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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?
Verfasst: 06.11.2020, 14:23
von deidamaus
Hallo amaryllis,
die Gewichtsentwicklung ist immer noch im Bereich des Normalen, es besteht also kein Grund zur Panik.
Was mir gerade so gekommen ist, ist der Gedanke, dass sie vielleicht im Moment das Saugen braucht, um etwas zu verarbeiten und keinen MSR auslösen will. Vielleicht ist sie unruhig an der Brust, weil sie etwas zu verarbeiten hat und nicht, weil kein MSR kommt? Könnte das sein?
Deinen ersten Vorschlag finde ich definitiv gut: Höhere Dosis und nachts regelmäßig die Brust stimulieren und schauen, was passiert. Dazu weiter wiegen. Zufüttern würde ich erstmal lassen, es sieht jetzt nicht danach aus, als ob es dringend nötig wäre.
Das Domperidon absetzen würde ich im Moment nicht. Ich wüsste nicht, dass es positivere Effekte hat, wenn man es nach einer Pause wieder nimmt, als wenn man es durchnimmt.
Wie sieht es mit Beikostreifezeichen aus?
Liebe Grüße
deidamaus
Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?
Verfasst: 06.11.2020, 17:30
von amaryllis
deidamaus hat geschrieben: 06.11.2020, 14:23
Hallo amaryllis,
die Gewichtsentwicklung ist immer noch im Bereich des Normalen, es besteht also kein Grund zur Panik.
Was mir gerade so gekommen ist, ist der Gedanke, dass sie vielleicht im Moment das Saugen braucht, um etwas zu verarbeiten und keinen MSR auslösen will. Vielleicht ist sie unruhig an der Brust, weil sie etwas zu verarbeiten hat und nicht, weil kein MSR kommt? Könnte das sein?
Aber bei fast jedem stillen? Und wenn dann mal ein Msr einsetzt ist sie ja total entspannt und trinkt genüsslich. Füttere ich ihr alternativ 20 ml mit der Spritze ist sie anschließend ebenfalls wieder zufrieden und lacht. Das spricht für mich eher für eine Beschwerde über den langsamen Milchfluss. Auch sie ist es ja anders gewöhnt.
Deinen ersten Vorschlag finde ich definitiv gut: Höhere Dosis und nachts regelmäßig die Brust stimulieren und schauen, was passiert. Dazu weiter wiegen. Zufüttern würde ich erstmal lassen, es sieht jetzt nicht danach aus, als ob es dringend nötig wäre.
Dann werde ich das jetzt erstmal so machen. Ganz ohne zufüttern schaffe ich es nicht, wenn sie sehr unglücklich an der Brust ist. Den Gedanken, dass sie womöglich Hunger hat, kann ich nicht aushalten.
Gestern waren es 3x20 ml und heute bis jetzt 2x20 ml. Es gibt mittlerweile bei jeden Stillen Gemecker und Geschrei. Das ist zermürbend. Sie hat gar keine Geduld mehr. Heute hat sie gefühlt noch gar nicht richtig getrunken.
Meinst du pumpen ohne Ausbeute stimuliert zusätzlich soviel, dass es sich lohnt, dass auch noch zu implementieren? Beim Ausstreichen bekomme ich immerhin ein bisschen was raus.
Das Domperidon absetzen würde ich im Moment nicht. Ich wüsste nicht, dass es positivere Effekte hat, wenn man es nach einer Pause wieder nimmt, als wenn man es durchnimmt.
Es hat ja nach der Pause woeder gut angeschlagen. Die Milch ist nur durch die fehlende Entleerung zurückgegangen. Mein Körper scheint also hormonell kompensiert zu haben, weshalb das Dom nun keinen starken Effekt mehr hat. Wenn ich es absetzte, fällt mein Prolaktinspiegel ja erstmal wieder deutlich ab. Bei einem Neustart könnte das dann doch wieder ein "überraschendes" Signal zur Milchbildung bedeuten. So meine phamarkologischen Überlegungen. Kann natürlich auch Humbug sein.
Aber ich warte jetzt erstmal ab, was die Variante 1 so mit sich bringt.
Wie sieht es mit Beikostreifezeichen aus?
Schwer zu sagen. Sie kann zwar Dinge (z. B. eine Rassel) zum Mund führen und sitzt gestützt jetzt stabiler, aber sie macht den Mund nicht auf, wenn ich mir mein Essen hinhalte. Sie wirkt nicht sonderlich interessiert an unserem Essen.
Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?
Verfasst: 06.11.2020, 18:59
von amaryllis
Wir haben es jetzt erneut 1,5 Stunden lang versucht und die Brust ist nicht einen Hauch leerer. So ist die letzte Milch bald auch weg, da bin ich ziemlich sicher. Die Entleerung ist ja nach fast fünf Monaten viel entscheidender als der Prolaktinspiegel. Sie hat gesaugt und nach fünf Minuten geweint, sich mit singen aber wieder animieren lassen. Brustkompression wirkt genau für 2 Schlücke. Wechselstillen auch nur für 1-2 weitere. Die Milch fließt nicht, keine Chance. Jetzt ist die Maus eingeschlafen und ich bin einfach nur traurig. Ich will ihr das nicht länger antun. Was soll ich nur machen? Mein armes Baby.
Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?
Verfasst: 06.11.2020, 19:03
von amaryllis
Mir fällt gerade auf, dass wir heute auch nur 4 Windeln hatten und 2 davon waren nur minimal feucht! Deidamaus, was soll ich machen?

Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?
Verfasst: 06.11.2020, 19:30
von amaryllis
Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?
Verfasst: 06.11.2020, 19:32
von Kobold
Oh, amaryllis. Es läuft bei uns beiden ja gerade richtig scheiße. Man ey. Ich habe heute auch noch zu meinem Freund gesagt, dass ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen, als noch alles in Ordnung war. Ich verstehe dich gerade so gut.
Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?
Verfasst: 06.11.2020, 19:56
von diedattel
Ich lass dir auch nen Drücker da. Kann es so gut verstehen.
Ich hoffe ihr findet bald eine Lösung, die für euch als Familie funktioniert.
Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?
Verfasst: 06.11.2020, 20:21
von amaryllis
Danke Dattel und Kobold. Es ist ein Wechselbad der Gefühle und der Vergangenheit nachzuhängen bringt mich jetzt auch nicht weiter. Habe mich gerade wieder ein bisschen berappelt und bemühe mich daran zu glauben, dass alles gut wird. Dieses ständige "Hat sie jetzt Hunger oder nicht?" in meinem Kopf macht mich noch wahnsinnig.
Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?
Verfasst: 06.11.2020, 20:48
von Kobold
Same same. Vielleicht ist das hier 'ne Lektion für uns in Puncto Geduld, Aushalten und Stressmanagement.
Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?
Verfasst: 06.11.2020, 21:08
von Greymalkin
amaryllis hat geschrieben:Es hat ja nach der Pause woeder gut angeschlagen. Die Milch ist nur durch die fehlende Entleerung zurückgegangen. Mein Körper scheint also hormonell kompensiert zu haben, weshalb das Dom nun keinen starken Effekt mehr hat. Wenn ich es absetzte, fällt mein Prolaktinspiegel ja erstmal wieder deutlich ab. Bei einem Neustart könnte das dann doch wieder ein "überraschendes" Signal zur Milchbildung bedeuten. So meine phamarkologischen Überlegungen. Kann natürlich auch Humbug sein.
Als analytische Denkerin hat man es mit dem Stillen glaube ich nicht leicht. Habe mir auch ewig viele Erklärungen zurecht gelegt, warum es jetzt funktioniert oder nun gerade auf gar keinen Fall mehr - aber ich fürchte, das bringt einfach nicht weiter, weil das die sicherste Methode ist, die körperlichen Reflexe, auf die es ankommt, lahmzulegen.
So schwer es zu akzeptieren ist, gerade wenn man viel Stillwissen angehäuft hat: da scheint einfach auch jede Menge "Zauberei" im Spiel zu sein und das Baby hat mehr mitzureden als einem lieb sein könnte, wenn man es doch am liebsten immer abfüllen würde, um sich auf der sicheren Seite zu fühlen. Eure Zauberei ist jetzt aus dem Tritt, das kann vorkommen. Aber du kannst dich darauf verlassen, das ihr das wieder hinkriegt (weil es ist ja Zauberei

) und die Milch schnell wieder in ausreichender Menge da ist, wenn der Knoten geplatzt ist. Dein Körper und dein Baby können stillen, jetzt darf dein Kopf dem wieder Raum geben. Nimmt nicht gerade den Druck, ich weiß, aber irgendeine Entspannungsmethode wirst du finden und dann findet ihr euch nach und nach wieder ein. Da du hin und wieder noch msr hast, scheint ja zumindest zufällige Entspanntheit möglich zu sein und mit den Hormonen ist grundsätzlich alles ok.
Mir hat es in solchen Situationen geholfen, mir klar zu machen, dass ich jetzt gerade "im Schub" bin. Das Baby vielleicht auch, weshalb irgendwas anders ist, was meinen Schub losgetreten hat, aber bei uns war ich die, die bei Veränderungen mehr geschubt hat als das Baby. Das war /ist halt so und mich dadurch gewissermaßen zu entschuldigen hat mich etwas entspannt. Wenn ich dann geistig und emotional wieder mit dem neuen Status Quo vertraut war, lief es auch wieder ok. Aber das waren halt oft einige Tage Verzweiflung.
War jetzt wieder viel persönliches Blabla, entschuldige, aber vielleicht hilft dir ja irgendeine Sichtweise. Mir ist das, was du schreibst, einfach alles so wahnsinnig vertraut!