Hallo Suri, dazu gibt es hier einen Thread: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 7&t=163635suri hat geschrieben:was ist denn paleo?
Ganz kurz gesagt geht es darum, sich möglichst "artgerecht" zu ernähren, was insbesondere den Verzicht auf Getreide bedeutet, weil nach dieser Lesart der Mensch nicht an Getreide gewöhnt ist. Schließlich ernährten wir uns 2 Millionen Jahre getreidefrei und erst seit 10.000 Jahren mit Getreide. Und der Weizen von heute ist auch nicht das selbe wie die Urgetreide vor 10.000 Jahren, sondern hochgezüchtetes Turbozeugs. Auch Milch wird abgelehnt, weil der Mensch eben auch erst sehr spät mit deren Verzehr anfing. Wenn man - wie ich - Milchprodukte nciht aus seinem Speiseplan verbannt hat - nennt sich diese Spielart "Primal". Ansonsten ist der wichtigste Aspekt, dass man keinerlei verarbeitete Lebensmittel zu sich nimmt - "nichts mit einem Strichcode, nichts mit einer Zutatenliste". Bei mir sind so Sachen wie Senf, Tomatenmark etc. die am höchsten Verarbeitete, was ich benutze.
Ein wichtiger, aber von vielen auch überbewerteter, Bestandteil der Paleo Ernährung sind (neben Eiern) Fleisch und Fisch. Besonders wichtig ist es, nicht nur das "feine" Muskelfleisch, sondern auch "billige" Teile wie Beinscheiben oder Rippchen sowie Knochen und Innereinen zu verwenden, die besonders Nährstoffreich sind. Das hat auch etwas mit der Wertschätzung des "Lebensmittels" Tier zu tun. Nose to Tail sagt der Amerikaner dazu - alles wird verwertet. Das finde ich sehr gut. Ich sehe Fleisch als Teil einer artgerechten Ernährung des Menschen an. Der Mensch ist nicht zum Veganer geboren, das zeigt sein Verdaungsapperat, sein Gebiss etc. Was mich aber unendlich nervt in der Diskussion (das habe ich auch hier schon verschiedentlich angesprochen) ist dass nur schwarz und weiß gesehen wird: Da die Fleischesser, hier die Veganer. Ein Fleischesser hat doch die Wahl, wo er sein Fleisch kauft, von Herta und Wiesenhof oder vom Biobauern nebenan. Ich weigere mich, mich von Veganern auf eine Stufe stellen zu lassen mit Leuten, die ihr Fleisch für´n Appel und ein Ei beim Aldi kaufen.Ich mache mir viele Gedanken zu dem Thema und bei mir kommt nur Biofleisch auf den Tisch und das bei Weitem nicht jeden Tag.
Ja, für mein Essen sterben Tiere. Aber diese hätten, ganz profan ausgedrückt, gar nicht erst gelebt wenn sie nicht zum Zwecke des gegessen-Werdens geboren worden wären. Meine Verantwortung als Verbraucherin, mein ethischer Anspruch an mich selbst ist es, dass ich nur Tiere esse, die ein artgerechtes Leben leben durften bevor sie geschlachtet wurden.
Ich habe manchmal den Eindruck, dass Veganer bewusst Horrorszenarien entwerfen, von vergewaltigten Kühen oder Schafen, denen Hautlappen weggeschnitten werden, um ihre Weltsicht zu untermauern. Das finde ich schade. Trotzdem denke ich, dass das nur ein kleiner Teil der veganen Community ist. Ich gehe hier in Berlin manchmal bei Veganz einkaufen und komme mir jedes Mal wie eine Verräterin vor, so unter Veganern
Übrigens war ich 10 Jahre Vegetarierin, so von 15-25.