So, jetzt aber

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Tagsüber trinkt Anike immer so 15-30 min. macht einen zufrieden Eindruck und ein Bäuerchen. Denke mal, ich kann davon ausgehen das sie tagsüber genug Milch bekommt, obwohl ich zwischen durch so unregelmäßig gestillt habe?
Ob Dein Baby genug Milch bekommt, erkennst Du an folgenden Kriterien:
Dein Baby...
* trinkt durchschnittlich mindestens 8-12 Mal in 24 Stunden (Muttermilch oder Flaschenmilch, aber keinerlei sonstige Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee),
* hat mindestens 4 gut nasse Windeln in 24 Stunden,
* hat in den ersten Lebenswochen mehrmals täglich Stuhlgang. Nach ca 6 Wochen ist von mehrmals täglich bis einmal in 10 Tagen (dann reichlich) alles normal.
* zeigt eine zufriedenstellende Gewichtszunahme.
Die Gewichtszunahme können wir gerne hier zusammen beurteilen, dafür brauche ich alle Wiegedaten, die Du hast, als
Tabelle.
Abends kam es jetzt aber schon zwei Mal vor, daß sie über eine Stunde getrunken hat und ich finde wirklich getrunken, nicht nur genuckelt. Kann es ein, das Abends weniger Milch da ist, oder hat sie tagsüber zu wenig bekommen, das sie abends ausgehungert ist.
Es ist normal, dass Babys ab späten Nachmittag/Abend mehr stillen, das nennt sich "Clusterfeeding". Das allein weist nicht auf zu wenig Milch hin.
Bei Euch ist eine ausreichende Milchmenge jedoch nicht sichergestellt, weil Du
* Hütchen verwendest,
* starke Schmerzen hast beim Stillen,
* künstliche Milch zugefütterst hast.
Diese 3 Punkte erhöhen die Wahrscheinlichkeit für geringe Milchbildung. Entsprechend ist es sinnvoll, an diesen drei Punkten zu arbeiten, denn dies würde sich auch direkt positiv auf die Milchbildung auswirken.
Sie trinkt sehr unregelmäßig, tagsüber geht es noch, meist so alle 3-4 Stunden, aber da sie nachts ständig mit Bauchschmerzen zu kämpfen hat schläft sie dann, wenn sie endlich eingeschlafen ist schonmal 7 Stunden. Ich würde sie ja zwischendurch wecken, aber wenn die Kleine Stunden lang wie am Spiess schreit, ist man doch sehr froh wenn sie dann endlich schläft. Schaden diese langen Pausen der Milchproduktion.
Das verstehe ich sehr gut, dass Du froh bist, wenn Du mal eine längere Pause von den Schmerzen hast. Fakt ist: Lange Pausen schaden der Milchproduktion, ja, und Schmerzen schaden der Milchproduktion auch!.. Entsprechend muss man bei der Ursachenliste oben ansetzen. Tags alle 3-4 Stunden, und nacht 7 Stunden Pause, das ergibt eine Stillhäufigkeit von ungefähr 6 Mahlzeiten in 24 Stunden. Für die meisten Stillpaare ist das zuwenig für eine ausreichende Milchproduktion bzw. gutes Gedeihen.
Sie hat einen extrem aufgeblähten Bauch, dagegen haben wir Kümmelzäpfchen, Sab und eine Bauchmassagecreme. Körnerkissen mag ich bei dem warmen Wetter nicht so gerne geben. Kann das an der Milch liegen und kann ich das irgendwie beeinflussen.
Wenn sie Fertigmilch noch bekommen würde, würde ich es noch mit Fencheltee probieren, aber das ist ja so denke ich keine gute Idee. Die Bauchkrämpfe machen das Stillen nachts schon schwierig weil sie immer wieder abbricht.
Gegen so starke Blähungen hilft ein bisschen Fencheltee nicht, egal welche Milch das Kind bekommt. Blähungen entstehen, wenn sich viel Gas (Atemluft und/oder Darmgas) im Darm sammelt und dort mit der Nahrung einen zähen Schaum bildet, deren Bläschen nicht zerfallen. Dieser Schaum kann sehr fies drücken. Hilfreich sind dann auf jeden Fall Entschäumermittel. Außerdem sollte natürlich die Menge der geschluckten Luft verringert werden. Babys schlucken v.a. bei zwei Gelegenheiten viel Luft: beim Schreien (Blähungen sind dann die FOLGE des Schreiens), und beim Trinken mit ungünstiger Technik. Ungünstige Technig heißt da zumeist: kein festes Saugvakuum, dadurch strömt immer wieder Luft in die Mundhöhle, die mitgeschluckt wird. Bei der Hütchenverwendung tritt Luftschlucken häufig auf.
Also muss auch hier befürchtet werden, dass die Hütchenverwendung zu der Problematik beiträgt.
Zu der eigentlichen Problematik habe ich jetzt garnichts geschrieben, da ich denke gegen die Schmerzen kann man eh nichts machen und da muss ich wohl durch. Wenn du da aber noch Ratschläge hast gerne. Momentan tut auch nur das Andocken weh, danach geht es.
Wie gesagt: UNBEDINGT sollten wir was gegen die Schmerzen unternehmen, denn Schmerzen sind nicht nur SYMPTOM dafür, dass etwas nicht stimmt, sondern sie können selbst zur URSACHE für Stillprobleme werden, etwa ein verzögerter MSR, was Schmerzen beim Stillen, wunde Brustwarzen und verringerte Milchbildung zur Folge haben kann.
Die naheliegendsten Ansätze sind aus meiner Sicht:
* die Schmerzen symptomatisch behandeln, z.B. mit stillverträglichen Schmerzmitteln (ca 20 min vorm Stillen eingenommen), Betäuben der BW mit Eiswürfeln direkt vorm Anlegen, Atemtechniken beim Anlegen, Rückenmassage während des Stillens usw.)
*
Hütchen abgewöhnen - wir können gerne zusammen schauen, welche Abgewöhnmethode für Euch passt
* Zufüttermengen und Gewicht in der nächsten Zeit sorgfältig dokumentieren
Falls Deine BW derzeit wund sind, also mit offenen Wunden, findest Du in unserer
Linksammlung Stillwissen Maßnahmen zur Unterstützung der Heilung.
Kannst Du mit diesen Hinweisen etwas anfangen?
LG
Julia