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Re: stillen, beikost und bald arbeiten

Verfasst: 15.06.2014, 19:38
von Agnodike
jente hat geschrieben:Ja ich bin Ärztin, Allgemeinmedizin und Diabetes. Aber ich überlege inzwischen, aus der Patientenversorgung zu wechseln. Ich bin so dermassen frustriert und desillusioniert, dass ich das nicht ewig weitermachen will und kann. Will aber hier den thread nicht sprengen, sorry.
Stimmt, Desillusionierung und Co. würden hier zu weit führen, auch wenn ich da gerne mitreden würde.
Ich steige auch nach Berufsverbot und Elternzeit wieder ein. Ist dann eine ganz schön lange Zeit, dass ich nicht gearbeitet habe, trotzdem winken zügig die Dienste :(
Habe halt schon Angst, dass es mit dem Intubieren und co. nicht mehr so gut von der Hand geht, wie vor der Schwangerschaft.
Was die ungeplanten Überstunden betrifft: Die gibt es zumindest bei uns zur Genüge. Wenn der Whipple doch mal wieder länger dauert und der Diensthabende aber schon bei der Nephrektomie, oder was auch immer festsitzt, dann sitzt man erst mal im OP fest.
Was die Teilzeit betrifft: Pünktlich zu 13 Uhr abgelöst werden ist auch immer schwierig. Erst einmal muss die Mittagsauslösung durch sein, dann darf natürlich kein Notfall dazwischen kommen, weil sonst der Springer feststeckt.
Aber, was erzähle ich Euch. Das wisst Ihr wahrscheinlich selbst zur Genüge.
Ach, vielleicht sollte man sich einfach nicht zu viele Gedanken machen. Meist läuft es ja doch immer irgendwie...

Re: stillen, beikost und bald arbeiten

Verfasst: 15.06.2014, 20:03
von jente
Agnodike hat geschrieben:Stimmt, Desillusionierung und Co. würden hier zu weit führen, auch wenn ich da gerne mitreden würde.
Ich überlege, dazu im geschützten Bereich einen thread aufzumachen. Ist halt irgendwie nichts, was man so offen diskutieren kann, aber das ist natürlich auch dort immer noch so. Aber ich suche die Möglichkeit, Alternativen wenigstens mal zu diskutieren.

Re: AW: stillen, beikost und bald arbeiten

Verfasst: 15.06.2014, 20:35
von MaareMum
Agnodike hat geschrieben:
Habe halt schon Angst, dass es mit dem Intubieren und co. nicht mehr so gut von der Hand geht, wie vor der Schwangerschaft.
Du wirst dich noch wundern, was alles völlig automatisiert abläuft, auch nach langer Pause. Das Faszinierenste fand ich automatisierte Blickrichtungen (zB auf das Narkosegerät). Fieser fand ich eher Dosierungen von wenig benutzen Medikamenten. Aber notfalls gibts ja immernoch die halbe-Ampulle-Regel :grin::grin::grin:
Und auch das Bauchgefühl/ Intuition für brenzlige Situationen muss erstmal wiederkommen. Bzw. das fand ich mit 50% eher schwierig zu haben im Vergleich zu 100%. Definitiv ein Nachteil von geringer Teilzeit.


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vom Handy aus

Re: stillen, beikost und bald arbeiten

Verfasst: 15.06.2014, 21:10
von NIN
Hallo, hier noch eine Anästhesie-Stimme...
Ich bin nach gut 12Monaten mit 50% wieder eingestiegen. Mein Kleiner hat wirklich schecht gegessen...naja eigentlich tut er das bis heute (2,5J.). Aber er hat in der Kita besser gegessen, als daheim und es war wirklich garkeit Problem. Ich hätte das so nie gedacht. Ich Habe allerdings mit 3 halben Tagen und einem Ganzen angefangen. Und an dem ganzen Tag hat ihn anfangs mein Mann erst um 9Uhr in die Kita gebracht, dass der Tag nicht ganz so lang ist. Wir haben aber auch ein ziemlich außergewöhnliches Modell: Eine Kollegin war parallel schwanger und unsere Kinder sind 10tage auseinander. Wir teilen und die stelle so, dass jeder einen ganzen Tag macht und an den halben Tagen lösen wir uns gegenseitig ab. Als einer bis halb12 der andere danach. Am Anfang habe ich mehr Mittage gemacht, weil wir noch so schlechte nächte hatten und ich froh war nicht um 7:25 topfit zu sein. Klar-Kind stand trotzdem um 6Uhr auf, aber mit der Kaffetasse beim speielenden Kind sitzen und langsam wach werden war trotzdem besser. Und ich habe am Anfang den Unterschied zwischen 4 und 8 Stunden gewaltig gemerkt. Dienste (die bei uns "nur" 18Stunden gehen) musste ich ein paar Monate keine machen, dann wollte ich auch wieder welche machen. Allerdings ist die Besetzung gerade so gut, dass für jemand mit 100% nur 2-3 Dienste rauskamen, also für uns Teilzeit-Mamis dann meist einer. Daher war dann auch der Druck nicht da, weil es auch immer Kollegen gab, die wegen Geld und frei am nächsten Tag auch mal mehr Dienste als das "SOll" machen wollten. Das entstresst natürlich enorm. Ich kam eigentlich nie in die Situation mich rechtfertigen zu müssen, warum ich noch keine Dienste mache. Mit eine andere Kollegin hat immer Teilzeit bis 14Uhr gearbeitet, aber das hat nur so naja geklappt. Eben aus oben genannten Gründen und war auch nicht soo beliebt bei den Kollegen. Daher war unser halbe/halbe Modell schon toll-weil eben keiner was mit uns zu tun hatte...es kam sogar ganz gut an, weil wir nicht zum Mittagessen abgelöst werden mussten, weil wir bei 4h keine Pause hatten. Der Kommentar meines Chefs zu Anfang war: " Ist mir egal, wie ihr Euch das aufteilt-Hauptsache immer einer ist da..." Superpraktisch war auch, dass man immer jemadn hat auf den man zurückgreifen kann, z.B. wenn das Kind nur so ein bisschen krank ist, man doch wieder irgendwelche Termine nicht so gekriegt hat. Allerdings setzt das Voraus, dass es mit der entsprechenden kollegin passt. Ich hätte das Modell sicher nicht mit jedem meiner Kolleginnen gemacht :) Klarer Nachteil ist, dass man man für 4 Stunden prozentual mehr Fahrerei und "Kinderlogistik" hat. Und dass man halt mit den Tagen an denen man mittags arbeitet nicht ganz soviel anfängt, wie mit den Vormittagen.
Zur Angst ob man noch was kann, kann ich beruhigen...ich bin eine echter Angsthase unter den Anästhesisten und hab mit echt in´s Hemd gemacht, aber unterbewusst in der grauen Zellen steckt echt viel. Am Anfang stand ich manchmal kurz nachm Schnitt da und hab mich gefragt, wer das jetzt alles gemacht hat, weil ich das Gefühl hatte, das haben alles nur meine Hände ferngesteuert gemacht. Was bei mir allerdings schlechter geworden ist, ist das "Backroundwissen".
Bei mir geht´s ab Juli mit 80% weiter. Mal schaun wie das wird, v.a. weil ich wieder schwanger bin. Hat ne Weile nicht geklappt, deshalb dachte ich irgendwann, dann kann ich auch mehr Arbeiten, dass ich in 3 Jahren dann nicht ohne Kind und ohne Facharzt dastehe :( und prompt hat´s geklappt.
Vielleicht ist Eure Abteilung ja auch offen für neue Modelle? Zumindest waren ein paar Kollegen, die zu uns gewechselt sin ganz vond en Socken und meinten, in ihren alten Häusern wäre sowas uuundenkbar gewesen.

Sorry-etwas lang geworden...

Re: stillen, beikost und bald arbeiten

Verfasst: 15.06.2014, 21:11
von Mondenkind
Casey hat geschrieben:im November. ich weiß ja das es noch ne weile hin ist bis dahin, aber ich mach mir halt schon so meine gedanken
Klar macht man sich Gedanken, wäre komisch wenn nicht. Aber bis dahin passiert noch viel.
jente hat geschrieben:
Agnodike hat geschrieben:Stimmt, Desillusionierung und Co. würden hier zu weit führen, auch wenn ich da gerne mitreden würde.
Ich überlege, dazu im geschützten Bereich einen thread aufzumachen. Ist halt irgendwie nichts, was man so offen diskutieren kann, aber das ist natürlich auch dort immer noch so. Aber ich suche die Möglichkeit, Alternativen wenigstens mal zu diskutieren.
Ja, mach mal!

Re: stillen, beikost und bald arbeiten

Verfasst: 16.06.2014, 08:50
von Agnodike
jente hat geschrieben:Ich überlege, dazu im geschützten Bereich einen thread aufzumachen. Ist halt irgendwie nichts, was man so offen diskutieren kann, aber das ist natürlich auch dort immer noch so. Aber ich suche die Möglichkeit, Alternativen wenigstens mal zu diskutieren.
Ja, mach das mal. Fände ich gut.
NIN hat geschrieben:Hallo, hier noch eine Anästhesie-Stimme...
Ich bin nach gut 12Monaten mit 50% wieder eingestiegen. Mein Kleiner hat wirklich schecht gegessen...naja eigentlich tut er das bis heute (2,5J.). Aber er hat in der Kita besser gegessen, als daheim und es war wirklich garkeit Problem. Ich hätte das so nie gedacht. Ich Habe allerdings mit 3 halben Tagen und einem Ganzen angefangen. Und an dem ganzen Tag hat ihn anfangs mein Mann erst um 9Uhr in die Kita gebracht, dass der Tag nicht ganz so lang ist. Wir haben aber auch ein ziemlich außergewöhnliches Modell: Eine Kollegin war parallel schwanger und unsere Kinder sind 10tage auseinander. Wir teilen und die stelle so, dass jeder einen ganzen Tag macht und an den halben Tagen lösen wir uns gegenseitig ab. Als einer bis halb12 der andere danach. Am Anfang habe ich mehr Mittage gemacht, weil wir noch so schlechte nächte hatten und ich froh war nicht um 7:25 topfit zu sein. Klar-Kind stand trotzdem um 6Uhr auf, aber mit der Kaffetasse beim speielenden Kind sitzen und langsam wach werden war trotzdem besser. Und ich habe am Anfang den Unterschied zwischen 4 und 8 Stunden gewaltig gemerkt. Dienste (die bei uns "nur" 18Stunden gehen) musste ich ein paar Monate keine machen, dann wollte ich auch wieder welche machen. Allerdings ist die Besetzung gerade so gut, dass für jemand mit 100% nur 2-3 Dienste rauskamen, also für uns Teilzeit-Mamis dann meist einer. Daher war dann auch der Druck nicht da, weil es auch immer Kollegen gab, die wegen Geld und frei am nächsten Tag auch mal mehr Dienste als das "SOll" machen wollten. Das entstresst natürlich enorm. Ich kam eigentlich nie in die Situation mich rechtfertigen zu müssen, warum ich noch keine Dienste mache. Mit eine andere Kollegin hat immer Teilzeit bis 14Uhr gearbeitet, aber das hat nur so naja geklappt. Eben aus oben genannten Gründen und war auch nicht soo beliebt bei den Kollegen. Daher war unser halbe/halbe Modell schon toll-weil eben keiner was mit uns zu tun hatte...es kam sogar ganz gut an, weil wir nicht zum Mittagessen abgelöst werden mussten, weil wir bei 4h keine Pause hatten. Der Kommentar meines Chefs zu Anfang war: " Ist mir egal, wie ihr Euch das aufteilt-Hauptsache immer einer ist da..." Superpraktisch war auch, dass man immer jemadn hat auf den man zurückgreifen kann, z.B. wenn das Kind nur so ein bisschen krank ist, man doch wieder irgendwelche Termine nicht so gekriegt hat. Allerdings setzt das Voraus, dass es mit der entsprechenden kollegin passt. Ich hätte das Modell sicher nicht mit jedem meiner Kolleginnen gemacht :) Klarer Nachteil ist, dass man man für 4 Stunden prozentual mehr Fahrerei und "Kinderlogistik" hat. Und dass man halt mit den Tagen an denen man mittags arbeitet nicht ganz soviel anfängt, wie mit den Vormittagen.
Zur Angst ob man noch was kann, kann ich beruhigen...ich bin eine echter Angsthase unter den Anästhesisten und hab mit echt in´s Hemd gemacht, aber unterbewusst in der grauen Zellen steckt echt viel. Am Anfang stand ich manchmal kurz nachm Schnitt da und hab mich gefragt, wer das jetzt alles gemacht hat, weil ich das Gefühl hatte, das haben alles nur meine Hände ferngesteuert gemacht. Was bei mir allerdings schlechter geworden ist, ist das "Backroundwissen".
Bei mir geht´s ab Juli mit 80% weiter. Mal schaun wie das wird, v.a. weil ich wieder schwanger bin. Hat ne Weile nicht geklappt, deshalb dachte ich irgendwann, dann kann ich auch mehr Arbeiten, dass ich in 3 Jahren dann nicht ohne Kind und ohne Facharzt dastehe :( und prompt hat´s geklappt.
Vielleicht ist Eure Abteilung ja auch offen für neue Modelle? Zumindest waren ein paar Kollegen, die zu uns gewechselt sin ganz vond en Socken und meinten, in ihren alten Häusern wäre sowas uuundenkbar gewesen.

Sorry-etwas lang geworden...
Euer Modell hört sich gut an. Wäre bei uns in der Abteilung aber nicht möglich. Ein Grund, mir fehlt das passende Pendant.
Um meine Facharztweiterbildung mache ich mir auch so meine Gedanken. Denn, wenn man Teilzeit arbeitet und dann halbe Tage, entgehen einem ja schon tlw. die großen Sachen. Bei uns arbeitet man eher in einem Saal mit schnellen Wechseln und nicht in einem mit einer großen Einleitung :| Ach, Mensch... Ich glaube, ich werde gerade etwas depressiv...

Re: stillen, beikost und bald arbeiten

Verfasst: 16.06.2014, 09:38
von jente
Und wie nennen wir das Ganze dann, desillusionierte Ärztinnen-Austauschthread? Ich werde mich mal dransetzen, wird vielleicht ein paar Tage dauern, das rührt doch ziemlich viel auf.

Re: stillen, beikost und bald arbeiten

Verfasst: 16.06.2014, 10:06
von Johana
Ich wäre auch für einen thread im geschützten Bereich! Spannendes Thema!
(Ich arbeite auch im KH, allerdings nicht als Ärztin...).

Re: stillen, beikost und bald arbeiten

Verfasst: 16.06.2014, 11:46
von julia1982
Ich würde auch mitschreiben im Ärzteaustauschthread :€


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Re: stillen, beikost und bald arbeiten

Verfasst: 16.06.2014, 11:47
von julia1982
Hups :) meinte ich


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