Kohlenhydrate - Eiweisse

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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chennai
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von chennai »

agata, danke für die erklärung.

ehrlich gesagt ist mir der Ansatz schon sehr fremd und nicht so erstrebenswert. Essen ist für mich zu einem Großteil auch Kulturgut, ich liebe exotisch zubereitete Gerichte aber auch Gerichte aus meiner Kindheit. Gutes Brot mit leckerer Kruste langweilig? Find ich nicht... Mir würde da zu viel verloren gehen, wenn ich Nahrung nur möglichst naturbelassen zu mir nehmen würde. Klar achte ich darauf lieber frisch gekochte Kartoffeln als gekaufte Kartoffelchips zu mir zu nehmen oder Pizza lieber selbst zu machen statt TK zu kaufen, aber ein bisschen Raffinesse darf dann schon dabei sein.

potsdame, danke für den hinweis! ich hatte eben auch noch überlegt, dass doch gerade getreide ganz naturbelassen recht schwer verdaulich ist.

@erziehung: ich kann mich nicht erinnern, dass ich von meinen eltern aus aufessen musste. (das hab ich wohl immer freiwillig getan). sicher war die küche oft relativ fett und auch zuckerhaltig (mehlspeisen, kuchen), aber es gab viel frisches gemüse, salat etc. prägender war für mich wahscheinlich die koppelung von essen an gemeinschaft, wohlbefinden. ich merke das noch heute, dass ich mehr esse, wenn meine eltern da sind, der brotkorb gefüllt auf dem tisch steht und man nachholen kann nach belieben. mit meinem mann gibt es einfach 2 scheiben für jeden, die werden vorab geschnitten und belegt und dann ist gut. wenn jemand anders weiter isst, dann steckt mich das einfach an, egal, ob ich eigentlich satt bin oder nicht.
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)


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agata
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von agata »

Ah, ich merke, ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Mit unverarbeitet meine ich nicht, dass man alles roh isst, oder sonstwie nichts damit macht, außer mit den Eckzähnen auseinanderreißen :wink:.

Nochmal also hoffentlich klarer. Der aktuelle Forschungsstand - und der ist insgesamt recht dürftig - zum Thema Essen und Ernährung sagt - einfach formuliert - Folgendes:
1. Der menschliche Organismus ist in jedem Alter selbst in der Lage durch Hunger-, Sattheits- und Appetitsignale sich selber so zu steuern, dass er angemessen mit Energie, Baustoffen und Nährstoffen aller Art versorgt wird. Auch wenn wir auf Vorrat essen können, kommt es bei einer funktionierenden Regulation eher nicht zur Überversorgung.
2. Bestimmte Lebensmittel/Stoffe übergehen oder stören diesen Regelmechanismus. D.h. wir essen davon weiter, obwohl Sattheitssignale zu Genüge vorhanden sind. Das trifft meist auf Zutaten zu, die konzentriert oder raffiniert werden, oder in ihrer Rohform für den Menschen nicht genießbar sind.
3. Industriell verarbeitete Lebensmittel enthalten oft viele dieser Zutaten in konzentrierter Form. Das macht insofern Sinn, als dass wir diese dann ja auch leckerer finden und mehr davon essen. Und dann auch mehr davon kaufen.

Daraus also die Folgerung: Je stärker ein Lebensmittel verarbeitet ist, oder je mehr verarbeitete Lebensmittel ich esse, desto weniger kann ich mich auf meine Körpersignale bzgl. Hunger, Appetit, Sattheit, etc. verlassen.

Menschen, die einen hohen Anteil (die Menge variiert beim Einzelnen) dieser Lebensmittel verzehren, verlieren auch irgendwann diese Signale. Das geht meist mit Übergewicht und anderen Faktoren des metabolisches Syndroms einher. Durch einen Verzicht auf diese Lebensmittel lässt sich der Regelmechanismus meist wieder erlangen.

Das heißt aber nicht, dass man Lebensmittel nicht kochen oder würzen, bzw. das Essen schmackhaft und ansprechend zubereiten sollte. Es heißt für mich nur, dass man die Lebensmittel, die unsere natürlichen Regelmechanismen außer Kraft setzen, entweder ganz weglässt oder nur selten und dann sehr bewusst konsumiert. Ähnlich vielleicht wie Alkohol, den ich auch nicht x-mal täglich zu mir nehme.

Und ja: Essen ist auch ein Kulturgut. Auf jeden Fall! Gemeinsam zu essen, ist eine der wunderbarsten Formen des zivilisierten menschlichen Miteinanders. Auch Kochen gehört dazu. Das Herdfeuer, etc. Und Essen hat noch so viele andere Funktionen.
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murlakartam
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von murlakartam »

Hallo!
ganz einfach, ich esse nach 18 Uhr keine Kohlenhydrate. Dann hat man keinen schweren Bauch. :)
LG
Hanna
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Dickkopf-Mama
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von Dickkopf-Mama »

Das würde bei uns mit dem Tagesablauf nicht wirklich zusammenpassen.
Aber ich merke, dass es einen wirklichen Unterschied macht, ob man sich der Kohlenhydrate überhaupt bewusst ist. Seit mein Mann sich so ernährt versuche ich ihm da ja auch was das generelle Kochen angeht entsprechend entgegenzukommen.
Wenn ich früher z.B. Chinesisch gekocht habe war die Aufteilung immer ca. 8 BE Reis plus Gemüse damit es besser schmeckt. Passt ja nun gernicht mehr. Also plane ich vom Gemüse einfach von vornherein schon so, dass der Teller und auch der Magen voll wird auch wenn die Reisportion nur noch bei max. 2 BE liegt. Dafür wander dann eben zusätzliches Gemüse mit in den Topf. Oder es gibt z.B. Nudeln nicht mehr mit den normalen Saucen sondern eben (da mein Mann vegetarier ist und hier vegetarisch gekocht wird) Gemüsepfanne mit Nudeln (und ich koche nicht mehr die 500g Packung sondern nur noch ne halbe. Zum Frühstück gibt es jetzt immer nen Obstteller (ich weiß auch Kohlenhydrate, aber unverarbeitete) und seither esse ich nicht mehr als 1 Brötchen, weil ich dann schon satt bin (und wir haben auch oft die Mini-Brötchen zum aufbacken).
Alles nur Kleine Umstellungen, aber mit dem was mein Mann zusätzlich macht sind bei ihm schon 6kg verschwunden, obwohl er nun wirklich nicht hungert, keine Heißhunger-Schokoattacken mehr und wenn ich mal nen Kuchen backe genießen wir den auch. Mein Jungs freuen sich, wenn ich sie auch die Wusrt pur futtern lasse und mir schmeckt ein Stück Parmesan zum knabbern mittlerweile besser als Chips. Man muss ja nicht gleich auf 0% Kohlenhydrate runterfahren, aber dieses bewusst machen bringt schon ne Menge (und da ich hier 2 Diabetiker habe ist es mir auch auch deutlicher bewusst, dass es hier ne Veränderung gab, sonst hätte ich das glaube ich garnicht so gemerkt, ich rechne ja grundsätzlich mit)
Allerdings ist das auch nicht so unbedingt für jeden was. Ich esse z.B. mit absicht den ganzen Rest Kuchen, weil ich bei wenig Kohlenhydraten auch abnehme und das will ich garnicht (55kg bei 1,69 finde ich vollkommen ok). Aber es gibt bestimmt sinnvollere Methoden als das mit Kuchen zu steuern :mrgreen:
Liebe Grüße von Meike mit drei Dickköpfen ( * 2007),( * 2010) und (*2013)
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von Potsdame »

ich hab mal gelesen, dass der menschliche appetit extra so gemacht ist, dass der mensch immer ein bischen mehr essen will, als er braucht. deswegen gibt es diese regel alle 10 jahre 5 kg zugenommen.

ansosnten schließ ich mich dickkopf mama an. wenn die kohlenhydratbasierte ernährung aus den köpfen verschwindet, pendelt sich auch der rest ein.
ich frag mich immer, wie das mit kh-basierten diäten funktioniert. ich nehme da schon beim durchlesen des speiseplans zu :lol:
Mops kam im Juli 2010 und wurde lange getragen und gestillt. Jetzt fährt er lieber Laufrad und will sich seine Milch unbedingt selbst eingießen :-)

Wieviel Erdbeereis muss der Mensch noch essen, dass er endlich einmal sagt, ich bin dafür?
(Am Ende denk ich immer nur an dich, Element of Crime)
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von annanna »

Was sind denn eure Snacks für Zwischendurch? Wenn ich es eilig habe, schmiere ich mir dann doch meist ein Brot.

Und wie lang dauert die Umgewöhnung? Ich habe es demletzt mal mit einer Woche ohne Brot, Nudeln, etc. versucht (allerdings Obst und Karotten und Hülsenfrüchte, u.ä. beibehalten) und bin nach der Woche sofort wieder in alte Muster zurückgefallen... und ich finde es ehrlich gesagt sehr schwer, außer Haus etwas für auf die Hand zu finden. Ist doch immer ein Brötchen oder so dabei. Nur Obst reciht mir aber nicht, ich habe einen sehr schnellen Stoffwechsel uns esse wahnsinnig viel (ohne Zunehmen, k.A. ob ich es wirklich "bauche")...
mit Küken 02/2010
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chennai
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von chennai »

Ja, ich bin auch eher einfallslos und planlos noch im Moment. Eiweisshaltige Lebensmittel fallen mir auch in erster linie nur Eier und Fisch bzw. Fleisch ein. Wir wollten aber auch mal wieder den Fleischkonsum noch weiter zurückfahren, somit hab ich dann wieder ein Problem. Es sei denn, Tofu und Co, oder geht es auch ohne Fleischersatzprodukte?
Lieben Gruß,
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von agata »

Ich muss direkt sagen: Ich bin ein ziemlicher "Fleischfresser". Ich mag Fleisch, Fisch, Eier und alle möglichen und unmöglichen Tierprodukte. Ich bin allerdings auch sehr ländlich aufgewachsen, wo nach einer Schlachtung alles vom Tier irgendwie verarbeitet wurde.
Die Massentierhaltung halte ich für eine absolute Katastrophe, habe aber prinzipiell nichts dagegen Fleisch zu essen.
Tierische Produkte mit Gemüse oder Obst gemischt, ergeben eine endlose Variation an Mahlzeiten. Mitnehmen oder snacken kann man wunderbar: Eier, Frikadellen, Schnitzel, Speck, Geräuchertes, Gedörrtes, etc. Das mit etwas Obst oder frischem, knackigen Gemüse. Leeeecker!
Wichtig ist aber vor allem, dass der Fettanteil im Essen erhöht wird, wenn man kohlenhydratreiche Lebensmittel reduziert. Es bringt nichts, hungrig durch die Gegend zu laufen. Und irgendwoher muss die Energie ja auch herkommen.
Bei pflanzlichen Produkten mit viel Eiweiß fallen mir nur Hülsenfrüchte ein.
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vrabec
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von vrabec »

Nachdem ich das hier gelesen habe, bin ich noch mehr der Überzeugung, dass Ernährung eine Typsache ist :lol: . Mein Mann ist da ein Extrembeispiel der anderen Sorte: Er isst vor allem KH. Ohne ganz viel KH-Beilage bekommt er bei einem Essen weder Eiweiß noch Fett runter. Vor allem Fett geht gar nicht. Wenn ich ihm erzählen würde, dass die moderne Ernährung viel zu kohlenhydratbasiert sei, würde er mich auslachen, er hat ein richtiggehendes Problem mit den Portionen, die anderswo serviert werden, wo viel Fleisch und wenig Beilage ist... Wir kochen aber auch nur VK-Nudeln und Reis und kaufen nach Möglichkeit VK-Brot.

Er isst allerdings auch viele "leere" Kh, vor allem in Form von Keksen. Dabei ist er ziemlich schlank, ca. 70kg auf 1,84m.

Ich bin nicht ganz so extrem, aber ich brauche, wenn ich auf meinen Körper höre, auch die KH als Grundlage. D.h., ich habe kein Problem damit, das Essen so wie er zusammenzustellen, wobei bei mir die Fleischportionen schon ein bisschen größer sein dürfen, und insgesamt die Portionen etwas kleiner. Bin auch eher schlank.
Liebe Grüße,
vrabec mit den Jungs "Eja" *18.12.2007 und "Nuna" *2.9.2010 und der kleinen Schnuffelmaus *15.02.2014
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dunlaith
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Re: Kohlenhydrate - Eiweisse

Beitrag von dunlaith »

Für Zwischendurch finde ich Nüsse, Rohkost, gekochte Eier oder auch Salami, Käse etc. gut.
für Rezept-Idee kann ich nur noch mal auf Paleowiki oder LCHF verweisen.
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