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Re: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 07.08.2013, 12:43
von klecksauge
Ich bin Jahrgang 84 und wurde 4 wochen gestillt. Im KH wurde ich zum Stillen gebracht natürlich zugefüttert. Eine Nachsorgehebamme gab es (ländlich) nicht.
Meine Schwester ist Jahrgang 87, war noch 2 Wochen im KH im Wärmebett, meine Mutter hat gepumpt und ca 2,5 Monate gestillt.

Sie war anfangs sehr skeptisch, ob das alles so richtig ist, wie ich stille. Aber sie hat sich immer sehr interessiert alles angehört.
Im Frühjahr hat sie mich gefragt, ob sie hätte auch so lange stillen können. Sicher, mit der richtigen Unterstützung. Aber die hatte sie nie und da jann sie nichts dafür. Ich habe gemerkt, dasy sie das schon ein wenig traurig macht. Aber sie auch erleichtert ist, dass ich ihr keine Vorwürfe oder so mache.

Meine Oma hat übrigens ihre beiden Kinder ca 12/13 Monate gestillt.

Meine Schwiegermutter hat ca. 5 Minate gestillt (sehr lange) und gleichzeitig zugefüttert. Und mit Gewalt abgestillt, war wohl so üblich. Rückblickend hat sie kein gutes Gefühl dabei.

Re: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 07.08.2013, 16:58
von schildkröte80
Meine Geschwister und ich (1978, 1980, 1984) wurden alle etwa 1 Jahr gestillt. Üblich war das im Umfeld meiner Mama nicht.
Die Mama von meinem Freund hat keines ihrer Kinder (1979, 1985, 1987) gestillt da sie scheinbar keine Milch hatte...

Re: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 07.08.2013, 18:26
von Charli
Mein Bruder und ich ( 73'er und 76' er Jahrgänge, aus einer kinderreichen Stadt aus der DDR) wurden je 3 Monate ALLE 4 Stunden gestillt, dann kam zu wenig Milch :roll: und es wurde abgestillt. Heute hats meine Mutter verstanden, warum nichts mehr kam, andererseits erzählt sie überzeugend von der 4 Stundenregelung :evil: da könnt ich Amok laufen!
Meiner Schwiema hat man inden 70' ern erzählt sie müsse ihre Brust vorm Stillen immer desinfizieren ( und dies kommend aus einer großen westdeutschen Stadt)
Ich denke in den 70 und 80 er wollten die Milchpulverindustrien ihre Produkte besser verkaufen und haben so ganz viele Ärzte und Hebammen " manipuliert"....

Re: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 07.08.2013, 18:38
von Utopia
Wir sind Jahrgang 77, 81 und 86. meine Brüder wurden beide nicht gestillt, ich weiß leider nur bei meinem großen Bruder warum nicht. Er hatte eine Bauchspalte und kam zu früh. O Ton Arzt: der ist behindert, das wird eh nix.

Ich wurde 9 Monate gestillt, abgestillt hat mich meine Mutter dann als sie mit meinem Vater in die USA geflohen ist. Meine Oma durfte das dann ausbaden. Da ich keine Flasche kannte und wollte hab's dann Folgemilch mit Zucker, das hab ich dann wohl genommen. :(


Kurz und bündig vom Handy :)

Re: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 09.08.2013, 13:00
von Madaya
Eine Freundin von mir hat nicht voll ausgebildete Milchdrüsen. Ihre Brüste sind insgesamt nicht "normal" entwickelt (Ich dachte immer, sie hat eben nur eine kleine Oberweite...).
Sie hätte gerne gestillt und hat sich auch eine Stillberaterin zur Seite geholt. Tagelang hat sie versucht abzupumpen oder ihr Kind angelegt, es kam nie mehr als wenige ml.
Da war dann irgendwann klar, dass das keinen Sinn macht und sie hat es sehr bedauert.

Ich selbst bin 2,5 Jahre lang gestillt worden (und auch getragen worden), trotz Kaiserschnitt 1980.
Das wäre in einer anderen Klinik als dem Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke wohl auch kaum möglich gewesen!

Meine ganze Familie ist aber auch sehr stillfreundlich. Meine Oma hat damals im KH sogar ein anderes Baby mitgestillt, dessen Mutter zu sehr mitgenommen war.

Re: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 09.08.2013, 15:04
von frauantje1507
Habe gestern nochmal mit meiner Mama drüber geredet meine Geschwister und ich sind 81,82,85(ich) und 87 geboren... wir wurden alle 4-6 Monate voll gestillt ...
Meine Mutter meinte ihr würde damals gesagt, dass nach 6 Monaten die Milch nicht mehr Nahrhaft genug ist... sie hat sich gefreut, dass es heute anders gesagt wird...

Re: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 09.08.2013, 16:34
von AnnaKatharina
Jahrgang 81, voll gestillt, aber ab Tag 7 jeden Tag brav 1-3 Flaschen Tee dazu.
Das brauchen die Babys nämlich, wurde meiner Mutter gesagt. :roll:
Weitergestillt bis 4,5 Jahre.
Ich glaube, meine Mutter findet es befremdlich, dass ich 'nur' 2,5 Jahre gestillt habe (dann hatte meine Tochter kein Interesse mehr). :lol:

Meine Oma hat ihre Kinder in den 50ern geboren und nie gestillt. Bei Nr 1. war angeblich die Milch schlecht und hat dem Kind Bauchweh gemacht, also Pulvermilch gefüttert, Nr. 2 wollte nicht an die Brust (wahrscheinlich Saugverwirrung nach Flaschenfütterung in den ersten Tagen), da hieß es die Milch schmecke dem Kind nicht. Sie hat dann eine Weile abgepumpt und Zucker zugefügt, um die Milch süßer zu machen, und ist dann zügig auf Schmelzflocken und Kuhmilch umgestiegen. Bei Nr. 3 hat sie es glaub ich nie versucht, er bekam von Anfang an die Flasche mit Pulvermilch.
Selbstverständlich nur alle 4 Stunden, sonst bekommen die Kinder ja Bauchweh, und Schreien kräftigt ja außerdem die Lungen, nicht wahr?!

Was ich echt nicht verstehe: Meine Oma ist das älteste von 8 Kindern, und ihre Mutter hat ALLE Kinder gestillt, auch die zu früh geborenen Zwillinge. Sie hat also reichlich Vorbilder gehabt, und doch wohl auch Wissen, auf das sie hätte zurückgreifen können. Aber irgendwie hat sie blind geglaubt, dass ihre Milch "schlecht" ist.
Und ist bis heute fassungslos, dass sowohl meine Mutter als auch ich unkompliziert gestillt haben, und unsere Milch "in Ordnung" ist.
Sie sieht aber heute auch, dass sie wahrscheinlich einfach nur schlecht beraten wurde, und hätte stillen können, und hat eine Zeitlang intensiv um das verlorene Stillen getrauert, besonders wenn sie sah, wie zufrieden die Kleine an der Brust war.

Grüße,
Anna-Katharina

Re: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 09.08.2013, 18:55
von apfelkern
OT: madaya, du bist ja schwanger :D herzlichen Glückwunsch!

Re: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 09.08.2013, 20:40
von AnF1982
Lese hier schon die ganze Zeit mit und finde es immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich es doch war in den 80ern.

Ich bin Jahrgang 1982 und wurde 3 Monate vollgestillt, dann bekam meine Mutter eine Brustentzündung und durfte an der betroffenen Seite nicht stillen. Ich wurde dann mit Fläschchen und Milchbrei (aber auf dem Löffel :wink: ) zugefüttert. Wie lange ich gestillt wurde, haben meine Mutter und ich komischerweise nie thematisiert :?: Sicher aber nicht länger als 6 Monate. Ich wurde mehr oder weniger nach Bedarf gestillt, muss aber nen recht festen Rhythmus gehabt haben, weil meine Mutter sich beim Großen immer wieder gefragt hat, ob er wirklich schon wieder Hunger hat, wenn er statt nach den gewohnten 3 Stunden schon nach 2,5 Stunden kam :roll: Auch kam sie am Anfang ab und zu mit Tee, hörte damit aber bald auf, als ich sagte, dass die Milch für alles gut ist :D
Mein Bruder wurde 1985 geboren und nur wenige Tage gestillt, weil meine Mutter wohl sehr wunde und blutige BW hatte, die ich laut ihrer Aussage mit meinem Dauergenuckel (man bedenke den Altersunterschied!!!) "kaputt" gemacht hätte. Außerdem steckten meine Eltern da mitten im Umzug, so dass sie abgestillt hat. Hebammenbetreuung gab es damals nicht (und sie wohnen und wohnten nicht ländlich)

Allerdings war sie immer sehr interessiert, hat mir zugehört, welche neuesten Erkenntnisse ich aus dem Internet erlesen habe und hat sich mich auch sehr motiviert, als ich nach 3 Wochen den ersten kleinen Einbruch hatte und auch als der Große im 5-Wochen-Schub alle 2 Stunden kam und dann aber mindestens ne Stunde an der Brust hing und ich mich ernsthaft gefragt habe, wofür ich das mache und ob es mit Flasche nicht einfacher wäre!
Auch hat sie das Stillen nie wirklich in Frage gestellt, obwohl es zunehmend "merkwürdiger" vorkam, je älter der Große wurde! Irgendwann hat sie es dann aber hingenommen, wie es war. Den Großen hab ich gestillt bis er 18 Monate alt war. Der Kleine wird nächste Woche 1 Jahr und bis jetzt ist es für sie völlig normal und gut, dass er noch gestillt wird, sogar noch deutlich häufiger wie der Große zum gleichen Zeitpunkt!

Die Nichte von meinem Mann (ok, ich weiß, dass sie mittlerweile auch meine ist, ist aber schwierig zu akzeptieren, weil sie eben schon erwachsen war, als wir geheiratet haben) ist Jahrgang 1986, geboren in Rumänien und wurde etwa 2 Jahre gestillt und auch sehr lange voll, weil sie nicht essen wollte. Zumindest erzählt mein Mann mir das immer so. Er selbst ist Jahrgang 1976 und ein Nachzügler, seine Geschwister sind 1960 und 1965 geboren. Als ich ihn eben aus Interesse fragte, ob er wüsste, ob er und seine Geschwister gestillt wurden, wusste er es nicht, geht aber davon aus. Wie gesagt alles in Rumänien. Alles "neumodische" war dort teuer und schwer zu bekommen.

Mit meiner einen Oma hab ich mich auch schon viel übers Stillen unterhalten. Sie hatte auch nie genug Milch und trauert noch heute drum, weil es so umständlich war, vorallem für meinen Vater (1955) Ersatznahrung herzustellen. Sie erzählt immer was von "Schleim" kochen. Sie hat mir aber auch immer sehr interessiert zugehört, wenn ich ihr erklärt habe, wie das heute so mit dem Stillen läuft. Und als ich ihr mal sagte, dass es an den damals üblichen und geforderten 4 Stunden lag, dass es bei ihr mit dem Stillen nicht geklappt hat und sie bestimmt genug Milch gehabt hätte, wenn sie ihre Babys immer angelegt hätte, wenn diese Hunger gezeigt haben, war es für sie sogar irgendwie beruhigend zu wissen, dass es nicht an ihr, sondern an den damaligen "Umständen" lag!

Re: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 09.08.2013, 21:34
von frauantje1507
ich finde es total interessant die ganze Stillgeschichten zu lassen...

Meine Oma erzählt immer, dass sie meinen Vater (1955) mit nur einer Beust gestillt hat, weil die andere Brustwarze weg gefetzt (o-Ton meiner Oma) war.
Sie hat auf einer Seite wirklich keine Brustwarze mehr...