Hier schon mal was aus der Board-Suche:
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... in#p685021
In den ersten Wochen/Monaten p.p. funktioniert die Milchbildung quasi automatisch, d.h. über erhöhte Basisprolaktinwerte (dieses sind auch bei einer Blutuntersuchung messbar). So lange das Basisprolaktin deutlich erhöht ist, findet kein Zyklus statt. Nach einigen Monaten sinkt der Basisprolaktinwert. Die Milchbildung läuft dann v.a über einen Entleerungsreflex: WÄHREND des Stillens findet die Milchbildung statt, d.h. in diesen Minuten wird ein Stoß Prolaktin ausgeschüttet (sog. "Prolaktinspitze" oder "Peak"). Liegen zwischen diesen Spitzen oft mehrere Stunden, reicht die Menge an Prolaktin nicht mehr aus, um den Zyklus zu unterdrücken: die Fruchtbarkeit kehrt zurück.
Wird mehr als ein Kind gestillt, ist die Mutter untergewichtig oder stark fehl-/mangelernährt, oder wird sehr lange sehr häufig und ohne mehrstündige Pausen gestillt, haben die Mütter oft länger keinen Zyklus, d.h. durch das überdurchschnittlich viele Saugen bleibt das Basisprolaktin hoch. Auch ist es bei untergewichtigen Müttern von Natur aus SEHR SINNVOLL, dass nicht gleich wieder eine neue Schwangerschaft möglich ist (siehe: die Wichtigkeit des langen Stillens als effektivste Verhütungsmethode in Entwicklungsländern!).
Auch hat der psycho-soziale Erklärungsansatz etwas für sich: so lange das Stillkind noch so klein ist, dass es durch sein Stillverhalten(!) bei der Mutter Unfruchtbarkeit auslöst, ist das Kind offensichtlich auch noch zu klein, um bereits für ein Geschwisterchen Platz zu machen.
Stillen kann möglicherweise auch die Fruchtbarkeit verringern, wenn bereits wieder ein Zyklus stattfindet (bei manchen Frauen reichen auch seltene kurze Prolaktinausschüttungen aus, um noch die Eireifung oder die Schleimhaut zu beeinflussen und so etwa die Einnistzung zu erschweren. Aus diesem Grund lehnen z.B. auch Kinderwunschkliniken i.A. die Behandlung stillender Frauen ab). Allerdings scheint dies eher selten zu sein - denn es gilt ganz klar die Regel (hihi): wenn wieder ein Zyklus da ist, muss Fruchtbarkeit angenommen werden. Dass Schwangerwerden in der Stillzeit kein grundsätzliches Problem ist (Vorhandensein eines Zyklus vorausgesetzt), zeigen ja die viiiiielen Tandem-Stillmütter
Ich hoffe, diese Infos waren hilfreich; Rückfragen immer gerne und LG;
Julia
PS: zu berücksichtigen ist natürlich auch, dass es auch OHNE Stillen gerne mal 6-12 Zyklen dauern kann, bis es mit dem Schwangerwerden klappt.
