Ist Stillen so schwierig?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Benutzeravatar
Susimaria
hat viel zu erzählen
Beiträge: 233
Registriert: 30.01.2013, 19:26
Wohnort: Im Herzen Bayerns

Re: Ist Stillen so schwierig?

Beitrag von Susimaria »

Wir stillen seit über einem Jahr total problemlos.
Unsere Hebamme hat uns nach der ambulanten Geburt mit folgenden Worten entlassen:
"Immer wenn sie traurig ist (weint, quäkt, etc.) gib ihr die Brust."
Und so haben wir es gemacht, war total super.

Lies dir doch, dass Stillwissen durch und dann bist du meiner Meinung nach bestens gerüstet.
Falls es doch nicht so funktioniert oder du noch Fragen hast, bist du hier dann prima aufgehoben.

Wünsche dir noch eine schöne sorgenfreie Schwangerschaft. :3:
Susi mit Prinzessin (Dezember 2012),
Prinz (Juli 2015),
Mini-Queen (Dezember 2017)
und kleinem Kampfprinz (Juli 2020)
carrymehome
schreibt ganz schön oft
Beiträge: 126
Registriert: 17.10.2013, 16:53
Wohnort: Wien

Re: Ist Stillen so schwierig?

Beitrag von carrymehome »

Das war nicht gegen einzelne Ärzte/Ärztinnen gemünzt. Ausnahmen gibt es immer. Es war einfach gemeint sich 2x zu überlegen bevor man sich von KiÄ was reinreden lässt. Ich kenne mehrere Frauen, die deshalb nicht stillen, weil es der KiA verbockt hat. Einfach aus Desinteresse/Fehlinformation etc.
Es ist einfach so dass der Gott/Göttin in Weiss immer sehr schnell alles geglaubt wird. Eine Hebamme muss viel mehr Überzeugungsarbeit leisten als ein Arzt beim gleichen Thema.
Ich kann dir zumindest aus meinem Studium sagen, dass die Informationen die wir zum Stillen bekommen habe a) sehr gering b) sehr antiquitiert (je nach Vortragendem) waren. Auch aus der Praxis weiss ich wie oft den Frauen sofort von ärtzlicher Seite zum Zufüttern geraten wird! Es mag Ärzte geben, die sich persönlich sehr viel mit dem Thema auseinandergesetzt haben, bzw. vielleicht durch eigene Stillerfahrung gelernt haben - der Grossteil gehört nicht dazu.
Nr.1 - 07/13, stoffgewickelt, getragen und gestillt
carrymehome
schreibt ganz schön oft
Beiträge: 126
Registriert: 17.10.2013, 16:53
Wohnort: Wien

Re: Ist Stillen so schwierig?

Beitrag von carrymehome »

@Julia1982
Schnuller oder nicht Schnuller ist denke ich eine Philosophie, die jede Hebamme/Stillberatin anders sieht und die Abhängig vom Kind, der Stillsituation und auch von der Mutter ist. Ich hatte dazugeschrieben, dass da wohl die Hebamme zu fragen ist, die soweit ich es weiss von Kind zu Kind entscheidet.
Nr.1 - 07/13, stoffgewickelt, getragen und gestillt
Benutzeravatar
püppilotta
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 925
Registriert: 03.01.2013, 09:30

Re: Ist Stillen so schwierig?

Beitrag von püppilotta »

Wir stillen seit 14 Monaten ohne Probleme. Ich habe mich gar nicht vorher informiert, hatte aber das Glück, in einem sogenannten babyfreundlich Krankenhaus zu entbinden. Dort wurde sehr viel Wert aufs Stillen gelegt und sämtliche Krankenschwestern, Hebammen und Ärzte haben sich den A... aufgerissen, damit jede Frau, die das möchte, stillen kann! Fläschchen oder Schnuller habe ich dort nicht ein einziges Mal gesehen. Der Grundstein für unsere glückliche Stillbeziehung wurde definitiv im KH gelegt und auch meine Nachsorgehebi kam von dort. Wichtig ist es meiner Meinung nach (wie auch schon von einigen geschrieben) von Anfang an einen kompetenten Berater zur Seite zu haben, damit man bestimmten Ammenmärchen erst gar nicht glaubt.
mit Püppchen 10/12 Bild
Benutzeravatar
Kinsale
ModTeam-Trageberatung
Beiträge: 7558
Registriert: 26.10.2010, 19:12

Re: Ist Stillen so schwierig?

Beitrag von Kinsale »

carrymehome hat geschrieben:ich habe professionell nix mit Stillen zu tun, daher sind das persönliche Tips...

Generell noch etwas für deine Psyche:
nach den ersten Tagen, wenn die Zunahme wieder passt: ein (gesundes) Kind verhungert und verdurstet nicht so schnell! Nicht jedes Schreien hat was mit Hunger zu tun (auch wenn das Nuckeln sehr beruhigend wirkt). Vertrau auf dein Gespür und Wissen und nimm jeden Ratschlag, drehe ihn viermal und schaue ob er wirklich passt. Wenn du deiner Hebamme vertraust, glaube am ehesten ihr. Misstraue gänzlich jeder Art von Kinderarzt (*)...

- du kannst einen Säugling nicht verwöhnen. Gib ihm alle Nähe die du geben kannst (und bereit bist zu geben)
- Nuckeln ist ein Grundbedürftnis bei vielen Kindern (wie ausgeprägt kommt aufs Kind an), wenn es zuviel wird probier (mit Rücksprache an die Hebamme) den Schnuller
- es gibt Tage da ist der Hund drinnen - Kind dockt oft an/ab; es schmerzt; schnalzt mit der Zunge; jammert; MSR verzögert wegen Stress....das macht nichts. So ist es und das geht ohne Schaden fürs Kind vorbei (solange es nur kurz ist, sonst steckt vielleicht wirklich ein Problem dahinter).
- Schmiere deine Brustwarzen die ersten Wochen mit Lanolin ein (sooft wie geht), bevor sie wund werden
- es tut einige Zeit weh (aber nicht schlimm, eher nervig), weil die Brust ein bisschen wund ist und immer ein wenig Milchstau ist
- Wenn du Stillen willst mach dir klar warum und wenn du es willst dann mache es vor allem aus Überzeugung (ich fand stillen in den ersten 6 Wochen nur ätzend und sonst nichts).
- die ersten 6 Wochen sind mühsam aber interessant. Da helfen Wärme/Kühlpads, ausreichend Stilleinlagen, korrektes Ausstreichen (lass dir das zeigen)...und Spielereien wie verschiedene Stillpositionen (youtube hilft) und vor allem viel Zeit...manchmal hilft auch einfach was lesen, wenn es mal wieder zu lange dauert...

UND dann wenn sich das eingespielt hat: braucht man kaum mehr Stilleinlagen, die Brust ist wieder normal (weich und Grösse), das Kind ist in ratzenix fertig mit dem Trinken und alles ist palletti :-) und das bleibt dann auch so...


*) Mein erster Kinderarzt hat einer Bekannten das Stillen total vergeigt, weil er der Meinung war das Kind wären zu dünn, sie sollen zufüttern. Darauf blieb nach ein bisschen Zeit die Milch weg. Die Kleine ist auch mit Zufüttern weiter eher ein schlankes grosses Kind (Mutter und Vater sind beider >180cm und ganz schlank)...
Sie beisst sich heute noch in den Hintern, dass sie nicht nochmal die Hebamme gefragt hat, ob das Zufüttern gut sei.
Abgesehen von der bereits besprochenen übertriebene Pauschalisierung, will ich mal noch anmerken, dass auch der Rest hier sehr pauschal ist. Ich hatte zB NIE schmerzende Brustwarzen- und nein, ich habe sie weder mit Lanolin noch mit sonstwie eingeschmiert. Ebensowenig gab es hier MSR-Probleme (in ca. 3,5 Jahren Stillzeit nie einen gespürt, vielleicht liegt's daran) oder sonstwas. Kann sein, muss aber nicht.
Benutzeravatar
püppilotta
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 925
Registriert: 03.01.2013, 09:30

Re: Ist Stillen so schwierig?

Beitrag von püppilotta »

Ach ja, aus Interesse habe ich ab und zum mal im Stillbuch der La Leche Liga geblättert, das finde ich noch ganz gut. Auf deren Homepage kann man auch kostenlos Infoblätter downloaden.
mit Püppchen 10/12 Bild
Benutzeravatar
Kinsale
ModTeam-Trageberatung
Beiträge: 7558
Registriert: 26.10.2010, 19:12

Re: Ist Stillen so schwierig?

Beitrag von Kinsale »

Kinsale hat geschrieben:
carrymehome hat geschrieben:ich habe professionell nix mit Stillen zu tun, daher sind das persönliche Tips...

Generell noch etwas für deine Psyche:
nach den ersten Tagen, wenn die Zunahme wieder passt: ein (gesundes) Kind verhungert und verdurstet nicht so schnell! Nicht jedes Schreien hat was mit Hunger zu tun (auch wenn das Nuckeln sehr beruhigend wirkt). Vertrau auf dein Gespür und Wissen und nimm jeden Ratschlag, drehe ihn viermal und schaue ob er wirklich passt. Wenn du deiner Hebamme vertraust, glaube am ehesten ihr. Misstraue gänzlich jeder Art von Kinderarzt (*)...

- du kannst einen Säugling nicht verwöhnen. Gib ihm alle Nähe die du geben kannst (und bereit bist zu geben)
- Nuckeln ist ein Grundbedürftnis bei vielen Kindern (wie ausgeprägt kommt aufs Kind an), wenn es zuviel wird probier (mit Rücksprache an die Hebamme) den Schnuller
- es gibt Tage da ist der Hund drinnen - Kind dockt oft an/ab; es schmerzt; schnalzt mit der Zunge; jammert; MSR verzögert wegen Stress....das macht nichts. So ist es und das geht ohne Schaden fürs Kind vorbei (solange es nur kurz ist, sonst steckt vielleicht wirklich ein Problem dahinter).
- Schmiere deine Brustwarzen die ersten Wochen mit Lanolin ein (sooft wie geht), bevor sie wund werden
- es tut einige Zeit weh (aber nicht schlimm, eher nervig), weil die Brust ein bisschen wund ist und immer ein wenig Milchstau ist
- Wenn du Stillen willst mach dir klar warum und wenn du es willst dann mache es vor allem aus Überzeugung (ich fand stillen in den ersten 6 Wochen nur ätzend und sonst nichts).
- die ersten 6 Wochen sind mühsam aber interessant. Da helfen Wärme/Kühlpads, ausreichend Stilleinlagen, korrektes Ausstreichen (lass dir das zeigen)...und Spielereien wie verschiedene Stillpositionen (youtube hilft) und vor allem viel Zeit...manchmal hilft auch einfach was lesen, wenn es mal wieder zu lange dauert...

UND dann wenn sich das eingespielt hat: braucht man kaum mehr Stilleinlagen, die Brust ist wieder normal (weich und Grösse), das Kind ist in ratzenix fertig mit dem Trinken und alles ist palletti :-) und das bleibt dann auch so...


*) Mein erster Kinderarzt hat einer Bekannten das Stillen total vergeigt, weil er der Meinung war das Kind wären zu dünn, sie sollen zufüttern. Darauf blieb nach ein bisschen Zeit die Milch weg. Die Kleine ist auch mit Zufüttern weiter eher ein schlankes grosses Kind (Mutter und Vater sind beider >180cm und ganz schlank)...
Sie beisst sich heute noch in den Hintern, dass sie nicht nochmal die Hebamme gefragt hat, ob das Zufüttern gut sei.
Abgesehen von der bereits besprochenen übertriebene Pauschalisierung, will ich mal noch anmerken, dass auch der Rest hier sehr pauschal ist. Ich hatte zB NIE schmerzende Brustwarzen- und nein, ich habe sie weder mit Lanolin noch mit sonstwie eingeschmiert. Ebensowenig gab es hier MSR-Probleme (in ca. 3,5 Jahren Stillzeit nie einen gespürt, vielleicht liegt's daran) oder sonstwas. Kann sein, muss aber nicht.
Und dann schiebe ich mal noch hinterher, dass ich zum Tippen auf dem Handy zu doof bin - ganz pauschal :oops:
carrymehome
schreibt ganz schön oft
Beiträge: 126
Registriert: 17.10.2013, 16:53
Wohnort: Wien

Re: Ist Stillen so schwierig?

Beitrag von carrymehome »

nochmal: es steht meine PERSÖNLICHEN Tips/Erfahrungen...

TIPS sollte man von allen bekommen und sich die dann ansehen, die dann auf einen passen - nicht umgekehrt...

Also nochmals: es waren Tips, nimm keinen oder alle, egal...sammle einfach so viele Infos und Ideen wie du bekommen kannst.
Freu dich auf dein Kind, schau dir in Ruhe deine Situation an und such aus all den gesammelten Tips (wenn du sie überhaupt dann brauchst), die die auf dich und dein Kind passen könnten....

Als mehr war mein Text nicht gemeint.
Nr.1 - 07/13, stoffgewickelt, getragen und gestillt
Benutzeravatar
Kinsale
ModTeam-Trageberatung
Beiträge: 7558
Registriert: 26.10.2010, 19:12

Re: Ist Stillen so schwierig?

Beitrag von Kinsale »

Carrymehome, es ist vielleicht einfach ein wenig unglücklich, persönliche Erfahrungen ("Bei mir waren die ersten Wochen mühsam") allgemeingültig ("Die ersten Wochen sind mühsam") zu formulieren. :wink: Kombiniert mit den bereits angesprochenen Aussagen über Hebammen und Kinderärzte ist das für sich informierende Mütter vielleicht nicht grade motivierend und nützlich zu lesen.

Ich Dir nicht widersprechen, sondern nur darstellen, dass es auch Mütter gibt, bei denen es die von Dir (in etwas absoluter Form) beschriebenen Probleme eben nicht gibt.
Stillen kann auch völlig kampf-, krampf- und problemlos funktionieren.
Benutzeravatar
Carraluma
alter SuT-Hase
Beiträge: 2332
Registriert: 28.04.2013, 10:57

Re: Ist Stillen so schwierig?

Beitrag von Carraluma »

Also leider sagt babyfreundliches Krankenhaus auch nicht immer aus, dass man nur gute Tipps zum Stillen bekommt. Insgesamt war unser KH echt gut, aber was einen anfangs natürlich auch verwirrt ist, wenn jede Schwester oder Hebamme was anderes erzählt. Bemüht haben sich alle eigentlich sehr, aber manches war nicht so optimal.

Mich hat glücklicherweise die Stillprobe (einfach mal so von der Schwester vorgeschlagen) nicht zu stark verunsichert, aber mir wurde auch erklärt, dass ein Baby an Tag y laut Tabelle soundsoviel zu trinken hat. Und im Wochenbett ist mir auch gar nicht aufgefallen, wie unsinnig diese Aussage war, da weder anzunehmen ist, dass das Baby immer gleich viel trinkt, noch dazugesagt wurde auf wieviel Stillmahlzeiten sich der Wert bezieht (nicht davon zu Reden, dass es sich um einen Mittelwert handelt und je nach Baby auch noch ziemlich schwanken kann). Jetzt weiß ich, dass man Stillproben am besten nur in absolut notwendigen, speziellen Fällen macht.

Außerdem wurden mir recht schnell zu kleine Stillhütchen empfohlen. Unangenehm fand ich auch die Brust einzudrücken, damit das Baby nicht mit der Nase an die Brust stößt, weil es sonst nicht richtig atmen könnte. Dazu hat meine tolle Hebamme später nur gemeint, Unsinn.
Also wenn man sich nicht von zu vielen Leuten reinreden lässt, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es klappt. ;-)
Carraluma mit der großen Tanzmaus (*2012), dem Fußballer (*2016) und der kleinen Tanzmaus (*2019)
Antworten

Zurück zu „Stillforum“