Hallo liebe Stillende,
nachdem ich mal wieder bei meiner Frau im Stillforum schmöker, (ich hoffe Ihr verzeiht mir das) bin ich über diesen Thread gestolpert.
Ich kann nur sagen, dass ich mich freuen würde, wenn bei meiner Frau das Stillen so gut klappen würde wie bei den meisten von Euch. Unser erster war leider ein totaler Brustverweigerer und der zweite geht zwar an die Brust, nuggelt aber dann nur die Brustwarzen wund und streckt dann den Rücken durch und den Kopf weg. Daher muss meine Frau leider viel abpumpen.
Zusätzlich hat sie leider immer wieder mit Milchstau zu kämpfen und bekommt dann immer wieder direkt 40°C Fieber.
Trotzdem haben wir uns fest vorgenommen auch diesmal wieder mindestens die ersten 6 Monate durchzuhalten und es immer wieder mit dem Anlegen zu versuchen. Gerade bei den Brustentzündungen bin ich als Partner besonders gefragt und krieche manchmal auf dem Zahnfleisch, wenn ich neben den beiden Zwergen (18m und 2m) auch noch meine Frau versorgen darf. In diesen Phasen wünscht man sich manchmal, einfach abzustillen und eine Sorge weniger zu haben. Mit sinkendem Fieber steigt aber dann der Durchhaltewille und wir machen weiter in der Hoffnung, dass alles besser wird.
Da ich der Hausmann bin, muss meine Frau ab März, wenn sie wieder arbeiten geht, sowieso abpumpen. Davon profitiert auch der ältere, der ein richtiger Milchgeier geworden ist und sich über jede Portion MuMi freut. Wenn ich dem Kleinen sein Fläschchen gebe, muss ich die Reste immer gut sichern, damit sie nicht verschwinden.
Stillen in der Öffentlichkeit war für uns nie das Problem, auch wenn meine Frau sich im Zweifelsfall beim Essen gehen lieber ein Nebenzimmer sucht, um sich ganz dem Kind widmen zu können. Da man aber eh nur dann blanken Busen sieht, wenn man direkt drauf starrt, finde ich es unverständlich, wenn sich Leute darüber aufregen, wenn man sein Kind anlegt.
Auch der Milchspendereflex in gewissen Situationen ist mehr erheiternd als störend. Im Zweifelsfall ist er eher ein Zeichen besonderer Zuneigung und stärkt das Ego des Mannes ganz beträchtlich, das nach der Geburt manchmal schon ein wenig zu leiden hat. Wenn Ihr Euren Männern erklärt, wieso die Milch gerade beim Liebesspiel so schön fliesst, werden sie sicher weniger Probleme damit haben. Wenn sie nur vermuten können, dass ihre Lunge wie eine Kaffeemaschine pfeift und das den MSR auslöst, tun sie sich damit deutlich schwerer.
Das einzige was als Mann beim Stillen stört ist, dass man sich von der Natur benachteiligt fühlt, weil man diese innige Vertrautheit so nicht geniessen kann. Gerade das selige Schmatzen und der dankbare Blick dabei, gehört zum Schönsten, was einem die Kleinen zu geben haben. Da fällt eine Menge Stress von einem ab und man wird wieder daran erinnert, wofür man den ganzen Stress eigentlich auf sich nimmt. Wenn Eure Männer Probleme mit dem Stillen haben, versucht sie doch ein wenig mit einzubinden und lasst sie Euch in den Arm nehmen, während Ihr stillt. Dadurch könnt Ihr sie einbeziehen und an den Freuden des Stillens ein wenig teilhaben lassen.
Gruß
Karsten