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Re: Wie weiter machen?

Verfasst: 27.07.2013, 12:32
von Schnuppe78
Zu der eigentlichen Problematik habe ich jetzt garnichts geschrieben, da ich denke gegen die Schmerzen kann man eh nichts machen und da muss ich wohl durch. Wenn du da aber noch Ratschläge hast gerne. Momentan tut auch nur das Andocken weh, danach geht es.

Re: Wie weiter machen?

Verfasst: 27.07.2013, 21:50
von jusl
Ich schreibe Dir morgen ausführlich.
LG
Julia

Re: Wie weiter machen?

Verfasst: 28.07.2013, 10:01
von jusl
So, jetzt aber ;-) :
Tagsüber trinkt Anike immer so 15-30 min. macht einen zufrieden Eindruck und ein Bäuerchen. Denke mal, ich kann davon ausgehen das sie tagsüber genug Milch bekommt, obwohl ich zwischen durch so unregelmäßig gestillt habe?
Ob Dein Baby genug Milch bekommt, erkennst Du an folgenden Kriterien:

Dein Baby...
* trinkt durchschnittlich mindestens 8-12 Mal in 24 Stunden (Muttermilch oder Flaschenmilch, aber keinerlei sonstige Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee),
* hat mindestens 4 gut nasse Windeln in 24 Stunden,
* hat in den ersten Lebenswochen mehrmals täglich Stuhlgang. Nach ca 6 Wochen ist von mehrmals täglich bis einmal in 10 Tagen (dann reichlich) alles normal.
* zeigt eine zufriedenstellende Gewichtszunahme.

Die Gewichtszunahme können wir gerne hier zusammen beurteilen, dafür brauche ich alle Wiegedaten, die Du hast, als Tabelle.
Abends kam es jetzt aber schon zwei Mal vor, daß sie über eine Stunde getrunken hat und ich finde wirklich getrunken, nicht nur genuckelt. Kann es ein, das Abends weniger Milch da ist, oder hat sie tagsüber zu wenig bekommen, das sie abends ausgehungert ist.
Es ist normal, dass Babys ab späten Nachmittag/Abend mehr stillen, das nennt sich "Clusterfeeding". Das allein weist nicht auf zu wenig Milch hin.
Bei Euch ist eine ausreichende Milchmenge jedoch nicht sichergestellt, weil Du
* Hütchen verwendest,
* starke Schmerzen hast beim Stillen,
* künstliche Milch zugefütterst hast.
Diese 3 Punkte erhöhen die Wahrscheinlichkeit für geringe Milchbildung. Entsprechend ist es sinnvoll, an diesen drei Punkten zu arbeiten, denn dies würde sich auch direkt positiv auf die Milchbildung auswirken.
Sie trinkt sehr unregelmäßig, tagsüber geht es noch, meist so alle 3-4 Stunden, aber da sie nachts ständig mit Bauchschmerzen zu kämpfen hat schläft sie dann, wenn sie endlich eingeschlafen ist schonmal 7 Stunden. Ich würde sie ja zwischendurch wecken, aber wenn die Kleine Stunden lang wie am Spiess schreit, ist man doch sehr froh wenn sie dann endlich schläft. Schaden diese langen Pausen der Milchproduktion.
Das verstehe ich sehr gut, dass Du froh bist, wenn Du mal eine längere Pause von den Schmerzen hast. Fakt ist: Lange Pausen schaden der Milchproduktion, ja, und Schmerzen schaden der Milchproduktion auch!.. Entsprechend muss man bei der Ursachenliste oben ansetzen. Tags alle 3-4 Stunden, und nacht 7 Stunden Pause, das ergibt eine Stillhäufigkeit von ungefähr 6 Mahlzeiten in 24 Stunden. Für die meisten Stillpaare ist das zuwenig für eine ausreichende Milchproduktion bzw. gutes Gedeihen.
Sie hat einen extrem aufgeblähten Bauch, dagegen haben wir Kümmelzäpfchen, Sab und eine Bauchmassagecreme. Körnerkissen mag ich bei dem warmen Wetter nicht so gerne geben. Kann das an der Milch liegen und kann ich das irgendwie beeinflussen.
Wenn sie Fertigmilch noch bekommen würde, würde ich es noch mit Fencheltee probieren, aber das ist ja so denke ich keine gute Idee. Die Bauchkrämpfe machen das Stillen nachts schon schwierig weil sie immer wieder abbricht.
Gegen so starke Blähungen hilft ein bisschen Fencheltee nicht, egal welche Milch das Kind bekommt. Blähungen entstehen, wenn sich viel Gas (Atemluft und/oder Darmgas) im Darm sammelt und dort mit der Nahrung einen zähen Schaum bildet, deren Bläschen nicht zerfallen. Dieser Schaum kann sehr fies drücken. Hilfreich sind dann auf jeden Fall Entschäumermittel. Außerdem sollte natürlich die Menge der geschluckten Luft verringert werden. Babys schlucken v.a. bei zwei Gelegenheiten viel Luft: beim Schreien (Blähungen sind dann die FOLGE des Schreiens), und beim Trinken mit ungünstiger Technik. Ungünstige Technig heißt da zumeist: kein festes Saugvakuum, dadurch strömt immer wieder Luft in die Mundhöhle, die mitgeschluckt wird. Bei der Hütchenverwendung tritt Luftschlucken häufig auf.
Also muss auch hier befürchtet werden, dass die Hütchenverwendung zu der Problematik beiträgt.
Zu der eigentlichen Problematik habe ich jetzt garnichts geschrieben, da ich denke gegen die Schmerzen kann man eh nichts machen und da muss ich wohl durch. Wenn du da aber noch Ratschläge hast gerne. Momentan tut auch nur das Andocken weh, danach geht es.
Wie gesagt: UNBEDINGT sollten wir was gegen die Schmerzen unternehmen, denn Schmerzen sind nicht nur SYMPTOM dafür, dass etwas nicht stimmt, sondern sie können selbst zur URSACHE für Stillprobleme werden, etwa ein verzögerter MSR, was Schmerzen beim Stillen, wunde Brustwarzen und verringerte Milchbildung zur Folge haben kann.

Die naheliegendsten Ansätze sind aus meiner Sicht:
* die Schmerzen symptomatisch behandeln, z.B. mit stillverträglichen Schmerzmitteln (ca 20 min vorm Stillen eingenommen), Betäuben der BW mit Eiswürfeln direkt vorm Anlegen, Atemtechniken beim Anlegen, Rückenmassage während des Stillens usw.)
* Hütchen abgewöhnen - wir können gerne zusammen schauen, welche Abgewöhnmethode für Euch passt
* Zufüttermengen und Gewicht in der nächsten Zeit sorgfältig dokumentieren

Falls Deine BW derzeit wund sind, also mit offenen Wunden, findest Du in unserer Linksammlung Stillwissen Maßnahmen zur Unterstützung der Heilung.

Kannst Du mit diesen Hinweisen etwas anfangen?

LG
Julia

Re: Wie weiter machen?

Verfasst: 28.07.2013, 14:10
von Schnuppe78
Vielen Dank für Deine so ausführlich Antwort.
Ich hoffe ich vergesse jetzt nichts. Viele Wiegedaten habe ich nicht. Nur soviel Anike ist mit 3920g auf die Welt gekommen. Hat etwas abgenommen (im grünen Bereich9 und ist einmal im KH wegen Gelbsucht zugefüttert worden. Ich habe dann erst Mal nur abgepumpt um die Menge zu überprüfen. Die Menge war immer in Ordnung. Zu Hause habe ich dann versucht zu stillen, direkt mit Stillhuetchen, ohne denke ich, wird nicht gehen, da meine BW sehr flach sind.l Dann kam der erste Frust und ich habe zu gefüttert, insgesamt ein Tag ungefähr die Hälfte von der gesamten Tagesmenge und einen Tag, bis auf eine Mahlzeit Mumi, komplett, die übrigen Tage höchstens eine Flasche. Sie wog jetzt beim wiegen mit 5 Wochen genau 5 kg..
Die Schmerzen sind unterschiedlich, zum einen brennt es beim stillen, was ich darauf zurück führe das Anike am Anfang immer feste saugt und komplett wieder loslässt , ich hoffe man kann das verstehen (schwer zu beschreieben) dadurch rutscht die Haut immer im Huetchen hoch und wieder runter, deshalb dachte ich auch, dass das Huetchen zu groß ist. Habe daraufhin ein kleineres gekauft, ging aber garnicht. Ausserdem habe ich ein Stechen in der Brust, manchmal auch noch nachdem Stillen. Richtig wund, oder rissig ist aber nichts.
8-12 Mahlzeiten haben wir nicht, eher so 5-6
Vier nasse Windeln haben wir aber locker, eher mehr
Stuhlgang hat sie nicht mehr täglich
Wir waren am Freitag zur U3, dort war die Ärztin mit der Zunahme sehr zu frieden, habe aber halt nur dieses Gewicht jetzt, keinen Verlauf.
Das Luftschlucken hört man auch, sowohl beim schreien, als auch beim Füttern.

Ich habe noch nie zugefüttert, weil ich das Gefühl hatte sie ist nicht satt geworden, sondern immer wegen den Schmerzen.
Das heisst, auf Fertigmilch können wir eigentlich verzichten, reduzieren müssten wir da eigentlich nichts.
Ich bin ein schwieriger Fall, ich weiss :?

Re: Wie weiter machen?

Verfasst: 28.07.2013, 20:45
von jusl
Ich habe noch nie zugefüttert, weil ich das Gefühl hatte sie ist nicht satt geworden, sondern immer wegen den Schmerzen.
Das heisst, auf Fertigmilch können wir eigentlich verzichten, reduzieren müssten wir da eigentlich nichts.
Schon klar - der Zufütter-GRUND lag nicht beim Baby, aber bekanntlich hängt das Angebot von der Nachfrage ab! Das ist Stillgrundsatz Nr.1:
Je mehr Du zufütterst, desto weniger stillst Du, desto weniger Milch wird also produziert (ganz egal, WARUM Du das Zufüttern angefangen hattest). Deshalb wird sich regelmäßiges Zufüttern irgendwann auf jeden Fall auf die Milchproduktion niederschlagen; die Milchproduktion passt sich ja dem Bedarf, also der Nachfrage, an. Die Brust weiß nicht, ob das Baby einfach älter geworden ist und Schnitzel am Tisch mitisst und DESHALB weniger stillt, oder ob das Baby anstatt Brust gelegentlich Flaschenmilch bekommt - sie passt die Produktion einfach an.
Also: Falls Du weiterhin gelegentlich oder regelmäßig zufütterst, sollte dies notiert werden, damit abgeschätzt werden kann, mit Hilfe welcher Maßnahmen Ihr möglichst bald wieder beim Vollstillen landet.
Viele Wiegedaten habe ich nicht. Nur soviel Anike ist mit 3920g auf die Welt gekommen. Hat etwas abgenommen (im grünen Bereich9 und ist einmal im KH wegen Gelbsucht zugefüttert worden
Danke, aber für eine aussagekräftige Analyse der Daten ist unbedingt die Angabe des Klardatums nötig, siehe HIER.
Zu Hause habe ich dann versucht zu stillen, direkt mit Stillhuetchen, ohne denke ich, wird nicht gehen, da meine BW sehr flach sind.
Über diese Aussage bin ich in Deinen vorherigen Postings auch schon gestolpert ;-). Also Neugeborenen ist es in aller Regel GANZ EGAL wie die BW ihrer Mutter aussehen. Sie kennen ja keine anderen. ;-) Da Babys auch am nackten Unterarm saugen können - und der ist bekanntlich komplett nippelfrei - haben Babys normalerweise auch mit flachen Brustwarzen überhaupt kein Problem, unter einer Bedingung: Man stört den Stillstart nicht, lässt das Baby ganz in Ruhe die Brust suchen und hilft evtl. ein klein wenig beim Andocken ("Sandwich"-Technik, oder Merkspruch auf deutsch: "Butterbrot statt Apfel"). Probleme gibt's erst dann, wenn diese Abläufe gestört werden und dann am besten gleich noch Hütchen auf der Geburtsstation verteilt werden. Diese führen dann praktisch sofort zu Saugverwirrung, denn das Baby kennt ja bislang nix anderes - wenn es praktisch von Anfang mit Hütchen saugt, gewöhnt es sich an den harten Reiz am Gaumen EHE es lossaugt. Das heißt es WEISS gar nicht, dass es EIGENTLICH das Brustgewebe (viel mehr als bloß die BW!..) selbst einsaugen muss.
Saugverwirrung ist behandelbar. Insbesondere in den ersten Lebenswochen ist die Erfolgsquote sehr hoch. In unserer Linksammlung Stillwissen findest Du Links zum Thema Saugverwirrung, Behandlungsmöglichkeiten und erprobten Methoden zur Hütchenabgewöhnung.
Die Schmerzen sind unterschiedlich, zum einen brennt es beim stillen, was ich darauf zurück führe das Anike am Anfang immer feste saugt und komplett wieder loslässt , ich hoffe man kann das verstehen (schwer zu beschreieben) dadurch rutscht die Haut immer im Huetchen hoch und wieder runter, deshalb dachte ich auch, dass das Huetchen zu groß ist. Habe daraufhin ein kleineres gekauft, ging aber garnicht. Ausserdem habe ich ein Stechen in der Brust, manchmal auch noch nachdem Stillen. Richtig wund, oder rissig ist aber nichts.
Deine Beschreibung mit dem Stechen ist typisch für eine Soorinfektion. Evtl. sieht man da nix von außen, weil nur die Milchgänge innen befallen sind (tut sauweh). Es kann beides sein, der Ansaugschmerz, verstärkt durch Reibung im Hütchen (kann zu Wundsein führen), UND ein Milchgangsoor. Hier lohnt auf jeden Fall, beides zu verfolgen, also Hütchen abzugewöhnen UND eine medikamentöse Behandlung auf Soor.

Kannst Du mit diesen Ansätzen etwas anfangen? Ich kann Dich wirklich nur ermutigen, die Hütchenabgewöhnung anzugehen, weil die Chance wirklich sehr hoch ist, dass sich damit praktisch ALLE Probleme (Schmerzen, Luft saugen, Zufüttern) automatisch erledigen.
Stöber doch mal in der Linksammlung, ob Dir da irgendwas praktikabel erscheint.

LG
Julia

Re: Wie weiter machen?

Verfasst: 28.07.2013, 20:54
von hannimimi
ich wollte dir nur mal schnell etwas zu den sehr flachen Brustwarzen schreiben.

meine sind wirklich flach wie ein Brett, aber mein kleiner schafft es dennoch, problemlos anzudocken. klar, manchmal brauchen wir schon drei, vier versuche ehe er genug brust im mund hat, aber das stört nicht weiter.

mittlerweile ist er fast acht Monate alt und wir haben sechseinhalb Monate vollgestillt. drück dir die Daumen, dass alles klappt:)

ach ja, mit schmerzen hatte ich jetzt auch lange zu kämpfen. mein kleiner hatte eine soor-Infektion und ich auch. jetzt ist es bei ihm besser und bei mir schon ganz weg. alles gute :)

Re: Wie weiter machen?

Verfasst: 28.07.2013, 22:08
von emm
Hi,

erst mal: ich find's klasse, wie Du hier dranbleibst und an eurer Stillbeziehung arbeitest! (:

zweitens noch ein Erfahrungsbericht: ich hatte auch total flache Brustwarzen, die meinem zu frueh geborenen Baby das Andocken mit dem kleinen Muendchen sehr schwer gemacht haben. Da hat es geholfen, die Brust eben wie das besagte Butterbrot ein bisschen vorzuformen, damit genug im Mund landet. Nach einigen Wochen hatte sich mein Baby die richtiggehend zurechtgenuckelt, jetzt sind's so richtige 08/15-BW (;

ich wuensche euch viel Erfolg und bald schmerzfreies entspanntes Stillen!

Re: Wie weiter machen?

Verfasst: 29.07.2013, 11:05
von Schnuppe78
@Jusl, vielen Dank nochmal für die Mühe die du dir machst.
Bei den Tipps zum abgewöhnen des Hütchens, habe ich drei Dinge gelesen.
Immer wieder versuchen ohne anzulegen, daß mache ich.
Während des Stillens das Hütchen entfernen, habe ich auch schon öfters versucht, geht auch nicht.
Stillhütchen immer weiter kürzen, dass könnte ich noch versuchen.
Ich habe dass Stillhütchen schon recht früh im KH bekommen, das stimmt. Lag aber sehr wahrscheinlich daran, dass bei meinem Sohn das gleiche Problem war, Davin habe ich 1.5 Jahre vorher dort geboren und da klappte es leider genauso wenig.
Nicht eine Mahlzeit die er mit einmaligen andocken geschafft hätte. Immer und immer wiedr musste ich ihn erneut andocken lassen und er hat die Brust spätestens nach ein paar Mal saugen verloren. Davin wurde erstmal nicht zugefüttert, kannte kein Stillhütchen, aber mit meiner Brust kam er auch nicht zurecht. Ist sicherlich richtig, dass das Hütchen einige Probleme beschert, aber ohne hätten wir sicherlich garnicht so lange durchgehalten und gleich Fertigmilch gegeben. Ich weiss nicht was ich so gravierend falsch mache, zumal wie gesagt die Hebammen und auch die Stillberaterin, wirklich bemüht waren. Was war ich bei Davin froh als ich endlich zu Hause war und abgepumpt habe.
Die Schmerzen waren übrigens die gleichen, ich denke da ist eine Soorinfektion eher unwahrscheinlich.

Da ich wissen wollte, wieviel Milch ich habe, habe ich gestern Nacht mal eine Seite abgepumpt, waren 100ml.

@hannimimi vielen Dank für deine Erfahrung

@Emm, dir auch, Danke fürs Mut zu sprechen.

Re: Wie weiter machen?

Verfasst: 29.07.2013, 17:00
von jusl
Ich habe dass Stillhütchen schon recht früh im KH bekommen, das stimmt. Lag aber sehr wahrscheinlich daran, dass bei meinem Sohn das gleiche Problem war, Davin habe ich 1.5 Jahre vorher dort geboren und da klappte es leider genauso wenig.
Das würde ich mal als recht überzeugendes Argument dafür werten, dass der Stillstart in dem KH leider generell nicht günstig gestaltet wird, wenn schon bei ZWEI Kindern Stillhütchen verteilt wurden. Wie gesagt: Mit Deinen BW ist alles in Ordnung!.. Flache BW sind KEINE INDIKATION für Brusthütchen, auch wenn sie leiderleider immer noch wegen dieser "Diagnose" in Kliniken verteilt werden. Hütchen haben ihre Daseinsberechtigung, etwa bei Umgewöhnungen von der Flasche zur Brust, bei Babys mit bestimmten Formen von Saugschwäche usw., aber für Flach- oder Schlupfwarzen von Geburt an sind sie nicht gedacht.
Von daher ganz klar: DU hast NICHTS falsch gemacht, und auch gegen Deine BW ist nichts einzuwenden, sondern Du bist im Wochenbett nicht gut betreut worden. Menschlich nett ist gut, und auch wichtig, aber nur weil sich Leute "bemühen", heißt das ja nicht automatisch, dass sie es auch fachlich drauf haben. Gerade wenn Du schreibst, dass Dein Baby durchaus schonmal angedockt war, aber die Brust nach einigen Saugzügen verloren hat, hätte man das ganz sicher stillberaterisch mit bestimmten Handgriffen hingekriegt, denn die BW-Form ist für den Saugschluss technisch gesehen gar nicht wichtig. Wie gesagt, Babys können sich auch am nackten Unterarm festsaugen. ;-)

Jedenfalls: Lass uns jetzt schauen, wie Du die Hütchen loswerden kannst. Berücksichtige dabei, dass Du das selbstverständlich nicht MUSST. Wenn Du jetzt oder irgendwann das Gefühl hast, dass Du lieber doch weiterhin mit Hütchen stillen möchtest, dann kannst Du das tun. Wenn Du sie aber gerne loswerden willst, dann geh es an. Abschneiden kann da eine erfolgreiche Methode sein (Achtung: UNBEQUEM wird's auf jeden Fall...). Bedenke, dass Dein Baby DEINE HILFE braucht, sich zum einen an ein neues Mundgefühl zu gewöhnen, und zum anderen dabei, dass es das Saugen lernen muss, ohne dass ein hartes Kunststoff-Ding an seinen Gaumen stößt. Sinnvoll ist da eine gute Mischung Deinerseits aus ganz viel Geduld und liebevoller Beharrlichkeit.
Hilfreich kann sein, vor den Anlegeversuchen ohne Hütchen einige Sekunden zu pumpen, um die BW ein wenig hervorzulocken.
Viele Mütter kommen mit der Abschneid-Methode gut zurecht. Falls es aber ZU unangenehm sein sollte, dann gibt es zwei weitere Gruppen:
manche Mütter machen den kalten Entzug, schmeißen die Hütchen in den Müll und füttern so lange abgepumpte Milch saugfrei(!!!!) zu, bis das Baby bereit ist, an die Brust zu gehen. Manche Mütter wechseln viel hin und her, mit und ohne Hütchen, z.B. Starten der Mahlzeit mit Hütchen und ziehen es dann immer wieder weg.
Hier lohnt ausprobieren.
Hast Du schon entschieden, ob Du die Hütchen jetzt abgewöhnen willst, und falls ja, mit welcher Methode?

LG
Julia

Re: Wie weiter machen?

Verfasst: 29.07.2013, 18:14
von Schnuppe78
Das habe ich wohl missverständlich geschrieben, bei Davin gab es kein Stillhütchen, nur die gleiche Trinkproblematik, oder besser gesagt Andockproblematik.
Deshalb verstehe ich es ja nicht. Da war ich ja auch schon fünf Tage im KH und die Stillberaterin würde ich schon als fähig bezeichnen, es hat trotzdem nicht geklappt :?
Ich würde liebend gerne auf das Hütchen verzichten, bin da aber ehrlich gesagt, schon skeptisch und sehr froh das ich es habe. Denn im Vergleich finde ich Stillhütchen schon besser als ständig abpumpen, wie bei meinem Sohn.
ich probiere es glaube ich mal mit abschneiden. Wenn ich jetzt einfach nur das Hütchen weglasse und sie ständig neu anlegen muss, weil sie die BW verliert, werden die Schmerzen wohl erstmal schlimmer.