Ich finde es auch toll, dass du dich mit dem Gedanken beschäftigst, zu stillen.
Zu deinen Fragen:
Ja, die Nächte werden mit hoher Wahrscheinlichkeit längere Zeit ohne "Durchschlafen" abgehen. Aber: Wenn keine weiteren Risikofaktoren für SIDS dazukommen, kannst du lernen, im Liegen zu stillen und das Familenbett (oder Beistellbett) voll auskosten

. Das war übrigens (neben dem Sterilisieren und dem Geld und dem Gefühl "Tütensuppe") DAS Argument FÜRs Stillen. Hätte mir nicht vorstellen können, nachts durch die Wohnung zu tappen, mit schreienemdem Kind schlaftrunken Fläschen zu bauen. Und wenn du ein Schlaf-Gen hast, wird es wohl nicht so schlimm, dass du in den ARGH-Thread musst "auf-Holz-klopf"
Ich hatte mir 1 oder 2 Still-BHs gekauft, in 1 Nummer größer als am Ende der SWS. Billige in der Drogerie. Dann habe ich kurz nach dem Milcheinschuss welche bestellt, die mir damals passten. Die habe ich bis vor kurzem getragen, als Quietschie tagsüber aufgehört hat zu stillen.
Die Brust wird ja durch die Milch größer. Ist die Milch dann raus (nach der Stillzeit) kann es natürlich passieren, dass sie mehr hängt. Kann man aber sicher durch Sport ausgleichen, wenn man unbedingt wöllte (ist ja wie beim Bauch).
Der Milcheinschuss war hier auch etwas schmerzhaft. Soll aber harmloser sein, wenn man oft stillt, also gleich beim 1. Pieps. Da hilft eine gute (!) Stillberatung sicher viel.
Manche (meine Mutter zum Beispiel bei mir) schaffen es tatsächlich ganz ohne entzündete BW zu stillen. Kommt auf das Geschick des Kindes und die Anlegetechnik (Stillberatung!!!) an. Da das am Anfang aber meist noch nicht so richtig läuft, gibt es am Anfang auch meistens die meisten Probleme.
Essen kannst du theoretisch fast alles, richtig verboten ist nichts außer Alkohol. ABER: Hier habe ich mir z.B. eingebildet, dass Quietschie immer einen roten Po hatte, wenn ich Senf gegessen habe. Ist sehr unterschiedlich, merkst du aber, also kein Problem.
Einzig zu beachten: Medikamente! ABER: Es gibt embryotox. Und man kann durchaus für fast jedes Problem was finden. Paracetamol und Ibuprofen sind z.B. erlaubt, auch Heuschnupfenmittel wie Zyrtec. Und ich habe (ich glaube es war hier) auch schon mal gelesen, dass Pfefferminze und Salbei zwar milchmindernd wirken, bedarfsgerechtes Hungerstillen das aber kompensiert, ist also auch nicht sooo "verboten".
Abpumpen: Kannst du ja ab und zu mal probieren. Hat hier leider nicht so gut geklappt (also dann das Füttern). Wäre aber DIE Lösung, was die "Unabhängigkeit" anbetrifft. Wg. der Gefahr der Saugverwirrung und des Aufwandes würde ich es aber wirklich nicht täglich machen. Hier verweise ich auch wieder auf die Stillberatung.
Mein Kind ist auch alles andere als dick. Ich denke, dass kommt eher auf die Veranlagung an, da hast du also gute Karten, dass das 3. auch eher schlank wird. Wobei ein dickeres Kind gewissen Diskussionen und Hinweisen aus dem Umkreis vorbeugt (Thema: Wird das auch satt?)

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Noch ein paar Gedanken von mir: Du hörst dich für meine Verhältnisse noch ein bisschen so an, als ob du das Stillen wirklich nur "probieren" willst. Das ist ja an sich auch OK. Aber: Diese Einstellung KANN dazu führen, dass es am Ende dann eben doch "nicht klappt", weil du an das Flaschenfüttern eher als Ausweich-Alternative denkst, als ev. andere Mütter. Gerade deshalb würde ich dir empfehlen, dich optimal schon während der Schwangerschaft mit der "Technik" und den Lösungen bei Problemen zu beschäftigen. So kannst du ev. vorbeugen, also Probleme gleich verhindern, die dich sonst doch "umfallen" lassen würden.
Gibt es bei deiner Hebamme, der Stillberaterin deiner Wahl oder in dem KKH eine Stillgruppe? Dann frage doch mal, ob du da mal hingehen darfst (ev. sogar mit deinen Kindern, dann lernen die auch schon mal das Stillen kennen) und rede mal mit dem Müttern dort direkt. Wichtig ist auch noch zu wissen, dass sich selbst tolle Hebammen, die ganz viele Mamas auch nachbetreuen, nicht so gut mit dem Stillen auskennen, wie gut ausgebildete Stillberaterinnen. Wenn ich daran denke, was meine mir so erzählt hat und was ich dann hier gelernt habe...ein himmelschreiender Unterschied!
Vielleicht wäre ja auch ein (gutes) Stillbuch was? Habe da leider keine Erfahrung. Weiß nur das es da eins von LLL gibt, das ist sicher gut.
Außerdem würde ich mich an deiner Stelle noch mehr "motivieren", also die Vorteile noch mal ganz genau herausarbeiten und verinnerlichen. Ich finde folgende Punkte da bedenkenswert:
- Lies mal die Ökotest zum Thema Milchpulver. Da gibt es, soweit ich mich erinnern kann, irgendein Problem, hatte was mit dem Fett zu tun, weiß es nicht mehr so genau.
- Der Ansteck-Schutz (wurde hier ja schon geschrieben). Wg. der Antikörper in der Mumi kannst du dein Kind nicht oder kaum mit einer Krankheit anstecken, die du hast. Hier wurde z.B. erfolgreich ein Magen-Darm-Virus abgewehrt und div. Erkältungen.
- Stillen ist DER Schutz vor SIDS!
Stillen "können" fast alle Mütter. Die Frage ist halt meistens, wie schnell man aufgibt. Das hängt einerseits von den auftretenden Problemen ab, und andererseits davon, wie weit man gehen will (BES, ggf. Schmerzen aushalten, ständig stillen, genervt sein...). Das wiederum hängt davon ab, wie sehr man unbedingt stillen will. Deshalb meine o.g. Vorschläge.
Und daher traue ich mich auch kaum, die Nachteile des Stillens hier zu schreiben, weil ich schon wieder Angst habe, dich damit zu demotivieren. Aber damit es gerecht zugeht, hier meine Nachteile:
- Bei Krankheiten der Mutter kann man nicht bedenkenlos jede Medizin schlucken (Lösung s.o. - embryotox).
- Man ist nicht so frei, kann nicht "einfach" mal weg vom Kind. Insbesondere bei Kindern, die unregelmäßig oder regelmäßig sehr oft (stündlich oder aller 2 h) Hunger haben (Lösung: Abpumpen).
- Das "Mütterlichkeitshormon", das hier schon beschrieben wurde, wirkt nicht bei allen Frauen, insb. bei mir war es so, dass ich dadurch eher unausgeglichen war (Lösung: aushalten und die Vorteile vor Augen halten).