, habe ich 6 Pipi Windeln mit mehr Inhalt. Wickel ich alle 6 Stunden, habe ich zwar nur 4 Windeln, aber die sind bis zum Platzen gefüllt. Nur ein Beispiel. Ich Wickel nicht nach Uhr.
Das war genau der Fehler damals: Meine Hebamme fragte immer nach der Anzahl der Pipiwindeln und es war auch jedesmal was drin, aber Super wenig. Daher dachte ich, dass Pipi Windel nicht gleich Pipi Windel ist und die von gestern entsprechen nicht einmal ansatzweise seinen üblichen Windeln.
Also:
7.12. 4730g. 14x gestillt, davon 11x ohne Hütcheb, keine Andockprobleme, 3x normale Pipiwindeln, 3x unnormale Pipiwindeln, nichts zugefüttert, da ich generell immer nur zugefüttert habe, wenn er unzufrieden war
In den letzten zwei Tagen war er nach dem Stillen immer zufrieden, also habe ich nicht noch etwas zugefüttert. Allerdings wurde er auch so oft gestillt, dass mir keine Zeit zum Abpumpen blieb. Heute Morgen bekam er nach dem stillen 60ml Pre, die bald in großen Mengen wieder raus kam.
Ich habe es immer so gemacht: Am Anfang hat er 60ml selten 90ml Pre nach dem Stillen bekommen. Nach dem Stillen habe ich abgepumpt und die Milch gesammelt. Nach ein paar Tagen war wieder mehr Milch da und er brauchte nur noch 30-60ml nach dem Stillen. Wenn Abgepumpte Milch da war, bekam er diese, sonst Pre, aber immer nur, wenn er nach dem Essen mitteilte, dass er noch etwas vertragen könnte. Woche für Woche brauchte er weniger, also erstmal nur noch 30 ml, dann nach manchen Mahlzeiten gar nichts, dann jede zweite Mahlzeit ohne (da reichte schon die abgepumpte Milch) und letztlich in der letzten Woche gar nichts mehr nach den Mahlzeiten, aber abgepumpt habe ich weiter, weil ich einmal zum Endokrinologen und zum Hämatologen musste und er bei meiner Mama blieb und weil meine Stillberaterin es mir empfohlen hat, um die Milchmenge zu steigern. Sie, meinte, ich solle in der Impfphase, wo er schlapp ist, ruhig auch abpumpen und es ihm so leichter machen, also bekam er abends immer abgepumpte Milch des Tages. Ich war ja eigentlich schon vom Pre runter, als ich mich hier anmeldete und die Abgepumpte Milch hat er nur sogekriegt, um es ihm leichter zu machen, wie die Stillberaterin sagte. Dann hat er Anfang der Woche scheinbar nicht zugenommen und ich habe Pre aus Panik gegeben. Das war der Tag, an dem ich mich hier anmeldete. Gefördert hat er in dieser Zeit keine weitere Milch, aber natürlich trinkt er sie, wenn er sie kriegt, weil er im Moment so ein hohes Saugbedürfnis hat. Sie kam aber jedesmal wieder in großen Mengen und nicht angedaut wieder raus.
Entschuldige, wenn ich dies vorher nicht so deutlich schrieb.
Was kann ich denn noch tun, um seine Saugfähigkeit zu verbessern? Ich kann noch einen Termin mit der Stillberaterin machen, aber sie kann ja nur bedingt in ihn hineinsehen und sie war eigentlich der Meinung, dass er es gut macht. Am Anfang hört man auch Schluckgeräusche, aber später wechselt er wieder in die anregenden Saugzüge. Wenn das anhielt habe ich auch die Seite gewechselt. War das richtig?
Heute ist sein Stillverhalten wieder normaler als in den letzten zwei Tagen. Er kommt etwa alle zwei Stunden. Danach Pumpe ich nun wieder ab für falls.Der Softcup ist noch nicht da und der Löffel funktioniert nicht. Was kann ich bis dahin machen?
LG
Fredda
Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen
Verfasst: 08.12.2012, 12:26
von jusl
Wenn ich alle zwei Stunden wickeln würde, hätte ich 12 Pipiwindeln, denn ein bisschen Pipi ist ja immer drin. Wickel ich alle 4 Stunden, habe ich 6 Pipi Windeln mit mehr Inhalt. Wickel ich alle 6 Stunden, habe ich zwar nur 4 Windeln, aber die sind bis zum Platzen gefüllt. Nur ein Beispiel. Ich Wickel nicht nach Uhr.
Das war genau der Fehler damals: Meine Hebamme fragte immer nach der Anzahl der Pipiwindeln und es war auch jedesmal was drin, aber Super wenig. Daher dachte ich, dass Pipi Windel nicht gleich Pipi Windel ist und die von gestern entsprechen nicht einmal ansatzweise seinen üblichen Windeln.
Normalerweise reicht die Angabe der Anzahl "fühlbar schwerer" Pipiwindeln. "Fühlbar schwer" heißt soviel wie "eine nennenswerte Portion" oder "deutlich mehr als nix". Gib mal spaßeshalber 5 Esslöffel voll Wasser in eine Windel - das ist "nenneswert".
(Wenn man es genauer braucht - was bei Euch NICHT der FALL ist! - kann mit die Urinmengen natürlich auch genauer bestimmen. Hier reicht aber definitiv die Angabe der Anzahl, einfach bei "ganz normaler Wickelfrequenz", die überlicherweise irgendwo im Bereich 4-7 Windeln pro Tag liegt.)
7.12. 4730g. 14x gestillt, davon 11x ohne Hütcheb, keine Andockprobleme, 3x normale Pipiwindeln, 3x unnormale Pipiwindeln, nichts zugefüttert, da ich generell immer nur zugefüttert habe, wenn er unzufrieden war

Vielen Dank.
Was kann ich denn noch tun, um seine Saugfähigkeit zu verbessern? Ich kann noch einen Termin mit der Stillberaterin machen, aber sie kann ja nur bedingt in ihn hineinsehen und sie war eigentlich der Meinung, dass er es gut macht. Am Anfang hört man auch Schluckgeräusche, aber später wechselt er wieder in die anregenden Saugzüge. Wenn das anhielt habe ich auch die Seite gewechselt. War das richtig?
Ja. Du kannst auch noch schneller wechseln. Sobald Du merkst, dass es nicht mehr schluckt, Seite wechseln. (und das mehrmals pro Mahlzeit)
Heute ist sein Stillverhalten wieder normaler als in den letzten zwei Tagen. Er kommt etwa alle zwei Stunden. Danach Pumpe ich nun wieder ab für falls.Der Softcup ist noch nicht da und der Löffel funktioniert nicht. Was kann ich bis dahin machen?
Wenn das Stillen an einem Tag gut klappt, er häufig und kräfigt saugt und ausscheidet, dann ist es in Ordnung, bei guter Doku nicht zuzufüttern. Wenn Du aber das Gefühl hast, dass Zufüttern nötig ist, ohne dass Dir bislang stillfreundliche, funktionierende Methoden zur Verfügung stehen, dann muss eben stillunfreundlich per Flasche zugefüttert werden; das ist ja nicht zu ändern. Ist ja nur vorübergehend, bis Ihr die für Euch passende Methode gefunden habt. (Und es besteht ja auch die Möglichkeit, dass künftig praktisch gar nicht mehr zugefüttert werden muss - vielleicht verbessert sich das Stillverhalten von allein genug dadurch, dass er ab jetzt keine künstlichen Sauger (Schnuller, Flasche, Hütchen) mehr bekommt.)
Ich freue mich auf Deine weiteren Berichte!
LG
Julia
Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen
Verfasst: 09.12.2012, 02:42
von Fredda
jusl hat geschrieben:
Normalerweise reicht die Angabe der Anzahl "fühlbar schwerer" Pipiwindeln. "Fühlbar schwer" heißt soviel wie "eine nennenswerte Portion" oder "deutlich mehr als nix". Gib mal spaßeshalber 5 Esslöffel voll Wasser in eine Windel - das ist "nenneswert".
Hey Julia, das ist etwas, womit ich etwas anfangen kann! Vielen Dank! Endlich habe ich ein Maß für Pipiwindeln.

Als der Kleine anfing so stark zu spucken, wollte meine Hebamme immer, dass ich es in Eßlöffeln ausdrücke und mir vorallem klar mache, dass "viel aussehen" auf dem Boden nicht unbedingt viel ist. Also rührte ich mir eines Tages Pre Nahrung an und löffelte sie neben den Flatschen auf dem Boden, als mein Papa ihn trug während des Spuckens. Dieser dachte zwar, ich habe einen an der Waffel, aber so habe ich gelernt zu unterscheiden, ob das was ich als viel empfinde auch viel ist. Im Moment habe ich Deine Testwindel in einem Frühstücksbeutel neben dem Wickeltisch liegen, um zu vergleichen.

Allerdings ist in den letzten zwei Tagen sehr viel weniger in der Windel als sonst. Mit nur drei solcher Windeln schließen wir den 8.12. ab und diese waren nicht wesentlich schwerer als die Testwindel.
7.12. 4730g. 14x gestillt, davon 11x ohne Hütchen, keine Andockprobleme, 3x normale Pipiwindeln, 3x unnormale Pipiwindeln, nichts zugefüttert.
8.12. ---, 14x mit Hut gestillt, 3 Pipiwindeln, ein Hauch Stuhlgang, 70ml Muttermilch unfreundlich zugefüttert
Ich habe wegen der gestrigen schrecklichen Nacht und der daraus resultierenden miesen Stimmung keinen weiteren Versuch gestartet, ohne Hütchen zu stillen. Das mache ich morgen wieder, wenn ich entspannt da rangehen kann. Ehrlich gesagt ängstigt es mich schon, wie stark die Masse der Pipiwindeln zurückgegangen ist.
Ja. Du kannst auch noch schneller wechseln. Sobald Du merkst, dass es nicht mehr schluckt, Seite wechseln. (und das mehrmals pro Mahlzeit)
Ich habe jetzt sehr oft gewechselt, denn wenn er müde ist, nuckelt erhäufig nur so im Halbschlaf. Also ein ganz schönes Hin und Her.
Wenn das Stillen an einem Tag gut klappt, er häufig und kräfigt saugt und ausscheidet, dann ist es in Ordnung, bei guter Doku nicht zuzufüttern. Wenn Du aber das Gefühl hast, dass Zufüttern nötig ist, ohne dass Dir bislang stillfreundliche, funktionierende Methoden zur Verfügung stehen, dann muss eben stillunfreundlich per Flasche zugefüttert werden; das ist ja nicht zu ändern. Ist ja nur vorübergehend, bis Ihr die für Euch passende Methode gefunden habt. (Und es besteht ja auch die Möglichkeit, dass künftig praktisch gar nicht mehr zugefüttert werden muss - vielleicht verbessert sich das Stillverhalten von allein genug dadurch, dass er ab jetzt keine künstlichen Sauger (Schnuller, Flasche, Hütchen) mehr bekommt.)
Ich fühle mich einfach sicherer, wenn ich nach dem Essen abpumpe und es ihm gesammelt irgendwann anbiete. Ich pumpe immer nach dem Duschen ab und wenn ich merke, dass die Zeitabstände groß sind. abends eher nicht, da er dahäufig nach einer halben Stunde wieder kommt.
Ab morgen früh versuche ich es ohne Stillhut, aber habe ehrlich gesagt große Angst, dass er zu wenig Nahrung erhält und durch das anstrengendere Nuckeln zu müde ist, um zu signalisieren, dass er mehr will.
Ich frage mich einfach, ob es nur für mein Ego besser ist, ohne Hut zu stillen, oder auch für ihn. Verstehe mich nicht falsch- bei Pre Nahrung und Fläschchen bin ich mir total sicher, ihm einen großen Gefallen zu tun, wenn wir ohne sie auskommen. Er liebt es zu stillen und umarmt die Brust immer, wenn der davor nur ein Fläschchen bekam. Aber beim Stillen ohne Stillhut sehe ich keine Reaktion bei ihm, die mir sagt "du tust das Richtige". Ich sehe, dass es viel viel anstrengender für ihn ist und er viel weniger Pipi macht und somit nach meiner Laienmeinung viel weniger Milch kriegt und ich Angst habe, dass er wieder hungert. Die Angst, dass es soläuft wie damals ist einfach übermächtig, wenn ich das bißchen Pipi sehe. Es wundert mich auch, dass heute immer noch so wenig da war, obwohl er wieder ein Hütchen bekam.
Leider bin ich so ein Kopfmensch und weil ich schon einmal die Zeichen übersah, habe ich Angst, dass es wieder geschieht. Ab wann ziehst Du die Reißleine? Würdest Du eher ohne Stillhut und mit Zufüttern bevorzugen, oder mit Stillhut und ohne Pre? Bekommt er mit mehr Übung auch wieder mehr aus der Brust?
Ganz wichtig für mich ist: Wird er dieses Mal zeigen können, wenn er zu wenig kriegt oder wird er wieder zu müde werden und nichts einfordern? Ich möchte nicht, dass er drei Tage hungert und wir dann entscheiden, dass es zu wenig Pipiwindeln waren. Kannst Du mich da irgendwie beruhigen?
Freue mich auf neue Anregungen von Dir!
LG Fredda
Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen
Verfasst: 09.12.2012, 10:37
von Fredda
Okay, es war falsch. Es war zu viel aufeinmal. Seit gestern Mittag hat er nicht eine Pipiwindel gehabt, aber er immer getrunken und wenn er signalisiert hat, dass er mehr braucht, hat er dies auch bekommen. Ich habe immer hin und her gewechselt und seit heute morgen den Stillhut weggelassen.
Gestern war er normal gut drauf, war viel wach,hat erzählt und gelacht. Erbat einmal mehr gefordert und Muttermilch bekommen. Heute Nacht ist er schon ständig beim trinken eingeschlafen und ichmusste ihn wecken. Fürs Wechselstillen war er zu müde- ich hätte alle 20-30 Sekunden wechseln müssen und da habe ich ihn lieber so immer wieder geweckt.
Heute morgen sieht er völlig fertig aus, vorallem um die Augen. Er nuckelt nur an der Brust und schluckt nicht. Mit Stillhut hat er dann 3-4 mal geschluckt und ist erschöpft eingeschlafen. Kurz darauf kläglich wimmernd aufgewacht, hektisch nach der Brust geschnappt und nach 2 Zügen eingeschlafen.
Es ist schon wieder passiert und ich habe ihn nicht beschützt, sondern habe es selbst produziert. Jetzt liege ich hier weinend mit meinem völlig erledigten Baby im Bett, welches gerade nur noch wie ein Schluck Wasser auf meinem Arm hing und den Kopf nicht mehr gehalten hat. Ich habe ihm dann vorhin sofort 90ml Pre gemacht, wovon ca. 30ml gerade wieder herausgekommen sind. Jetzt schläft er verbotenerweise unter meiner Decke, denn das liebt er und ich bin ja wach.
Gleich werde ich abpumpen, doch es wird wahrscheinlich nicht viel kommen, da ich bei Stress immer zu wenig Milch habe.
Also beginne ich zum dritten Mal von vorne. Jetzt mit dem Wissen, dass das Spucken tatsächlich von der Pre Nahrung kommt, doch was nützt mir das Wissen, wenn er welche braucht um satt zu werden? Vielleicht habe ich zu früh mit der Pre Nahrung wieder aufgehört oder hätte in den letzten drei Tagen weiter abpumpen müssen, aber wann nur?
LG Fredda, die sich fragt, ob sie mit den Bemühungen dem Kleinen mehr schadet als hilft und ob sie aufhören sollte.
Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen
Verfasst: 09.12.2012, 11:15
von jusl
Hallo Fredda,
also eins ist ganz klar: EGAL welche Bemühungen Du unternimmst, egal welche Fütter- oder Zufüttermethode Du wählst, es muss IMMER sichergestellt sein, dass Dein Baby genug Milch bekommt. Um eben dieses sicherzustellen, dokumentierst Du so sorgfältig. Die auffällig geringen Ausscheidungen zeigen, dass Dein Baby derzeit nicht genug Milch bekommt. Die Frage "mit Hütchen ohne Zufüttern oder lieber ohne Hütchen mit Zufüttern" stellt sich so nicht - sowohl MIT als auch OHNE Hütchen benötigt Dein Baby momentan Unterstützung. Das Stillen mit Hütchen schlägt sich auf die Milchmenge und Trinktechnik nieder, das Stillen ohne Hütchen kann Dein Baby momentan technisch nicht gut genug, um an genügend Milch heranzukommen; dazu kommen Deine verständlichen Ängste und Sorgen, was sich ebenfalls nicht positiv auf die Milchproduktion auswirkt. Das heißt unterm Strich: Zufüttern, so oder so. Methode ist derzeit zweitrangig.
Gelegentliches Spucken ist nicht schlimm. Wenn Dein Baby aber massive Unverträglichkeitsreationen auf die Pre zeigt, dann ist ein Gang zum Kinderarzt unumgänglich; er kann Euch Spezialnahrung verschreiben, die möglicherweise besser vertragen wird.
Ich schlage vor: Füttere jetzt erstmal einige Tage zu, mit der Methode, mit der Ihr beide am besten zurecht kommt. Das kann selbstverständlich auch die Flasche sein. Du kannst abgepumpte Milch füttern und/oder Pre (auch gemischt). Währenddessen dokumentierst Du weiterhin sorgfältig Mahlzeiten, Zufüttermenge und Ausscheidungen, und wenn es Euch beiden wieder besser geht, psychisch und physisch, dann kannst Du Dir neu überlegen, wie Du weiter vorgehen willst.
Was hältst Du davon?
Letztlich kann ich mich nur wiederholen:
jusl hat geschrieben:"Zurück zum Vollstillen" funktioniert ja nicht über "ab jetzt füttere ich einfach nicht mehr zu!" und sobald es hakt, füttert man wieder "irgendwelche Mengen irgendwie zu", sondern über eine kontrollierte, schrittweise Verringerung der Zufüttermenge, bei gleichzeitiger Verbesserung von Saugtechnik und Stillmanagement, und bei gleichzeitiger, engmaschiger Kontrolle, dass das Baby jederzeit gut versorgt ist. Wie gesagt, lass uns System reinbringen.
LG
Julia
Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen
Verfasst: 09.12.2012, 13:22
von Fredda
Zum Spucken: Meine Hebamme meint, es sei zwar nicht wenig, aber solange er zunehme sei es nicht schlimm. Sie hat es ein paar Mal gesehen. Der KiA schlug vor, Antireflux Nahrung zu geben, falls es mir damit besser ginge. Ansonsten sei es ihm egal wieviel er spuckt, solange er zunehme. Ich habe ihm die Proben der Nahrung nicht gegeben, weil ich auf die Aussage meiner Hebamme, die Gewichtszunahme sei gut und die Spuckmenge vertretbar, AR Nahrung sei der Muttermilch nicht so ähnlich und sie würde sie in unserem Fall nicht geben, vertraue. Nun meinte die Stillberaterin ja, dass das Spucken an der Pre Nahrung liegen könnte und ich habe in den letzten 10 Tagen festgestellt, dass es tatsächlich so ist.
Zum Zufüttern: Ich habe die Menge wirklich nie einfach willkürlich hoch und runter gesetzt. Mich hat zwar nur die Hebamme beim ersten Mal begleitet und ich habe in 30ml Schritten verringert, aber ich habe es langsam gemacht. Der Haken ist meiner Meinung nach, dass in der Phase, wo er keine Pre Nahrung mehr brauchte, die Impfung recht bald folgte und er schlapp war. Wahrscheinlich hätte ich da doch noch mehr Zufüttern müssen, um es ihm leichter zu machen. Als ich nach der ersten Impfung merkte, dass das Gewicht langsamer stieg als sonst, habe ich ihn einen Tag lang wieder vor und nach dem Stillen gewogen und so festgestellt, wieviel ich ungefähr zufüttern sollte. Dazu habe ich nach jedem stillen abgepumpt. So wurde die Milchmenge wieder mehr und ich konnte das Pre langsam reduzieren.
Der Fehler in den letzten Tagen war vielleicht, ihn so oft und lange zu stillen, dass ich nicht mehr abpumpen konnte und er anscheinend zu müde war, um mehr Bedarf anzumelden. Ich dachte aber, dass wenn er doppelt so oft angelegt wird und dies ja auch forderte, er die Milch, die ich sonst abgepumpt habe, so bekommt. Es ist das erste Mal, dass nicht jede Windel nach 4 Stunden voll Pipi ist. Nur in den ersten vier Wochen und da dachte ich, es wäre genug, weil es schon im KH so war und niemand mir sagte, es sei zu wenig.
Mittlerweile glaube ich, dass er sich eine Erkältung eingefangen hat, denn seine Nase ist recht zu. Vielleicht kommt beides zusammen und er ist deshalb so schlapp. Ich habe ihm jetzt das befeuchtende Nasenspray von KiA gegeben und seitdem schnauft er nicht mehr so sehr und schläft ruhig auf mir.
Mein Plan sieht nun so aus:
Er hat seit dem Aufstehen zwei Pre Fläschen (insg. 170ml) bekommen und ich verbringe den Tag mit ihm im Bett und Pumpe wieder vermehrt ab. Gleich wollte ich ihn wieder kurz anlegen und sobald er nicht mehr saugt Zufüttern. Ich achte darauf, dass er etwa alle 2 Stunden trinkt, so wie in den letzten Tagen auch. Stillproben werde ich heute nicht machen, weil mich das zusätzlich stresst. Also Biete ich ihm nach dem Stillen 60ml an.
Dann versuche ich weiterhin, meine Stillberaterin zu erreichen und lasse sie noch einmal genau schauen, ob er richtig trinkt. Ich gehe erstmal zurück zum täglichen Wiegen, denn seitdem Du es mir erklärt hast und die Daten bisher für gut befunden hast, mache ich mich nicht mehr so verrückt. Es hat sich nur nie jemand die Werte angesehen und mir wurde immer gesagt: "Keine Zunahme unter 170g die Woche ist akzeptabel"
Jetzt habe ich mir hier alles durchgelesen und weiß, dass es falsch war.
So jetzt ist er frisch gewickelt und gestillt. Auf dem Wickeltisch hat er wieder gelacht und mit den Füßen gespielt, es war nach 4 Stunden eine Pipiwindel da und er zerrte wieder am Pulli und zappelte wild, als der BH nicht schnell genug aufging. Dann hat er ca. 10 Minuten gestillt, hat dann 40ml dazu bekommen. Ich habe ihn danach noch einmal angelegt, damit er noch etwas Nähe tanken kann und gut schlafen kann. Er hat dann sogar weiter gesaugt. Mit meiner Mutter und meiner Schwester habe ich auch gesprochen und sie fanden ihn beide gestern sehr fit und Fröhlich. Vielleicht war das Treffen gestern zu viel für ihn und so kamen mehrere Dinge zusammen.
Hoffentlich ist er bis Mittwoch wieder fitter, denn dann haben wir einen Termin beim Osteopathen, den unsere Stillberaterin uns empfohlen hat, weil er sich oft überstreckt.
Ich werde weiterhin notieren und werde dieses Mal mit Deiner Hilfe langsamer reduzieren und es mit dem Softcup probieren. Den Stillhut werde ich weglassen, sobald es mit dem Softcup klappt und die Stillberaterin geguckt hat, was ohne Stillhut falsch läuft.
Was hältst Du davon? Würdest Du etwas anders machen oder hast noch eine andere Idee?
Vielen Dank und liebe Grüße
Fredda
Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen
Verfasst: 09.12.2012, 22:12
von jusl
Ich habe die Menge wirklich nie einfach willkürlich hoch und runter gesetzt. Mich hat zwar nur die Hebamme beim ersten Mal begleitet und ich habe in 30ml Schritten verringert, aber ich habe es langsam gemacht.
Wann? Wo? Sorry, falls ich diese wichtige Info irgendwo überlesen habe, aber wo stand das?
Er hat seit dem Aufstehen zwei Pre Fläschen (insg. 170ml) bekommen und ich verbringe den Tag mit ihm im Bett und Pumpe wieder vermehrt ab. Gleich wollte ich ihn wieder kurz anlegen und sobald er nicht mehr saugt Zufüttern. Ich achte darauf, dass er etwa alle 2 Stunden trinkt, so wie in den letzten Tagen auch. Stillproben werde ich heute nicht machen, weil mich das zusätzlich stresst. Also Biete ich ihm nach dem Stillen 60ml an. [...]
Dann versuche ich weiterhin, meine Stillberaterin zu erreichen und lasse sie noch einmal genau schauen, ob er richtig trinkt. Ich gehe erstmal zurück zum täglichen Wiegen [...]
Ich werde weiterhin notieren und werde dieses Mal mit Deiner Hilfe langsamer reduzieren und es mit dem Softcup probieren. Den Stillhut werde ich weglassen, sobald es mit dem Softcup klappt und die Stillberaterin geguckt hat, was ohne Stillhut falsch läuft. [...]
Was hältst Du davon? Würdest Du etwas anders machen oder hast noch eine andere Idee?
Prima. Ich wünsche Euch ein paar ganz entspannte Tage! Bitte großzügig zufüttern, mind. 8-12 mal in 24 Stunden stillen, so wenig Stress wie möglich. Du kannst sehr gerne hier täglich berichten und Daten posten wenn Du magst; und wenn sich die Lage entspannt hat bei Euch, dann können wir mit einem Reduktionsversuch neu starten, wenn Du das wünschst. In Ordnung so?
LG
Julia
Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen
Verfasst: 10.12.2012, 04:10
von Fredda
Fredda hat geschrieben:
Ich habe es immer so gemacht: Am Anfang hat er 60ml selten 90ml Pre nach dem Stillen bekommen. Nach dem Stillen habe ich abgepumpt und die Milch gesammelt. Nach ein paar Tagen war wieder mehr Milch da und er brauchte nur noch 30-60ml nach dem Stillen. Wenn Abgepumpte Milch da war, bekam er diese, sonst Pre, aber immer nur, wenn er nach dem Essen mitteilte, dass er noch etwas vertragen könnte. Woche für Woche brauchte er weniger, also erstmal nur noch 30 ml, dann nach manchen Mahlzeiten gar nichts, dann jede zweite Mahlzeit ohne (da reichte schon die abgepumpte Milch) und letztlich in der letzten Woche gar nichts mehr nach den Mahlzeiten, aber abgepumpt habe ich weiter, weil ich einmal zum Endokrinologen und zum Hämatologen musste und er bei meiner Mama blieb und weil meine Stillberaterin es mir empfohlen hat, um die Milchmenge zu steigern. Sie, meinte, ich solle in der Impfphase, wo er schlapp ist, ruhig auch abpumpen und es ihm so leichter machen, also bekam er abends immer abgepumpte Milch des Tages. Ich war ja eigentlich schon vom Pre runter, als ich mich hier anmeldete und die Abgepumpte Milch hat er nur sogekriegt, um es ihm leichter zu machen, wie die Stillberaterin sagte. Dann hat er Anfang der Woche scheinbar nicht zugenommen und ich habe Pre aus Panik gegeben. Das war der Tag, an dem ich mich hier anmeldete. Gefördert hat er in dieser Zeit keine weitere Milch, aber natürlich trinkt er sie, wenn er sie kriegt, weil er im Moment so ein hohes Saugbedürfnis hat. Sie kam aber jedesmal wieder in großen Mengen und nicht angedaut wieder raus.
Entschuldige, wenn ich dies vorher nicht so deutlich schrieb.
Hier habe ich es beschrieben, aber nicht so genau wie gestern. Aus dem Krankenhaus kam ich ja mit der Vorstellung, er müsse immer ca. 90ml trinken, also habe ich zunächst nach dem Stillen immer 60ml Pre angeboten. Dann war ich bei der Stillberatung und sie sagte, es sehr eigentlich zu viel für ein 5 Wochen altes Baby, 90ml in großen Zeitabständen wie 3-4 Stunden zu trinken. Ich solle spätestens alle 2-2,5 Stunden anlegen. Zunächst bekam er also nach dem Stillen immer 60ml und trank eine Menge x. Zudem wurden die Abstände verringert. Also diese sich nach einer Woche zwischen 30-40 ml befand, bot ich ihm nur noch 30ml an und machte bei Bedarf noch einmal 30ml. Nun zeigte sich zu machen Tageszeiten, dass er nach und nach immer weniger oft 30ml nach wollte und so waren wir irgendwann bei jeder zweiten Mahlzeit bei 30ml, die dann komplett über abgepumpte Milch geliefert werden konnten, da ich nach jedem stillen zwischen10-20ml abgepumpt kriege. Natürlich waren es nicht immer exakt 30ml so wie bei der Pre Nahrung, aber es klappte gut. Dann habe ich nur noch angeboten, wenn er nach dem stillen gefordert hat durch suchen, schmatzen etc. Ich habe nach aufgehört, nach jeder Mahlzeit zu pumpen, da dies ja auch stressig ist mit einem kleinen Baby, das gerne kuscheln möchte.
Also nicht so exakt wie Deine Methode, aber immer an die Bedürfnisse des Kleinen angepasst und in Rücksprache mit der Hebamme. Beim zweiten Mal habe ich es genau so, aber etwas schneller und ohne Hebamme gemacht.
Okay, ich werde die Daten hier täglich posten und dann sehen wir weiter. Gestern Nachmittag war er -abgesehen vom grünen Schnupfen- wieder quietschfidel und hat viel gespielt und erzählt. Den gesamten Vormittag hing er aber völlig erledigt wie ein nasser Sandsack auf mir gelegen und geschlafen. Es geht also aufwärts. Leider meldet er sich jetzt nachts auch alle 1-2 Stunden, was wohl zu Migräne führen wird. Ich Verträge das nicht gut und war immer froh und dankbar, dass er mittlerweile meistens nur einmal pro Nacht kommt.
Er wurde mit 300ml zugefüttert, also wirklich großzügig. Bei der Menge werde ich aber natürlich nicht bleiben, weil er seit gestern Nachmittag wieder ordentlich stillt. Man merkt ja auch ein bißchen an der Abpumpmenge, ob er wieder mehr trinkt. Mein Msr und die Pumpe sind nicht gerade die besten Freunde.
Vielen Dank für die Unterstützung! Ja, das ist so in Ordnung für mich.
Liebe Grüße
Fredda